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Aus der Neuen Solidarität Nr. 19/2006

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Unsere Hauptschüler - eine Wegwerfgeneration?
Robert Mayer vs. Hermann Helmholtz

WTO - Ein Mittelstands- und menschenverachtendes Machtkartell?

Unsere Hauptschüler - eine Wegwerfgeneration?

Unüberhörbar, wie ein einziger Hilfeschrei, wandert diese Nachricht von Mund zu Mund, fliegt von Medium zu Medium und platzt mitten in den Tiefschlaf der Kulturbürokratie hinein. Was ist geschehen? Im westlichen Teil Berlins, genauer in Neukölln, einem sozialen Brennpunkt mit horrenden Arbeitslosenzahlen, mit der erdrückenden Armut von Hartz IV, schrieben Lehrer der Rütli-Hauptschule am 28. Februar dieses Jahres einen Brief, einen Brandbrief, an die Schulaufsicht, einstimmig (die Rektorin ist erkrankt, wen wundert das): "In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden gar nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert ... Wir sind ratlos ... so müssen wir feststellen, daß die Hauptschule am Ende der Sackgasse angekommen ist."

Eine wichtige Frage: Sind diese Schüler, als "Terrorkids" beschimpft, eine Ausnahme? Nein! Es gäbe in Berlin mindestens noch 30 Hauptschulen mit den gleichen Problemen. Wie viele Hauptschulen in ganz Deutschland? Es ist ein Skandal, daß die Schulaufsicht die Beschwerden der Lehrer nicht untersuchte und ihr Brandbrief vier Wochen unerledigt herumlag.

Was trägt entscheidend bei zum Verhalten der Schüler, zur kaum mehr beherrschbaren Gewalt in den Pausenhöfen und Klassenräumen? Wie in den Vorstädten von Paris ist der wahre Grund: die vorbestimmte, fehlende Zukunftsperspektive! Der Beweis, ein unübersehbares Alarmzeichen: Kein einziger Schulabgänger der Rütli-Hauptschule bekam 2005 einen Ausbildungsplatz! Die Täter in ihrer Aggression, wohlgemerkt, sind selbst Opfer der strukturellen Gewalt des Staates, der Gesellschaft. Wir Bürger fordern eine Statistik, die jährlich festhält, wie viele Hauptschüler eine Lehrstelle erhalten. Das macht neugierig: Wie steht es damit z.B. in Stuttgart? In einer Hauptschule in einem sozialen Brennpunkt erhielten nur magere 6% eine Lehrstelle. Was ist die Zukunft der übrigen 94%? Wovor Bildungsexperten längst warnten: Hauptschulen sind Sackgassen, die Schulen der Verlierer, ohne Aussichten auf einen Aufstieg in höhere Schularten, ohne oder mit nur geringer Aussicht auf eine Lehrstelle. Hauptschüler sind geradezu verurteilt, jung, als Langzeitarbeitslose in das Schandgesetz Hartz IV abzustürzen: lebenslang abhängig vom Sozialamt!

Ungefähr ein Drittel aller Schüler besucht die Hauptschule: mehr als eine Million junger Menschen! Wer kann das traurige Los dieser Schüler verantworten, wer ihre Gefährdung, dem Alkohol, den Drogen zu verfallen oder gar in die Kriminalität abzurutschen? Die Jugendkriminalität wächst ja beängstigend in unserem Land! Wie paßt zu diesen Gefahren der Entschluß der CDU/FDP-Regierung vom September 2005 - schon zu Zeiten Teufels und Schavans - die Landeszuschüsse für Schulsozialarbeit zu streichen, wenn die Gewalt an Schulen ständig zunimmt?

Wenn die Hauptschule abgewirtschaftet hat, ist es nur logisch, daß die Grünen, die GEW, der Bundeselternrat und selbst ein Kriminologe die Abschaffung der Hauptschule fordern. Den Lehrern des Brandbriefes aber ist zu danken, daß sie das dreigliedrige Schulwesen - veraltet, mit seinen nur mittelmäßigen Pisa-Leistungen, mit seinem unsäglichen Aussortieren: eine inhumane Schule - öffentlich in Frage stellen. Jetzt ist die Zeit reif für eine längst fällige Strukturreform, für eine humane Schule, für die Kultur des individuellen Förderns, hin zu der integrativen Gesamtschule Finnlands, das die Siegespalme der Pisa-Studien errungen hat.

Kritisch zu betrachten sind die Berufschancen unserer Jugend: Nur noch 54% der ausbildungsberechtigten Betriebe bilden aus, sie bieten jedes Jahr weniger Ausbildungsplätze an, über 200 000 fehlen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist groß! Es kommt der fatale Eindruck auf, daß die Politik und die Wirtschaft nicht willens oder fähig sind, ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung nachzukommen und den jungen Menschen einen Arbeitsplatz bereitzustellen. Diese lebensgefährliche Hypothek aber verdunkelt unsere Zukunft!

