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Aus der Neuen Solidarität Nr. 47-48/2006 |
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LaRouches mit Spannung erwartetes Internetforum am 16. November 2006 kam diesmal live aus Washington.
Nur zwei Wochen nach dem letzten "Dialog mit LaRouche", der aus Berlin im Internet übertragen wurde, und acht Tage nach den Kongreßwahlen kamen 220 Aktivisten, Gäste und Diplomaten am 16. November in Washington zusammen, um zu hören, was der oppositionelle Demokrat und patriotische Staatsmann Lyndon LaRouche empfiehlt, um nun unter neuen politischen Vorzeichen die akute Weltkrise zu überwinden. Die Veranstaltung begann mit Bachs Motette Jesu meine Freude, aufgeführt vom Chor der LaRouche-Jugendbewegung.
Dann begann LaRouche seine Rede und stellte drei Themen in den Vordergrund: die Weltfinanzkrise, das Desaster im Irak und, als unabdingbare Voraussetzung zu jeder Lösung, die Amtsenthebung des gegenwärtigen Präsidenten und Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten.
Als erstes verwies er auf die Warnungen des ehemaligen US-Finanzministers unter Clinton, Robert Rubin, der vor kurzem erneut vor einer unmittelbar drohenden Zusammenbruchskrise des Weltfinanzsystems gewarnt habe. "Er hat keine Lösungen vorgeschlagen, sondern wies einfach darauf hin, daß man sich mit dieser realen Bedrohung auseinandersetzen müsse, wobei er das Problem bei weitem untertrieb." Rubin sei eben ein Bankier und sehe seine Aufgabe darin, "die Leute auf Trab zu bringen, damit sie einsehen, daß es um die Wirtschaft keineswegs rosig steht, sondern ganz schrecklich, und daß die 80%, ja 90% Menschen in den USA mit niedrigen Einkommen darunter erheblich leiden; daß jeder einzelne Nationalstaat in Kontinental- und Mitteleuropa dabei ist, aus den Fugen zu geraten; daß es in Teilen Südamerikas zwar aufwärts geht, aber das Ausmaß des Elends weiterhin massiv ist. Die Situation in Afrika ist unsäglich. Und wenn die USA untergehen, dann werden China, Indien und die übrige Welt mit untergehen. Eine Kettenreaktion wird nicht eine Depression, sondern in eine allgemeine Zusammenbruchskrise münden, vergleichbar mit dem, was in Europa in der Mitte des 14. Jh. geschah. Man bezeichnete es als neues finsteres Zeitalter: die Hälfte aller europäischen Städte verschwand von der Landkarte, und innerhalb einer Generation schrumpfte die Bevölkerung um ein Drittel." Zum Glück gebe es Lösungen, "wenn wir den Willen haben, sie zu ergreifen".
Als zweiten Punkt nannte er das Problem des Rückzugs aus dem Irak: "Ich nehme an, wir sind alle für den Rückzug aus dem Irak. Aber bei diesem Rückzug ergeben sich praktische Probleme. Deshalb kommt es darauf an, daß man sich verbindlich verpflichtet, dort zu verschwinden - nicht andeutungsweise oder unter bestimmten Bedingungen, sondern als felsenfester Beschluß! Aber wir können dort auch nicht einfach das Weite suchen! Führende Generäle, die den Krieg ablehnen, haben dasselbe gesagt: Nötig ist ein Prozeß, durch den erfolgreiches Disengagement möglich wird, anstatt den schon existierenden, von der Regierung Bush und ihrer Politik herbeigeführten Schlamassel noch zu vergrößern. Deswegen stimme ich sowohl mit denen überein, die einen ,sofortigen Abzug' fordern, als auch mit denen, die meinen, daß wir einen Abzugsplan brauchen, der den Erfordernissen entspricht."
Als dritten Punkt nannte er die Frage der Amtsenthebung von Bush und Cheney. "Einige Demokraten wollen nicht sagen: Wenn wir im Kongreß sind, kommt das Impeachment. Warum? Sie sind für Impeachment, wir auch. Aber abgesehen von Schrumpfköpfen wie Joe Lieberman aus Connecticut, der sich Demokrat nennt, aber von der Republikanischen Partei gewählt wurde - haben Leute wie John Conyers z.B., der den Vorsitz im zuständigen Justizausschuß haben wird, durchaus recht, wenn sie sagen: Wenn ein Präsident vor Gericht gestellt wird, wobei man selbst Richter und Geschworerer sein muß, dann kann man nicht von Anfang an als Ankläger auftreten. Man muß korrekt vorgehen, denn selbst im Zuge äußerst notwendiger Maßnahmen darf man dabei nicht das Recht selbst und die Rechtsvorschriften einreißen. Aber wir, die wir nicht im Kongreß, weder im Senat noch im Repräsentenhaus sind, haben die Verantwortung, auf die erforderlichen Amtsenthebungen zu dringen: Cheney zuerst. Wir machen Druck, sie sorgen für das korrekte Vorgehen. Und solange ihr Vorgehen unserem Druck Genüge tut, wird am Ende schon das Richtige herauskommen."
