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Aus der Neuen Solidarität Nr. 22-23/2006
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Aus Wissenschaft & Technik
Fusionsreaktor ITER wird in Frankreich gebaut
ILA: Deutschland stellt neue Satellitentechniken vor
ILA: Rußland präsentiert Konzepte zur Industrialisierung des Mondes
Sieben Parteien - die EU, Rußland, Japan, China, Indien, Südkorea und die USA - haben am 24. Mai ein Abkommen über den Bau des Internationalen Fusionsforschungsreaktors ITER im südfranzösischen Cadarache unterzeichnet. Die Ratifizierung des Abkommens wird bis Ende des Jahres erwartet. In diesem Fall kann der Bau im kommenden Jahr beginnen und der Reaktor 2017 in Betrieb gehen. Der ITER gilt als ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur kommerziellen Nutzung der Kernfusion, bei der durch Verschmelzung von Wasserstoffatomen (später auch Heliumatomen) Energie erzeugt wird.
Auf der Internationalen Luftfahrtausstellung in Berlin stellte Deutschland u.a. zwei Satelliten vor, auf denen neue Technologien für geodätische Missionen und zur Wetterbeobachtung zum Einsatz kommen. TanDem-X ist ein Satellit, der innerhalb von zweieinhalb Jahren die gesamte Erdoberfläche mit einer Genauigkeit von 2 m kartographisch erfassen soll. Dies wird durch die deutsche SAR-Radartechnik ermöglicht, die bei jedem Wetter und bei allen Lichtverhältnissen einsetzbar ist. Die erfaßten Daten können dann dazu genutzt werden, mit Hilfe spezieller Satellitenmissionen Mineral- und Wasservorkommen und andere Dinge zu erfassen, die z.B. für die Landwirtschaft wichtig sind.
Im Rahmen der Internationalen Luftfahrtausstellung stellte Nikolai Sevastjanow, Chef des Raumfahrtunternehmens Energija, das den gleichnamigen russischen Raumtransporter produziert, am 18. Mai ein Konzept zur industriellen Förderung von Helium-3 auf dem Mond vor, um die künftige Energieversorgung der Erde zu sichern. Helium-3, von dem es auf dem Mond reiche Vorkommen gibt, könnte durch den Einsatz in künftigen Hochtemperatur- und Fusionsreaktoren Öl und Gas als Energieträger ablösen und wäre eine weit effizientere Energiequelle.
Der Bau einer permanenten Basis auf dem Mond würde in zwei Schritten vollzogen. Die erste Stufe würde etwa 2 Mrd. Dollar kosten und könnte 2010-15 beginnen. Dabei kämen die schon vorhandenen Raumfahrzeuge Sojus und Proton zum Einsatz. "Der russische Anteil am Komplex der Internationalen Raumstation ISS könnte als Montageort eines interorbitalen Raumschiffkomplexes dienen, der zum Mond entsandt wird", erklärte Sevastjanow. In der zweiten Phase (2015-20) würde dann ein permanentes Raumtransportsystem geschaffen, das Menschen und Material vom und zum Mond transportiert. Dazu wäre ein bemannter, wiederverwendbarer Transporter vom Typ Kliper - die russische Version des Space Shuttle - notwendig, der gegenwärtig entwickelt wird, sowie interorbitale Schlepper, die mit Flüssigtreibstoff angetrieben werden.