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Aus der Neuen Solidarität Nr. 41/2006 |
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Unter den gegenwärtigen Verhältnissen würde keine Reform zurück zum Humboldtschen Bildungssystem zugelassen, daher muß man den politischen Weg gehen und zuerst wieder souveräne Nationalstaaten erkämpfen. Eine Ergänzung zu P. Gretes Artikel über Schülerlabore in Neue Solidarität Nr. 39/2006.
In Zeiten wie heute, wo die Verrücktheit so weit vorangeschritten ist, daß Regierungsoberhäupter den Iran mit Atomwaffen angreifen wollen, die Sorge um die Bevölkerung nur noch Wahlrhetorik ist, und die Bevölkerung selbst tatenlos zusieht, wie ihre heiligsten Rechte mit Füßen getreten werden, sollte man immer vorsichtig sein, Dinge, die der allgemeinen anerkannten Meinung entsprechen, zu hoch zu bewerten. Wenn Politiker, die sonst nur versuchen, ihre Positionen zu halten und es nicht über's Herz bringen, sich für die Zukunft der Bevölkerung, in Form von wirtschaftlichen Großprojekten und einer grundlegenden Reorganisation des Finanzsystems, einzusetzen, auf einmal Bildungsprojekte in den Himmel loben, dann bedeutet dies in unserer Zeit meist nur, daß erneut ein Projekt den Menschen die Sicherheit eines funktionierenden Systems vorgaukeln soll und "daß ja alles in unserer Macht Stehende unternommen wird". Denn Schülerlabore, wie sie in Nr. 39 der Neuen Solidarität beschrieben werden, sind in dieser Art nicht in der Lage, die Gesellschaft so weit zu bilden, daß die Menschen, wie Humboldt schreibt, "in den Staat treten und die Verfassung sich an ihnen prüfen muß, denn nur durch solch einen Kampf kann es zu einer wahren Verbesserung der Verfassung durch die Nation kommen".
Wilhelm von Humboldt lebte von 1767 bis 1835 und wurde 73 Jahre alt. Das erste Drittel seines Lebens war von der Amerikanischen Revolution und ihrer bis heute einzigartigen Verfassung geprägt, die direkt aussagt, daß der Staat nur so lange legitim ist, wie er für das Gemeinwohl sorgt, und daß die Bevölkerung, wenn er dies nicht tut, das Recht und die Pflicht hat, diesen Zustand zu verändern.
Aber nicht nur davon wurde Humboldt geprägt, sondern auch von der Entwicklung hin zur klassischen Blütezeit in Deutschland, wie sie Friedrich Schiller und Humboldt selbst später repräsentiert haben. Das zweite Drittel seines Lebens spielte sich in der Zeit der größten politischen Erschütterungen in Europa ab; im Europa der gescheiterten Französischen Revolution und des emporsteigenden ersten modernen Faschisten, Napoleon Bonaparte, sowie der Befreiung Europas von dieser Geißel der Menschheit, durch die Arbeit der preußischen Reformer wie Scharnhorst, Freiherr vom Stein und Humboldt. Das war in der Zeit des Aufstiegs Metternichs und der damit verbundenen neuen Unterjochung Deutschlands, diesmal durch innere Kreise der alteingesessenen Oligarchie. In dieser Zeit, muß es Humboldt klar geworden sein, was die Bevölkerung braucht, um langfristig überlebensfähig zu bleiben. Der Freiherr vom Stein, einer der Reformer und Freunde Humboldts, charakterisiert diese Zeit wie folgt:
"Dem Einzelnen bleibt bei den jetzigen Ereignissen freilich nichts übrig, als an dem Glauben an weise wohlwollende Weltregierungen und an dem Vorsatz festzuhalten, die Pflicht, die ihm seine Verhältnisse auflegen, gewissenhaft zu erfüllen. Man kann sich aber dennoch nicht enthalten, die Ursache des Falles der preußischen Monarchie zu untersuchen und sie in der gesunkenen Moralität der Nation und der Schlaffheit, Trägheit und bis zur Verblendung gehenden Kurzsichtigkeit der Regierung zu finden." (Aus einer Rede in Nassau, 3. Juli 1807.)
An anderer Stelle heißt es:
"An die Stelle dieses ehrwürdigen Systems einer Deutschen, liberalen, edlen Staatsklugheit, die die völkerrechtlichen Verhältnisse leitete, kam das Produkt des Egoismus und der Kurzsichtigkeit, die für den Augenblick besorgt ist..."
