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Aus der Neuen Solidarität Nr. 6/2006
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Widerworte
Die Komödie am Kudamm soll bleiben, dafür setzt sich Friedbert Pflüger, der kommende Spitzenkandidat der CDU im Berliner Wahlkampf, ein. Ein halbes Jahr länger soll sie bleiben, wenigstens. Ein halbes Jahr - das würde etwa bis zur Wahl im September reichen. Die Hauptrollen sind sicherlich schon vergeben, aber eine Nebenrolle für Pflüger - in der Komödie zumindest? Eine Tragikomödie ist die Spitzenkandidatur von Pflüger ohnehin schon, denn wer hätte geahnt, daß er, der noch vor einigen Jahren gegen den Umzug des Bundestages nach Berlin war, jetzt nicht nur im Reichstagsgebäude Abgeordneter ist, sondern sogar noch Regierender Bürgermeister des vereinten Berlin werden will? Wenn es um die Karriere geht, sind manche Leute doch extrem wandelbar.
Lernprozesse auf Umwegen sind immer interessant, zum Beispiel auch im Fall Hans-Olaf Henkel. Da gab es Zeiten, in denen man kaum eine Talkshow im Fernsehen sah, bei der Henkel nicht mit dabei war, nicht bei allen Themen vorneweg. Henkel-Mann, geh' Du voran. Es war schlichtweg zum Kotzen. Jetzt sagt Henkel selbst: "Das ist zum Kotzen ... Ich kann die Sendungen ja selbst nicht mehr sehen ... Ich kann mich manchmal auch nicht mehr hören." Der Fall Henkel gibt Hoffnung - vielleicht kommen ja andere Dauergäste jener Talkshows zur selben Erkenntnis. Vielleicht sogar einige der Talkmaster selbst. Das gequälte Publikum wäre erleichtert.
rap