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Aus der Neuen Solidarität Nr. 29/2006 |
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Bei dem strategischen Seminar der EIR-Nachrichtenagentur am 27. Juni 2006 in Berlin hielt der amerikanische Ökonom und Oppositionspolitiker Lyndon LaRouche die einleitende Hauptrede, die wir hier in Auszügen wiedergeben.
Wir befinden uns in der heutigen Zeit in einer Weltkrise ohnegleichen. Es gab in der europäischen Geschichte seit dem finsteren Zeitalter im 14. Jh. nichts Vergleichbares. Alle Krisen der europäischen Welt seitdem waren weniger entscheidend als dieses finstere Zeitalter des 14. Jh.
Aber dieses finstere Zeitalter ist auch ein Vergleichspunkt. Denn wenn wir die heutige Krise verstehen wollen, und verstehen wollen, wie man die Lösung planen muß, dann müssen wir verstehen, warum im 14. Jh. ein finsteres Zeitalter über Europa hereinbrach - damit wir auf das neue finstere Zeitalter, das heute der ganzen Welt droht, vorbereitet sind. Es gibt Lösungen für dieses Problem. Aber man muß verstehen, nach welchen Spielregeln Lösungen Erfolg haben.
Viele Leute reden vom "Neuen Bretton Woods". Aber selbst der Herr aus dem Iran1, der kürzlich darüber schrieb, fragte dann: "Aber was versteht man eigentlich unter einem Neuen Bretton Woods?" Eine sehr gute Frage. Der Begriff "Neues Bretton Woods" bezieht sich darauf, daß der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, am Ende des Zweiten Weltkrieges ein Währungssystem mit festen Wechselkursen schuf, ohne das sich die Welt nicht von den Folgen des Krieges erholt hätte.
Das Bretton-Woods-System, wie es Roosevelt ursprünglich beabsichtigte, und die praktische Ausführung der Bretton-Woods-Politik unter seinem Nachfolger Truman, waren zwei völlig gegensätzliche Vorstellungen, die nur eines gemeinsam hatten: ein vorübergehendes Währungssystem mit festen Wechselkursen.
Roosevelt war Amerikaner, Truman war es im Grunde nicht ...
In der Zeit nach der Ermordung von Präsident McKinley 1901 bis zum Jahr 1933 wurden die Vereinigten Staaten mit einer Politik regiert, die den Vorgaben der amerikanischen Verfassung völlig widersprach.
Als Roosevelt im März 1933 sein Präsidentenamt antrat, war Hitler schon Diktator in Deutschland geworden. Roosevelt wußte, daß er mit zwei Problemen zu kämpfen hatte: Erstens waren die vorangegangenen amerikanischen Regierungen seit McKinley - den man erschoß, um Teddy Roosevelt zum Präsidenten zu machen - allesamt völlig verdorben, bösartig. Um einen Wirtschaftsaufschwung zu ermöglichen, mußte Roosevelt also das System, das die Depression verursacht hatte, beseitigen. Zweitens mußte er sich auf das Unvermeidliche vorbereiten: auf einen Krieg in irgendeiner Form, woraus dann der Zweite Weltkrieg wurde.
Das kam so zustande. Man muß zum Ende des 19. Jh. zurückgehen, als die britische Monarchie beschloß, einen neuen Weltkrieg anzufangen. Das war unter dem damaligen Prinzen von Wales, dem späteren König (Edward). Frankreich wurde durch verschiedene Operationen, wie den Mord an Präsident Sadi Carnot, die Dreyfus-Affäre und anderes, völlig korrumpiert. Das Übel, das in Frankreich unter Napoleon III. geherrscht hatte, kam wieder zum Vorschein. Die Briten schlossen mit bestimmten Kräften in Frankreich - mit den Leuten, die für die Tradition von Napoleon I. und Napoleon III. standen - ein Bündnis, das als Entente Cordiale zur Grundlage des Ersten Weltkriegs wurde.
Sie nutzten dazu den törichten Kaiser Wilhelm II. aus, der mit den Briten verwandt war, und einen anderen Narren, den russischen Zaren Nikolaus II., der der Nachfolger eines großen Zaren war. Nikolaus war ein Neffe des englischen Königs, Wilhelm ebenso. Und diese drei Narren fingen den Ersten Weltkrieg an. Deutschland hätte ihn gewonnen, wenn nicht die USA den Briten und Franzosen zu Hilfe geeilt wären.