Er gibt aber auch einen Ausblick in die Zukunft, wie er es verbessern würde; und so schließt er mit den Worten:
"Sollte er aber wieder hergestellt werden, wie kann der Gemeingeist wieder belebt werden? Wie die negativen Eigenschaften des Regenten weniger nachteilig wirkend gemacht werden? Dieses kann in tantum geschehen durch Bildung einer Behörde, welche der Vereinigungspunkt ist der verschiedenen Verwaltungszweige, jenes, indem man der Nation einen Anteil an der Geschäftsführung unter gewissen Einschränkungen und Bestimmungen gibt..."
Dieses würde nur gutgehen, gäbe es eine Bevölkerung, die dem Schillerschen Menschenbild entspräche, bei dem der Mensch die ihm eigene schöpferische Fähigkeit nutzt, um den Widerspruch zwischen Vernunft und Gefühl aufzulösen und sie auf höherer Ebene in einem Punkt zusammenfallen zu lassen. Das wird nur möglich, wenn jeder Mensch die Möglichkeit und Förderung bekommt, all seine Kräfte als Mensch auszubilden und sie zum Wohl der ganzen Menschheit zu nutzen.
Dies birgt einige Probleme in sich, wie Humboldt feststellte, und der Grund dafür liegt darin, daß wir zwar als Menschen alle dasselbe Potential haben und alle Fähigkeiten in uns schon eingefaltet liegen, aber daß wir als Individuen alle verschieden sind und Entdeckungen zwar auf dieselbe Art und Weise machen, doch auf verschiedenen Wegen. Diese Überlegung veranlaßte Wilhelm von Humboldt, an die Arbeit zu gehen, um ein Bildungssystem zu entwickeln, welches den Menschen dies ermöglichen sollte. So schreibt Humboldt in seinen Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen (Kapitel 8, Sittenverbesserung):
"Forschen und Schaffen - darum drehen und darauf beziehen sich wenigstens, wenngleich mittelbarer oder unmittelbarer, alle Beschäftigungen des Menschen. Das Forschen, wenn es die Gründe der Dinge oder die Schranken der Vernunft erreichen soll, setzt außer der Tiefe einen mannigfaltigen Reichtum und eine innige Erwärmung des Geistes, eine Anstrengung der vereinten menschlichen Kräfte voraus. Nur der bloße analytische Philosoph kann vielleicht durch die einfachen Operationen der nicht bloß ruhigen, sondern auch kalten Vernunft seinen Endzweck erreichen. Allein um das Band zu entdecken, welches synthetische Sätze verknüpft, ist eigentliche Tiefe und ein Geist erforderlich, welcher allen seinen Kräften gleiche Stärke zu verschaffen gewußt hat... Daher erscheint der also gebildete Mensch in seiner höchsten Schönheit, wenn er ins praktische Leben tritt, wenn er, was er in sich aufgenommen hat, zu neuen Schöpfungen in und außer sich fruchtbar macht...
Um auch in dem moralischen Leben von demjenigen zuerst zu reden, was am meisten bloßes Werk der kalten Vernunft scheint, so macht es die Idee des Erhabenen allein möglich, dem unbedingt gebietenden Gesetze zwar allerdings, durch das Medium des Gefühls, auf eine menschliche und doch, durch den völligen Mangel der Rücksicht auf Glückseligkeit oder Unglück, auf eine göttlich uneigennützige Weise zu gehorchen. Das Gefühl der Unangemessenheit der menschlichen Kräfte zum moralischen Gesetz, das tiefe Bewußtsein, daß der Tugendhafteste nur der ist, welcher am innigsten empfindet, wie unerreichbar hoch das Gesetz über ihn erhaben ist, erzeugt die Achtung - eine Empfindung, welche nicht mehr körperliche Hülle zu umgeben scheint, als nötig ist, sterbliche Augen nicht durch den reinen Glanz zu verblenden.
Wenn nun das moralische Gesetz jeden Menschen als einen Zweck in sich zu betrachten nötigt, so vereint sich mit ihm das Schönheitsgefühl, das gern jedem Staube Leben einhaucht, um auch in ihm an einer eignen Existenz sich zu freuen, und das um so viel voller und schöner den Menschen aufnimmt und umfaßt, als es, unabhängig vom Begriff, nicht auf die kleine Anzahl der Merkmale beschränkt ist, welche der Begriff, und noch dazu nur abgeschnitten und einzeln, allein zu umfassen vermag."
