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Aus der Neuen Solidarität Nr. 10/2006
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"Verkaufen, verkaufen, verkaufen!"
Pressestimme. Ekstra Bladet ist eine der beiden Boulevardzeitungen Kopenhagens. Chefredakteur der Zeitung ist der frühere Vorsitzende der Konservativen Volkspartei Hans Engell. Michael Jeppesens Kolumne auf der Rückseite ist für ihren ironischem Tonfall bekannt. Am 23. Februar enthielt sie ein Interview mit dem Vorsitzenden der Freunde des Schiller-Instituts, Tom Gillesberg. Wir bringen Auszüge.
"Ich hätte eigentlich eine Kolumne über Hanne Vibeke Holst schreiben sollen, die ihre Ansichten über die Vielseitigkeit in der Gesellschaft äußern sollte. Aber in der Stroeget [der Hauptfußgängerzone] in Kopenhagen gibt es Leute, die mit Schildern herumlaufen, auf denen geschrieben steht: "Stoppt CEPOS" [die neue liberale dänische Denkfabrik, in deren Beirat George Shultz sitzt] und "Stoppt Dick Cheney". Nicht daß ich dich nicht mag, Hanne, aber manchmal gibt es wichtigere Dinge.
Warum steht ihr mit diesen Schildern auf der Straße? (Ich sitze dem Mann hinter der Szene gegenüber, Tom Gillesberg, im Büro des Schiller-Instituts in einem Kellergeschoß in Frederiksberg.)
Um vor einem Kampf der Kulturen zu warnen.
Das ist eine recht ernste Sache!
Ja. Aber es geht nicht um die Meinungsfreiheit und die Mohammed-Karikaturen, sondern darum, daß diese Krise von einem kalten und zynischen Netzwerk gesteuert wurde.
Und eine seine Unterabteilungen betreibt diese Operation, um einen Krieg gegen den Iran anzuzetteln.
Habt ihr jemanden im Verdacht?
Es gibt Leute wie David Gress, der im Vorstand der Jyllands-Posten-Stiftung sitzt. Er war nur zwei Jahre lang Journalist, bevor er dort aufgenommen wurde! Und er sitzt auch in CEPOS.
Was ist, wenn ihr sie nicht stoppen könnt? Was geschieht dann?
Dann wird es noch im März einen Krieg gegen den Iran geben. Frankreich hat bereits bekanntgegeben, daß es ein Kriegsschiff und atomare U-Boote zu Manövern in den Persischen Golf schickt. (Tom macht Anführungszeichen und große Augen bei dem Wort "Manöver".)
Und dann werden alle Soldaten im Irak Geiseln sein, der Ölpreis wird auf 100 Dollar pro Barrel ansteigen und unser Wirtschaftssystem kollabieren.
Jetzt verstehe ich besser, warum ihr auf der Straße seid!
Ja, wir können sicherstellen, daß die Leute nicht darauf hereinfallen.
Aber funktioniert das? Werdet ihr Erfolg haben, bevor es zu spät ist?
Ich glaube schon. Wir haben viele Reaktionen, und wir machen diese Kampagne international. (Er nickt. Ich atme ein wenig. Es sieht schlecht aus. Er sieht mir in die Augen.)
Sie haben George P. Shultz als Vorstandsmitglied. Er war in den meisten Ausschüssen unter Nixon. Er war es, der Pinochets Machtergreifung orchestrierte, und er war auch der Architekt hinter der Regierung Bush.
CEPOS.
Und ihr habt Radio Schiller.
Ja, und das hören mehr und mehr Leute an, auch wenn wir nur über das Interet senden. Ich sende jede Woche einen Kommentar von mindestens einer Stunde. (Es ist still hier im Büro. Ich räuspere mich.)
Was ist, wenn ihr keinen Erfolg habt? Wenn der Kollaps kommt?
Dann haben wir einen Plan in Form eines Neuen Bretton-Woods-Systems.
Das ist ein Währungssystem mit festen Wechselkursen.
Wäre es nicht viel einfacher, wenn ihr in den Stadtrat gewählt worden wäret?
Ja, denn das hätte ein politisches Erdbeben ausgelöst.
Wie wird Ritt [Bjerregaard, die neue sozialdemokratische Bürgermeisterin] das alleine schaffen?
Sie sollte einen Plan machen, was sie tun wird, wenn die Immobilienblase platzt.
Können Sie verraten, wann das ungefähr sein wird?
2006.
Wird das auch den Preis von Schaum[blasen]bädern beeinflussen?
Dagegen habe ich im Prinzip nichts.
Aber ich bin Optimist. Es wird uns gelingen, Chaos und Krieg zu verhindern ..."