Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 44/2005

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Physische Wirtschaft
  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Kernenergie
  Die Kriegsfraktion
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Terror - Cui bono?
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

Leserforum


Versäumte Maßnahmen zur Abwendung einer Grippepandemie
Montagsdemos wiederbeleben, Republik verteidigen!

Versäumte Maßnahmen zur Abwendung einer Grippepandemie

Bereits vor ca. zwei Jahren machte ich auf H5N1 aufmerksam. Nun ist es auf den verschiedenen Handlungsebenen vermutlich zu spät: 1918 brach die Spanische Grippe durch ca. zehn Veränderungen der Eigenschaften eines Vogelvirus aus. H5N1 hat bereits fünf solche Veränderungen durchlaufen. Die Durchimpfung der Bevölkerung zum Schutz vor einer Übertragung von Informationen der jährlich auftretenden menschlichen Influenzaviren auf H5N1 kann nicht mehr erfolgen, da die Produktion angeblich nicht rechtzeitig ausgeweitet wurde und weiterhin eine Desinformation bezüglich Grippeimpfung erfolgt. Zwar wird sie in einigen Medien empfohlen, auch für Kinder, aber weder von allen Kassen bezahlt, noch stehen ausreichend Impfstoffe zur Verfügung.

Die Ergebnisse von Durchimpfungen von Schulkindern in Finnland und Japan ergaben, daß 400 Impfungen statistisch einen Todesfall an Influenza in der Gesamtbevölkerung verhinderten. In Deutschland wird die Impfung nur für Patienten mit einer Grunderkrankung und Personen ab 65 Jahren offiziell empfohlen und von den staatlichen Versicherungen bezahlt.

Die Firma Roche hat bereits vor drei Jahren ihr Konzept auf eigene Kosten entwickelt und die Regierungen vergeblich um Kooperation gebeten. Das Konzept sieht vor: 1.) Impfungen; 2.) Diagnostizieren mit einem gentechnischen Soforttest als Voraussetzung der Diagnose der epidemiologischen Situation. - Dieser Test wird von den staatlichen Krankenkassen nicht vergütet. Trotzdem sind wir 300 Ärzte, die täglich ihre Meldungen über die Ergebnisse des gentechnischen Influenza-Tests an die Zentrale on-line schicken. - 3.) Diagnostizieren, um eine sofortige Behandlung mit einem Neuraminidase-Hemmer zu ermöglichen, der bekanntlich nur die Vermehrung des Virus verhindert. 4.) Behandlung sofort nach qualifizierter Diagnose.

Die Produktion des Neuraminidase-Hemmers ist sehr aufwendig. Politisch wurde entschieden, die Produktion nicht auf den Bedarf bei einer sich bereits abzeichnenden Pandemie auszuweiten. Um ein Vergeuden der begrenzten Medikamente zu verhindern, wurde vom Hersteller entschieden, das Medikament nur noch regional gezielt auszuliefern, wenn die Diagnose entsprechend der epidemiologischen Situation überhaupt möglich ist.

Wie aus der Analyse der BüSo des maroden Weltfinanzsystems deutlich wird, daß nur noch ein grundlegend neuer Ansatz eines Neuen Bretton Woods Hilfe verspricht, so plädiere ich für eine gezielte Neuorientierung in einem Pilotgesundheitsnetzwerk, das ethisch, wirtschaftlich und ärztlich fundiert ist. In der jetzigen Situation, in der wir weder Impfstoffe zur Verfügung haben, noch ausreichend Medikamente, kann ich nur noch empfehlen, die nachweislich wirksame Reduktion von Virusinfektionen um 50 % zu praktizieren: www.nasespuelen.de. Soweit meine kurze Darstellung von der ärztlichen Front.

Dr. med. Rolf E. Ullner, 84405 Dorfen


Montagsdemos wiederbeleben, Republik verteidigen!

Das Ergebnis der Bundestagswahl 2005 (Nachwahl in Dresden I inklusive) ist ein ziemliches Debakel für beide großen Parteien. Wir befinden uns in einem bedenklichen machtpolitischen Patt, in dem sich CDU und SPD gegenseitig lähmen, weil keiner die Situation wirklich für sich entscheiden kann. Sondierungs- und Koalitionsgespräche gehen, wenn wir nicht aktiv werden, wieder einmal zu Lasten des Gemeinwohls.

Was das Gemeinwohl betrifft, hat Schröder in der Vergangenheit (Agenda 2010, Hartz I-IV) auch schon manches Eigentor und sich selbst und seine Partei bei den WählerInnen ins Aus geschossen. In der letzten Phase des Wahlkampfes machte er jedoch - offensichtlich inspiriert durch die weitsichtigen Ideen der BüSo - eine erstaunliche Kehrtwende zurück zu traditionellen sozialdemokratischen Werten mit einem Kampfgeist, der letztlich mit zu dem enormen Stimmenzuwachs der SPD führte. Münteferings Heuschrecken-Rede markiert hier einen echten Wendepunkt.

