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Aus der Neuen Solidarität Nr. 31/2008 |
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Ackermann gegen Neues Bretton Woods, Roosevelt, Tremonti
Bei einer
Pressekonferenz in Washington gefiel sich Deutsche Bank-Chef Josef
Ackermann offenbar in seiner Rolle als Vertreter des „Ancien Regime“ - des
bankrotten Finanzsystems. Mit großer Selbstverständlichkeit erklärte er am 17.
Juli seinen Zuhörern im National Press Club, wieso Investmentbanken und
andere durch Liquiditätspumperei der Zentralbanken und Unterstützung der
Regierungen gerettet werden sollten, bis es zu einem von ihm in drei bis sechs
Monaten in Aussicht gestellten wundersamen Bankenaufschwung kommen
wird. In völliger Realitätsverweigerung behauptete er, auch wenn die
Immobilienkrise in den USA andauern werde, sähe man bereits „den Anfang
vom Ende der Bankenkrise“.
Abgesehen von
entsprechenden Finanzspritzen legt Herr Ackermann aber keinen großen Wert
auf eine Intervention staatlicher Stellen. Die global
agierenden Banken würden sich „selbst regulieren“ und die anderen
Finanzinstitutionen gleich mit. Gemeinsam mit den Vorstandsvorsitzenden
des Versicherungsgiganten ING und der Scotia Bank stellte Herr Ackermann
dann ein neues „Komitee“ aus 300 globalen Finanzfirmen vor, das vom
Institute for International Finance (IIF) ins Lebens gerufen wurde. Die neue
Bankierslobby nennt sich „Global Financial Market Monitoring Group“ und will
mit einem 300-seitigen Bericht das Vertrauen in die Bankensysteme Europas, der
USA und Asiens wiederherstellen. Ackermann hob die „beachtliche Bedeutung“
dieses Komitees hervor. Man werde den Zentralbanken bei ihren politischen
Entscheidungen in gewichtiger Weise zur Seite stehen und sich mit den offiziellen
Stellen „austauschen“.
In der
anschließenden Diskussion befragte ein Vertreter von LaRouches
amerikanischer Nachrichtenagentur EIR Herrn Ackermann, was
er davon halte, daß der italienische Wirtschafts- und Finanzminister
Giulio Tremonti ein „Neues Bretton Woods mit festen Wechselkursen“ und
eine „Rückkehr zu den Prinzipien Rooseveltscher Politik“ verlangt. Der
distinguierte Herr Ackermann verlor seine Contenance, sobald der Begriff „Neues
Bretton Woods“ fiel. Er zog die Augenbrauen empor,
schüttelte den Kopf, und verkündete entschieden: „Nein, das ist
unverantwortlich. Als Ökonom kann ich dem überhaupt nicht zustimmen. Wir können
nicht zurückgehen, weder zu Roosevelt noch zu nationalen Währungen. Wir
sind ein globales System. Stellen Sie sich bloß einmal vor, es gäbe den Euro
nicht mehr, sondern alle diese nationalen Währungen, wie die DM. Das gäbe
monetäres Chaos. Nein, bloß nicht!“
Die anwesenden
Journalisten schienen aber nicht von der „Reputation“ und der
umfassenden Macht des neuen Komitees, die internationale Glaubwürdigkeit
des Bankensystems wiederherzustellen, überzeugt zu sein. Das IIF-Personal hatte
jedenfalls ziemliche Mühe, seinen 300-seitigen Bericht an die Journalisten
loszuwerden, wohingegen die Einladungen zum Internetforum von Lyndon
LaRouche am 22. Juli auf weit größeres Interesse stießen.
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