Die Bildung soll also gleichmäßig geschehen, aber nicht wie heute, indem man sagt "Gleichheit bedeutet Einfachheit", sondern Gleichheit heißt Universalität - und universal ist etwas nur, wenn es wahrheitsgemäß und allgemein gültig ist. Diese Ideen zu vermitteln, erfordert, daß der Schüler die ursprünglichen Entdeckungen selbst nacherlebt. Humboldt setzt diesen Punkt als Kern seines Schulsystems, denn nur so kann es überhaupt gewährleistet werden, daß auch eine emotionale Bildung in den Schülern stattfindet, die ihnen später hilft, sich selbst anzutreiben und eine Entdeckung zu machen, die vorher noch nicht gemacht wurde.
Humboldt schuf ein Bildungssystem, das dazu geführt hätte, daß die Oligarchie, Machthaber der damaligen Zeit, all das verloren hätte, was sie hatte, und Deutschland als eine souveräne Republik in Europa emporgestiegen wäre. Noch einmal: Humboldt wollte eine Bildung, die jeden Menschen an Entdeckungen heranführt und ihm hilft, sie nachzuempfinden, denn nur so und nicht anders gelangt man zu wirklichem Wissen. Durch das Nachempfinden des Entdeckungsprozesses entwickelt sich beim Schüler ein lebendiges Verständnis davon, daß er wirklich in der Lage ist, etwas zu wissen; nicht weil es ihm jemand sagte, sondern weil er es selbst entdeckt hat.
Dies geschieht, weil man nicht nur Zweitliteratur heranzieht und die Entdeckung nachliest, sondern weil man sich auf den aktiven Weg macht, etwas nachzuentdecken, und die Höhen und Tiefen bezwingen muß, die sich auf dem Wege der Entdeckung auch schon den großen Persönlichkeiten entgegenstellten, als sie sich zum ersten Mal auf diesem Weg befanden. Dadurch bildet der Schüler seine Emotionen aus und wird so reifer und weniger überrascht auf emotionale Erschütterungen in seinem Leben reagieren.
Nur die Entwicklung zu solch einer Bildung konnte die Veränderung im Denken erzeugen, die es Deutschland ermöglichte, sich von Napoleon zu befreien. Man muß sich nur die Reformen Scharnhorsts im Militär oder den revolutionären Geist, der damalige Studenten beflügelte, anschauen, und man weiß, wovon die Rede ist. Denn nicht ohne Grund haben viele der jungen Soldaten damals Schiller gelesen, mit sich getragen und gesagt, daß es diese Ideen waren, für die sie kämpften.
Aber da alles noch neu und nicht gefestigt war, gelang es Leuten wie dem Fürsten Metternich, einen inszenierten Anschlag auf den Dichter und russischen Konsul Kotzebue zu nutzen, um polizeistaatliche Methoden durchzusetzen, die Pressefreiheit auszuhebeln, Humboldt aus dem Amt im Bildungsministerium zu werfen und danach noch einige mehr ganz aus Deutschland zu verbannen. Seit 1815 versuchten Metternich und seine geistigen Nachfolger permanent, dieses erwähnte Bildungssystem und seine Wirkung von der deutschen Bevölkerung fern zu halten und alle Anstrengungen zu zerschlagen, ähnliche Projekte in der Welt zu entwickeln.
So erlebten wir statt einer blühenden Entwicklung der Menschheit, die Entwicklung zur Romantik und den dadurch erzeugte kulturellen Verfall. Die damalige Zerstörung der deutschen Klassik charakterisierte den kulturellen Wertewandel, der den Kulturoptimismus, der in der Weimarer Klassik herrschte, erstickte und dem Kulturpessimismus Raum gab, der dann eines der vielen Elemente war, die letztlich die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts ermöglichten.
Doch diese beiden Kriege reichten scheinbar immer noch nicht, die Kultur völlig zu zerstören, wenn man sieht, daß selbst nach dem markerschütternden Zweiten Weltkrieg die Kultur durch Menschen wie Wilhelm Furtwängler und andere, und durch das Verlangen der Bevölkerung nach Schönheit für kurze Zeit wiederbelebt wurde, was man schon verloren glaubte. Wir würden sogar so weit gehen, zu sagen, daß ohne die Rückbesinnung auf die klassische Kultur durch Teile der Bevölkerung Deutschlands kein Wiederaufbau möglich gewesen wäre.
Prompt gab es auch dort eine Reaktion von Seiten der Oligarchie (die nur durch kulturelle Veränderungen, doch sicher nicht durch einen Krieg vernichtet werden kann, der sie eher noch nährt als aushungert). Auch in Deutschland führte der Kongreß für kulturelle Freiheit seinen Kulturkrieg und sorgte mit rhetorischen Tricks und Gehirnwäsche dafür, daß schon bald keiner mehr daran dachte, mit der Idee im Kopf, die Menschheit zu verbessern, einen Beruf zu ergreifen. Jahrzehntelange Kampagnen zeigten ihre Wirkung: Die wenigsten wollten noch Wissenschaftler werden, um der Menschheit zu helfen, Hungersnöte und Armut zu beseitigen. Der Beruf des Wissenschaftlers wurde als faschistoider und autoritärer Beruf hingestellt, der keinen anderen Zweck habe, als die Erde durch Technologie zu zerstören oder Menschen durch geheimes Wissen zu betrügen und zu kontrollieren.
