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Aus der Neuen Solidarität Nr. 34/2006 |
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Matthias Kraume von der LaRouche-Jugendbewegung Berlin fordert: Um die weltweite Krise zu beheben, brauchen wir vor allem wieder gebildete Staatsbürger statt Untertanen.
Was brauchen die Menschen? Was müssen wir tun, um diese Wirtschafts- und Kulturkrise zu lösen? Wie können wir unserem Land und der Welt helfen?
Diese Fragen müßten sich jetzt eigentlich unsere Politiker stellen. "Das tun sie doch", werden Sie einwenden. Aber glauben Sie wirklich, daß diese Leute diese Frage (bei den ganzen Kürzungen, beim Abbau des Sozialstaates und beim ewigen Reden vom kleineren Staat und vom Privatisieren) ernstnehmen? Wofür wurde vor 200 Jahren die erste Republik mit einer naturrechtlichen Verfassung geschaffen? Wofür wurden Sozialgesetze und Sozialhilfen erschaffen? Warum gibt (oder gab) es staatliche Organisationen, die die Menschen mit Strom, Wasser, Gesundheit und öffentlichen Verkehrsmitteln versorgten?
Diese Fragen sollte sich jeder einmal stellen. Und damit es nicht einseitig bleibt und man in dieser Gegenwart die Lösung nicht nur in Kompromissen sucht, sollte man sich die Geschichte einmal ganz genau anschauen. Aus der Geschichte lernt man, wie man mit Problemen wie dieser Krise umzugehen hat. Denn die Geschichte ist nicht nur eine Ansammlung von Vergangenem, sondern auch ein Fundus für die Zukunft, ganz davon zu schweigen, daß die Vergangenheit die Zukunft prägt.
Schaut man sich z.B. Deutschland kurz nach dem Zweiten Weltkrieg an, sieht man den zweiten Teil der deutschen Industrialisierungsgeschichte. Der erste Teil im 19. Jh. und der zweite Teil nach dem Zweiten Weltkrieg sind nicht einfach vom Himmel gefallen. Die Innovationen in Wissenschaft und Technik sind kein "Wunder", im Sinne einer angeblich unwiederholbaren Phase in der Geschichte der Menschheit, sondern die Weiterentwicklung der menschlichen Herrschaft über die Natur. Und das durch eine nachindustrielle Gesellschaft aufzugeben, heißt nichts weniger, als zurück in die Steinzeit zu gehen.
Das deutsche Wirtschaftswunder war vielmehr ein Wunder in dem Sinne, daß wir Menschen damals noch wußten, was wir alles können. Adenauer, Hermann Josef Abs und manch anderer waren einfach nur Führungspersönlichkeiten, die diese Fähigkeiten zu lenken und politische Entscheidungen zu treffen wußten. Sie machten Deutschland zum Exportland Nr. 1 und zu einem Land mit Vollbeschäftigung. Abs z.B. baute die Kreditanstalt für Wiederaufbau auf als Instrument für gelenkte Investitionen in die Privatwirtschaft und für öffentliche staatliche Investitionen in Großprojekte im Sinne des Gemeinwohls. Für diesen Aufbau gab es eine Prioritätenliste, und für jeden Punkt wurde ein eigener Kreditausschuß gebildet, der in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung für Wirtschaft arbeitete. In jedem dieser Ausschüsse hatte Abs den Vorsitz.
Gleichzeitig wurden im Wirtschaftsministerium verschiedene Ausschüsse und Gremien geschaffen, so z.B. ein Interministerieller Wirtschaftsausschuß, der ab 1951 die Wirtschaftspolitik gestaltete, da der spätere angebliche "Wirtschaftswunderkanzler" Ludwig Erhard eine so inkompetente Wirtschaftspolitik machte, daß er "Aufpasser" brauchte. Weiter wurde ein Kabinettsausschuß für Wirtschaftsfragen unter dem ständigen Vorsitz von Adenauer organisiert, eine Bundesstelle für Warenverkehr und Kontrolle des Außenhandels, und es wurden Wirtschaftssicherungsgesetze für staatliche Eingriffe in die Verteilung und Verwendung von Rohstoffen geschaffen.
Diese Art der Wirtschaftspolitik nannte man "Soziale Marktwirtschaft", und sie hatte weder mit der vorhergehenden und nachherigen "freien Marktwirtschaft", die unseren heutigen wirtschaftlichen und sozialstaatlichen Kollaps nach sich zog, noch mit der kommunistischen staatlichen Planwirtschaft, die 1989 zusammenbrach, etwas gemein. Sie war eine Fortsetzung der nationalstaatlichen Wirtschaftspolitik von List und Carey, die, auf den jeweiligen Nationen aufbauend, auf eine weltweit funktionierende Zusammenarbeit souveräner Nationalstaaten hinzielte, den Wohlstand der kooperierenden Staaten steigerte und eine der Grundlagen für einen funktionierenden Gemeinwohlstaat war.
