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Aus der Neuen Solidarität Nr. 14/2005

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Lyndon LaRouche: Meine Wirtschaftspolitik

Ende letzten Jahres veröffentlichte LaRouche eine ausführliche Schrift über Wirtschaftstheorie, worin er u.a. begründet, warum animinierte Grafiken zur Darstellung wirtschaftlicher Abläufe besonders geeignet sind. In dieser und der kommenden Woche veröffentlichen wir den abschließenden Teil des Aufsatzes.


Drei Phasen der Geschichte
Der bevorstehende Untergang des liberalen Systems

Leibniz vs. Locke

Der menschlicheGeist - keine "tabula rasa"

Was ist gesellschaftlicher Wohlstand

Um zu verstehen, wie und warum wir Amerikaner uns in den verschiedenen, recht klar voneinander abgegrenzten Phasen der Entstehung und Entwicklung unserer Nation in bestimmter Weise verhalten haben, müssen wir unsere Geschichte, in ihrer manchmal scheinbar kaleidoskopartigen Evolution, als System im natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Sinne betrachten. Zu diesem Zweck steht uns genügend gesichertes Wissen über die evolutionäre Entfaltung der inzwischen mehr oder weniger weltweit ausgebreiteten europäischen Zivilisation seit dem Aufstieg des alten Griechenland zur Verfügung. So können wir die europäische Zivilisation bis heute als einen langfristigen kulturellen Entwicklungsprozeß betrachten, in dem die Entstehung und die Geschichte der Vereinigten Staaten eine besondere Phase bildet.

Von Zeit zu Zeit müssen wir Menschen uns selbst als Fische betrachten, die in einem kulturellen Aquarium herumschwimmen. Unser Verhalten innerhalb der Grenzen des kulturellen Aquariums der jeweiligen Zeit war bestimmt von Trends bei der Vermittlung und Aneignung von Gewohnheiten - Gewohnheiten verschiedener unterscheidbarer Gruppen innerhalb der Gesellschaft - und ansonsten durch Auseinandersetzungen sowie besondere Bedingungen, die in diesem Rahmen auftraten.

Aus dieser Sicht können wir Amerikaner uns selbst besser, objektiver verstehen, indem wir unser Land und uns selbst dahingehend betrachten, ob wir mit oder gegen den Strom - das kulturelle Aquarium - des anglo-holländisch-liberalen Systems der Finanzwelt schwimmen. Dieser Strom, der noch immer unsere Welt mitzieht, bildet im wesentlichen - das kennzeichnet ihn - eine Fortsetzung des imperialen (d.h. ultramontanen) Systems der Freibeuterei, das sich im Mittelalter durch die Partnerschaft der Seeräuber und Sklavenhändler der Finanzoligarchie Venedigs mit den für die Kreuzzüge berüchtigten normannischen Raubrittern entwickelte. Um das heutige, nunmehr bankrotte Weltwährungs- und Finanzsystem zu verstehen, müssen wir in die Vergangenheit der letzten 1100 Jahre schauen, seit der Zeit, als diese wucherische, räuberische Partnerschaft entstand und erkennbar an die Stelle der schwindenden Vorherrschaft des heruntergekommenen Byzanz trat.

Wenn man diese Geschichte des Venezianischen Systems in ihrem größeren Zusammenhang von der Antike bis zur Neuzeit untersucht, stößt man noch auf Wesenszüge aus den Ursprüngen des Venezianischen Systems in den Wechselbeziehungen der Seemächte des Mittelmeers in den Jahrhunderten vor dem Aufstieg des späteren imperialen Rom zur vorherrschenden Macht in den Jahrhunderten nach dem Zweiten Punischen Krieg.1 Von dieser erhöhten Brüstung aus beobachten wir in der Zeit etwa von 200 v.Chr. bis 1000 n.Chr. den Aufstieg und Fall Roms, das erste römische Reich und das Byzantinische Reich. Aus diesen Ursprüngen entsteht dann die Seemacht Venedig, als Wiedergeburt der früheren wucherischen Mittelmeermacht, die ihr Zentrum in Delphi hatte - jenem Delphi, das die Rahmenbedingungen schuf, unter denen das Imperium Romanum überhaupt entstanden war. Einige vergleichen diese lange Welle der Entwicklung vom alten Griechenland bis heute treffend mit den Zyklen eines Schleimpilzes.

