|
|
|
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |
|
Aus der Neuen Solidarität Nr. 8/2005 |
|
|
|
BüSo-Wahlkampf. Nur noch knapp zwei Monate bis zu den Landtagswahlen. Die BüSo setzt in der heißen Phase des Wahlkampfes alles daran, auf eine grundlegende Wende der Wirtschaftspolitik hinzuarbeiten.
Am 12. Februar wählte die BüSo in Nordrhein-Westfalen ihre Landesreserveliste für die Landtagswahl am 22. Mai. 21 Kandidaten stellen sich der Herausforderung, einige der Politiker von SPD, CDU, FDP und Grünen im Landtag zu ersetzen, um dafür zu sorgen, daß das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen und speziell das Ruhrgebiet wieder zum wirtschaftlichen Motor Deutschlands werden.
Im Jahre 1981 wurden in Dortmund die Weichen in Richtung Dienstleistungsgesellschaft und "schnelles Geld" gestellt, als statt eines modernen Stahlwerks für Hoesch der Bau des Spielkasinos auf der Hohensyburg beschlossen wurde. Das Wort "Vom Kruppianer zum Croupier" machte die Runde. Abgeguckt hatte der damalige Ministerpräsident Johannes Rau sich dieses Modell in Amerikas Stahlregion Pittsburgh, die zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem einzigen Schrotthaufen verkommen war. Dort wurde nicht mehr Stahl gekocht: Wolkenkratzer und Arbeitslosigkeit wuchsen in die Höhe. Heute weiß jedes Kind im Ruhrgebiet, daß dieses Modell gescheitert ist.
Frau Zepp-LaRouche stand bereits damals in vorderster Front zur Verteidigung des Industriestandortes Ruhrregion. Hartmut Cramer vom Bundesvorstand der BüSo überbrachte deshalb die besten Grüße der Bundesvorsitzenden, die in dem ersten Wahlkampfflugblatt für die Landtagswahl in NRW die Wähler unseres Bundeslandes dazu auffordert, am 22. Mai 2005 dafür zu sorgen, den Prozeß der Entindustrialisierung endgültig zu beenden, indem möglichst viele Wähler der BüSo ihre Stimme geben. Wir brauchen heute Investitionen in Infrastruktur, alter wie neuer Technologien, durch die Millionen neuer produktiver Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Der Landesvorsitzende der BüSo NRW Karl-Michael Vitt forderte die anwesenden Mitglieder und Gäste dazu auf, nicht nur den Prozeß des Industrieabbaus umzukehren, sondern auch den Rückzug des Bürgers aus der gesellschaftlichen Verantwortung rückgängig zu machen, "denn auch die Politik sei zu einem Konsumgut geworden".
Hartmut Cramer berichtete insbesondere von der wachsenden Widerstandsbewegung in Amerika gegen die Politik von Bush. Er stellte im einzelnen die Interventionen des demokratischen Oppositionspolitikers LaRouche dar, der seit Kerrys angeblicher Wahlniederlage eine Mobilisierung gegen die Wahlbehinderung und die Rentenprivatisierungspläne der Regierung Bush mit wachsendem Erfolg in Gang setzte. "Die Lage ist gefährlich und kann in eine Wiederholung der Geschichte umschlagen, wie wir sie im Europa der 30er und 40er Jahre erlebt haben", warnte Cramer. Der wachsende Einfluß LaRouches in Amerika und auf internationaler Ebene eröffnen jedoch die Möglichkeit, diesen Prozeß umzukehren. Der NRW-Wahlkampf ist dabei eine bedeutende Flanke in diesem internationalen Widerstandsprozeß gegen die Feinde des Gemeinwohls.
Der Ton des Parteitages wurde jedoch von der BüSo-Jugendbewegung gesetzt. Sie eröffneten die Versammlung mit einer Kostprobe ihres Gesangs, den sie als aktives Instrument der politischen Intervention auf Plätzen, Straßen und in U-Bahnen einsetzen. Die jungen Leute sangen Auszüge aus der Bach-Motette "Jesu meine Freude" sowie Kanons und Spirituals. Der bekannte Mozart-Kanon "Bona Nox, bist a rechter Ox" war kurzerhand auf George Bush gemünzt umgedichtet worden. Mit dem Gesang wird ein Paradox für die Bevölkerung geschaffen, welches nach Auflösung verlangt: Was hat das Singen mit Politik zu tun? Es ist gleichzeitig ein Schlüssel, mit dem eine sehr pessimistische Bevölkerung "aufgeschlossen" werden kann - eine Erfahrung, über die ein Vertreter der jungen Leute in einem Beitrag lebhaft berichtete. Sei es an der Universität Aachen oder in den S- und U-Bahnen des Ruhrgebiets, die Reaktionen der Leute reichen von Überraschung, Verwunderung, Begeisterung bis zu Skepsis und Unsicherheit, aber selten Unmut. Die Kombination von Politik und Musik macht auf jeden Fall neugierig. Außerdem schafft sie ein Element von Schönheit, die die Menschen immer seltener in ihrem Leben erfahren.
Die frische Entschlossenheit der jungen Leute wirkte offensichtlich ansteckend. Dies war vor allem auch den Kandidaten, die sich vor ihrer Wahl der Reihe nach kurz vorstellten, anzumerken. Auf der Landesreserveliste sind alle Bereiche der Gesellschaft vom Studenten über den Landwirt, vom Physiker über den Mittelständler, von der Buchhalterin über den Speditionskaufmann, vom Auszubildenden über den Ingenieur ebenso vertreten wie alle Altersgruppen.
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |