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Aus der Neuen Solidarität Nr. 42/2005

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"Schiller-Renaissance würde zum Zeitgeist passen"

Pressestimme. Wolfgang Schneider, "Freude an geflügelten Worten - Glaubhaftes Pathos: Friedrich Schiller zum Hören und Staunen", Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Oktober.

Fast könnte man meinen, Schiller habe sogar seine eigenen Werke überlebt. Zwar wurde im Schiller-Jahr 2005 vielfach die Brisanz des Autors versichert. Brisant erschien jedoch vor allem das Leben Schillers, wie die Fülle von biographischen Darstellungen zeigt... Erst neuerdings ändert sich die Situation, nachdem es lange so schien, als müßte das Schiller-Jahr ohne Aufführung des bedeutendsten Schiller-Dramas [Wallenstein] auskommen... Aber es gibt ja Hörbücher...

Mag uns der Ton von Schillers Balladen auch nicht mehr so ins Ohr gehen wie einem Fontane, der sie alle auswendig kannte - eine Schiller-Renaissance würde zum Zeitgeist passen. Das Lebensgefühl der alten Bundesrepublik, es gehe noch ewig so weiter (das sich gut mit dem Stabilisator Goethe vereinbaren läßt), ist ja längst dem Gegenteil gewichen: So kann es auf keinen Fall weitergehen. Ein Schiller-Gefühl! Es waren immer die unruhigen, problematischen Epochen, in denen Schiller verstärkt rezipiert wurde. Angesichts des durch Reformstau, Globalisierung, Überalterung und Terrorangst genährten Krisenempfindens sollte man also nicht zögern, zum Schiller-Hörbuch zu greifen.