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Aus der Neuen Solidarität Nr. 21/2006 |
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In diesem und im kommenden Jahr sollen in den USA 65 Automobilwerke geschlossen werden. Die LaRouche-Organisation mobilisiert für Gesetze zur Rettung der bedrohten Industrie und ihre Umstellung auf Infrastrukturbau.
Die Kampagne von Lyndon LaRouches politischem Aktionskomitee LPAC für Gesetzesmaßnahmen zur Rettung der US-Autoindustrie bedeutet für den US-Kongreß die Chance, die Verheerungen der Globalisierung aufzuhalten, bevor der letzte Rest an Industrie in den Vereinigten Staaten vernichtet wird. Als berichtet wurde, daß in diesem und im kommenden Jahr in den USA 65 Automobilwerke geschlossen werden sollen, begannen LaRouche und seine Aktivisten am 1. Mai eine Großmobilisierung.
"Jetzt muß ein staatliches Unternehmen (Federal Public Corporation) per Kongreßbeschluß eingerichtet werden. Mit diesem Eingreifen sollten die maßgeblichen Teile der Automobilindustrie, die von den Automobilkonzernen abgestoßen werden, aufgefangen werden", schrieb LaRouche am 2. Mai in einer Denkschrift an Ökonomen, Parlamentarier und Gewerkschaften.
Nun soll die Öffentlichkeit mobilisiert werden, den Kongreß zum Eingreifen zu bewegen, damit die 50% oder mehr brachliegenden Teile der Autoindustrie auf die Produktion neuer nationaler Infrastruktur umgestellt werden - besonders Hochgeschwindigkeitsbahnen und neue Stromnetze, wobei Kernenergie im Mittelpunkt stehen sollte.
"Unser Land wird zu Tode ausgelagert", sagte LaRouche am 9. Mai über die bankrotten internationalen Banken und Finanzkreise, die bei den großen Industriekonzernen das Sagen haben. "Die Globalisierung macht uns kaputt. Wir verlieren unseren gesamten Maschinen- und Anlagenbau und die Fähigkeit, überhaupt noch industrielle Infrastruktur zu produzieren. Wenn wir zulassen, daß die Autoindustrie geschlossen wird, werden die Vereinigten Staaten wirtschaftlich zum Dritte-Welt-Land. Schluß mit diesem Quatsch!"
Wenn LaRouches Vorschlag nicht aufgegriffen wird und zu umfassenden Währungsreformen führt, um produktiven Bundeskredit zu fördern und die Spekulation einzudämmen, wird es spätestens im Oktober zu einem finanziellen Einbruch kommen. Die spekulative Hyperinflation bei Rohstoffen zeigt, wo die "Greenspan-Ära" enden wird.
LaRouches Entwurf für Parlamentarier und Gewerkschaften Notgesetze jetzt! liegt allen Kongreßabgeordneten vor, und mindestens ein halbes Dutzend Abgeordnete erwägen ernsthaft, Gesetzesvorlagen einzubringen. Am 9. und 10. Mai warfen die Landtage der Bundesstaaten Vermont und Rhode Island ihr Gewicht in die Waagschale und riefen den Kongreß in Washington auf, Gesetze für eine Umrüstung der Autoindustrie zu beschließen. Der Landtag von Alabama und mehrere Stadtparlamente betroffener Automobilstädte hatten das schon vorher getan; später kam noch der Landtag von Ohio hinzu.
Eine von der LPAC produzierte DVD-Dokumentation Autoindustrie und Aufschwung der Weltwirtschaft über Möglichkeiten, mit brachliegenden Kapazitäten der Autoindustrie neue Infrastruktur aufzubauen, wird in der Demokratischen Partei, in Stadtparlamenten, unter Gewerkschaften und im Kongreß verbreitet. Mitarbeiter LaRouches stießen auf der Jahreskonferenz der Gewerkschaft der Maschinenbauer und Luft- und Raumfahrtbeschäftigten IAM am 15. Mai in Washington auf deutliche Zustimmung.
Mehrere Kongreßabgeordnete sehen genau wie LaRouche in Schutz und Umrüstung der schrumpfenden Autoindustrie das Kernstück eines dringend notwendigen Gesetzespakets zur Rettung der Industrie in den USA insgesamt und zum Schutz des Gemeinwohls der Bevölkerung. Dazu gehört außerdem z.B.
Ein krasses Beispiel für den Mißbrauch der Konkursgesetze ist der Konzern Delphi, ein Zulieferbetrieb, der vor einiger Zeit aus General Motors (GM) ausgegliedert wurde. Das neue Management, das mit der Rothschild-Bank verbunden ist, treibt die akute Krise der Autoindustrie bewußt auf die Spitze. Der neue Konzernchef, der berüchtigte Jobkiller Steve Miller, hat für den US-amerikanischen Teil von Delphi Konkurs angemeldet und will 80% der Werke in den USA schließen oder verkaufen - gleichzeitig aber weiter hohe Gewinne aus den in andere Länder ausgelagerten, "nicht bankrotten" Werken ziehen. Delphi fordert außerdem vom Konkursrichter in New York, sämtliche Tarifverträge für ungültig zu erklären und nur den ausgehandelten Streikverzicht als einziges bestehen zu lassen!
Nicht nur die Anwälte der Gewerkschaften der Automobil- und Elektroarbeiter stellen sich gegen diese verrückten Forderungen, auch die Anwälte der Aktionäre, Anleihenhalter und großen Kunden von Delphi; sie betonen, das Management lege es offenbar bewußt auf einen landesweiten Streik im Automobilsektor an. In den ersten beiden Maiwochen unternahm die Unternehmensleitung in vielen Werken neue Provokationen, u.a. wurden Gewerkschafter unter den fadenscheinigsten Vorwänden entlassen oder beurlaubt - offensichtlich um die Wut der Beschäftigten zu schüren, damit es gegen den Willen der Gewerkschaften zu wilden Streiks kommt.