Doch damit war man noch nicht zufrieden. Die Briten schmiedeten umgehend einen Plan, bei dem die Verträge und Verhandlungen über die Flottenstärken Anfang der 20er Jahre im Mittelpunkt standen. Das richtete sich im wesentlichen von Großbritannien und Japan aus gegen die Vereinigten Staaten. Die USA hatten zwar durch ihr Eingreifen aus Japan eine moderne Nation gemacht. Aber in den 80er und 90er Jahren des 19. Jh. hatte die britische Monarchie Japan für seine Zwecke vereinnahmt, und Japan hatte 1894-95 den ersten japanisch-chinesischen Krieg angezettelt. Nun sollte Japan, als Marionette der Briten und mit diesen zusammen, den Einfluß der USA im Pazifik und insbesondere in China ausschalten.
Die Briten förderten im Zusammenhang mit diesen Plänen Japans Kriege gegen China und andere Länder. Teil dieser Politik war auch ein Plan, wie Japan und die Briten zusammen mit anderen europäischen Seemächten die Marine der USA angreifen und vernichten könnten, um die Vorherrschaft der Briten zur See wiederherzustellen. Im Rahmen dieser Vereinbarungen sollte Japan den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor angreifen. Das war Anfang der 20er Jahre.
Später verbündete sich Japan mit Hitler, aber aus dem gleichen Grund. Aus Japan war seit dem Ende des 19. Jh. ein Todfeind der Vereinigten Staaten geworden, und es ging dabei darum, den Einfluß der USA zugunsten des britischen Einflusses zurückzudrängen. Aber Großbritannien entschied dann unter dem Einfluß von Roosevelt, Hitler nicht mehr zu unterstützen, obwohl es ihn bis dahin unterstützt hatte. Zu diesen Leuten, die Hitler an die Macht gebracht hatten, gehörten einige in New York, darunter der Großvater des derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Er unterschrieb damals die Anweisungen, Geld aus einer deutschen Bank zu transferieren, um Hitlers Partei zu stützen und zu erhalten, damit man Hitler im Interesse der französischen Synarchisten und der Bank von England zum Diktator von Deutschland machen könnte.
Gehen wir zurück ins Jahr 1940. Dünkirchen war der Wendepunkt, der in die moderne Geschichte führt. Hitler ließ seine Panzereinheiten bei Dünkirchen anhalten, damit die Briten entkommen konnten. Warum tat Hitler den Briten diesen Gefallen? Hitler hielt die Panzer zurück, weil er die Briten nicht so demütigen wollte, daß sie sich nicht mehr ergeben konnten, wie es die Franzosen gerade taten.
Ursprünglich war der Plan der Nazis, erst nach Osten zu marschieren. Doch dann meinte das Oberkommando der Wehrmacht: "Das ist Wahnsinn. Man darf auf keinen Fall erst Rußland angreifen, solange man die Briten und Franzosen im Rücken hat. Man muß erst die Briten und Franzosen ausschalten." Und mit Hilfe der französischen Synarchisten wurde zugelassen, daß Deutschland Frankreich eroberte. Deutschland war militärisch nicht fähig, Frankreich zu vernichten, sondern die französische Regierung machte den Deutschen die Tür auf! Das waren die synarchistischen Bankiers, auf die wir noch im Zusammenhang mit der Bedeutung eines Neuen Bretton Woods zurückkommen werden.
Doch Roosevelt hatte sich in England eingemischt, und das führte zu der berühmten Erklärung Churchills, falls die deutschen Truppen versuchten, in Großbritannien einzumarschieren, würde die Regierung der britische Flotte - u.a. aus den Kolonien - Befehl erteilen, nach den USA zu fahren und unter amerikanischem Kommando zu operieren. Das war der Wendepunkt des Krieges; es bedeutete, daß die Briten mit den USA gegen Hitler verbündet waren, während vorher die vorherrschenden Kräfte Englands für Hitler gewesen waren. Sie hatten sich Hitler ergeben wollen, um dann die Sowjetunion anzugreifen.
Alles das sind Tatsachen. Aber es widerspricht dem, was allgemein gelehrt wird. Und das lehrt uns: Glauben Sie nicht den Zeitungen. Versuchen Sie nicht, sich zu informieren, indem Sie aktuelle Meldungen aus den Zeitungen oder aus Radio- und Fernsehsendungen interpretieren. In Krisenzeiten sind die Zeitungen die größten Lügner...
