Aus der Neuen Solidarität Nr. 48/97:


Der Wissenschaftsbetrug hinter dem Treibhauseffekt


Was ist der "Treibhauseffekt"?
Spekulation auf Spekulation

Das IPCC schlägt Alarm

Die "tätigen Geophysiker" reagieren

Der IPCC-Bericht von August-Dezember 1995

Der modifizierte IPCC-Bericht

Die großen Fehler

Die IAPSO-Zahlen

Es wird Zeit, wieder wirkliche Wissenschaft zu betreiben

Von Robert E. Stevenson

Der Ozeanograph Robert Stevenson ist als Berater in Del Mar (Kalifornien) tätig, wo er NASA-Astronauten in Ozeanographie und Meeres-Meteorologie ausgebildet. Stevenson war 1987-1995 Generalsekretär der "International Association for the Physical Sciences of the Oceans" und hat mehr als 20 Jahre lang für das "U.S. Office of Naval Research" (US-Marineforschungsamt) als Ozeanograph gearbeitet. Er schrieb über 100 Artikel und mehrere Bücher, u.a. ein weit verbreitetes und häufig benutztes naturwissenschaftliches Lehrbuch. Den folgenden Artikel haben wir dem amerikanischen Wissenschaftsmagazin 21st Century Science and Technology, Winterausgabe 1996-1997, entnommen.

Die heutige Klimawissenschaft ist unter einer Lawine ideologisch gefärbter Computermodelle lebendig begraben.

Noch Anfang der 70er Jahre dachten die Klimawissenschaftler in Zyklen von 100000 oder mindestens 10000 Jahren und sprachen in diesem Zusammenhang von einer globalen Abkühlung. Wissenschaftlich gesehen wies alles darauf hin, daß sich die Erde nach einer Zwischeneiszeit-Periode von 10000 Jahren auf dem Weg in eine neue Eiszeit befand. Einige Wissenschaftler gingen davon aus, daß es diese Eiszeit vielleicht in einigen hundert oder tausend Jahren geben werde, andere meinten, es könne nur noch 100 Jahre dauern. Bei einer Vorlesung im Scripps-Institut für Ozeanographie in La Jolla, Kalifornien, versetzte beispielsweise Prof. John Issacs 1972 seine gesamte Zuhörerschaft in Angst und Schrecken, als er diese These von einer schnellen Entwicklung hin zur Eiszeit vertrat.

Die Nationale Wissenschaftsstiftung und die Nationale Akademie der Wissenschaften der USA begannen sich mit dem Eiszeitkonzept zu beschäftigten und versuchten Wissenschaftler finden, die sich in der Klimaforschung auskennen. Der Schwerpunkt schien dabei nicht so sehr auf der wissenschaftlichen Forschung zu liegen, sondern es ging darum, Szenarios zu entwickeln, die zeigten, daß sich das Klima sehr schnell verändern und das Verhalten der Menschen drastisch beeinflussen könnte, indem z.B. ganze Bevölkerungsteile gezwungen wären, nach Süden zu ziehen.

Folgendes mag Ihnen einen Eindruck geben: Damals (1974) war die "Katastrophenstimmung" so extrem, daß ich auf die ironisch gemeinte Idee kam, bei der Nationalen Wissenschaftsstiftung einen Antrag auf Forschungsgelder für das Studium der Polynesier zu stellen. Als Begründung gab ich an, es sei nützlich, sich ein Volk genauer anzuschauen, das aus irgendwelchen Gründen - wahrscheinlich wegen Umweltproblemen - samt seiner Habe per Kanu Tausende von Meilen nach Süden gewandert sei und dort auf einer entlegenen Insel eine neue Zivilisation aufgebaut habe. Ich beantragte Gelder für ein Drei-Jahres-Projekt, wozu Bau und Ausstattung eines großen Segelschiffes und auch die Anstellung einiger Ärzte gehörte, die mitfahren sollten. Wir wollten, so gab ich an, zu den wenig bevölkerten Inseln segeln, um von den heutigen Einwohnern dort zu erfahren, was ihre Vorfahren einstmals zu ihrer Wanderung bewegt hätte. (Die mitfahrenden Ärzte und Zahnärzte sollten den Inselbewohner im Austausch für die Auskünfte gegebenenfalls ärztliche Hilfe anbieten.)

Zu meiner großen Überraschung war die Nationale Wissenschaftsstiftung bereit, dieses Projekt zu finanzieren, und man war völlig niedergeschmettert, als es hieß, das Ganze sei nur ein Witz. Die Gremien, die über die Wissenschaftsfinanzierung entschieden, förderten damals auch die ersten Computer-Klimamodelle, wodurch die eigentliche Klimawissenschaft, die auf dem Studien solar-astronomischer Zyklen und deren Korrelation zu langfristigen Klimaveränderungen basiert, begraben wurde.

Zur treibenden Kraft hinter der sog. Klimawissenschaft wurde damals, Anfang der 70er Jahre, die Ideologie und nicht die Wissenschaft. Wenn das Desaster-Szenario der globalen Abkühlung dazu führte, daß fossile Brennstoffe verstärkt genutzt werden müßten und damit ein höherer Grad an Industrialisierung und Bevölkerungswachstum verbunden war, so mußte man eben ein anderes Szenario finden - das genauso angsterregend war, bei dem aber der Mensch als Verursacher und Schuldiger ausgemacht werden konnte. Die eigentliche Absicht dahinter war, die Leute dahingehend zu beeinflussen, daß sie die Wissenschaft für Umweltkatastrophen verantwortlich machen und weniger Ressourcen verbrauchen würden. Und die Weltbevölkerung, insbesondere der farbige Teil derselben, sollte verringert werden.

