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Aus der Neuen Solidarität Nr. 17/2006 |
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- Forum -
Aus Aachen erreichte uns die folgende Zuschrift:
Die LG. Philips Displays Glass Germany GmbH (Glasfabrik Aachen) befindet sich seit dem 27. Januar 2006 im Insolvenzverfahren.
Bisher stellte das Unternehmen (380 Mitarbeiter, 22 Auszubildende) herkömmliche TV-Geräte her, konnte sich auf dem europäischen Markt aufgrund wachsender Fernsehtechnologien (LCD und Plasma) aber nicht mehr behaupten.
Gebildet wurde die LG. Philips Displays Glass Germany GmbH im Jahre 2001 durch einen Jointventure der Konzerne Royal Philips und LG. Electronics.
Der Skandal: Obwohl die Beschäftigten der Glasfabrik Aachen schon vor Jahren auf 50 % ihres Weihnachtsgeldes verzichteten und mit kostenloser Anhebung der Arbeitszeit das Unternehmen zu stützen versuchten, wurden mit der Insolvenz seinerzeit abgeschlossene Standortsicherungsverträge und ein Sozialplan von heute auf morgen vernichtet. Dies löste bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Glasfabrik, Gewerkschaften, Parteien und Verbänden größte Empörung aus, da dies - solche Vorgehensweisen machen in Deutschland Schule - das Ende von Sozialplänen in Deutschland bedeutet und Standortsicherungen zukünftig nicht mehr ermöglicht.
In einer kurzfristig angelegten Blockade des Philips-Glühlampenwerkes (Aachen) ist es den Beschäftigten der Glasfabrik gelungen, von Philips Deutschland einen Teilbetrag der angesprochenen Verträge zu erstreiten, die sie zumindest in die Lage versetzt, über die Dauer von 12 Monaten eine Transfergesellschaft zu gründen. Eingezahlte Darlehen zur seinerzeitigen Stützung des Unternehmens können jedoch nur noch teilweise, Abfindungen überhaupt nicht gezahlt werden.
LG. Electronics - der operative Teil des Jointventures - hat sich nach anfänglich ebenfalls erzwungenen Gesprächen nun doch nicht bereit erklärt, seinen finanziellen Beitrag zur Erfüllung unserer Verträge zu leisten. In nicht vorstellbarer Weise entzieht man sich damit seiner sozialen Verantwortung und ignoriert die berechtigten Forderungen der Beschäftigten, deren Löhne seit fast drei Monaten nicht mehr gezahlt werden.
Sehr geehrte Damen und Herren,
bisher haben sich die Stadtverwaltungen Aachen, Herzogenrath, Alsdorf, Oberhausen und Übach-Palenberg aufgrund der vorstehend geschilderten Gegebenheiten mit den Beschäftigten der Aachener Glasfabrik solidarisch erklärt und bekanntgegeben, bis auf weiteres auf den Kauf von Produkten des Herstellers LG. Electronics zu verzichten. Solidarisch erklärten sich auch viele Gewerkschaften, Parteien und Verbände.
Wir möchten auch Sie bitten, uns im Kampf zum Erhalt unserer Forderungen zu unterstützen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bitten, bis zur Erfüllung unserer Verträge Kaufzurückhaltung bei Produkten des Unternehmens LG. Electronics zu üben.
Herzlichen Dank für Ihre Solidarität!
Weitere Informationen unter: http://www.aachener-glassfront.de
Offene Fragen, die man sich beantworten lassen sollte:
Und zum Abschluß:
Ansprechpartner für offene Fragen zum Thema Insolvenz der Glasfabrik Aachen:
Als "Vermittler" Arbeitnehmervertretung Glasfabrik Aachen und LG. Electronics:
Christoph Zimmermanns
Senior Manager Human Resources
Jakob-Kaiser-Str. 12
47877 Willich
Als Ansprechpartner des ehemaligen Mutterkonzerns Philips:
Hans-Joachim Kamp
Sprecher der Geschäftsführung
Philipsstr. 14
20099 Hamburg
Ansprechpartner Philips Europa:
Gerard Kleisterlee
Royal Philips
Amstelplein 2 - Breitner Center
P.O. Box 77900
Amsterdam 1070 MX
Niederlande
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