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Aus der Neuen Solidarität Nr. 8/2005

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Schröder: Deutsche Bank sollte sich an Herrhausen orientieren

Am 13. Februar kritisierte Bundeskanzler Schröder in einem Interview mit der Welt am Sonntag die Firmenpolitik der Deutschen Bank, denn Bankenchef Josef Ackermann will trotz Milliardengewinnen Tausende Mitarbeiter entlassen, um die Eigenkapitalrendite auf 25 Prozent zu steigern.

"Hat Deutschlands größtes Geldinstitut die Balance verloren zwischen den Anliegen der Kapitaleigner und den Belangen der Mitarbeiter?", fragte die Zeitung.

Schröder entgegnete: "Ich finde, daß derart formalisierte Unternehmensziele immer problematisch sind, weil sie nicht genügend berücksichtigen, in welchen Märkten und unter welchen Bedingungen diese Ziele erreicht werden können. Brachialgewalt hilft da sicherlich nicht. Ich habe vor kurzem etwas über die Unternehmensphilosophie des früheren Deutsche Bank-Chefs Alfred Herrhausen gelesen, der sein Unternehmen stets auch in der Pflicht sah gegenüber den Beschäftigten und dem Land, in dem es seinen Standort hat. Ich empfehle den Herren, die derzeit das Unternehmen führen, sich diese Philosophie noch einmal zu Gemüte zu führen und sich zu fragen, ob derart apodiktische Unternehmensziele zu einer Bank passen, die sich ja niemals selbst genug sein darf. Sie muß sich neben dem wirtschaftlichen auch in einem kulturellen und sozialen Umfeld bewegen, wenn sie erfolgreich bleiben will."

Lesen Sie dazu auch:
Alfred Herrhausens Vorstoß für einen Schuldenerlaß (Nr.5, 2. Februar 2005)
Mordfall Herrhausen muß neu aufgerollt werden (Nr.49, 1. Dezember 2004)

 

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