Diese Idee wurde auch in den Medien sichtbar, die gewissermaßen die anerkannte allgemeine Meinung reflektierten. Auf einmal erschienen Massen sogenannter Endzeit-Filme, in denen die Rolle der Wissenschaftler immer war, daß sie die ganze Welt zerstört haben und jetzt kontrollieren usw. Wer es nicht glaubt, der schaue sich nur Mad Max oder A Clockwork Orange an. Natürlich gab es auch eine Minderheit von Leuten, die das differenzierter betrachteten, aber das waren nicht viele, da die meisten Jugendlichen sich in dieser Zeit dem Kult der 68er anschlossen und dem Paradigmenwandel unterwarfen: weg von der Produzentengesellschaft, hinein in ein nachindustrielles Desaster.
Deutschland, lieber Leser, war dabei nicht das einzige Land, dem so etwas angetan wurde. In den USA gab es die Hippies und Baby Boomer, in Frankreich die Bobos, oder in China die sogenannte Kulturrevolution unter Mao. Sie alle hatten eines gemein: die Zerstörung der Idee, daß der Mensch zu etwas Besserem geboren ist und seine schöpferische Kreativität nutzen kann, um die Welt zu vervollkommnen.
Der Konflikt, den wir hier sehen, wird bis heute noch am besten durch die Geschichte von Prometheus veranschaulicht, der, weil er den Menschen das Feuer und die Erkenntnis brachte, vom Tyrannen Zeus an einen Felsen gebunden wurde, wo ihm an jedem Tag der Adler Ethon erneut die Leber aus dem Leib fraß, die in jeder Nacht wieder nachwuchs; all dies nur, weil Zeus fürchtete, seine Macht zu verlieren, würden seine Ergebenen lernen, ihre Fähigkeiten auszubilden.
Dies ist nicht einfach eine Beschreibung, sondern ein symptomatisches Bild der Oligarchie, die nur existieren kann, indem sie die Menschen zu Tieren degradiert. So betrachtet, wundert es uns dann auch nicht mehr, wenn Mao zu einem albanischen Journalisten sagte: "Glaube an Prometheus wer will, wir sind auf der Seite von Zeus", und gleichzeitig alle Wissenschaftler des Landes in Gefängnisse brachte oder dazu zwang, auf dem Land zu arbeiten, anstatt Wissenschaft zu betreiben, die die Menschheit weiter voranbrächte.
Wir haben die Aufgabe vor uns, dieses heutige Paradigma zu durchbrechen und souveräne Nationen des Volkes, durch das Volk und für das Volk zu schaffen, wie es Freiherr vom Stein, Abraham Lincoln, Sun Yatsen und heute Lyndon LaRouche fordern.
Nun wollen wir doch den Schülerlaboren mal einen genaueren Blick widmen, in denen Herr Grete in seinem Artikel in der Neuen Solidarität Nr.39/2006 die Hoffnung sieht, unsere Gesellschaft wieder auf das Humboldtsche Bildungssystem zu stimmen.
Nach den Informationen zu urteilen, die man dem Artikel und den angegebenen Internetseiten entnehmen kann, soll das grundlegende Konzept "die selbstständige Erarbeitung von Wissen" sein und ein "Klima für Wissenschafts- und Technologiefreundlichkeit unter jungen Menschen" fördern. Dagegen ist nun wirklich nichts einzuwenden, ebensowenig gegen die Idee, daß Schüler nicht immer die Schulbank drücken müssen, sondern selbst mal 'rangelassen werden, Experimente zu machen, wie das früher, bevor alles weggekürzt wurde, in den Schulen und Universitäten üblich war.
Der entscheidende Punkt ist nur, daß der Verfasser vollkommen außer acht läßt, daß unsere heutige Kultur von einem Menschenbild geprägt ist, das gar nicht mehr an die kreativ-schöpferische Fähigkeit des Menschen als Abbild Gottes glaubt. Insbesondere in den Wissenschaften herrscht ein Irrglaube - einerseits durch die Trennung der Geistes- von den Naturwissenschaften (die Humboldt strikt ablehnte) und andererseits dort, wo aufgrund der Verehrung satanischer "Möchte-gern-Wissenschaftler" wie John von Neumann, Charles Darwin oder Isaac Newton gar nicht mehr nach Erforschung universeller Prinzipien und Erkenntnis durch die geistige Auseinandersetzung mit dem Universum gestrebt wird.