Eine nachindustrielle, von einer "freien Marktwirtschaft" beherrschte Wirtschaftspolitik, wie sie heute betrieben wird, ist hingegen genau das, was das Britische Empire seinerzeit für seine Kolonien vorgesehen hatte.
Wie tief wollen wir eigentlich noch sinken? Dazu möchte ich aus dem vierten der Schillerschen Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen zitieren: "Der Mensch kann sich aber auf eine doppelte Weise entgegengesetzt sein; entweder als Wilder, wenn seine Gefühle über seine Grundsätze herrschen; oder als Barbar, wenn seine Grundsätze seine Gefühle zerstören. Der Wilde verachtet die Kunst und erkennt die Natur als seinen unumschränkten Gebieter; der Barbar verspottet und entehrt die Natur, aber, verächtlicher als der Wilde, fährt er häufig genug fort, der Sklave seines Sklaven zu sein. Der gebildete Mensch macht die Natur zu seinem Freund und ehrt ihre Freiheit, indem er bloß ihre Willkür zügelt."
Was hier auffällt, ist, daß wir heute sehr viele Wilde und Barbaren haben, während die gebildeten Menschen scheinbar ohne Einfluß auf unsere Zeit sind. Wenn wir von der LaRouche Jugendbewegung (LYM) auf der Straße sind und die Bevölkerung für eine Lösung der Krise mobilisieren wollen, jammern viele Menschen: "Ach, man kann ja sowieso nichts machen!" Andere sagen: "Dann müssen wir halt wieder Jäger und Sammler werden, zurück zur Natur, es gibt sowieso zu viele Menschen auf der Welt." Letztere sind meistens Wähler der Grünen (oder könnten es sein), aber an den gebildete Menschen erinnert das nicht.
Aber wollen die Menschen wirklich in diesem erstarrten Zustand bleiben und "die da oben" machen lassen, was sie wollen? Oder wissen sie einfach nicht mehr, wie man für etwas kämpft?
Wie, glauben Sie, ist die Menschheit vor 150 Jahren von der Leibeigenschaft in einen halbwegs freien Zustand gelangt? Damals gab es keine Grundgesetze, üblere Despoten als heute und mindestens genauso dumme Landesherrscher wie jetzt. Und heute haben Sie das Glück, daß es eine weltweite Organisation gibt, die Partei für die Menschheit ergreift und den Kampf für den Bau des "vollkommensten aller Kunstwerke, den Bau einer wahren politischen Freiheit" aufnimmt. Damals waren das sehr viel weniger.
Liebe Leser, hören Sie endlich den Ruf der wahren Natur des Menschen: Vollendet in sich selbst zu sein! Was haben Sie sonst Besseres zu tun?
Was wir wieder verstehen müssen, ist, daß es nicht ausreicht, nur bis übermorgen zu denken. Wir müssen für die Zukunft der nächsten Generationen arbeiten und die grundlegenden Voraussetzungen für die Versorgung der nächsten Generationen sicherstellen. Der Augenblick in unserer Zeit ist zu wichtig, um ihn ungenutzt verstreichen zu lassen.
Deshalb werden wir demnächst in Berlin eine internationale Konferenz mit dem Titel "Das Überleben der Menschheit in den kommenden 50 Jahren" veranstalten, wobei einer unserer Ehrengäste der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Lyndon H. LaRouche Jr. sein wird, der als Grundlage für die künftige Entwicklung der Eurasischen Landbrücke ein Neues Bretton Woods-System vorschlägt.
Sie und wir können den Kampf weiterführen und vor allem - gewinnen. Wenn Sie die letzten Ausgaben der Neuen Solidarität verfolgt haben, wissen sie ziemlich genau, was der Berliner Wahlkampf für Deutschland bedeutet. Wir können durch diesen Wahlkampf ein Zeichen setzen und die Menschen für eine neue Renaissance gewinnen. Unsere Bewegung wächst ständig weiter. Ergreifen auch Sie Partei für die Menschheit und kämpfen Sie zusammen mit uns! Eine vernünftige Politik braucht auch vernünftige Staatsbürger. Und das können wir alle wieder werden.
Matthias Kraume, LYM Berlin
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Lesen Sie hierzu bitte auch:
Führung ist gefragt Die ärmeren 80% der Bürger zurück in die Politik! Internetseite der BüSo, Landesverband Berlin BüSo-Wahlspots |
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