Aus FUSION 3/1998:


Der Plasmatorus des Jupiter-Mondes Io

[Jupiter-Mond Io]


Das Hubble-Weltraumteleskop lieferte ebenso wie die Galileo-Sonde beeindruckende Bilder vom Jupiter. Hier der gesamte Jupiter mit herausvergrößertem Io.
Foto: NASA



Ios Plasmatorus ist eine höchst interessante Erscheinung: zustande kommt er durch die Wechselwirkung zwischen Ios Vulkanität und der riesigen Jupitermagnetosphäre. Die Mittelachse des Plasmarings fällt etwa mit Ios Umlaufbahn zusammen, und seine Dicke entspricht ungefähr dem Durchmesser Jupiters. Im Ring bewegen sich energiereiche Schwefel- und Sauerstoffionen mit einer Temperatur von rund 100000°C. Da die Magnetfeldachse Jupiters gegenüber seiner Rotationsachse geneigt ist, bewegt sich Io in diesem Ring während eines Umlaufs auf und ab. Durch den Plasmaring wird eine riesige elektrische Flußröhre erzeugt, die beim Ein- und Austritt durch die Atmosphäre Jupiters große Aurorazonen erzeugt - die schon von den Voyager-Missionen entdeckten "Polarlichter". Diese Aurorae wurden 1994 und 1995 besonders schön vom Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen.