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Aus der Neuen Solidarität Nr. 7/2005

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Argentinien: Gläubiger-Arithmetik

Dennis Small vom Nachrichtenmagazin EIR befaßt sich seit den 80er Jahren mit der Schuldenkrise Lateinamerikas und anderer Entwicklungsländer und stieß dabei immer wieder auf das gleiche Phänomen: Jahr für Jahr bringen diese Länder ungeheure Summen für Zins- und Tilgungszahlen an die Gläubiger auf; trotzdem wächst die Summe der Auslandsschulden weiter an, und zwar nicht aufgrund neuer Kredite, sondern lediglich durch Refinanzierung der alten Schulden. Zum Anwachsen der Gesamtschuld tragen überdies eine Reihe weiterer Faktoren wie erzwungene Abwertungen der Währung zum Dollar (d.h. Aufwertung in Dollar ausgewiesener Schulden), ungerechte Handelsbedingungen etc. bei.

Iberoamerika hatte 1980 insgesamt 287 Mrd. Dollar Auslandsschulden. Bis Ende 2001 wurden allein an Zinszahlungen (d.h. die Tilgungszahlungen nicht eingerechnet) 733 Mrd. Dollar bezahlt - mehr als das Zweieinhalbfache des Schuldenbetrags von 1980. Trotzdem hatten die iberoamerikanischen Länder Ende 2001 787 Mrd. Dollar Auslandschulden! Das nennt man "Gläubiger-Arithmetik": 287-733=787.

Die Darstellung der "Gläubiger-Arithmetik" im Falle Argentiniens ist insofern vereinfacht, als sie nur die Gesamtsumme der Auslandsschulden mit den kumulativen Zinszahlungen vergleicht, während die Tilgung in Wirklichkeit noch hinzukommt.