Noch heute stecken wir im Würgegriff der systemischen Einflüsse dieses schrecklichen Erbes. Wenn wir zu verstehen beginnen, daß das die Falle ist, in der unsere Zivilisation heute gefangen ist, dann finden wir den richtigen Standpunkt, um zu betrachten und zu verstehen, welches langfristige Muster von Systemveränderungen uns heute wie die Überlebenden eines Schiffbruchs auf den unruhigen Strand der zukünftigen Geschichte eines für die meisten unbekannten Landes geworfen hat. Es ist Zeit, daß wir erwachsen werden und lernen, uns nicht mehr als Treibgut auf den Wellen der langen Zyklen der Geschichte mittreiben zu lassen. Es ist Zeit, daß wir wie wirkliche Erwachsene die Verantwortung dafür übernehmen, selbst über unsere Geschichte zu entscheiden.

Drei Phasen der Geschichte

Aufgrund der verschiedenen Auswüchse der venezianisch-normannischen, ultramontanen Partnerschaft teilt sich die europäische Geschichte der Zeit von 1000-2004 in drei recht klar definierte und ziemlich gut unterscheidbare Perioden und Systeme:

Heute leben wir mit den Folgen des selbstverschuldeten Verfalls des einst mächtigen Amerikanischen Systems in der Zeit nach Roosevelt. In dieser Zeit sind von uns selbst herbeigeführte innere Verfallsprozesse des Systems am Werk, die teils zwischen 1946 und 1964, teils später in Erscheinung traten. Diese Aushöhlung des Systems führte anschließend zu dem jahrzehntelangen Niedergang in kumulativen Verfall und zunehmenden moralischen und materiellen Ruin, was von 1964 bis heute der vorherrschende Trend im zwar noch triumphierenden, aber zum Untergang verurteilten anglo-holländischen System war.

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die bevölkerungsreichsten Nationen Asiens, allen voran China und Indien, dem oberflächlichen Beobachter als kommende Weltmächte erscheinen. Aber wenn man genauer betrachtet, wie stark die Macht Asiens wirklich ist, sind die gegenwärtigen äußeren Anzeichen relativer Stärke weniger gewichtig als die große innere Gefahr, die in diesen Ländern lauert, sobald das gegenwärtige Weltwährungs- und Finanzsystem über ihnen - wie über uns - zusammenbricht. Die Macht dieser großen asiatischen Nationen - sowohl die kurzfristige, scheinbare als auch die langfristige, reale - hängt von dem planetweiten System mit Europa im Mittelpunkt ab, ohne das diese große asiatischen Nationen heute weder Stabilität noch Macht haben können. Das Überleben der asiatischen wie der europäischen Nationen hängt mehr oder weniger vollständig an dem reformierten neuen Weltsystem, das wir nun schaffen müssen.

Man betrachte das liberale System also in hohem Maße als Auswuchs einer weltweiten Entwicklung, bei der seit über tausend Jahren die Evolution des Venezianischen Systems der Finanzoligarchie vorherrscht. Befassen wir uns nun mit den entsprechenden Eigenschaften des anglo-holländisch-liberalen Systems der Venezianischen Partei, das mit dem Pariser Vertrag vom Februar 1763 zum Weltreich wurde. Betrachten wir das System des sog. "Freihandels", das seither bis heute sehr oft das liberal-imperiale System kennzeichnet.

Der bevorstehende Untergang des liberalen Systems

Der Abschluß des Westfälischen Friedens von 1648 unter der Führung von Jules Kardinal Mazarin, der damals der wichtigste Friedensvermittler des Papstes war, löste in Zentren des Kontinents wie Rußland, Deutschland und vor allem in Colberts Frankreich eine große Welle neuen Optimismus' und wissenschaftlichen und sonstigen Fortschritts aus. Die Phase der französischen Geschichte vom Abschluß dieses großartigen Friedens 1648 bis zum Verfall unter dem "Sonnenkönig" Ludwig XIV. - dem später der gallikanische Kaiser Napoleon Bonaparte nacheiferte - war eine Zeit der Erneuerung und des Fortschritts der wissenschaftlichen und künstlerischen Kultur, für deren bestes das Werk von Leibniz oder J.S. Bach steht.