Roosevelt starb am Ende des Krieges. Roosevelt hatte die Absicht, den Kolonialismus und alles Vergleichbare aus der Welt zu schaffen - deshalb schlug er auch die Vereinten Nationen vor. Völker unterdrückter Nationen sollten in ihrem Befreiungskampf Hilfe erhalten, und eine neue Ordnung sollte es ihnen ermöglichen, ihre Volkswirtschaften zur wahren Souveränität zu entwickeln. Die Grundlage war im wesentlichen eine dreiseitige Vereinbarung: mit bestimmten Kräften in China, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten.
Sobald Roosevelt tot war, war es damit vorbei. Truman übernahm einen Plan, den sich Bertrand Russell in England ausgedacht hatte, den sog. "vorbeugenden Atomkrieg". Dieser Plan bestand darin, mit Atomwaffen einen vorbeugenden Angriff gegen die Sowjetunion zu führen, um sie zu zwingen, sich einer Weltregierung zu unterwerfen - kein System von Nationen, sondern eine Weltregierung - , als Preis dafür, nicht mit Kernwaffen bombardiert zu werden.
Die Vereinigten Staaten warfen völlig unnötig zwei Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, um die Kernwaffen zu demonstrieren. Das war Teil der Pläne Bertrand Russells - dieses "großen Pazifisten" - , nach dem Motto: Wenn du alle umbringst, herrscht Frieden. Das war Russells Politik, durch ständige Kriege eine Weltregierung zu errichten und den Nationalstaat abzuschaffen, um das zu etablieren, was man heute "Globalisierung" nennt: Abschaffung der Nationalstaaten und statt dessen eine Weltregierung unter einer Kombination von Finanzinteressen, die souveräne Regierungen ausschalten, so wie das heute geschieht.
Vieles von dem, was sich heute vollzieht, ist keineswegs unvermeidlich, sondern vollzieht sich aufgrund eines Prozesses, oder einiger nicht verstandener Prozesse. Das, was heute Nationen wie Deutschland, Frankreich oder Italien oder anderen Teilen der Welt widerfährt, ist Teil einer beabsichtigten, langfristigen Politik. Diese Absicht bezeichnet man als "Globalisierung", und sie trat erstmals in Europa und in den USA kurz nach dem Tode Präsident Roosevelts zutage.
Die Generation des Zweiten Weltkriegs, meine Generation, würde diese Art von Entwicklungen nicht hinnehmen. Und nur weil meine Generation aus den einflußreichen Macht- und Entscheidungspositionen entfernt wurde, bestimmt nun eine jüngere Generation, deren Vertreter sich jetzt im Alter zwischen 50-65 Jahren oder etwas älter stehen, die Geschicke der Welt... Sie waren der Überzeugung, man könne die ältere Generation nicht mehr verändern - meine Generation oder die Generation, die damals älter war und noch lebte. "Man kann ihre Denkweise nicht ändern. Sie halten immer noch am Nationalstaat fest, sie glauben an wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt. Sie glauben an die Landwirtschaft. Sie halten an den Konzepten Roosevelts fest - wie Gesundheitsversorgung für alle, diese Art von Konzepten. Diese Ideen müssen verschwinden - und die ältere Generation hat diese politischen und sozialen Überzeugungen und Werte verinnerlicht. Deshalb müssen wir eine neue Generation an die Macht bringen, die nicht mehr diesen Dingen anhängt", dachten sie.
Seit 1946, seit Beginn dieser rechtsgerichteten Kampagne des Schreckens in den USA und Europa, begann die Mobilisierung für eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft in eine Richtung, die dann für die Generation der 68er, derjenigen, die zwischen 1945 und etwa 1957 geboren wurden, charakteristisch wurde. Diese Generation bevölkerte dann die führenden Universitäten. Und aus den Absolventen dieser Universitäten setzte sich dann die führende Schicht in der Regierung, der Geschäftswelt und den Universitäten zusammen.