Um das Gemeinwohl und den demokratischen Rechtsstaat zu verteidigen, gilt es jetzt in dieser schwierigen Lage, der wieder erstarkenden SPD(-Führung) den nötigen Rückhalt in der Bevölkerung zu geben und ihre Verhandlungsposition, wo es nur geht, zu stärken, damit traditionelle sozialdemokratische Werte die Inhalte eines Koalitionsvertrages maßgeblich beeinflussen. Zu den Inhalten gehören allerdings auch die entsprechenden Personalfragen, denn das beste Programm der Welt nützt überhaupt nichts, wenn nicht wirkliche Führungspersönlichkeiten da sind, die es - gegen alle Widerstände - auch konsequent umsetzen.

Anders als z.B. Schröder gehörte Merkel in der Gesellschaft der DDR bereits von Kindesbeinen an zu den Privilegierten. Daß sie von daher kein Gespür für soziale Gerechtigkeit hat, liegt auf der Hand und kam auch prompt in ihrer erschreckend unverblümten Äußerung auf dem 60jährigen Jubiläum der CDU zum Ausdruck, wo sie sagte: "Und wir haben freilich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und Sozialstaat bis in alle Ewigkeit." Dies zeugt nicht nur von mangelndem Gespür für soziale Gerechtigkeit, sondern geradewegs von der Absicht, die Demokratie abzuschaffen!

Vergessen wir nicht: Die Demokratie war und bleibt das Kernstück dessen, was insbesondere wir Deutschen aus unseren miserablen Erfahrungen mit Diktaturen gelernt haben - oder zumindest gelernt haben sollten! Zu dieser Demokratie gehört natürlich auch der Minderheitenschutz, dem Frau Merkel auch nicht gerade besonders zugetan ist, was wohl ein wichtiger Grund dafür gewesen sein dürfte, daß wir Muslime scharenweise links bzw. SPD gewählt haben.

Wäre Frau Merkel auch nur irgendwie anständig, hätte sie nie einen derartigen Tabubruch begangen bzw. nach diesem kapitalen Patzer wenigstens ihren Hut genommen. Daß sie es nicht tut, beweist nur, daß sie nicht zur Kanzlerin geeignet ist und hoffentlich recht bald demontiert wird.

Denn für uns, das Volk, heißt es jetzt: Wir haben das Recht und die Pflicht, Merkels Kanzlerschaft zu verhindern bzw. möglichst schnell zu beenden, die ohnehin nur weiteren wirtschaftlichen und sozialen Kahlschlag in Deutschland und eine erhöhte Kriegsgefahr für die Welt bedeuten würde. Dazu gibt uns Artikel 20 GG das Recht zum Widerstand "gegen jeden, der es unternimmt, diese freiheitlich demokratische Grundordnung zu beseitigen". Das trifft auf Merkel ebenso zu wie auf andere Neocons, an deren Seite Merkel auf "Teufel, komm raus" versucht, den Sozialstaat abzuschaffen: Friedrich Merz z.B., Hans Tietmeyer oder Otto Graf Lambsdorff.

Deshalb schlage ich den LeserInnen dieser Zeitung und allen anderen Interessierten vor, ab nächstem Montag die Montagsdemos wiederzubeleben und der Bevölkerung ebenso wie der Staatsführung bzw. der internationalen Gemeinschaft eine eindeutige Botschaft zu übermitteln:

1. Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin hat das Volk zu repräsentieren und die Demokratie zu verteidigen. Wer das nicht tut, ist kein Fall fürs Kanzleramt, sondern für den Verfassungsschutz!

2. Die Unterstützung des Volkes hat der Kanzler nur unter der Bedingung, daß er sich sofort von der unglückseligen Austeritätspolitik à la Hartz I-IV verabschiedet. Statt durch Sparorgien den Kollaps der deutschen Wirtschaft vorzuprogrammieren, muß ab sofort wieder aktive Industriepolitik betrieben werden. Motto: Wohlstand und Frieden durch Entwicklung!

3. Und dies darf nicht nur für die SPD gelten. Auch diejenigen Christdemokraten, denen es mit dem "C" in CDU wirklich ernst ist, sind zum Widerstand aufgerufen. Dieser Aufruf richtet sich insbesondere an Mitglieder des Bundes- und der Landtage, sowie der Kommunalverwaltungen, die in ihrem Amt Verantwortung zu tragen haben für die Menschen, die sie regieren.

Lydia Makhloufi, 33609 Bielefeld

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum