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Aus der Neuen Solidarität Nr. 44/2006
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Aus Wirtschaft & Technik
Putin fordert koordinierte Impulse für Rußlands Forschung und Innovationen. Bei einem Besuch in Selenograd bei Moskau sprach Rußlands Präsident Wladimir Putin am 18. Oktober vor dem Rat für Wissenschaft, Technologie und Bildung. Er sagte, Rußland habe beim Volumen der Investitionen in die Wirtschaft eine weltweit führende Position. Derzeit würden eine ganze Reihe großer Infrastruktur- und Investitionsprojekte im Kraftwerksbau, in der Öl- und Gasindustrie, im Verkehrssektor und für die Verteidigung durchgeführt. Putin räumte jedoch ein, daß die innovativen Aktivitäten der russischen Unternehmen immer noch sehr gering seien. Er sagte, die Investitionen müßten dazu genutzt werden, den industriellen Sektor zu modernisieren und neue Technologien einzuführen. Man müsse ein System schaffen, wonach die Zentren für angewandte Forschung sowohl aus dem Staatshaushalt als auch durch private Investitionen finanziert werden.
Neues russisches Raumfahrzeug für eine Mondlandung. Rußlands Raketen- und Raumfahrtkonzern Energija kündigte am 18. Oktober an, das Unternehmen werde ein neues Raumfahrzeug entwickeln, das in der Lage ist, zum Mond zu fliegen. "Wir haben jetzt angefangen, den endgültigen Entwurf für ein modernisiertes Raumschiff zu entwickeln, das die Arbeitsbezeichnung Sojus-K hat", erklärte Nikolai Sewastjanow, der Präsident des Konzerns, gegenüber RIA-Nowosti. "Diese neue Version wird mit digitalen Steuerungssystemen ausgerüstet sein, und wird so konstruiert, daß es sowohl vom Weltraumzentrum Baikonur als auch vom [europäischen] äquatorialen Weltraumzentrum Kourou gestartet werden kann, das auf einer Halbinsel in Französisch-Guyana liegt." Der Sojus-K werde in der Lage sein, zum Mond zu fliegen und wieder in die dichte Atmosphäre der Erde zurückzukehren.
Außerdem arbeite Energija weiter am Entwurf eines neuen wiederverwendbaren russischen Raumtransporters. Der Kliper, ein sechssitziger Personentransporter ähnlich des wiederverwendbaren amerikanischen Space Shuttle, soll bei den regelmäßigen Flügen zur Internationalen Raumstation den Sojus und die Progress-Trägerraketen ablösen und später auch zum Mond und zum Mars fliegen. Er wird zwei professionelle Astronauten und bis zu vier Passagiere transportieren können. "Die Arbeit am Kliper wird fortgesetzt. Insgesamt ist das Aussehen des Raumschiffs geklärt, aber es gibt noch mehrere kritische Technologien, deren Entwicklung Zeit benötigen wird. Wir sind jedoch überzeugt, daß es ein Erfolg werden wird." Sewastjanow zufolge will Rußland etwa 2011-2012 seinen ersten bemannten Flug zum Mond durchführen.
China richtet internationale Konferenz über die Kernfusion aus. Bei der Eröffnung der 21. Konferenz der IAEA über Fusionsenergie forderte der chinesische Vizepremierminister Zang Peiyan am 17. Oktober in Chengdu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan, ein größeres Interesse für die Entwicklung der Kernfusion und sagte, die Kernfusion sei ein wirksames Mittel zur Erzeugung unbegrenzter Mengen an sauberer Energie. An der sechstägigen Konferenz nehmen rund 830 Wissenschaftler aus aller Welt teil. China ist das erste Entwicklungsland, in dem eine solche Konferenz stattfindet. Auch die USA und Indien hatten sich um die Ausrichtung beworben, aber die IAEA entschied sich für das Südwestliche Forschungsinstitut für Physik in Chengdu - vermutlich, weil hier in jüngster Zeit spektakuläre Erfolge im Bereich der kontrollierten Kernfusion und der Plasmaforschung gemacht wurden. Erst im September hatte der vom Institut für Plamsaplysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften betriebene Experimentelle Fortgeschrittene Supraleitende Tokamak (EAST) in Heifei in der Provinz Anhui gemeldet, daß dort die Fusion von Wasserstoffisotopen bei einer Temperatur von 50 Mio. Grad Celsius gelungen ist.