Es kam zur Übernahme der Universitäten, zumal die Qualität der dort Lehrenden bereits vor diesem Generationswechsel immer schlechter und schlechter geworden war. 1968 kam es dann in Europa und Nordamerika gleichzeitig zur großen Umwälzung. Und die neuen Werte, die existentialistischen Werte, die der verschiedenen Spielarten des Faschismus - der Frankfurter Schule, der Existentialisten - setzten sich durch. Und aus diesen Demonstrationen entwickelte sich die Grüne Bewegung, vor allem in Deutschland. Und dadurch, durch die grüne Bewegung gegen Kernenergie und gegen Technik im allgemeinen, wurde in Deutschland von innen her erhebliche Zerstörung angerichtet...
Die Politik der Generation, die gegenwärtig die Machtpositionen innehat, und die entweder Unterstützung oder zumindest Akzeptierung einfordert, führt zur Zerstörung der Nationen. Und viele sind bereit, sich dem neuen System mit Namen "Globalisierung" zu unterwerfen. Es soll keine Industrie mehr geben, keine unabhängigen landwirtschaftlichen Familienbetriebe. Man soll sich unterwerfen - aber wem?
Wir erleben heute, daß dieser Prozeß seinen Höhepunkt erreicht hat. Wir haben den Punkt erreicht, an dem die USA nicht die Ursache des Problem sind, sondern das wichtigste Merkmal. Der Ursprung dieses Problems, das man in den USA hat, liegt in Europa. Einige andere Redner werden heute dazu noch einiges zu sagen haben, wie etwa Jeff Steinberg und Cliff Kiracofe.
Ursache des Problems ist im Kern eine Verbindung zwischen einem Phänomen in Frankreich, der sogenannten "Synarchistischen Internationale" - die mit dem Versailler Vertrag das Ruder übernahm - , und den Briten und Holländern. Dieses Bündnis wurde im wesentlichen verkörpert durch die Synarchisten, die mit Lazard Freres verbunden waren, und dort insbesondere mit André Meyer in Frankreich - führende synarchistische Bankiers, die eine Allianz mit Royal Dutch Shell und dem holländischen und britischen Königshaus eingingen.
Die sogenannte Bilderberger-Gruppe spiegelt diese Strukturen wider. Aber sie sind nicht die eigentlichen Drahtzieher, es gibt keine "Bilderberger-Verschwörung". Es handelt sich um eine ganz andere Verschwörung. Aber die Bilderberger treffen sich regelmäßig und sind ein Spiegel des Problems. Dieses Problem hat sein Zentrum in Europa, mit starken Tentakeln in den USA, in den USA bekannt als die "Partei der Verräter", deren Kern aus Finanzkreisen besteht. Dazu gehört auch der Großvater des jetzigen Präsidenten, der Hitlers Machtergreifung zusammen mit den Briten und anderen finanzierte...
Deutschland kann durchaus überleben. Wir haben schon des öfteren darüber gesprochen. Man muß nur ein System staatlichen Kredits einführen. Mit diesem Staatskredit kann man mit angemessenen Investitionen das Wirtschaftsprodukt Deutschlands schneller steigern als die Kreditkosten. Man benötigt dazu nur das richtige Programm vor allem im Infrastrukturbereich. Man muß den Maschinenbau wieder aufbauen usw. Aber das ist nicht erlaubt, insbesondere seit Maastricht. Deutschland wird durch Verbot daran gehindert! Deutschland erhielt vielmehr die Anweisung, das Industriepotential Berlins zu zerstören, auf ein Niveau weit unter dem Stand von 1989.
Solange Europa nicht bereit ist, die politischen Fesseln der Sklaverei in Europa, mit der anglo-französisch-holländischen Allianz an der Spitze, abzustreifen, kann kein Land in West- oder Mitteleuropa überleben. Polen ist schon praktisch tot. Die anderen Staaten des früheren Comecon sind ebenfalls wirtschaftlich praktisch tot, oder dabei zu verkommen und abzusterben. Rußland ist wirtschaftlich geschwächt worden. Es gibt dort zwar im Ansatz ein Wiederaufbauprogramm, aber man setzt es noch nicht um. In Eurasien gibt es im allgemeinen keine Hoffnung für diese Art des Wirtschaftsaufschwungs.
Es gibt einen Wirtschaftsaufschwung in China, aber ist das wirklich ein Wirtschaftsaufschwung? Nicht wirklich. Einige Regionen Chinas wachsen zwar wirtschaftlich, aber dieses Wirtschaftswachstum beruht im wesentlichen auf der Herstellung von Billigprodukten, vor allem für den amerikanischen Markt. Diese Billigprodukte werden nach amerikanischem Muster gefertigt und mit amerikanischen Krediten finanziert. Sollte die amerikanische Wirtschaft zusammenbrechen, würde auch die chinesische Wirtschaft zusammenbrechen - und als Folge davon käme es in China zu einer sozialen Krise. Die Kluft zwischen Arm und Reich, städtischer Bevölkerung und Landbevölkerung ist enorm und Teil der absurden Politik, die China eingeschlagen hat. Milliardäre in einem Land mit sehr armen Menschen - das ist keine intelligente Politik. Man sollte Leuten, die Parasiten sind und Milliardäre werden wollen, keine Steuerfreiheit gewähren, während gleichzeitig eine Milliarde Menschen auf dem Lande in extremer Armut leben und praktisch keine Zukunft haben, wenn es nicht zu Veränderungen ihrer Lebensumstände kommt.
Indien steht besser da als China, weil Indien eine größere inhärente Stabilität aufweist und weniger von den Weltmärkten abhängig ist. Indien verfügt auch über eigenes Wachstumspotential. Sollte Indien sein Projekt eines gasgekühlten Thorium-Hochtemperaturreaktors verwirklichen, das den Erfordernissen entspricht, was ich und andere seit Jahren gefordert haben, könnte ihm eine rasche Verbesserung seiner grundlegenden Infrastruktur und seines Energiebereiches gelingen. Unter bestimmten Bedingungen könnte Indien ein deutlicher Aufschwung gelingen.
Damit hätte das Land mehr Widerstandskraft gegen die politischen Auswirkungen eines allgemeinen Zusammenbruchs als China. China sähe sich rasch einer schweren inneren sozialen Krise gegenüber, die sich unter den gegebenen Umständen möglicherweise in Gewaltausbrüchen manifestieren könnte.
Es gibt so gesehen keine Hoffnung für eine Rettung aus Asien, wenn die amerikanische Wirtschaft zusammenbricht. Und es gibt derzeit keine politische Hoffnung für eine Rettung der Weltzivilisation aus Westeuropa - keine.
Es ist daher falsch, was viele verblendete Menschen sagen: "Wenn die USA als das große imperialistische Ungeheuer untergehen, dann sind wir von der Tyrannei der USA befreit und können vielleicht gemeinsam mit unseren asiatischen Freunden eine Lösung finden." Eine solche Lösung gibt es nicht. Es ist eine große Dummheit, absoluter Unsinn!
Die Zusammenarbeit beispielsweise zwischen Deutschland, Rußland und den Ländern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) ist ein Vorbild für das, was geschehen muß; als Aspekt eines allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs muß es dazu kommen. Das wird aber nicht gelingen, wenn die USA nicht ihre Politik ändern. Und daran arbeite ich. Ich will die USA dazu bewegen, ihre Politik zu ändern, denn sonst hat der Rest der Welt keine Chance, einem neuen finsteren Zeitalter zu entgehen...
Wer ist nun der Rädelsführer in den USA? Wer ist mein Gegner? Der bekannteste und sichtbarste Gegner ist ein Bursche namens Felix Rohatyn. Rohatyn ist ein Faschist. Er wurde von André Meyer protegiert, der Teil der Organisation war, die die Absprachen mit Royal Durch Shell traf, wodurch dann die sogenannte Bilderberger-Gruppe entstand. Das ist die Machtgruppe.
Diese Bankiers verkörpern einen besonderen Typus: Sie investieren zum großen Teil, um Eigentum zu erwerben, nicht vorrangig Geld, denn sie wissen, daß Geldsysteme anfällig sind. Sie wollen das Eigentum unter ihrer Kontrolle haben, wenn die Sache zusammenbricht. Sie wollen die unabhängige Industrie zerstören, die noch nicht von ihnen kontrolliert wird, und sie wollen sich die Kontrolle über die Güter verschaffen, die noch nicht von ihnen kontrolliert werden. Und hierzu sind sie nach den Ereignissen 1971-72 (der Zerschlagung des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse) in den USA sehr systematisch Schritt für Schritt vorgegangen und haben damit das politische und wirtschaftliche System der USA zerstört ...