Leibniz vs. Locke

Die Kampagne gegen die wissenschaftliche Vorreiterstellung des fruchtbarsten Geistes der ganzen neueren europäischen Geschichte - Leibniz - und anschließend auch gegen den Einfluß des Urhebers der größten Revolution in der klassischen Musik - Bach - kennzeichnen am treffendsten das Europa des Aufstiegs der von der Venezianischen Partei beherrschten britischen Monarchie 1714 und des Pariser Vertrages 1763 als Aufstieg der imperialen Macht der venezianisch-liberalen Partei, die man damals "Aufklärung" nannte. Diese vehement antiklassische Aufklärung bildet das große tragische Hindernis, das seither dem Streben der Welt nach Fortschritt im Wege steht. Was immer sonst noch geschehen mag, heute hat das liberale System, wie wir es seit 1763 kennen, den Punkt erreicht, an dem es unwiderruflich dazu verurteilt ist, bald so oder so zu verschwinden. Die Frage ist nur, ob darauf etwas besseres folgt oder etwas weit schlimmeres. Betrachten Sie die liberale Freihandelslehre als die charakteristische, epidemische Krankheit des liberalen Systems - von der Zeit, als es unter Aufsicht venezianischer Hebammen geboren wurde, bis zum heutigen Zeitpunkt, wo die amerikanische Volkswirtschaft über dem Kopf eines verblendeten Präsidenten George W. Bush jun. mit seinen närrischen dynastischen Ambitionen zusammenbricht.

Der geistige Ausdruck des anti-colbertistischen französischen Teils dieser Venezianischen Partei des 18. Jahrhunderts zeigt sich beispielhaft in der pro-feudalen Lehre von Dr. François Quesnay, Voltaire, D'Alembert, Philippe Égalité und dem Schweizer Jacques Necker; auf der anglo-holländischen Seite ist es das Scheusal Wilhelm von Oranien und der pro-satanische Bernard Mandeville; auf der englischen die Tradition von Lohn Locke, den Walpole-Liberalen insgesamt sowie Lord Shelburnes Lakai Adam Smith, Jeremy Bentham und Edward Gibbon; schließlich auf der Schweizer Seite Euler und Lagrange. Die Fälle Quesnay, Mandeville und Adam Smith sind bemerkenswert, weil sie sehr weitgehend die wirtschaftliche Lehre der Liberalen der Venezianischen Partei des 18. Jahrhunderts überhaupt zum Ausdruck bringen. Ihr Werk, das philosophisch auf dem Boden von Lockes Essay über den menschlichen Verstand steht, bezieht sich ganz unmittelbar auf die Frage, die an dieser Stelle untersucht werden soll.3

Der menschliche Geist - keine "tabula rasa"

Die Wurzel der Gesellschaftstheorie der Venezianischen Partei seit dem 18. Jahrhundert, aus der die britische monetaristische Schule von Mandeville, Smith, Bentham, Malthus, Ricardo usw. erwuchs, entstand als eine sonderbare epistemologische Parodie der post hoc, ergo propter hoc-Taktik von Aristotelikern wie dem antiken römischen Betrüger Claudius Ptolemäus und seinen modernen Nachfolgern.4 Post hoc, ergo propter hoc wurde übersetzt als "Das ist ein Geheimnis, das wir niemals lüften werden." Hinter dieser Behauptung - "schließlich ist das alles ein Geheimnis, oder?" - versteckten sich alle möglichen offiziellen und akademischen Narreteien, wie z.B. der "Freihandel". Die empirische Schule, für die Quesnay und die britische Venezianische Partei typisch sind, ging davon aus, daß der Geist des menschlichen Individuums, wie Locke behauptete, mehr oder weniger als eine "leere Tafel" entsteht, ähnlich einem Computer, der frisch vom Fließband kommt - allerdings ein Computer, der sich gerne mit eingebauten "Geheimnissen" wie der Freihandelslehre "vorprogrammieren" läßt. Deshalb gab es später Minsky und Chomsky. Deshalb gab es den ruinösen Wahnsinn des "Freihandels" damals und in den selbstzerstörerischen USA der letzten 40 Jahre bis heute.