So flossen zunehmend mehr Finanzmittel in die Klimawissenschaften, und in gleichem Maße nahmen die Klimamodelle sowie die Propaganda von der "globalen Erwärmung" und vom "Treibhauseffekt" zu. Die eigentliche Klimawissenschaft, die auf dem Studium der solar-astronomischen Zyklen, der Ozeanographie, der Geologie usw. basiert, blieb dabei auf der Strecke.

Was ist der "Treibhauseffekt"?

Daß es einen "Treibhauseffekt" gibt, ist seit mehr als 100 Jahren bekannt und Gegenstand vieler wissenschaftlicher Untersuchungen. Daß es offensichtlich bestimmte Gase sind, die den "Treibhauseffekt" bewirken, ist ebenfalls bekannt: Dazu gehören Kohlendioxid, Methan, Stickoxide, Ozon und Wasserdampf. Dieser "natürliche" Treibhauseffekt (der "anthropogene" Anteil der letzten 150 Jahre nicht mitgerechnet) reichte aus, die Temperatur der Erdatmosphäre in den vergangenen 12000 Jahren um 15 Grad Celsius zu erhöhen, was im wesentlichen durch die Gegenwart von Wasserdampf und Kohlendioxid bewirkt wurde. Zieht man in Betracht, daß die Temperatur zuvor etwa 5 Grad Celsius betrug und das gesamte Gebiet von Nordamerika bis nach Illinois und ganz Nordwesteuropa von Gletschern bedeckt war, so wirkte sich dieser Temperaturanstieg - gelinde gesagt - äußerst vorteilhaft für die Menschheit aus.

Bereits 1896 hatten Svante Arrhenius und seine Kollegen an der Universität Oslo in Norwegen Überlegungen angestellt, ob das infolge zunehmenden Verbrauchs fossiler Brennstoffe verstärkt freigesetzte Kohlendioxid Klimaveränderungen bewirken könnte. Und schon ein paar Jahrzehnte zuvor hatten sich die damals bedeutenden Wissenschaftler Jean-Baptiste Fourier und John Tyndall mit diesem Thema beschäftigt.

1956 überzeugte Svantes Sohn Gustav den Direktor des Scripps-Instituts für Ozeanographie in La Jolla, Kalifornien, daß es Zeit sei, den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre regelmäßig zu messen. Dessen damaliger Direktor Roger Revelle war einverstanden und beauftragte Dave Keeling von der technischen Universität Kalifornien damit, auf dem Berg Mauna Loa auf der Insel Hawaii ein CO2-Laboratorium einzurichten. In dieser Höhe würde es über der vom Meer beeinflußten Schicht der Atmosphäre und damit in "unberührter" Luft liegen.

1970 hatte Keeling genügend brauchbare Meßergebnisse zusammengetragen, und Revelle meinte, es sei wissenschaftlich abgesichert, wenn er jetzt verkündete, daß der CO2-Gehalt der Atmosphäre zunehme. Und da es damals noch keine mikrochemischen Analysen zur Unterscheidung von Kohlenstoff-12 und Kohlenstoff-13 gab, schien es auch logisch anzunehmen, daß die CO2-Zunahme auf die Verbrennung fossiler Brennstoff zurückgehe.

Anfang der 80er Jahre wurden weitere Kohlendioxid-Meßstationen eingerichtet, insbesondere auf Bermuda und in der Antarktis. Auch wurde es möglich, mit Hilfe hoch fliegender Flugzeuge und Ballons brauchbare Meßproben zu bekommen. Die Messungen aller Stationen im Jahre 1990 zeigten, daß der CO2-Gehalt 23% höher lag als 1840. Diese 23% sind jedoch in Wirklichkeit eine Schätzung, da es 1840 noch gar keine verläßlichen Messungen des CO2-Gehalts der Atmosphäre gab.

Somit ist diese Angabe eines 23prozentigen Anstiegs von Kohlendioxid nicht ganz so verläßlich, wie wir es uns wünschen würden. Aber es gibt einen CO2-Anstieg, und er muß auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzuführen sein. Worauf denn sonst? So wurde eine Behauptung geboren, und sie fand starke Verbreitung, da sie von der immer mehr anwachsenden grünen "Umweltschützer"-Bewegung genährt wurde. Diese Leute fanden Gleichgesinnte, die über Computer mit genügend Speicherkapazität verfügten, um genügend Informationen zu verarbeiten und die Voraussagen plausibel erscheinen zu lassen.

In der Folge entwickelte sich eine Story, die glaubwürdig erschien, wenn wir die "Beweise" glaubten. Und wer "im Volk" hätte einen Grund, das anzuzweifeln, was "die Wissenschaftler" oder "die Forscher" sagen? Die Story - wir kennen sie alle - lautet folgendermaßen: Die zunehmenden Mengen von CO2, Methan, Ozon, Stickoxiden und der vom Menschen hergestellten Komponenten aus der Familie der Freone werden den Treibhauseffekt verstärken. Die Zunahme dieser Stoffe bewirke, daß ein größerer Teil der von der Erde reflektierten Sonneneinstrahlung als Wärme in diesem hochaktiven "Treibhaus" "gefangen" bleibe, und daher steige die Mitteltemperatur auf der Erde an.

Die Folgen davon - so geht die Story weiter - werden entsetzlich sein: Der Meeresspiegel wird steigen, da das Polareis schmilzt; große Teile bewaldeter und landwirtschaftlicher Flächen werden überschwemmt; die zunehmende Verdunstung wird sämtliche Bewässerungssysteme vernichten; es wird Dürreperioden und Überflutungen oder Schlimmeres geben.

