|
|
Um sein bankrottes Finanzsystem zu stützen, will der Westen den Zugriff auf die wirtschaftlichen Ressourcen Rußlands und Chinas erzwingen.
Nicht zufällig taucht genau in dem Moment, in dem Europa in einer tödlichen Spirale von Hyperinflation, Sparpolitik und sozialem Chaos gefangen ist, auch das Gespenst eines thermonuklearen Weltkrieges wieder am Horizont auf. Während am Persischen Golf und in der östlichen Mittelmeerregion ethnische Säuberungen und religiöse Bruderkriege innerhalb des Islam zunehmen, ist auf der Koreanischen Halbinsel eine akute Krise ausgebrochen, die unmittelbar zu einem nuklearen Krieg führen könnte.
Die nordkoreanische Führung unter Kim Jung-un schlägt weiter kriegerische Töne gegenüber ihren Nachbarn und den USA an, und die Regierung Obama hat bewußt entschieden, nicht auf Diplomatie zu setzen, sondern durch Gegenprovokationen die Lage weiter anzuheizen. Auf verschiedene diplomatische Vorstöße, darunter auch die Bitte, daß Präsident Obama Nordkoreas jungen Staatsführer anruft, reagierten die USA nicht, sondern drohten mit thermonuklearen Vergeltungsmaßnahmen unter dem Deckmantel der gemeinsamen Manöver der USA und Südkoreas.
Ende März flogen US-Langstreckenbomber vom Typ B-2 von ihrer Basis in Kansas nach Südkorea, um dort Bombenattrappen abzuwerfen. Die B-2 sind strategische Bomber, die gewöhnlich mit Wasserstoffbomben bestückt sind. Vom pazifischen Stützpunkt Guam wurden Langstreckenbomber vom Typ B-52 in den koreanischen Luftraum entsandt, als unmißverständliche Botschaft, daß jeder nordkoreanische Angriff auf Südkorea mit einem massiven atomaren Schlag beantwortet werden würde.
Nach Aussage amerikanischer Geheimdienstexperten sind die USA auch ständig mit U-Booten mit Kernwaffen in den Gewässern vor den koreanischen Küsten präsent. Es ist kein Geheimnis, daß die Regierung Obama noch weitere „Abschreckungsmaßnahmen“ erwägt, wie beispielsweise die Stationierung taktischer Kernwaffen in Südkorea.
US-Verteidigungsminister Chuck Hagel machte kürzlich bei einer Pressekonferenz im Pentagon Nordkorea allein für die zum Zerreißen gespannte Lage verantwortlich, doch der Vorsitzende der Vereinten Stabschefs, Gen. Martin Dempsey, äußerte sich zurückhaltender. Dempsey erklärte, die Nordkoreaner reagierten regelmäßig jedes Jahr um diese Jahreszeit, wenn amerikanisch-südkoreanische Manöver stattfinden, mit haßerfüllter Rhetorik. „Daran ist nichts neues“, betonte der General, offensichtlich bemüht, eine weitere Zuspitzung der Lage zu vermeiden.
Dempsey hat vor, im April China zu besuchen, um sich dort mit den Spitzen der Volksbefreiungsarmee und der Zentralen Militärkommission Chinas zu treffen. Im Mai wird er auf Einladung des russischen Generalstabschefs Gerassimow Moskau besuchen. Dempsey ist einer der wichtigsten Vertreter der Fraktion der „Kriegsverhinderer“ innerhalb der US-Institutionen, die verstehen, wie gefährlich die Lage ist, und entschlossen sind, eine Eskalation zum Weltkrieg zu verhindern.
Um den großen Krieg tatsächlich mit Erfolg abzuwenden, muß man verstehen, daß die eigentliche Triebkraft hinter den militärischen Provokationen im Zusammenbruch des transatlantischen Finanzsystems liegt.
