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Aus der Neuen Solidarität Nr. 44/2005

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Vorgeschmack auf ein Festival

Das 12. Iranische Theaterfestival findet dieses Jahr vom 18. bis zum 27. November in Köln und Berlin statt. Ursprünglich sollte es auch in London und Kabul stattfinden, was aber aus politischen und finanziellen Gründen nicht zu organisieren war. Am Festival nehmen 14 Künstlergruppen (10 Theater- sowie 4 Musik- und Tanzgruppen) aus 7 asiatischen und europäischen Ländern teil und führen ihre Werke in 6 Sprachen (Persisch, Deutsch, Kurdisch, Spanisch, Türkisch, Afghanisch) auf. Diese Vielfalt bringt das fundamentale Ziel des Festivals zum Ausdruck, Brücken zwischen Kulturen und Völkern in dieser von Krisen überschütteten Welt zu bauen und nach den Gemeinsamkeiten zwischen Völkern und deren Kulturen zu suchen.

Was erwartet Sie also bei unserem Festival? Sie werden Ghorratouleain hören, die revolutionäre Dichterin aus dem Iran, und kurdische Künstler aus der irakischen Stadt Halabachah, die durch Saddam Husseins Chemiewaffeneinsatz traurige Berühmtheit erlangte. Wir werden in den Genuß der Stücke Maus und Katze von Obaid Zakani, La Strada von F. Fellini und Vogel Phönix auf der Probe von H. Ch. Andersen kommen. Auch Woyzeck von G. Büchner steht auf dem Programm.

Wir werden musikalische Aufführungen der iranischen Künstlerinnen Soosan Farokhnia, Shrifeh Bani-Hashemi, Tais Farzan und Behrokh Babai genießen können, ebenso wie einen schönen iranischen Tanz, der uns von Bahar dargeboten wird, sowie den "Tango" und den "Atan" aus Afghanistan. Wer die Klänge von Santur und Gitarren liebt, wird bei dem Festival seine Freude haben. Aber auch Kinder werden mit den Kindertheaterstücken ihren Spaß haben!

Auch in diesem Jahr wird es ein Diskussionsforum über Theater und Film geben: Nach einem Vortrag werden wir über das zeitgenössische Theater in der Islamischen Republik Iran diskutieren. Außerdem wird aus den Stücken Gast von Iraj Zohari und Mystery-Bouff von W. Majakowskij gelesen werden.

Ja, bei diesem Festival werden wir Vielfalt erleben, und wenn wir dort zusammen sind, werden wir eines sein. Ja, wir haben Hoffnung, Hoffnung, Hoffnung! Und in dieser Hoffnung auf eine bessere Zukunft lade ich Sie herzlich ein.

Madjid Fallahzadeh


(Karten und Programm erhalten Sie beim Iranischen Theaterforum e.V., Tel/Fax 0228-256720, E-Mail: mmfallahzadeh@yahoo.de)