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Aus der Neuen Solidarität Nr. 10/2006 |
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Zum Artikel Hochschulfreiheitsgesetz NRW - Bertelsmann läßt grüßen von Frank Müchler (Neue Solidarität Nr. 8-9/2006):
Zu der politischen Position des Artikels gibt es sicher nichts hinzuzufügen, jedoch habe ich die Befürchtung, daß nicht alle Leser die jetzige Lage an den Universitäten in NRW kennen und daher nicht sehen können, was für einen Putsch diese Gesetzesvorlage in Wirklichkeit darstellt. Diese Lücke möchte ich hiermit schließen:
An den Universitäten in NRW gilt die Selbstverwaltung, d.h. Professoren, Angestellte und Studierende nehmen freiwillig und ehrenamtlich Aufgaben für die Verwaltung ihrer Universität wahr. Dies geschieht in einem demokratischen Prozeß: Es wird ein Studierendenparlament gewählt, das den Allgemeinen Studierenden Ausschuß bestellt und überwacht. Es werden von den drei oben genannten Gruppen sog. Senatoren gewählt, die wiederum den Rektor oder Präsidenten der Universität bestimmen. Ganz so rosig-demokratisch ist es natürlich in der Realität nicht, da im höchsten Gremium der Universität, dem Senat, mehr Professoren sitzen als Angestellte und Studierende zusammen, so daß es nur ein Mitspracherecht, aber selten eine eigene Gestaltung durch die Studierenden gibt.
Aber darum soll es hier nicht gehen. Der Senat führt eine indirekte Fachaufsicht aus, da er über Berufungen von neuen Professoren mitentscheiden kann. Die wirklichen Entscheidungen werden jedoch vom Fach getroffen im, ebenfalls demokratisch gewählten, Fachbereichsrat. Jedoch ist dieser mittlerweile auch nicht mehr ganz unabhängig, wie es die Freiheit der Forschung und Lehre gebieten würde: wenn der Fachbereichsrat Änderungen am Studium vornimmt, wie derzeitig im Rahmen des Bologniaprozesses, wo unser gutes Diplom in einen zweistufigen Abschluß, Bachelor und Master, umgewandelt wird. (Auch dieses Thema wäre einen Artikel wert, vor allem um einen weiteren Einblick in die Machenschaften von Bertelsmann zu erlangen.) Diese neuen Studienordnungen müssen "akkreditiert" werden und zwar von privaten Institutionen.
Mit dem Hochschulfreiheitsgesetz wird diese demokratische Ordnung jedoch in ihren Grundfesten erschüttert: Fortan entscheidet der Hochschulrat, der nicht von den Angehörigen der Universität demokratisch gewählt wird, sondern nur auf Vorschlag des Senats bestellt wird (für eine gewisse Zeit; Einzelheiten stehen noch nicht fest). Eine weitere Kontrolle des Hochschulrates durch den Senat ist nicht vorgesehen, auch nicht die Möglichkeit zur Absetzung.
Ein weiteres Detail sei genannt: Es ist explizit vorgesehen, daß der Hochschulrat eine Aufwandsentschädigung für sich selbst festlegen kann. Natürlich ist dieses ganze Vorhaben nur unter dem Gesichtspunkt der Kostenreduktion eingeführt worden, aber das heißt auch hier wie so oft nichts anderes, als daß denen, die wenig Geld haben (Universität) mehr Geld genommen wird, um es denen, die schon Geld haben (Externe aus der Wirtschaft, die in den Hochschulrat kommen), zu geben.
Es soll eben nicht Freiheit im Sinne einer demokratischen Ordnung eingeführt werden, sondern eine neue feudale Freiheit der Herrschenden und des Marktes, die natürlich keiner demokratischen Legitimation bedürfen, weil sie sich von ihrem "Vieh" (LaRouche benutzt häufig diese Metapher) nicht stören lassen wollen. Eine solche Systemänderung darf nicht zugelassen werden.