Ein Unternehmen, das bewußt alle seine Industrieanlagen stillegt und die Beschäftigten, die diese bauen können, entläßt bzw. alles in Billiglohnländer verlegt, ist eine Gefahr für die wirtschaftliche nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Habgier und manischer Glaube an Globalisierung haben die Manager solcher Unternehmen in den Wahnsinn getrieben. Sie treiben sich in den Billiglohngebieten der Welt herum, bis der letzte Rest Verstand weg ist.
In unseren zahlreichen Gesprächen mit Gewerkschaftern und Ingenieuren aus Automobilwerken in allen Teilen der USA hören wir immer wieder: "Wir können alles bauen!" Die Fabriken und ihr Maschinen- und Anlagenbau lassen sich leicht umstellen, um beispielsweise Teile für die Eisenbahn, Schleusen und Dämme, Kraftwerke usw. zu liefern. Derzeit aber werden diese Anlagen auf Halde gelegt, nach Mexiko oder China verschifft oder sogar billig im Internet versteigert, während die hochqualifizierten Arbeitskräfte ihre Beschäftigung verlieren.
Die geplanten Schließungen bedeuten unmittelbar einen Verlust an 75 000 Arbeitsplätzen von Fachkräften. Durch die Ausfälle für mittelständische und andere Zulieferer gingen weitere 300 000 Stellen verloren. Was hier dichtgemacht werden soll, entspricht der Produktion von mindestens zweieinhalb Millionen Autos, Liefer- und Geländewagen im Jahr. Aber was die dringend notwendigen nationalen Investitionen in den USA betrifft, bildet es eine einzigartige industrielle Kapazität, mit der man die verfallende Infrastruktur für Verkehr, Energie etc. erneuern kann.
Das ist noch längst nicht alles an brachliegender oder "verlorener" Industrie, was sich wiederherstellen ließe. Seit 1985 sind für jeden Arbeitsplatz in typischen Autoteile- und Zulieferbetrieben, der heute noch vorhanden ist, fünf andere verschwunden, in Motoren- und Montagewerken kommen auf eine erhaltene Stelle zwei verlorene.
Die Werkzeugmaschinenbau- und Formenbauabteilungen der Autoindustrie bilden den Mittelpunkt ihrer industriellen Kreativität, wo die auch von der übrigen Industrie verwendeten Maschinen und Formen entworfen und gebaut werden. Das ist inzwischen eine nur noch hauchdünne Schicht an Fertigkeiten und Kapazitäten, die vollständig nach Asien ausgelagert zu werden droht.
Die typischen Werkzeug- und Formenbau- sowie Metallwerke in den USA verlieren die Hälfte ihrer Belegschaften. General Motors hat noch fünf solcher Zentren: Mansfield/Ohio, Marion/Indiana sowie Flint, Pontiac und Grand Rapids in Michigan. Drei davon sollen die Arbeit einstellen. Die Belegschaft, die erst die Arbeit der 100 000 Produktionsarbeiter von GM in den USA möglich macht, sinkt in diesem Jahr von 1 600 auf jetzt 1 275, bis Juli wahrscheinlich sogar auf 750.
Es besteht die akute Gefahr, daß dieser kreative Kern der Industrie sehr bald in Länder wie Indien, China und Korea verlagert wird oder ganz verschwindet. Der Verlust für Amerikas Wirtschaft steht dabei in keinem Verhältnis zur Anzahl der Arbeitsplätze. Dies ist um so gefährlicher, als auch das andere noch verbliebene Standbein des Werkzeugmaschinenbaus in den USA, in der Luft- und Raumfahrt, genauso zu verschwinden droht.
Während die Automobilarbeitergewerkschaft UAW erklärte, 95% ihrer Mitglieder seien für einen Streik, hat Präsident George Bush sein "Gipfeltreffen" mit den Vorstandsvorsitzenden von GM, Ford und Chrysler auf Anfang Juni verschoben. Unterdessen setzt LaRouches Aktionskomitee seine Mobilisierung der Abgeordneten in Washington, aber auch auf Ebene der Bundesstaaten fort. In der Hauptstadt wurden zahlreiche Treffen mit Kongreßabgeordneten aus den Staaten des Mittleren Westens und des Nordostens vereinbart. Und in ihrem Wahlkampf um den Vorsitz der Demokratischen Partei in Texas fuhr Kesha Rogers mit einer Delegation der LaRouche-Jugendbewegung nach Dallas, um sich mit Gewerkschaftern und lokalen Politikern zu treffen.
Ein weiterer Durchbruch gelang der LaRouche-Bewegung auf einer Konferenz der Interantionalen Vereinigung der Maschineningenieure und Mitarbeiter der Luftfahrtindustrie (IAM). Ihr Vorsitzender Tom Buffenbarger hatte vor den Delegierten erklärt, die Verteidigung der industriellen Basis der USA sei eine Frage der nationalen Sicherheit. Es gebe in den gesamten USA nur noch sechs Werften, und man habe bereits wichtige Maschinenbaukapazitäten aufgegeben. Auf der Konferenz verteilten Mitarbeiter LaRouches zahlreiche Exemplare des "Notgesetz"-Entwurfes und der DVDs. Viele IAM-Delegierte sind zugleich auch in der Demokratischen Partei aktiv und wollten mehr über die Initiative LaRouches wissen.
Paul Gallagher
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Lesen Sie hierzu bitte auch:
"Wir können alles herstellen" |
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