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Aus der Neuen Solidarität Nr. 46/2006 |
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In der Wiesbadener Siedlung Gräselberg soll ein islamisches Gebetszentrum eingerichtet werden. Populistische Gruppen mobilisieren dagegen. Der Wiesbadener OB-Kandidat der BüSo, Alexander Hartmann, wendet sich daher mit einem Offenen Brief an die Bewohner der Siedlung und weist auf den globalen Kontext der Kampagne hin. Wir bringen Auszüge.
Liebe Mitbürger auf dem Gräselberg,
in den letzten Wochen herrscht Aufregung in Ihrer Siedlung über den Plan, im früheren Einkaufszentrum an der Kärntner Straße ein islamisches Gemeindezentrum mit Gebetsraum und anderen Einrichtungen zu schaffen ...
Diese Aufregung ist verständlich, aber man muß den globalen Kontext dieser Angelegenheit betrachten: In der US-Regierung geben derzeit Vizepräsident Dick Cheney und die "graue Eminenz" des Weißen Hauses, der frühere Außenminister George Shultz, die Richtung vor, und diese Leute haben seit 1990, angesichts des Zusammenbruchs der Sowjetunion, ein neues Feindbild aufgebaut: den Islam ...
Der Rest der Welt soll eingeschüchtert werden, und dazu dienen die offensichtlich völkerrechtswidrigen Angriffskriege der USA in Afghanistan, im Irak, und, die Spatzen pfeifen es in Amerika von den Dächern, schon bald im Iran... Wer einen solchen Krieg plant, der macht Kriegspropaganda...
Ein Beispiel: Sie erinnern sich wahrscheinlich noch an die Aufregung um die geschmacklosen Mohammed-Karikaturen. Sie wurden im September 2005 von der dänischen Zeitung Jyllands-Posten veröffentlicht. Das war kein harmloser Scherz, sondern eine vorsätzliche Provokation. Untersucht man den Fall, stellt sich heraus, daß die Fäden hierbei direkt von der Kriegspartei im und hinter dem Weißen Haus gezogen wurden.
Ein halbes Jahr, bevor die Karikaturen veröffentlicht wurden, gründete Jyllands-Posten eine eigene Denkfabrik, das Dänische Zentrum für Politische Studien (CEPOS). Im Beirat dieses Instituts sitzt niemand anderes als eben jener frühere US-Außenminister George Shultz, der 2000 von der Familie Bush beauftragt wurde, die Minister für die Regierung ihres Thronfolgers George W. auszuwählen - Cheney, Rumsfeld, Rice, Wolfowitz, Perle; die gesamte Kriegspartei im Weißen Haus. Shultz ist heute führendes Mitglied des "Committee on the Present Danger", das in den 70er Jahren genauso für einen präventiven Atomkrieg gegen die Sowjetunion warb, wie heutzutage gegen den Iran.
Kurze Zeit darauf suchte Jyllands-Posten dann Karikaturisten, die bereit waren, Mohammed lächerlich zu machen. Sie mußten lange suchen, bis sie welche fanden, die sich dafür hergaben. Dann legte man die Karikaturen Islamexperten und dänischen Diplomaten mit Nahosterfahrung vor, die allesamt dringend davon abrieten, sie zu veröffentlichen, weil sie als Provokation empfunden werden müßten. Aber sie wurden trotzdem veröffentlicht, und nicht nur das. Denn zunächst geschah - erst einmal gar nichts, weil die Vertreter der Moslems in Dänemark genau wußten, daß es besser war, die Sache stillschweigend zu übergehen, als sich provozieren zu lassen. Daraufhin verschickte Jyllands-Posten die Karikaturen an sämtliche islamische Organisationen in Dänemark, und forderte sie ausdrücklich auf, dazu Stellung zu nehmen. Offensichtlich wollte man den Konflikt...
Federführend war dabei der damalige Kulturredakteur der Zeitung, ein gewisser Flemming Rose. Ende Oktober 2006 war Flemming Rose nun als Gastredner einer Konferenz des Ayn-Rand-Instituts in Boston, auf der mehrere Redner ausdrücklich forderten, mit Atomwaffen gegen den Iran vorzugehen. Wie die Campus-Zeitung Daily Bruin berichtete, hatte der Hauptredner der Konferenz, der Direktor des Ayn-Rand-Instituts Yaron Brook, wenige Tage zuvor bei einer Veranstaltung an der Universität von Kalifornien in Los Angeles ausdrücklich erklärt, "der islamische Totalitarismus stellt eine schwere Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten dar", und eine Möglichkeit, solche Regimes zu besiegen, bestehe darin, "bis zu mehrere Hunderttausend ihrer Unterstützer zu töten". Dann würde "die Unterstützung für extremistische Ideen auf eine kleine Minderheit der Bevölkerung schrumpfen", während sie jetzt bei 40 Prozent liege...
Ist es verwunderlich, wenn Moslems auf solche Provokationen reagieren? Genau das ist ja das Ziel der Provokationen. Sie werden vorgeführt!
Aber auch Sie werden vorgeführt, wenn Sie sich vom Plan, am Gräselberg einen islamischen Gebetsraum einzurichten, in Angst und Schrecken versetzen lassen...
Daher meine Bitte an Sie: Lassen Sie sich nicht vorführen! Lassen Sie sich nicht durch billige Propaganda in Angst und Schrecken versetzen. Eine Frau mit Kopftuch ist kein Grund, sich aufzuregen! Nehmen Sie sich ein Beispiel an der amerikanischen Bevölkerung, die bei der Kongreßwahl am 7. November gezeigt hat, daß sie sich nicht mehr vorführen läßt!
Viel mehr sollten Sie sich aufregen über die Atomkriegspläne der US-Regierung, und darüber, daß die Regierungen bisher nicht das Geringste getan haben, um den Zusammenbruch unserer Wirtschaft aufzuhalten. Wenn wir den wirtschaftspolitischen Kurs ändern und uns wieder an der Politik des Wirtschaftswunders orientieren, um so schnell wie möglich die elf Millionen Vollzeitarbeitsplätze wiederherzustellen, die wir in den letzten Jahren verloren haben, dann habe ich keinen Zweifel, daß die Integration der Moslems gelingt - mit oder ohne Kopftuch...
Ihr Alexander Hartmann,
OB-Kandidat der BüSo in Wiesbaden
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Lesen Sie hierzu bitte auch:
Stoppt die Cheney-Propaganda für Massenmord an Moslems! Brook: Legt Falludscha in Schutt und Asche! Vortrag über totalitäre Regime Gedankenpolizei an US-Universitäten "An amerikanischen Universitäten gibt es eine 'Gedankenpolizei'" Internetseite der BüSo, Landesverband Hessen |
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