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Aus der Neuen Solidarität Nr. 41/2006

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So denken wie Mozart...

"Wenn ich recht für mich bin und guter Dinge, etwa auf Reisen im Wagen, oder nach einer guten Mahlzeit beim Spazieren, und in der Nacht, wenn ich nicht schlafen kann, da kommen mir die Gedanken stromweis und am besten... Halte ich das nun fest, so kommt mir bald eins nach dem anderen bei, wozu so ein Brocken zu brauchen wäre, um eine Pastete daraus zu machen, nach Contrapunkt, nach Klang der verschiedensten Instrumente.

Das erhitzt mir nun die Seele, wenn ich nämlich nicht gestört werde; da wird es immer größer; und ich breite es immer weiter und heller aus; und das Ding wird im Kopfe wahrlich fast fertig, wenn es auch lang ist, so daß ich es hernach mit einem Blick, gleichsam wie ein schönes Bild oder einen hübschen Menschen im Geiste übersehe, und es auch gar nicht nacheinander, wie es danach kommen muß, in der Einbildung höre, sondern wie gleich alles zusammen. Das ist nun ein Schmaus!

...Wenn ich nun hernach einmal zum Schreiben komme, so nehme ich aus dem Sack meines Gehirns, was vorher, wie gesagt, hineingesammelt ist. Darum kommt es hernach auch ziemlich schnell aufs Papier; denn es ist, wie gesagt, eigentlich schon fertig, und wird auch selten viel anders, als es vorher im Kopfe gewesen ist."

(Mozart in einem Brief, veröff. 1815 von Rochlitz
in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung)

Die abgebildete Mozartbüste, eine Museumskopie (Maße: H 40 cm, B 20 cm, T 25 cm) von Gipsnich, können Sie für Euro 59,- bestellen über den Dr. Böttiger-Verlag, Postfach 1611, 65006 Wiesbaden, oder per E-Mail über das Schiller-Institut: info@schiller-institut.de