Herr Grete kann zwar sehr geschickt mit Schlagworten wie "Wissensdurst", "Erkenntnishunger", Motivation "zu selbstständigem Denken" und "Konzentrationsfähigkeit" umgehen, doch lassen sich die wissenschafts- und technologiefeindlichen, desinteressierten und gelangweilten Jugendlichen, auch wenn sie durch diese Labore mehr Praxis in der Naturwissenschaft erleben, nicht aus ihrem Umfeld, aus ihrer Kultur, der eine völlig falsche Lehre zugrunde liegt, herausbringen - ob nun mit oder ohne Experimentiererfahrung.
Lyndon LaRouche gründete vor einigen Jahren die Jugendbewegung, um in dieser kranken Gesellschaft eine Elite zu schaffen, die die Wissenschaftsmethode der großen Geister wie Carl Friedrich Gauß, Johannes Kepler, Bernhard Riemann, Friedrich Schiller und vieler anderer studiert, um sich durch ihre Werke, durch geistige Auseinandersetzung mit und Nachempfindung ihrer Entdeckungen, diese zu eigen zu machen und sich wirklich "Wissen" zu verschaffen. Durch die Arbeit an Keplers Werk Neue Astronomie wurden Jugendliche herausgefordert, Animationen zu den von Kepler angeführten Planetenbewegungen zu erstellen (http://wlym.com/~animations/).
Auch Gauß' Doktorarbeit von 1799, zum Fundamentalsatz der Algebra, soll gemeistert werden. Hier machte sich Gauß wissenschaftlich über Euler, Lagrange und D'Alembert lustig, die zu seiner Lebzeit hochangesehen waren und es leider auch heute noch sind, und führte einen richtigen, von allen Axiomen befreiten Beweis. Nur wenn man sich heute vor Augen führen kann, wie die großen Denker und Entdecker dachten, welchen Kampf sie in der Wissenschaft führten und welchen Durchbrüche sie machten, kann man sich vom falschen euklidischen "Wissenschaftsdenken" freimachen, mit dem man bereits in der Grundschule indoktriniert wird. Die strenge wie freie Methode eines Beethoven, eines da Vinci oder einer Marie Curie anzuwenden, um mit einer eigenen, grundlegend neuen Entdeckung das jetzige Axiomgitter zu zerschlagen und die Zivilisation weiterzubringen, ist die Voraussetzung für das Fortbestehen der Menschheit.
Ebenso muß man einsehen, daß unter diesem von internationalen Synarchisten beherrschten System keine Reform zurück zum Humboldtschen Bildungssystem zugelassen würde; dies aus demselben Grund, warum die Humboldtsche Idee in den 60er und 70er Jahren weltweit abgeschafft wurde. Es hieß ja, sich von den alten, überholten Werten frei zu machen und angeblich "praxisorientierter" und "berufsbezogener" zu werden: dumme oder sophistisch "ausgebildete" Menschen lassen sich halt leichter lenken.
Aus diesem Grund muß man den politischen Weg gehen und zuerst wieder souveräne Nationalstaaten schaffen, die sich dem Gemeinwohl verpflichten. Und gerade daran arbeiten Lyndon LaRouche und seine Bewegung weltweit. Wir wissen nicht, ob es sich bei diesem Artikel und Unverstand dieser Form um einen Hilfeschrei oder die Verführung zur geübten Kunst des Sophismus handelt, der ja als übelste Volkskrankheit auch unsere Gesellschaft angefallen hat, oder ob dem Verfasser einfach nur der Mut fehlte, sich gegen die öffentliche Meinung zu stellen und die falsche Denkweise der heutigen Zeit herauszufordern.
Der LaRouche-Jugendbewegung fehlt der Mut dazu jedenfalls nicht. Wir werden auch weiterhin die Gesellschaft in ihren grundlegenden Denkmustern herausfordern und zugrundeliegende Axiome zu erschüttern wissen, wo es nötig ist. Das ist nicht nur ein hoffnungsvolles Signal, sondern ein Versprechen für die Zukunft. Es ist unsere einzige Möglichkeit, das Windmühlenzeitalter zu überwinden und uns von der Mentalität eines Erdlings zu einem Bürger des Sonnensystems zu entwickeln; das Universum zu erobern.
Kasia Kruczkowski & Toni Kästner
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Lesen Sie hierzu bitte auch:
Deutschland für das 21. Jahrhundert fit machen |
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