|
Aus der Neuen Solidarität Nr. 45/2006
| |
"Argentinien hat weniger Illusionen als Europa"
Nach LaRouches Vortrag wurde ein kurzes Grußwort des früheren argentinischen Außenministers Julio Gonzales verlesen: "In den USA muß umgehend eine Koalitionsregierung eingesetzt werden, um die Weltwirtschaft zu retten. Das politische Programm dieser neuen Regierung muß darin bestehen, die Ausweitung der Kriege um das Erdöl zu stoppen. Stattdessen sollten wirtschaftliche Mittel dazu benutzt werden, Eisenbahnen über den ganzen Globus zu bauen, wie Ihre bewundernswürdigen Entwicklungsprojekte nahelegen. Solche wunderbaren Pläne werden die britische Vorherrschaft und deren Kampf der Kulturen beseitigen, der darauf abzielt, die Weltbevölkerung zu vernichten.
Wie macht man das? Das philosophische und mathematische Genie Blaise Pascal sagte einmal, Macht regiere die Welt, aber diese Macht müsse durch eine Meinung auf Grundlage der Vernunft geleitet sein. Mit Lyndon LaRouches Weltwirtschaftsprogramm zur Rettung der Nationen würde sich eine derartige öffentliche Meinung weltweit umgehend durchsetzen. - Lyndon LaRouche, Sieg und Zukunft."
LaRouche antwortete: "Wie Sie vielleicht wissen, hegt man in Argentinien sehr geringe Illusionen über die charakteristischen Europäer. Die Argentinier halten die Briten nicht für gut. Und daher neigen sie dazu, die Weltlage objektiver zu beurteilen, als es vielen anderen Teilen der Welt üblich ist. Und sie haben recht.
Wir erleben Entwicklungen im Zusammenhang mit der jetzigen Krise in Mexiko und in ganz Südamerika. Und das ist sehr wichtig, denn Südamerika befreit sich langsam von dem Schmutz, der dort seit den 70er Jahren abgeladen wurde. Ich will [den brasilianischen Präsidenten] Lula nicht beurteilen, aber seine Wiederwahl in Brasilien ist bedeutsam, weil sie eine fortschreitende Kurskorrektur, und nicht nur der Zusammenarbeit der Nationen Südamerikas untereinander festigt, der sich auch in Richtung Nordamerika auswirken wird. Sie wollen sich entwickeln. Sie wollen praktische Konzepte. Der argentinische Präsident [Nestor Kirchner] spielt in dieser Hinsicht eine sehr nützliche Rolle. Er ergreift Maßnahmen, nicht nur in Argentinien allein, sondern in Richtung einer Kooperation mit anderen Nationen Südamerikas, einer Zusammenarbeit, die sich durchaus positiv auswirkt und für die Zukunft sehr vielversprechend ist. Insofern kann ich dem, was Herr Gonzales ausdrückt, nur voll und ganz zustimmen. Vielen Dank."