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Aus der Neuen Solidarität Nr. 51-52/2006

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- In eigener Sache -

Gabriele Liebig legt Chefredaktion nieder

Liebe Leser und Abonnenten,

Ich möchte Ihnen mitteilen, daß ich mit Abschluß dieser Ausgabe zum Jahresende 2006 die Schriftleitung der Neuen Solidarität niederlege. Zu dieser Entscheidung hat mich niemand gedrängt, dennoch war es wohl an der Zeit, nach so vielen Jahren den Weg für Neues freizumachen. Ich gebe gerne zu, ich hänge an dieser Zeitung. Als 1974 die erste Ausgabe erschien, war ich bereits in der Redaktion dabei, nach kurzer Unterbrechung in den achtziger Jahren dann wieder, die längste Zeit davon als Chefredakteurin.

Die Neue Solidarität erscheint nun im 33. Jahrgang. Was unterscheidet sie von anderen Blättern? Das sind zum einen strategische Einschätzungen und Hintergrundinformationen, die man sonst nirgendwo anders lesen kann. Die Krisen unserer Tage haben wir nicht nur diagnostiziert und beklagt, sondern auch Lösungsvorschläge gemacht, für die unsere Bewegung sich aktiv in Wahlkämpfen und darüber hinaus einsetzt. Vor allem aber reflektiert unsere Wochenzeitung über die Jahre das Geistesleben innerhalb des Schiller-Instituts und der Bürgerrechtsbewegung Solidarität: Mitglieder steuerten eigene Arbeiten über wichtige Ideen und Persönlichkeiten der Universalgeschichte, aus Wissenschaft und Kunst, Wirtschaft und Staatskunst bei.

Eine besondere Spezialität waren unsere Serien zum Selbststudium natur- wie geisteswissenschaftlichen Inhalts: über C.F. Gauß' findige Berechnung der Bahn des Asteroiden Ceres, über Nikolaus von Kues und die Quadratur des Kreises, über Leonardo da Vincis gekrümmte Perspektive oder über das Geheimnis des Geigenbaus. Nicht zu vergessen die Jahresserien "In einem Jahr durch die Dichtung der Welt" (2000), das wöchentliche Schiller-Gedicht im Jubiläumsjahr 2005 oder die "Griechischen Ausgrabungen" (2006). Dahinter steht die Überzeugung, daß von einer Zeitung wie der unseren mehr verlangt wird als nur Analysen und politische Kampagnen. Die Menschen suchen ja vor allem nach belebenden Ideen, aus denen sie innere Kraft schöpfen können und die ihnen helfen, die Probleme der Gegenwart zu bewältigen, weil sie ihnen ihr eigenes Menschsein vor Augen stellen.

Dies ist nun die letzte Ausgabe für 2006, die nächste Ausgabe im Januar wird unter neuer Leitung entstehen. Ich wünsche dem Team der Neuen Solidarität viele gute Ideen für neue Initiativen und Entwürfe, Lust und Liebe bei der Arbeit, klaren Kopf und selbstständiges Urteil, politischen Mut und bei aller Unbeirrbarkeit in prinzipiellen Fragen ein offenes Ohr für die Anliegen unserer Leser - als Beigabe noch dazu die großen Menschen eigene Aufgeschlossenheit, die sich auch an den Leistungen und guten Ideen anderer Menschen und Völker neidlos erfreuen kann.

"Nun kommt die Schillerzeit" - steht seit langem im Kopf unserer Zeitung. Friedrich Schillers Ratschläge zur ästhetischen Erziehung des Menschen haben wir als Richtschnur durchaus ernst genommen. Der Dichter legt dem "jungen Freund der Wahrheit und Schönheit" ans Herz: "Gib der Welt, auf die du wirkst, die Richtung zum Guten, so wird der ruhige Rhythmus der Zeit die Entwicklung bringen." (9. Brief)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen frohe Weihnachten und das Beste für 2007.

Ihre
Gabriele Liebig

(E-Mail: liebig@solidaritaet.com)