Später kam LaRouche auf das erste Thema, die Überwindung der Weltfinanzkrise zurück: "Was ist zu tun? Worin besteht die Lösung? Vor allem eines: Nicht den Dollar kollabieren lassen! Wenn der Dollar heute um 20% oder 30% an Wert verlöre, würde das ganze globale System in Form einer Kettenreaktion in ein globales finsteres Zeitalter versinken ... Das Weltsystem ist ein Dollarsystem, obwohl einige Teile der Welt versuchen, aus ihrer allzu starken Vestrickung in Dollarwerte in andere Währungen auszuweichen, können sie ihm doch nicht entfliehen. Denn das ganze globale System beruht letztlich auf der Einlösung von Zahlungen in Dollar. Und wenn man diese Zahlungen nicht zum alten Kurs erhält, dann ist man ebenfalls bankrott! Jedes Land der Welt: China erlebt eine Krise, Indien bricht zusammen, die ganze Welt kollabiert, wenn der Dollarkurs um 30% fällt."
Dehalb müsse man zuallererst begreifen: "Es gibt keine Lösung, es sei denn, ein Dollarkollaps wird verhindert. Wie kann man verhindern, daß der Dollar kollabiert? Zwei Dinge müssen getan werden: Die Regierung der Vereinigten Staaten muß diesen Präsidenten und Vizepräsidenten loswerden!" Denn nur dann könnten die USA den Dollarkurs verteidigen, indem die reale Wirtschaft in Amerika wieder aufgebaut wird - und so den Dollar glaubhaft abstützen kann.
Die nötige Reorganisation des Weltfinanzsystems umriß LaRouche als Vereinbarung zwischen Regierungen, zu einem System ähnlich des Bretton Woods-Systems zurückzukehren, das Nixon 1971 aufgekündigt hatte. "Wir erklären es zur Politik der USA, feste Wechselkursbeziehungen mit anderen Ländern der Welt und ihren Währungen einzugehen; wir schaffen ein neues System, das in Dollar denominiert ist, aber zu einem festgelegten Kurs. Durch vertragliche Vereinbarungen wandeln wir kurzfristige Zahlungsverpflichtungen en masse in langfristige Verpflichtungen mit Laufzeiten von 25 bis 50 Jahren um. Und so können wir aufgrund von Vereinbarungen mit Ländern, die dazu bereit sind, die Welt wieder ins Lot bringen."
Auf dieser Grundlage könne dann "neuer Kredit zu 1-2% Zinsen geschaffen werden, und zwar entweder durch staatliche Geldschöpfung oder durch langfristige Handels- und Kreditvereinbarungen zwischen Regierungen." Als Beispiel nannte LaRouche die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China.
An LaRouches Rede schloß sich ein mehrstündiger Dialog an: Eine Gruppe ehem. US-Militärs wollten wissen, wie LaRouche sich die Überwindung der bürgerkriegsartigen Zustände im Irak vorstellt und wie er seine "Doktrin für Südwestasien" von 2004 auf die heutige Lage anwenden würde?
Der italienische Anwalt Carlo Palermo, der gegenwärtig im Fall des Schiffsunglücks im Hafen von Livorno im April 1991 ermittelt, bei dem 140 Menschen umkamen, bat LaRouche um eine Einschätzung der geopolitisch-militärischen Großwetterlage zum Zeitpunkt der Schiffskollision zwischen dem Ende des ersten Irakkriegs und dem Anfang des Balkankriegs. Welche Rolle habe Cheney in dieser Affäre gespielt?
Ein Mitglied des Politikausschusses der Demokraten im Senat wollte wissen, wie man denn Investitionen im Stile eines neuen Mondprogramms finanzieren solle, wenn nicht einmal genug Geld für die nötigsten Bedürfnisse der zunehmend ärmeren Bevölkerung vorhanden sei?
Ein Mitarbeiter des "Hamilton-Projekts" konstatierte den finanziellen Bankrott der USA und fragte, wie ein Staat "Kredit aus dem Nichts" schaffen könne, und warum dann nicht jedes Dritte Welt-Land das auch tun könne?
Der mexikanische Kongreßabgeordnete Roberto Mendoza wollte wissen, was das mexikanische Parlament zu dem von LaRouche vorgeschlagenen wirtschaftlichen Wandel beitragen könne?
Ein Demokrat fragte, wie man mit den massiven Wahlmanipulationen am 7. November umgehen solle? Ein anderer sorgte sich um die Gefahren, die von der Bush-Administration zwischen jetzt und dem Zusammentreten des neuen Kongresses im Januar ausgeht? Und Ira Hirschhorn von der American Civil Liberties Union (ACLU) brachte die Kampagne zur faschistischen Gleichschaltung der amerikanischen Universitäten auf den Tisch.
Am Ende fragte eine Gruppe junger Leute aus der italienischen Stadt Ascoli Piceno, was man als einzelner Bürger tun könne, um an einer neuen Renaissance mitzuwirken.
Es ist geplant, LaRouches Rede und den anschließenden Dialog nicht nur in der Neuen Solidarität, sondern auch in einer Broschüre umfassend zu dokumentieren.
gal
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Lesen Sie hierzu bitte auch:
Vergessene Kunst: Wie man aus Feinden Freunde macht Internetseite des LaRouche-Aktionskomitees LPAC (in englischer Sprache) |
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