Obwohl sie behaupteten, der menschliche Geist sei im Anfang ganz leer, brachten die empiristischen Soziologen auf dieser tabula rasa5 eine Unmenge angeblich vorprogrammierter Ideologie als angeblich natürliche, schon vor der Geburt vorhandene Veranlagung unter. Man denke z.B. an die "unsichtbare Hand" des liberalen Taschendiebs Adam Smith. Dieses Phantasiegebilde Smiths und seiner antiamerikanischen Schrift Der Wohlstand der Nationen aus dem Jahr 1776 war sehr weitgehend von den französischen Physiokraten wie Quesnay und Turgot abgeschrieben. Die Begründung für seinen "Freihandel" entnahm Shelburnes Lakai Smith im wesentlichen zwei Quellen: Quesnays ausdrücklich feudaler Lehre des laissez-faire und Mandevilles berüchtigtem Lobgesang auf teuflische Ausschweifungen, der Bienenfabel.

Alle drei Quellen - Smith selbst, Quesnay und Mandeville - stützten sich ganz auf die im wesentlichen austauschbare Behauptung, die schon vor Smiths Arbeit am Reichtum der Nationen 1763-76 in seiner David Hume nachgeahmten Theorie der moralischen Gefühle aus dem Jahr 1759 enthalten waren. Ich sage über ihre Erfindung gewöhnlich, die Liberalen gehen offenbar von dem Grundsatz aus, daß "kleine grüne Männchen unter dem Fußboden des realen Universums Würfel spielen". Nur das erklärt Smiths "unsichtbare Hand", die zeitgenössische Narren manchmal als "Zauberkraft des freien Marktes" bezeichnen - ein Markt der Scharlatane. "Fauler Zauber gefällig? Wie wär's mit einer Volkswirtschaft, in der Wachstum angeblich daher kommt, daß man sich gegenseitig die Wäsche wegnimmt - Wachstum durch Glücksspiel?"

Was ist gesellschaftlicher Wohlstand

Im Falle Quesnays liegt die verräterische Gedankenverdrehung in seiner Behauptung, der Gewinn eines Gutsbesitzes könne, da die Leibeigenen auf dem Gut im Grunde nicht mehr als wohlgehütetes Vieh seien, nur eine geheimnisvolle Eigenschaft post hoc, ergo propter hoc, eine Begleiterscheinung des ordnungsgemäß bestätigten Besitzanspruchs des Gutsbesitzers sein. Weil der Pirat einer reicher Mann war, mußte man als selbstverständlich voraussetzen, daß er entweder ein sehr liebenswerter Mensch war oder einfach nur viel Glück hatte.

Mandeville, der darauf beharrte, wenn jeder einzelne Böses tue, komme für die Allgemeinheit das Gute dabei heraus, läßt uns die Grundsätze des ausschweifenden "Freihandels" besser begreifen als Quesnays Zauberkraft in der Besitzurkunde des Gutsbesitzers oder die von Adam Smith ableitbare Behauptung, da wären kleine grüne Männchen, die ein paar Narren unverdientermaßen reich machen, indem sie zu deren Vorteil unter dem Fußboden des realen Universums gezinkte Würfel werfen. Wer außer einem Narren würde nach dem Enron-Skandal noch an Adam Smith glauben?

Der Nutzen der Kapitalbildung für eine Gesellschaft als ganze - z.B. für eine Volkswirtschaft oder eine regionale Wirtschaft - ergibt sich aus dem Nettoanstieg der Erzeugungsrate physischer Güter je Kopf und Quadratkilometer, den das praktische Vorhandensein dieses physischen Kapitals bewirkt.6 Der so geschaffene Nutzen besteht in der Erhöhung der Arbeitsproduktivkraft entweder durch Verbesserungen bei den angewandten Fertigkeiten und Produktionsmitteln oder durch ein allgemein günstigeres Umfeld; beispielhaft für letzteres ist die Wirkung der Elektrifizierung der ländlichen Gebiete in den USA unter Franklin Roosevelt auf die "Umwelt", sprich auf die ansonsten kaum oder gar nicht veränderten produktiven Fähigkeiten der betreffenden Landwirte. Anders als Wucherer und die abergläubischen Gimpel, die auf sie hereinfallen, behaupten werden, ist der Nutzen, der mit der Menge des daran beteiligten, verbuchten Finanzkapitals verbunden ist, niemals eine Folge des Finanzkapitals als solchem, sondern eine des physischen Kapitals, das für den wahren gesellschaftlichen Wert der Geldforderungen steht.