Patrick Grete, Dortmund
Haben Sie schon mal versucht [im Internet] nach dem Stichwort "Global Warming" zu suchen? Es erschlägt einen geradezu. Kaum eine Klempnerbude, die nicht auf die positiven Aspekte neuer effizienter Heizanlagen bei der Vermeidung des Kohlendioxidausstoßes hinweist. Was also tun, wenn man keine Zeit hat, all das zu sichten und zu bewerten? Ich hatte in diesem Fall Glück, denn meine Tochter schenkte mir das Buch State of Fear von Michael Crichton. Anfänglich skeptisch, habe ich mich darin festgelesen. Nicht wegen des Plots - der ist nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Was mich durch die Seiten trieb, war die Tatsache, daß Crichton sein Buch mit Quellenangaben gespickt hat, die allesamt die Theorie des "Global Warming" - Sie lesen richtig "die Theorie", denn mehr ist es nicht - in Frage stellen. Ein Roman mit nachlesbarem wissenschaftlichen Hintergrund.
Schon allein wegen der ausführlichen Recherche gebührt dem Autor Dank und dem Buch sein Rang in der Bestsellerliste. Doch damit nicht genug, hat sich Crichton auch gleich noch Gedanken gemacht, warum mit so großem Aufwand die Klimapanik geschürt wird. Und das gab dem Buch dann auch seinen Titel: "Welt in Angst". Es geht darum, uns alle in ständiger Panik zu halten. Das hindert uns noch stärker und schon viel länger am selbständigen Denken als die Informationsflut des Internets oder der Müll im Fernsehen. Das paralysiert unser Gehirn, so wie einige der Figuren im Roman körperlich paralysiert werden.
Aber davon soll hier nicht die Rede sein. Schließlich geht es in etwa 60 % des Buches ums Klima bzw. um die Lügen zu diesem Thema. Mit diesem Hintergrund fiel mir dann als nächstes eine aufwendige Broschüre des Max-Planck-Instituts für Meteorologie aus Hamburg vom Januar 2006 in die Hände (Titel: "Klimaprojektionen für das 21. Jahrhundert"). Mit Stolz werden die Ergebnisse der letzten Modellrechnungen nach IPCC-Szenario beschrieben (Intergovernmental Panel on Climate Change). Wen wundert's, die Simulation sagt eine gewaltige Erwärmung bis 2100 voraus. Dabei stützt sie sich, soweit ich es verstanden habe, einzig auf die Zunahme der Treibhausgase und die damit einhergehende Aufheizung der unteren Atmosphäre und berechnet dann die sich daraus ergebenden Effekte. Aber gerade diese Aufheizung ist weder qualitativ noch quantitativ bewiesen!
Es gibt einfach viel zu wenig verläßliche Daten, um eine sichere Aussage zu treffen. Das stört das Max-Planck-Institut für Meteorologie aber nicht. Es ist einzig stolz auf die wachsende Komplexität seiner Modelle. Dabei können diese nicht etwa das Wetter der letzten Jahrzehnte simulieren, sondern nur die klimatischen Trends. Was aber, und das soll hier nicht verschwiegen werden, im Vergleich zur Situation von 1988 als das IPCC gegründet wurde, auch schon eine riesige Leistung ist. Auch haben die Kenntnisse über die Vorgänge in der Atmosphäre große Fortschritte gemacht. In wenigen Jahrzehnten wird man vielleicht tatsächlich ein aussagekräftiges Klimamodell der Erde geschaffen haben. Bis dahin bleibt vieles Spekulation. Mit einem ähnlichen Resümee endet auch das o.g. Buch, das ich allen Lesern, die sich schon länger ein wenig Hilfe im Kampf gegen die Klimapanik in ihrer Umgebung gewünscht haben, wärmstens empfehle.
Steffen Brosig, Hannover
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