Seit zwei Jahren - seit dem Sturz der Regierung Gaddafi in Libyen - warnt Lyndon LaRouche immer wieder, daß die britisch-imperiale Fraktion der radikalen Malthusianer auf eine globale Machtprobe der USA und der NATO mit Rußland und China hinarbeitet. Das Ziel dieser Provokateure ist nicht unbedingt, die Welt in einen thermonuklearen dritten Weltkrieg zu stürzen, schließlich würden sie den auch selbst nicht überleben. Ihr Ziel ist es, Moskau und Beijing so einzuschüchtern, daß sie sich angesichts der verrückten Provokationen der von London gesteuerten Regierung Obama und anderer Kräfte in der NATO einem Diktat unterwerfen. Aber die Versuche, Rußland und China dazu zu bewegen, daß sie die Regierung Assad in Syrien fallenlassen, sind kläglich gescheitert.
Nun wurden die Provokationen nach Nordostasien verlegt und man droht mit einem thermonuklearen Krieg auf der Koreanischen Halbinsel. Auch hier ist das Ziel nicht die Vernichtung der Menschheit, sondern die Kapitulation des Gegners. Denn nur wenn China und Rußland nachgeben und hinnehmen, daß ihre riesigen Ressourcen geplündert werden, kann das hoffnungslos bankrotte globale Finanzsystem noch eine kurze Zeit länger am Leben erhalten werden.
Eine Fraktion im Umkreis der britischen Krone, die seit langem öffentlich eine Verringerung der Weltbevölkerung um 80% fordert, setzt dabei auf den ultimativen Bluff: Sie drohen mit einem Atomkrieg, um Rußland und China zur Kapitulation zu zwingen. Die große Gefahr ist, daß ein solcher Wahnsinn sehr leicht zu einer Abfolge von Fehlkalkulationen führen kann, die dann tatsächlich mit einem thermonuklearen Krieg und der Auslöschung der Menschheit enden.
Die Drohung mit dem thermonuklearen Krieg, sei es auf der Koreanischen Halbinsel oder am Golf, ist jedoch nur ein möglicher Weg in den Untergang. Es gibt noch einen weiteren, der derzeit ebenfalls verfolgt wird. Die britisch-imperale Fraktion arbeitet in ihrem Bündnis mit Saudi-Arabien intensiv darauf hin, in der islamischen Welt einen permanenten Kriegszustand zwischen Sunniten und Schiiten zu schaffen. In einer Welt mit 1,4 Milliarden Muslimen kann ein solcher Konflikt leicht zu einem Völkermord ausarten, der weit über alles hinausgeht, was man bisher in Libyen, Syrien, Irak, Pakistan, Afghanistan und Iran sehen konnte. Auch in Afrika hat London einen solchen Völkermord in Gang gesetzt, eine direkte Folge des „Regimewechsels“ in Libyen und der massiven Bewaffnung der Dschihadisten im Maghreb und am Horn von Afrika.
Zu diesen endlosen Kriegen „jeder gegen jeden“ kommt noch hinzu, daß die Nahrungsmittelerzeugung in vielen Teilen der Welt drastisch schrumpft - nicht zuletzt in Nordamerika -, weil immer weniger in die Wasserversorgung und andere wichtige Infrastruktur investiert wird und weil es nach der Politik der Welthandelsorganisation (WTO) als ein Verbrechen gilt, wenn ein Land die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln anstrebt.
Die Gefahr eines Massensterbens wächst außerdem auch dadurch, daß sich immer mehr medikamentenresistente Krankheitserreger ausbreiten, wovor Lyndon LaRouche und die mit ihm verbundene Fusion Energy Foundation schon in den siebziger Jahren gewarnt hatten.
Nimmt man alle diese Faktoren zusammen, dann droht dem Großteil der Menschheit in den kommenden Monaten und Jahren die Ausrottung, wenn die Politik der imperialen Fraktion nicht überwunden wird.
Die wichtigste notwendige Maßnahme ist jetzt die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern. Wenn endgültig dafür gesorgt wird, daß die Finanzoligarchie auf ihren unbezahlbaren Zockerschulden sitzenbleibt, wäre das die größte Verschiebung der politischen Machtverhältnisse in der Neuzeit. Dann beginnt die anstrengende Aufgabe, diese Welt wieder aufzubauen - aber die Gefahr der Ausrottung der Menschheit wäre gebannt.
Jeffrey Steinberg