Daher wird im Amerikanischen System der politischen Ökonomie, im Gegensatz zur liberalen Lehre des britischen Systems, im allgemeinen betont, daß der angemessene Begriff des Profits ein Ausdruck der Verbesserung der Produktivkräfte je Kopf und Quadratkilometer ist.

Wie der individuelle menschliche Wille auf diese Verbindung angewandt wird, ist von entscheidender Bedeutung, aber die Umstände, auf die wir eben verwiesen haben - z.B. die Umwelt betreffende - schränken die Fähigkeit des menschlichen Willens ein, Wachstum durch Kapitalverbesserungen herbeizuführen.

So wird in jeder Volkswirtschaft, die praktisch mit einem technologischen Nullwachstum arbeitet, Gewinn nicht durch ein tatsächliches Nettowachstum der Wirtschaft entstehen, sondern durch eine Art Selbstkannibalismus, wo praktisch einige reicher werden, indem sie andere auffressen - hypothetisch bis zu dem Punkt, an dem die relativ Reichen feststellen, daß sie sich gegenseitig auffressen, wie etwa in Europa und Amerika heute. Das liberale System war, wie die früheren Formen des Venezianischen Systems der Finanzoligarchie, im wesentlichen ein System des Kannibalismus - vor allem durch Wucher, Raub und verschiedene Formen der Sklaverei oder annähernder Sklaverei von Bevölkerungen, die praktisch wie Vieh gehalten wurden. Der Räuber kehrt an den Ort seiner Verbrechen zurück und zuckt gleichgültig mit der Schulter: "Fragt mich nicht, warum", auf sein zurückgelassenes Opfer am Wegesrand deutend. "Offensichtlich hat Gott es aus seinen eigenen, unerklärlichen Gründen heraus so gewollt." Das ist die Gesellschaftstheorie von Mandeville, Quesnay und Smith.

Fortsetzung nächste Woche


Anmerkungen

1. Etwa seit dem 7. Jahrhundert v.Chr. heuerte das neu auflebende Ägypten gegen die Bedrohung durch Tyrus im östlichen und die Etrusker im westlichen Mittelmeer ionische Seefahrer an. Der Kult von Delphi spielte eine entscheidende Rolle hinter dem inneren Zerfall Griechenlands, der seinen Höhepunkt im Peloponnesischen Krieg fand, wie auch hinter dem anschließenden Aufstieg des heidnisch-imperialen Rom zur "Hure Babylon" .

2. Giovanni Botero ist eine bemerkenswerte Figur des späten 16. Jahrhunderts bei der Entwicklung der "pro-Malthusianischen" Staatstheorien; in den 90er Jahren des 18. Jhs. verfaßte dann der Plagiator Thomas Malthus von der Haileybury-Schule für William Pitt den Jüngeren sein Werk, das er dreist von einer erst kurz zuvor auf Englisch veröffentlichten Schrift über Bevölkerung von Giammaria Ortes abschrieb. Soviel zur Tradition der britischen Originalität, die auch frech einen Anspruch Newtons auf die Entdeckung des Kalkulus konstruierte, nachdem dieser eine frühere Ausgabe der ersten, Pariser Veröffentlichung dieser Entdeckung von Leibniz aus dem Jahre 1676 gelesen hatte.

3. Nach Lockes Tod räumte Leibniz der Veröffentlichung seiner allgemeinen Widerlegung von Lockes Werk offenbar geringere Priorität ein. Deshalb gelangte Leibniz' Antwort, die Neuen Abhandlungen über die menschliche Vernunft, erst durch den Einfluß des späteren Lehrers von Gauß, Abraham Kästner, in die englischsprachige Welt; über Kästner und seinen Kreis erreichte Leibniz' Werk Benjamin Franklin, und dank Franklin wurde Leibniz' Locke entgegengesetze Vorstellung vom "Streben nach Glückseligkeit" zum zentralen Verfassungsprinzip der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776.

4. Z.B. Prof. Milton Friedman. Siehe Joan Robinson, Economic Heresies, Basic Books, New York, 1971, S. 86-88.

5. Man vergleiche die "leere Tafel" mit den "selbstevidenten" Annahmen in Russells Principia Mathematica und von Neumann-Morgensterns Spieltheorie.

6. D.i. die Vergrößerung der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte pro Kopf und Quadratkilometer.

 

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