Aus FUSION  3/2004:

KURZNACHRICHTEN


LaRouche fordert Reregulierung von Transport und Ölmarkt
Deutschland: 20.000 Brücken sind marode

Aeroponik als Friedensstifter

Taiwan: Weniger Krebs durch Radioaktivität

Grippenotstand in den USA

LaRouche fordert Reregulierung von Transport und Ölmarkt

Lyndon LaRouche hat in der Endphase des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes gefordert, daß der Staat dringend in zwei lebenswichtige Wirtschaftsbereiche steuernd eingreifen müsse: in den Verkehrssektor, insbesondere die kommerziellen Fluglinien, und in den Weltölmarkt. Man könne mit der Reregulierung nicht warten, bis eine neue Regierung im Amt sei. LaRouche reagierte damit auf die Meldung, daß die Fluggesellschaft U.S. Airways und andere Linien kurz vor dem Konkurs stünden. Keine Regierung einer modernen Nation, noch weniger eine Großmacht wie die Vereinigten Staaten, könnte tatenlos zusehen, wie ihr gesamtes Verkehrswesen zusammenbreche. Der Verkehrssektor müsse wieder der Kontrolle des Gesetzgebers unterstellt werden, und zwar im Zuge eines umfassenden Konkursverfahrens, erklärte LaRouche.

Mit Blick auf den hohen Erdölpreis forderte LaRouche, daß zwischen Förderländern und Verbraucherländern langfristige bi- und multilaterale Lieferverträge auf der Basis eines Faßpreises in der Größenordnung von rund 25 Dollar abgeschlossen würden. Ein solcher fester Preis ermöglichte ausreichende Investitionen in die Erschließung neuer Vorkommen, Verbesserung der Infrastruktur, Ausbau der Raffineriekapazitäten etc., würde aber gleichzeitig die Spekulation als Preisfaktor ausschalten und die weitere Ausplünderung der Realwirtschaft durch unkontrollierte Finanzspekulation verhindern.

Deutschland: 20.000 Brücken sind marode

In einem Brückenzustandsbericht vom 7. Oktober haben die Bausachverständigen der Dekra, einer Art TÜV, der unter anderem für die technische Überwachung von Straßen und Brücken zuständig ist, eine katastrophale Entwicklung festgestellt. Danach seien bei 16% der rund 120.000 Straßenbrücken in Deutschland, also "bei etwa 20.000 Brücken umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich, bei ca. 14.000 Brücken ist die Verkehrs- und Standsicherheit so gefährdet, daß sie sofort gesperrt werden sollten".

Eigentlich sind in Deutschland nach DIN EN 1072 und 1076 Regeln festgelegt, wonach alle drei Jahre eine Brückenprüfung vorgesehen ist, bei der Tragfähigkeit, Tüchtigkeit und Standfestigkeit der Brückenlager, Abdichtungen und Entwässerung der Fahrbahn und der Brückenbauten, die darin enthaltenen Versorgungsleitungen und der Korrosionsschutz der Stahlteile zu prüfen sind. Alle sechs Jahre findet eine "Brückenhauptprüfung" statt, in der nach bestimmten Verfahren auch noch der Untergrund, die Bauteile, die Bewehrung, Nieten- und Schraubverbindungen vor allem in sonst schwer zugänglichen Bauteilen viel intensiver untersucht werden. Jährlich fallen damit Instandhaltungskosten in Milliardenhöhe vorwiegend bei den öffentlichen Haushalten an. Doch nur 60% der erforderlichen Instandhaltungsarbeiten an Straßenbrücken wurden in den letzten Jahren tatsächlich ausgeführt. 40% der erforderlichen Mittel wurden "eingespart". Schon das Hinauszögern dringend nötiger Sanierungsarbeiten an Brücken und anderen Infrastruktureinrichtungen verschwendet volkswirtschaftliches Vermögen, weil es die Kosten der schließlichen Sanierung unnötig steigert.

Aeroponik als Friedensstifter

Die italienische Mittelstandsfirma SAID aus Vicenza hat mit der Universität Jerusalem einen Vertrag über ein gemeinsames israelisch-palästinensisches Landwirtschaftsprojekt abgeschlossen. Die Firma hat sich auf die sogenannte Aeroponik, ein einzigartiges Pflanzenzuchtverfahren ohne Erde, spezialisiert. Dr. Giancarlo Costa, der die Aeroponik entwickelte (siehe das Interview mit ihm in FUSION 4/2001) haben sich zu diesem Zweck auf einem vom italienischen Handelsministerium veranstalteten Treffen mit mehreren italienischen, israelischen und palästinensischen Firmen zusammengetan. Zusammen wollen sie die Grundlage für einen Friedensdialog auf der Grundlage gemeinsamer wirtschaftlicher Entwicklungsprojekte legen.