Das letzte Mal, als es auf der Erde wesentlich wärmer war als heute, während des "klimatischen Optimums" in der Zeit von etwa 1200 bis 1400, wurde in England und Grönland ("Grünland") Wein angebaut. Noch um 1800 wuchsen Orangen in Natchez, Missouri, und die Sahelzone war eine weite, grasbewachsene Ebene. Von dieser längeren Perspektive aus gesehen kann man heute keineswegs von einer Aufwärmung des Erdklimas sprechen.

Spekulation auf Spekulation

Wie auf eine Erwärmung der Atmosphäre - vorausgesetzt es gibt sie überhaupt - zu reagieren sei, darüber wurden und werden natürlich unterschiedliche Ansichten vertreten. Die einen argumentieren: Bei einer Erwärmung der Ozeane würde sicher mehr Wasser verdampfen, es gäbe mehr Wolken und mehr Niederschlag. Die dichtere Wolkendecke würde die Sonneneinstrahlung vermindern und damit ein Absinken der Temperaturen auf der Erde bewirken. (V. Ramanthan von Scripps hat diesen Umstand verifiziert.) Der vermehrte Niederschlag führte dazu, daß sich die Gletscher auf den Kontinenten, in der Antarktis und in Grönland vergrößern, so daß der Meeresspiegel eher absänke als anstiege. Die Niederschlagszunahme würde sich positiv auf das Wachstum der Vegetation, den Getreideanbau und der Wälder auswirken. Damit verringerten sich die Dürregebiete, und die Nahrungsmittelversorgung verbesserte sich weltweit.

Somit baut eine Spekulation auf der anderen auf. Wirkliche Antworten kann es erst geben, wenn wir über die Interaktionen und Verhältnisse im gesamten Umweltsystem der Erde mehr wissen als heute. Das muß Gegenstand der Forschung werden.

Die Verfechter der Klimamodelle haben jedoch keinerlei Konzept dieser Art. Insbesondere nachdem James Hansen vom Goddard Space Flight Center der NASA im Sommer 1988 - damals erlebten wir einen der heißesten Monate der Geschichte - vor einem Kongreßausschuß verkündete: "Die globale Erwärmung ist da", war in Anbetracht der damals in Washington herrschenden Temperaturen für jedermann klar, daß dies wahr sein mußte. Es brach Panik aus.

Für die Wissenschaftler in den staatlichen Laboratorien und staatlich finanzierten Instituten, für die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Worldwatch, World Wildlife Fund, Sierra Club, Greenpeace und für eine Reihe internationaler Organisationen, die auf einen cause célèbre warteten, versprach diese Erklärung und die Tatsache, daß sie von politischer Seite Akzeptanz erhielt, den großen Geldsegen. Neue Ämter wurden geschaffen wie z.B. das U.S. Office of Climate Change, und neue internationale Gruppen entstanden wie z.B. das International Geo-Biosphere Program.

Die Vereinten Nationen, wo Kontrolle das Schlüsselwort ist, organisierten rasch das UN-Umweltprogramm (UNEP), an dessen Spitze der (inzwischen zurückgetretene) Sozialwissenschaftler Dr. Noel Brown als Direktor stand. UNEP initiierte umgehend das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC - übersetzt etwa "Regierungsübergreifendes Gremium für Klimawandel"), das mit Geldern der Meteorologischen Weltorganisation (WMO) finanziert wurde. Im Gegenzug gründete die WMO das Weltklima-Forschungsprogramm (WCRP) - und die Gelder flossen reichlich.

Eines der ersten "Produkte" dieser Claqueure war der Entwurf eines "Vertrages", der von der ganzen Welt auf einem internationalen "Gipfel" unterzeichnet werden sollte, damit der wachsende Einfluß der Menschheit auf die Umwelt der Erde verlangsamt oder sogar gestoppt werden könnte, um so die Katastrophe zu vermeiden, die sich aus Computermodellen ergab. Die Menschen, vor allem diejenigen, die ein "gutes Leben" in der westlichen Welt führten, waren in diesem Szenario die "Bösewichter", welche die Kontrollen am meisten zu spüren bekommen würden. Diejenigen in den weniger wohlhabenden Gesellschaften, die nicht über die Mittel verfügten, den "erkennbaren menschlichen Einfluß auf das Weltklima" zu verringern, sollten von den "Bösewichtern" mit etwa 150 Mrd. Dollar jährlich unterstützt werden.

So kam es zum "Erdgipfel" in Rio, auf dem die Unersättlichkeit der "westlichen Welt" gegeißelt wurde. Mit Ausnahme nur weniger Länder unterzeichneten alle die "Verträge", welche der UN Vollmacht gaben, jene menschlichen Aktivitäten zu kontrollieren, die nach den Computermodellen das Weltklima nachhaltig negativ beeinflußten. Zu den Ländern, die dem Vertrag nicht beitraten, gehörten die USA, die frühere Sowjetunion, China, Indien und die Europäische Union.

Das IPCC schlägt Alarm

Noch bevor der Rio-Gipfel im Sommer 1992 stattfand, schien es erforderlich, ein "offizielles" Schriftstück vorzulegen, das die Auswirkungen des "menschlichen Einflusses auf das Weltklima" dokumentierte. Diese Dokument wurde 1990 geflissentlich vom IPCC verfaßt, unter Beteiligung einer Gruppe der etwa 200 "kompetentesten Fachleute" aus den Mitgliedstaaten der UN.