Eugen E. Ungerer, OStR a.D., 70374 Stuttgart


Robert Mayer vs. Hermann Helmholtz

Seit einiger Zeit bin ich Mitglied der Schiller-Instituts und habe in der Neuen Solidarität schon mehrfach interessante Beiträge von Ihnen [Caroline Hartmann] gelesen. Nicht immer war ich mit Ihren Darlegungen einverstanden oder hätte tiefergehende Erklärungen benötigt.

Aber Ihren Ausführungen im Beitrag "Was ist Wärme? - Teil 1" möchte ich uneingeschränkt zustimmen. Ich bin schon jetzt auf den zweiten Teil gespannt. Sehr lobenswert und aus historischer Sicht von großer fachlicher und moralischer Bedeutung erscheinen mir Ihre Darstellungen über das grandiose Werk von J. Robert Mayer, das ja nur zufällig den arroganten und plagiatorisch motivierten Zerstörungsbemühungen des gerissenen Hermann Helmholtz entgangen ist.

Mit dieser tragischen Geschichte, die aber gottlob ein "Happy End" hatte (im Gegensatz z.B. zur Vita von Rudolf Diesel), habe ich mich vor Jahren näher beschäftigt. Meiner Meinung nach wäre es an der Zeit, den Fall Robert Mayer nochmals aufzurollen und im Sinne Dührings kritisch zu durchleuchten.

Prof. Günther Werner, Privatgelehrter, 50171 Kerpen


WTO - Ein Mittelstands- und menschenverachtendes Machtkartell?

Betrifft: "Der Mißerfolg von Hongkong" von R.Tennenbaum in Neue Solidarität Nr. 1-2, 2006.

Es ist immer wieder wie Balsam auf meine geschundene Bauernseele, wenn Frau Tennenbaum die wahren Hintergründe einer korrupten, menschenverachtenden und schizophrenen Agrarpolitik in Ihren Publikationen beleuchtet und hinterfragt. In den sogenannten "Bauernblättern" sind derartige Hintergrundanalysen immer noch nicht zu finden. Stattdessen wird dort das Lied der Mächtigen des Meinungskartells fleißig nachgekäut und der Zeitgeistprostituion gedient. "Überproduktion", damit einhergehend die dem angeblich abhelfenden Argumente, wie z.B. Ökoproduktion, Freizeit- und Nischendienstleistungen, Energieerzeugung aus Biomasse und neuerdings die Verbrennung des Getreides sind die schlagenden Argumente einer opportunen Pseudowissenschaft. Eine inzwischen kopflastige, selbstbezogene Be- und Verhinderungs-, Gängelungs-, Sozial- und Verwaltungsbürokratie hat es sich damit häuslich eingerichtet. Aus der Sicht vieler kritischer Philosophen scheint die ganze Welt zu einem riesigen "Spielkasino" verkommen zu sein.

Professor Hamer analysiert deshalb in dem Buch "Was passiert, wenn der Crash kommt" folgerichtig: Wer aus den Erträgen eines Spielkasinos seinen Lebensunterhalt bezieht, bzw. seine politische Funktion innehat, wird jeden als Feind und Gegner betrachten, der die Spieler warnt. Eine derartig lethargische, korrupte, dekadente und inkompetente Spaß- und Freizeitgesellschaft, vergleichbar mit den biblischen Zuständen von Sodom und Gomorrha, wird leider erst wieder auf ein dem Gemeinwohl und einem funktionierenden Gemeinwesen zuträgliches Maß durch den sich abzeichnenden und wohl unvermeidlichen Crash zurechtgestutzt werden können. Oder, wie es drastisch ein noch praktizierender Kollege sagte: Um hier etwas zu verändern, bedarf es unbedingt eines reinigenden Gewitters.

Schon seit einigen Jahrzehnten warnen Philosophen und besonders viele Stimmen auch aus der Neuen Solidarität vor den Folgen dieses Wertezerfalls der westlichen Gesellschaft christlichen Ursprungs.

Sage deshalb keiner, das habe er nicht gewußt.
Keiner, das habe er nicht ahnen können.
Keiner, das habe er nicht gewollt.

Dazu eine Anekdote eines von mir geschätzten Kollegen:

Wicht und Schelm

Es war einmal ein Wicht,
der ging zu dem Gericht.
Er suchte dort Gesetze,
fand aber nur Geschwätze,
verlor dabei sein Geld,
nun schimpft er auf die Welt.

Es war einmal ein Schelm,
der machte sich 'nen Helm,
(damit er sich den Kopf nicht stößt
und den Charakter nicht entblößt),
erlaubt sich manches Laster,
verdient damit viel Zaster,
ist somit fein heraus,
gilt als famoses Haus!

Die Welt hat viel' Gesichter,
die Wahrheit keine Richter.
Gesetz und Spruch sind der Sünde Lohn,
Gerechtigkeit gibt's vor Gottes Thron!

Ernst Kabelitz, 29485 Lemgow

 

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