Wir befinden uns an einem Punkt, an dem das Verhältnis des Zusammenbruchs der Produktion pro Kopf, an dem der Zusammenbruch der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur in Europa und auf dem gesamten amerikanischen Kontinent - aber vor allem in den USA - so groß ist, daß wir auf der Grundlage der bestehenden Schuldenlast das derzeitige Bevölkerungsniveau nicht länger halten können. Es geht nicht. Diese Schulden können nicht bezahlt werden. Es ist unvermeidlich, daß das derzeitige Finanzsystem in sehr naher Zukunft aufhören wird zu existieren. Es ist am Ende.
Aus unseren Erfahrungen mit Roosevelt, aus den Erfahrungen, die wir im Wiederaufbau der Vereinigten Staaten früher und im Wiederaufbau Europas in der Nachkriegszeit gemacht haben - von Kriegsende bis etwa Mitte der 60er Jahre des 20. Jh. - wissen wir, daß diese Herangehensweise auch heute funktionieren würde. Wir müssen in unserer jetzigen Situation nur einen Weg finden, die aus diesen Erfahrungen gezogenen Lehren auf die heutige Lage anzuwenden.
Wir können das gesamte internationale Währungssystem einen Konkursverfahren unterziehen. Es steht nur auf dem Papier. Das System der Federal Reserve der USA ist völlig zahlungsunfähig. Alle diese Banken sind hoffnungslos bankrott. Es gibt nichts, was wir tun können, außer sie für bankrott zu erklären. Dazu muß die Regierung nur einen Schritt tun: Der Präsident und der Kongreß müssen übereinkommen, daß System der Federal Reserve in einem Konkursverfahren der Treuhänderschaft zu unterstellen - und die Lage ist wieder unter Kontrolle. Dann muß man wissen, wie man das System verwaltet, das man unter Konkursverwaltung gestellt hat.
Wie geht man dabei vor? Sehr einfach: Umfassende Infrastrukturprojekte, die über staatliche Kredite mit niedrigen Zinsen finanziert werden. Auf diese Weise baut man die grundlegende Infrastruktur wieder auf und entwickelt die Industrie über diesen Aufbau der Infrastruktur. Man baut Wasserversorgungssysteme auf und die Energieerzeugung und -versorgung und andere Systeme der öffentlichen Hand. Dadurch stimuliert man zugleich den Markt für Privatunternehmen. Je schneller man die Technologie weiter entwickelt, desto mehr kann wachsen. Das ist hier beim Wiederaufbau so gewesen, es wurde teilweise in Frankreich so gemacht, und es wurde in den USA so gemacht.
Es ist kein Problem, ein Finanzsystem einem Konkursverfahren zu unterziehen, denn schließlich "ist es ja nur Papier", wie John Kenneth Galbraith erklärte. Es verfügt über keinen eignen Wert, außer dem, den ihm die Regierung zuspricht. Die eigentlichen Werte sind die physischen Werte. In einer Krise wie dieser darf man nicht versuchen, daß Finanzsystem zu retten. Man muß auf eine geordnete Reorganisation des Finanzsystems hinarbeiten, und das kann nur auf der Ebene von Regierungen geschehen.
Dann muß man staatliche Kreditschöpfung betreiben, um sofort umfassende Infrastrukturaufbauprogramme in Gang zu setzen, die darauf ausgerichtet sind, die Ausweitung der privaten Produktion anzustoßen: in der Landwirtschaft, der Industrie usw. Wir müssen die grüne Ideologie überwinden und zur Denkweise der Zeit vor 1968 zurückkehren, die durch Industrieorientierung auf der Grundlage wissenschaftlich-technischen Fortschritts geprägt war. Auch die Ausrichtung der Universitäten muß sich ändern. Sie müssen produktions-, wissenschafts- und stärker an der Realwirtschaft orientierter arbeiten und wieder auf die Verbesserung der Güterproduktion ausgerichtet sein, damit die Produktivkraft der Arbeit erhöht wird...
1. Gemeint ist Dr. Abbas Bakhtiar, der am 19. Juni 2006 einen Artikel in der Tehran Times über die Notwendigkeit eines Neuen Bretton Woods veröffentlichte. Siehe den Leitartikel in Neue Solidarität Nr. 26, 2006.
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Lesen Sie hierzu bitte auch:
SCO: Baustein eines neuen Weltwirtschaftssystems Ein Neues Bretton Woods - Die Welt von morgen Die Vereinigten Staaten: Faschismus einst und jetzt |
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