Unter Vorsitz des bekannten Meteorologen Dr. Bert Bolin gehörten der Gruppe Unentwegte wie der Brite Sir John Houghton, Thomas Wigley von der Amerikanischen Behörde für Ozeanographie und Atmosphäre (NOAA) und andere angesehene Wissenschaftler an. Aber es gab auch eine Reihe von Mitgliedern, die wahrscheinlich in krassen Interessenkonflikten standen, wie etwa Melvin Hedger, klimapolitischer Beauftragter des Worldwilde Fund for Nature (der frühere WWF). Wissenschaftliche Wahrhaftigkeit konnte von Wissenschaftlern wie Bolin, Houghton, Wigley und ähnlichen erwartet werden. Der Wert der Mitarbeit erklärter Umweltschützer, die andere Interessen vertraten als die wissenschaftliche Wahrheit, war eher fragwürdiger Natur.

In dem IPCC-Bericht von 1990 hieß es, in diesem Jahrhundert sei der CO2-Gehalt um mehr als 30%, die Durchschnittstemperatur um 1,2°-1,5°C und der Meeresspiegel um 50-60 cm angestiegen. Dann sagte man bis zum Jahr 2050 einen weiteren CO2-Anstieg um noch einmal 50%, einen Temperaturanstieg in der Atmosphäre um 3-4°C und einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels um sechs Meter voraus, wenn die polaren Eiskappen aufgrund des Treibhauseffektes abschmölzen.

Der Zeitraum war geschickt gewählt - denn wer von diesen Spaßvögeln wird 2050 noch leben, um mit seinen früheren Vorhersagen konfrontiert zu werden?

Die "tätigen Geophysiker" reagieren

Ich muß deutlich sagen, daß die "tätigen Geophysiker" - die Ozeanographen, die Meteorologen, die Atmosphärenchemiker und -physiker sowie die Klimatologen im allgemeinen - von der ungeheuren Publizität, mit der sich diese eindeutigen Spekulationen in den Medien und der Boulevardpresse verbreiteten, völlig überrascht waren. Spekulationen wurden publiziert, ohne daß es wissenschaftliche Forschungsergebnisse gab, die diese Behauptungen stützten. Aber wie sollte die Öffentlichkeit das wissen? Darüber hinaus schien es, als ob Journalisten, Verleger sowie die elektronischen Medien sich über Nacht von Berichterstattern in Interessenvertreter verwandelt hätten.

Anerkannte Wissenschaftler stritten ab, daß es überhaupt eine Atmosphärenkrise gab. Nils-Axel Morner von der Universität Stockholm trat auf einer Veranstaltung der Amerikanischen Vereinigung für den Fortschritt der Wissenschaften der Vorhersage entgegen, daß es einen Anstieg des Meeresspiegels gebe. Er erklärte, in den Gletschern der mittleren Breiten sei einfach nicht genug Wasser vorhanden, um einen derartigen meterhohen Anstieg hervorzurufen. Ein Temperaturanstieg um 4°C, wie die Computermodelle für 2050 vorhergesagt hatten, würde den Meeresspiegel lediglich um 1,2 cm ansteigen lassen. Aber über Morners Erklärungen wurde am folgenden Tag weder in der New York Times nach an anderer Stelle berichtet.

Robert Stewart von der Viktoria-Universität in Vancouver in British Columbia hielt im August 1988 die Hauptrede vor der Joint Oceonographic Assembly im mexikanischen Acapulco über die weltweiten Faktoren, die eine Veränderung des Meeresspiegels hervorrufen. Er sagte dort, nach allem, was bekannt sei, sei der eustatische Meeresspiegel in den vergangenen zwei Jahrhunderten um nicht mehr als 1 mm pro Jahr angestiegen, und es seien keine natürlichen oder anthropogenen Umstände zu erkennen, die diese Anstiegsrate im kommenden Jahrhundert verändern sollten.

K.O. Emery und David Aubrey vom Ozeanographischen Institut in Woods Hole bestätigten Stewarts Analyse in ihrer Untersuchung Sea Levels, Land Levels and Tide Gauges, a tour de force, in der sie alle Gezeitenmessungen weltweit im Zeitraum 1880-1980 analysierten. In den betreffenden 100 Jahren stieg der eustatische Meeresspiegel um 11cm - dies entspricht etwa dem Zuwachs von 1 mm pro Jahr, um den das juvenile Wasser, das aus Magmaherden stammt und erstmalig in den Wasserkreislauf eintritt, den Meeresspiegel ansteigen läßt.

Der weltweit renommierte und geachtete Klimatologe Bob Balling von der Universität Arizona (der nicht vom IPCC eingeladen wurde), erklärte auf einer Konferenz der Hilfsorganisation Doctors for Desaster Preparedness in Tuscon:

"Von 1979 bis 1990 und während der schnellsten Zunahme der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre zeigten satellitengestützte Temperaturmessungen lediglich eine planetare Erwärmung von 0,001°C. (Messungen aus den Jahren 1991 und 1992 verringerten diesen Wert aufgrund des Abkühlungseffekts, der durch die vom Vulkan Pinatubo freigesetzten Aerosole bewirkt wurde.) Die meisten numerischen Klimamodelle zeigen, daß die Erwärmung (unter der Voraussetzung des bekannten Anstiegs des CO2) im gleichen Zeitraum etwa 0,3°C betragen müsse. Die Satellitendaten zeigen aber praktisch überhaupt keine Erwärmung und stützen mit Sicherheit nicht die Behauptung einer sich beschleunigenden Erwärmung in den letzten Jahrzehnten.

