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Aus der Neuen Solidarität Nr. 42/2006

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ACTA und das FBI an den Hochschulen

Kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001 veröffentlichte Lynne Cheneys "American Council of Trustees and Alumni" (ACTA, der Dachverband der Treuhänder und Absolventenorganisationen amerikanischer Hochschulen) einen haarsträubenden Bericht mit dem Titel "Die Zivilisation verteidigen: Wie unsere Universitäten Amerika im Stich lassen, und was man dagegen tun kann". Darin wird behauptet, der akademische Sektor sei "der einzige Teil der amerikanischen Gesellschaft, der in der Haltung bei der Antwort auf die Angriffe auf Amerika klar gespalten ist". Die Universitäten seien das "schwache Glied" der Reaktion der USA auf die Terroranschläge des 11. September. Unter diesem Vorwand drang ACTA auf Maßnahmen gegen die Kritiker der Regierungspolitik an den Universitäten.

Eine wichtige Rolle spielte David Horowitz, Leiter des "Zentrums für das Studium der populären Kultur" und Mitstreiter John Trains. Horowitz gab einem 24jährigen Doktoranden der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA), Andrew Jones, Geld für die Gründung der Bruin Alumni Association. Die rechtsextreme Vereinigung bot Studenten Geld dafür, die Vorlesungen linker Professoren heimlich aufzunehmen. Dann veröffentlichte Jones eine Liste von 30 "schmutzigen" UCLA-Professoren, die er wegen ihrer linken Einstellung angriff.

Als die bezahlten Lauschangriffe bekannt wurden, feuerte Horowitz Jones. Trotzdem veröffentlichte Horowitz im Februar 2006 das Buch The Professors ("Die Professoren: die 101 gefährlichsten Akademiker in Amerika"). Die Werbung für das Buch sagt alles:

"Sie kommen in eine Hochschule in Ihrer Nähe: Terroristen, Rassisten und Kommunisten - man nennt sie Die Professoren. Die radikalen Akademiker von heute sind keine Ausnahme - sie sind Legion. Alles andere als harmlos, verbreiten sie Antiamerikanismus, predigen Antisemitismus und freuen sich, wenn amerikanische Soldaten und Zivilisten getötet werden. Sie bekommen Steuergelder und Vorlesungsgebühren, um unsere Kinder zu indoktrinieren."

Bis September 2005 hatten dann Lynne Cheney und Horowitz mit ihrer Schauerkampagne die Voraussetzungen für ein direktes Vorgehen des FBI an den Hochschulen geschaffen. Am 15. September 2005 gab FBI-Direktor Robert Mueller die Bildung des "Beirats für die nationale Sicherheit im höheren Bildungswesen" (NSHEAB) bekannt. NSHEAB besteht aus Universitätspräsidenten und -kanzlern, die mit dem FBI zusammenarbeiten, um "Spionage und Unterwanderung" an den Hochschulen zu bekämpfen.

Der Beirat sollte dem FBI direkte Präsenz an den wichtigen Universitäten verschaffen, die jedes Jahr Milliarden Dollars von Großunternehmen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte erhalten und für die nationale Sicherheit relevante Arbeiten durchführen. NSHEAB soll eine Infrastruktur schaffen, um unter dem Vorwand des Schutzes von Staatsgeheimnissen für die nationale Sicherheit die Aktivitäten der Studenten und Lehrkräfte zu überwachen. Inzwischen wurden bereits an mehreren Hochschulen gestapoartige Gruppen namens "Sicherheitsbemühungen der Universitäten und Colleges" (CAUSE) gebildet, um Studenten und Lehrkräfte, deren Forschungen gefördert werden, zu überwachen.

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Gedankenpolizei an US-Universitäten - Neue Solidarität Nr. 42/2006
John Train und die geheime Nebenregierung der Bankiers in Amerika - Neue Solidarität Nr. 41/2006
Der merkwürdige Fall der Baronin Symons - Neue Solidarität Nr. 31/2004

 

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