Taiwan: Weniger Krebs durch Radioaktivität

In einem Gebäudekomplex in Taiwan, in dem außergewöhnlich hohe Radioaktivität herrschte, sind die etwa 10.000 Bewohner, die dort zwischen 9 und 20 Jahren lebten, auf Krebshäufigkeit untersucht worden. Das überraschende Ergebnis: Die Krebssterblichkeit lag dort nur bei einem Bruchteil (ca. 3%) gegenüber der Gesamtbevölkerung. Der 1983 zum Bau von etwa 180 Gebäuden verwendete Stahl hatte Schrottanteile enthalten, der mit ungesetzlich entsorgtem Kobalt-60 versetzt war, was erst 1992 entdeckt wurde. Im Journal of American Physicians and Surgeons Vol. 9, Nr. 1 wurde nun über umfangreiche Untersuchungen der betroffenen Bewohner durch eine Gruppe unter Leitung von W.L. Chen, Leiter der Strahlenschutzabteilung der taiwanesischen Atomenergiekommission, berichtet.

Obgleich viele Bewohner hohe Gesamtstrahlungsdosen erhalten hatten, "ergaben medizinische Untersuchungen keine schädlichen Strahlenkrankheitssyndrome". Auch in Blutuntersuchungen wurden keine Chromosomenveränderungen gefunden. In dem Artikel heißt es sogar: "Insgesamt kam die Atomenergiekommission zu dem Schluß, daß nach den Chromosomenuntersuchungen jene Gruppen, die höhere Dosen abbekamen, geringere Aberrationen aufwiesen."

Weiter heißt es: "Die Beobachtung, daß die Krebssterblichkeit der exponierten Bewohner nur etwa 3 Prozent der Krebssterblichkeit der allgemeinen Öffentlichkeit beträgt,? ist besonders auffällig und deckt sich mit dem Modell der Strahlungshormesis. Diese Einschätzung legt nahe, daß eine chronische Bestrahlung eine sehr wirksame Prophylaxe gegen Krebs ist." Die Untersuchungsergebnisse weichen stark von den Werten ab, die nach gängigen Strahlenschutzstandards auf der Basis eines linearen Strahlungs/Schädigungs-Modells ohne Schwellenwert zu erwarten gewesen wären. Die Autoren empfehlen eine "Neubewertung dieser Standards". Denn offensichtlich würde eine langfristige Strahlenexposition mit Dosen von etwa 5 rem (50 mSv) pro Jahr "die Krebssterblichkeit erheblich senken".

Grippenotstand in den USA

Am 6. Oktober, einen Monat vor den US-Präsidentschaftswahlen, wurde bekannt, daß die Hälfte der für die Wintersaison benötigten 100 Millionen Grippeschutzimpfungen wegen bakterieller Kontaminierung und Produktionsengpässen der Firma Chiron in Großbritannien nicht zur Verfügung stehen werde. Und das, obwohl die US-Gesundheitsbehörden erst vor einigen Monaten vor einer möglichen weltweiten Grippewelle gewarnt hatten, der das Gesundheitswesen des Landes nicht gewachsen sein könnte. Sämtlicher Grippeimpfstoff für die USA wird von nur zwei ausländischen Unternehmen geliefert, eines davon ist Chiron. Es gibt keinen Notplan für eine solche Krise. Den Behörden bleibt nur die Rationierung, denn in so kurzer Zeit läßt sich nicht genügend neuer Impfstoff herstellen. Das Seuchenbekämpfungszentrum CDC hat nur einen Plan für die freiwillige Umverteilung des übrigen Impfstoffs, den das französische Unternehmen Aventis Pasteur liefert.

Es ist nun schon das fünfte Mal innerhalb der letzten sechs Jahre, daß Amerika nicht genug Grippeimpfstoff hat. Die Lage ist Ausdruck des immer schneller kollabierenden öffentlichen Gesundheitswesens. Eine Studie des CDC über die Grippewelle in Los Angeles im Jahr 1997 war bereits deutlich genug: die Zahl der Krankenhausbetten in der Stadt waren stark rückläufig, obwohl gleichzeitig die Einwohnerzahl weiter stieg. Inzwischen wurden allein in Los Angeles 20 weitere Krankenhäuser und viele Kliniken geschlossen, die Gesundheitsversorgung steht vor dem Kollaps.