Aufgrund der weltweiten Daten und der vorliegenden Datenberge regionaler und hemisphärischer Messungen... bin ich fest überzeugt, daß die beobachteten Veränderungen der planetarischen Temperatur angesichts der bekannten Konzentrationsanstiege verschiedener Treibhausgase nicht mit den erwarteten Veränderungen übereinstimmen. Die meiste beobachtete Erwärmung erfolgte vor dem Eintrag des Großteils der Treibhausgase in die Atmosphäre (in den 20er˙und 30er Jahren). Der Umfang der Erwärmung ist zu gering, um die Katastrophenvorhersagen zu rechtfertigen. Viele andere Faktoren neben dem Anstieg der CO2-Konzentration sind für die Richtung und die Veränderungen der planetaren Temperatur verantwortlich. Darüber hinaus trat die Erwärmung nicht an den richtigen Orten auf (z.B. in der Arktis), wie von den Modellen vorhergesagt wurde. Zudem erfolgte ein Großteil der Erwärmung in der Nacht, was kaum durch den Treibhauseffekt erklärbar ist.

Einfach gesagt, die Klimaaufzeichnungen des letzten Jahrhunderts oder Jahrzehnts weisen nicht in die Richtung einer Treibhaus-Apokalypse."

Viele Wissenschaftler weltweit griffen diese Äußerungen Bob Ballings auf und begannen sich nun kritisch mit den Computermodellen auseinanderzusetzen. Die Probleme dieser Modelle bestehen seit den 80er Jahren darin, daß sie zu viele Faktoren konstant halten. Veränderungen in der Oberflächentemperatur des Ozeane, die Auswirkungen der Bewölkung, Tiefseekonvektionen und -strömungen sowie der Lorenzsche "Schmetterlingseffekt" werden entweder ignoriert oder als konstant gesetzt oder sogar rückwirkend eingeführt. Wenn die Bewölkung berücksichtigt wird, nimmt man einfach an, sie führte zu einer Erwärmung, auch wenn alle Satellitenmessungen zeigen, daß Wolken die Erde eher abkühlen als aufheizen.

Verschiedene gewissenhafte Forscher, die sich mit Modellen beschäftigen, wie Michael Schlesinger von der Universität Oregon in Corvallis, erklärten: "Man hat allen Grund, (gegenüber den heutigen Modellen) skeptisch zu sein, aber sie stellen das Maximum dar, was wir heute erreichen können. Unsere Möglichkeiten, den Treibhauseffekt nachzuweisen, sind praktisch Null." Schlesinger war einer der etwa zwei Dutzend Wissenschaftler, die gleichfalls mit Zurückhaltung reagierten. Einige von ihnen arbeiten in staatlichen Laboratorien, bei der NOAA und der NASA. Doch nach einigen Monaten hörte man nichts mehr von ihnen, und man kann sich leicht vorstellen, daß ihre Argumente niemals den Weg in die populären Medien fanden.

Wissenschaftler, die nicht direkt der Kontrolle durch Regierungsbehörden unterstehen oder von öffentlichen Geldern abhängig sind, veröffentlichten weiterhin Zahlen und Daten, die eine gegensätzliche Auffassung als die des IPCC, der WMO, von Nichtregierungsorganisationen oder "abhängiger" Wissenschaftler vertreten.

Einer der aufschlußreichsten Angriffe gegen die Treibhaus-Hypothese kam von hochangesehenen Wissenschaftlern der Universität in Oslo. Nach einer detaillierten Untersuchung des Anteils stabiler Kohlenstoffisotope an sämtlichen Kohlenstoffverbindungen, die CO2 in die Atmosphäre eintragen, aus 3000 Jahre alten antarktischen Eiskernen und nach einer Auswertung von Dave Kellings Daten von Mauna Loa und anderen Meßstationen auf der nördlichen Halbkugel erklärte Dr. T.V. Segalstadt von der Universität Oslo:

"Mindestens 96% des derzeit in der Atmosphäre befindlichen CO2 ist nichtfossilen Ursprungs, d.h. es ist marinen oder juvenilen (vulkanischen) Ursprungs. Was den CO2-Haushalt der Atmosphäre angeht, sind Gasabscheidungen marinen und juvenilen Ursprungs weit wichtiger und die Verbrennung von Treibstoffen und Material biologischen Ursprungs weit weniger wichtig als bisher angenommen."

Dieses Zitat stammt aus einem Papier, das Segalstadt 1992 auf der Chapman-Konferenz in Hawaii zum Thema "Klima und vulkanische Aerosole" vorlegte. In den folgenden zwei Jahren vertieften er und seine Kollegen an der Universität Oslo ihre Studien über den Anteil von Kohlenstoffisotopen an weiteren Tausenden von Proben aus der Atmosphäre und Stratosphäre in allen Teilen der Welt, wobei sie zeigen konnten, daß die Anteile nicht von denen abwichen, die sie 1992 festgestellt hatten. Zu dieser Zeit stimmte selbst Dave Keeling in Scripps und Mauna Loa darin überein, daß der größere Teil des atmosphärischen CO2 aus natürlichen Quellen stamme.

Man kann sich die Reaktionen der Umweltschutzaktivisten leicht ausmalen, als sie hörten, es gebe gar keinen Treibhauseffekt, und die menschlichen Aktivitäten hätten keinen Einfluß auf Atmosphäre und Stratosphäre, und außerdem sei keine wissenschaftliche Begründung in Sicht, daß es jemals einen anthropogenen Einfluß auf das Weltklima geben werde. Die Umweltschützer drückten ihr Erschrecken über diese "gefühllose Mißachtung zukünftiger Generationen" aus, wie sich einer von ihnen ausdrückte. Sie reagierten mit Beschimpfungen: Jeder Wissenschaftler, der die Treibhausthese ablehnte, wurde als "Spinner" abqualifiziert. Sie forderten noch strengere Beschränkungen, als sie ohnehin schon auf lokaler, nationaler und internationalen Ebene vorgesehen waren. Und, man kann es kaum glauben, Umweltschützer scheuten auch vor persönlichen Drohungen gegen das Leben, die Karriere und die Angehörigen derjenigen von uns nicht zurück, die sich der wissenschaftlichen Wahrhaftigkeit verpflichtet fühlen.

Ich will hier keine langatmigen Details über das Zusammenspiel zwischen Wissenschaftlern und Umweltschutzinteressen aufzählen, das sich zwischen 1990 und dem nächstfolgenden IPCC-Bericht von 1995 abspielte. Weder die geophysikalischen Daten noch die Veröffentlichungen oder die Diskussionen aktiver Wissenschaftler scheinen auch nur den geringsten Einfluß auf IPCC, WMO oder UNEP gehabt zu haben.

In den breiten Medien gab es niemals Zweifel: Die "Treibhausverfechter" waren die klaren Gewinner. Aber in der wissenschaftlichen Literatur haben die ernsthaften Forscher die "Treibhausverfechter" klar in den Schatten gestellt. Seit 1992 habe ich persönlich mehr als 2800 wissenschaftliche Veröffentlichungen sorgfältig überprüft, die der Treibhausthese widersprechen.*

Der IPCC-Bericht von August-Dezember 1995

Der langerwartete Bericht des IPCC, der, wie jeder wußte, eine starke Überarbeitung des Berichts von 1990 sein würde, war eine "Komödie von Fehlern".

Im April 1995, drei Monate, bevor der Bericht veröffentlicht werden sollte, trafen sich die Mitglieder des IPCC sowie von verschiedenen Ländern ernannte Beobachter im niederländischen Maastricht, um den vom "Stab" des IPCC erstellten Entwurf zu begutachten und zu kommentieren. (Das IPCC hat natürlich einen Stab. Oder glauben Sie etwa, die "großen Namen" an der Spitze würden alle ihre Forschungen, Durchsichten, Vertiefungen, Analysen, Interpretationen und Niederschriften selbst durchführen?)

Die Mitglieder sollten den Entwurf einige Wochen vor dem Treffen erhalten und sich dann in Arbeitsgruppen aufteilen, um die vielen Kapitel und Themen des Berichts abzuhandeln. Nicht nur hatte keines der Mitglieder das Entwurfsdokument rechtzeitig erhalten, sondern es waren noch nicht einmal Kopien verfügbar, als sie in Maastricht eintrafen. Dennoch übergab der Stab - wer immer das auch ist - während der Konfusion der ersten Tage der versammelten Weltpresse einen Bericht mit dem Titel "Schlüsse aus den IPCC-Studien der letzten drei Jahre". Wie erwartet hatte diese Presseerklärung keines der Mitglieder des Panels zuvor gesehen.

Dr. Fred Seitz, ehemaliger Präsident der amerikanischen Akademie der Wissenschaften, ehemaliger Präsident der Rockefeller-Universität und gegenwärtiger Direktor des Marshall-Instituts (neben anderen Referenzen), war nicht nur unzufrieden, sondern empört. Er kehrte nach Washington zurück und versuchte sofort beim US-Außenminister und dem Präsidenten der Akademie der Wissenschaften Termine zu bekommen. Das Ergebnis dieser Gespräche waren Protestnoten an UN-Generalsekretär Bhoutros Bhoutros-Ghali, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, WMO und Bert Bolin, den Präsidenten des IPCC. Die Presseerklärung wurde zurückgezogen. Wurde einer der Stabsmitarbeiter des IPCC entlassen? Nein.

Das nächste IPCC-Treffen fand 1995 in Boulder, Colorado, im Rahmen der XXI. Generalversammlung der Internationalen Geodätischen und Geophysikalischen Union statt, wo der "offizielle" IPCC-Bericht in mehreren achtstündigen Beratungen diskutiert wurde. Das IPCC hatte tatsächlich die Vorhersagen, die 1990 gemacht wurden, abgeändert. Die offensichtlichste war die Änderung des Vorhersagedatums von 2050 auf 2100.

Der modifizierte IPCC-Bericht

Ja, sagt der Bericht, der CO2-Gehalt werde als Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe weiter ansteigen. Interessanterweise wurden weder die Forschungen von der Universität Oslo erwähnt, noch gab es Informationen bezüglich des CO2-Eintrags in die Ozeane. Dem ansteigenden Eintrag von Methan in die Atmosphäre wurde breiter Raum gewährt - wobei allerdings versäumt wurde, auf die Methanfreisetzung durch Vulkanausbrüche einzugehen, wovon es in diesem Jahrzehnt dreimal mehr gab als in den vorangegangenen 40 Jahren.

Es wurde erklärt, daß die "letzten Jahre die wärmsten seit 1960" waren und daß die "globalen Mitteltemperaturen seit Ende des 19. Jahrhunderts zwischen 0,3 und 0,6° Celsius angestiegen sind." Das IPCC erwähnt jedoch nicht, daß die Jahre zwischen 1920 und 1940 die absolut wärmsten dieses Jahrhunderts waren. Es ist auch interessant, daß der jahrzehntelange Anstieg, der nun vom IPCC "bestätigt" wurde, fast genau den Messungen der Meteorologen entspricht, wie sie von Bob Balling ermittelt und berichtet wurden. Dieser wurde allerdings nicht genannt, obwohl der Bericht eine ziemlich lange Bibliographie enthält.

In der "Zukunft" werde der CO2-Gehalt 500 ppmv (Teile pro Million Volumen) erreichen, sagt der Bericht - bis zum Jahr 2100 vermute ich. Das wird nicht ausdrücklich gesagt. Und dieser Anstieg in diesem Jahrhundert würde die Temperatur um 1°C steigern. Ein Grad Celsius! Mit anderen Worten, wir nehmen all das auf uns für ein Grad Celsius. Drei Zehntel eines Grades liegen in der normalen Fehlertoleranz (für Thermometer), und fünf Zehntel eines Grades sind immer noch unsicher wegen des "Wärmeinseleffekts" von Städten, der dazu neigt, die gemessenen Durchschnittstemperaturen künstlich anzuheben.

Was das Meeresniveau angeht: Der Bericht behauptet, daß "globale Meereshöhen im vergangenen Jahrhundert um 10 bis 25 cm gestiegen sind." Zehn ja, aber 25 niemals, würde ich meinen. Die ansteigenden Temperaturen der Atmosphäre von 0,6 bis 1,0°C würden zu einem Anstieg "der Meereshöhe um weitere 15 cm" führen. Selbstverständlich wird die Ursache für diesen Anstieg nicht beschrieben. Wenn man elementare Schulmathematik zu Hilfe nähme, den Ausdehnungskoeffizienten von Wasser berücksichtigte, einen Temperaturanstieg der Atmosphäre von 0,4°C annähme und die Wärmeverteilung über der Meeresoberfläche berechnete, dann würden man leicht auf die Antwort kommen, daß die zusätzliche Wärme den Meeresspiegel lediglich um 0,03 Millimeter im Jahr 2100 anheben würde - eine Fehlkalkulation um drei Größenordnungen.

Was die Temperaturaufzeichnung angeht: Die nebenstehenden Graphiken zeigen folgendes: Abbildung 1 vergleicht 16 Jahre Temperaturaufzeichnung von US-Satelliten, wie sie vom Marshall Space Center in Huntsville analysiert wurden, mit den Vorhersagen der Klimamodelle. Abbildung 2 ist ein vom Stab der WMO erstelltes Schaubild über globale Temperaturanomalien seit 1860, wobei 1951 bis 1980 als Basis diente. Man beachte den Unterschied, wenn man 1935 bis 1965 als Basis genommen hätte. Abbildung 3 ist ein sehr interessantes Schaubild über die Luft- und Meeresoberflächentemperaturen von 1856 bis 1987. Sie stammt aus einer gemeinsamen Studie des Massachusetts Institute for Technology (MIT) und dem britischen Amt für Meteorologie, wobei Angaben aus den Logbüchern Tausender Schiffe, die in den 130 fraglichen Jahren die Meere befuhren, berücksichtigt wurden. Die Forscher unternahmen sogar Versuche, um zu sehen, ob die Wassertemperaturen durch die Winde, die um die Sammelbehälter aus Holz und Segeltuch wehten, Einfluß auf die gemessenen Temperaturen nahmen. Mit den Ergebnissen wurden die Zahlen modifiziert.

Jedermann stimmte zu, daß die von den Briten und dem MIT erzeugte Kurve keine Änderung der Meeresoberflächentemperatur in den vergangenen 130 Jahren seit 1856 anzeigt. Man beachte auch, daß die Zeitspanne der WMO- und der Britisch/MIT-Kurven nahezu identisch sind. Das WMO benutzte einfach eine Skala, die die Werte etwas übertreibt.

Die großen Fehler

Bis hierher habe ich mich noch nicht über irgendeinen größeren faux pas im IPCC-Bericht ausgelassen. Aber glauben Sie mir, es finden sich darin Dinger, bei denen man laut aufschreien will (z.B. "Soll das Ihr Ernst sein?" oder "Sie müssen gefehlt haben, als die Gehirne verteilt wurden", u.ä.).

Das wichtigste Beratergremium des IPCC unterstützt die Schlußfolgerung, daß "es nach Abwägung der Beweise einen deutlich sichtbaren menschlichen Einfluß auf das globale Klima gibt." Diese fehlgeleitete Beurteilung sorgte für scharfe Debatten während eines dreitägigen Treffens in Madrid im Herbst 1995, als "Experten" aus mehr als einem Land die "unsichere" Natur der jüngsten Beweise betonten, die einen menschlichen Effekt auf das Klima andeuteten.

Das Ergebnis dieser Debatte war eigentlich ein Kompromiß in der Sprachregelung, der jedoch in diese Erklärung keinen Eingang fand. Trotz des Widerstands vieler Unterzeichnerstaaten und deren Wissenschaftler veröffentlichte die IPCC-Führung die "endgültige Version" mit den Worten "deutlich sichtbarer menschlicher Einfluß" auf das globale Klima. Die unethischen redaktionellen Änderungen wurden von Dr. Fred Seitz, dem führenden amerikanischen Wissenschaftler auf diesem Gebiet, aufgedeckt. Selbst nachdem der Skandal aufgeflogen war, behauptete die IPCC-Führung noch, es sei ihr "Recht" gewesen, wissenschaftliche Schlüsse abzuändern, damit die Politiker den Bericht besser verstünden. Unglaublich!

Für die weltweite Gemeinschaft der Geophysiker waren diese unethischen Praktiken und der völlige Mangel an Integrität der IPCC-Führung ausreichend, um sicher zu wissen, daß ihre Behauptungen betrügerisch waren - und sind.

Der interessanteste Aspekt an diesem Fehltritt ist die Tatsache, daß das verantwortliche Gremium des IPCC keinerlei Belege - Zahlen oder sonstiges - für ihre Behauptung hervorbrachte.

Es folgte eine weitere grundfalsche Erklärung, die für mich und jeden anderen Ozeanographen von größerem Interesse ist als für jeden anderen. Das IPCC schrieb:

"Es ist klar, daß die Ozeane sich als Folge der globalen Erwärmung der Atmosphäre signifikant erwärmen. Dies paßt außerdem zu den Beobachtungen, daß die Korallenriffe sterben."

Ich habe bereits die Nichterwärmung der Ozeane angesprochen, aber lassen Sie mich einige zusätzliche Überlegungen hinzufügen.

Bei den Treffen der Amerikanischen Geophysikalischen Union 1992 (in Hongkong), 1993 (in San Franzisko), 1994 und 1995 (in San Franzisko) präsentierten Warren B. White von Scripps und sechs seiner Kollegen eine Reihe von Papieren über "Globale Interannuale/Interdekadische Schwankungen in der oberozeanischen Temperaturstruktur." Sie haben sorgfältige Bewertungen und Analysen von mehr als 5200000 Temperaturtiefenmessungen in den Ozeanen zwischen 30° Süd und 60° Nord von 1979 bis 1994 vorgenommen. Sowohl die Meeresoberflächentemperaturen als auch die oberen Schichten des Ozeans bis zu einer Tiefe von 400 Metern zeigten während der 80er Jahre einen Abkühlungstrend von etwa 0,1°C, gefolgt von einer vergleichbaren Erwärmung bis 1994. Obwohl die Veränderungen nicht groß sind, waren die Trends in allen Ozeanen deutlich und bestimmt, besonders in den mittleren Breitengraden.

In den Tropen schwächten die zwei ausgeprägten El Niños in den 80er Jahren diese Abkühlungstendenz ab. Bis 1995 hatte Warren genügend Meßergebnisse gesammelt und eine hinreichende Prüfung unternommen, um überzeugt zu sein, daß die Veränderungen sowohl im Atlantik als auch im Pazifik eng dem elfjährigen Sonnenfleckenzyklus folgen.

Nun zu dem dummen Zeug über die Korallenriffe: Richard Grigg, Korallenriff-Experte der Universität Hawaii, hat in den letzten zwei Jahrzehnten viele Male pazifische Riffs und Atolle untersucht. Es gibt keine Beweise dafür, daß eine Verringerung oder schädliche Veränderungen im Korallenwachstum einer Erwärmung des Wassers zugerechnet werden kann. Von seinen Kollegen hat Grigg darüber hinaus erfahren, daß derartige Veränderungen auch in keinem anderen tropischen Ozean oder Gewässer beobachtet wurden.

Die IAPSO-Zahlen

Bei der Generalversammlung der Internationalen Vereinigung für Physikalische Wissenschaften der Ozeane (IASPO) im August 1995 in Hawaii gab es 14 Symposien, von denen sich fünf mit Fragen der klimatischen Meßwertänderungen in den Ozeanen und maritimen Atmosphären in Raum und Zeit befaßten. Diese waren: 1. umfassende Ozean-Zirkulation, 2. dekadische und interdekadische Veränderungen in den Ozeanen, 3. Kohlendioxid in den Ozeanen, 4. Luft-See-Eis-Wechselbeziehungen und ozeanische Prozesse in hohen Breitengraden und 5. ozeanatmosphärische Kopplung, Atmosphäre der Tropenozeane und globale Atmosphäre. In diesen fünf Symposien präsentierten 450 Ozeanographen und Atmosphärenphysiker/-chemiker Papiere, die die Forschungsergebnisse der letzten fünf Jahre wiedergaben.

Ohne allzusehr in die Einzelheiten zu gehen, sind die Kernaussagen folgende:

  1. Es gibt keinen Erwärmungstrend in den Ozeanen und hat ihn auch in den letzten 50 Jahren nicht gegeben. Es gibt Orte in den Ozeanen, die zeitweise über mehrere Jahrzehnte hinweg wärmer werden als andere Gegenden, aber solche Gewässer kühlen dann ab, wenn andere Ozeanregionen sich erwärmen. Diese Perioden stimmen so eng mit den elfjährigen Sonnenfleckenzyklen überein, daß es schwer ist, hier keine Korrelation anzunehmen. Insgesamt aber gibt es keine Erwärmungs- oder Abkühlungstrends in irgendeinem Ozean, einschließlich der südlichen Ozeane nahe der Antarktis.

  2. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem arktischen Ozean geschenkt, wo Forscher aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Rußland Stationen unterhalten, die seit 1937 regelmäßig besetzt sind. Die Ergebnisse? Es gibt keinen Erwärmungstrend in der Arktis und hat auch seit 1937 keinen gegeben. Und aus Berichten des kanadischen Teams und Wasser aus dem Atlantik geht hervor, daß sich in den vergangenen 60 Jahren das arktische Packeis weder zurückgezogen hat noch dünner geworden ist. Diese Ergebnisse sind nicht umstritten!

  3. Es gibt wachsende Hinweise, daß die Computermodellrechnungen über die ozeanische Absorption von anthropogenem CO2 äußerst tendenziös sind. Darüber hinaus sind mittlere Breitengrade der Ozeane hochveränderliche CO2-Senken während des gesamten Jahres, die durch Stürme und Mineralisierung von Karbonaten durch biologische Prozesse unterbrochen werden. Die ozeanische Sommererwärmung oder Erwärmung durch Wassermassenintrusionen oder El Niños machen den Ozean eher zu einer Quelle statt zu einer Senke von CO2, wie gewöhnlich angenommen wird. Die Konsequenz ist, daß es weit mehr ozeanisch erzeugtes CO2 in der Atmosphäre gibt, als bislang angenommen.

  4. Es gibt eine wachsende Anzahl von Belegen, und daher den schnell wachsenden Verdacht, daß ein El Niño als solcher nicht wetterverursachend ist im Sinne von "El-Niño-Regen" oder "El-Niño-Dürren" usw. Im Gegenteil. Es scheint, daß erst das Wetter kommt, dann El Niño! Das wird den Leuten der Wettervorhersage reichlich Kopfschmerzen bereiten, und es macht auch die Annahmen der "Klimaerwärmungs-Anhänger" zunichte, wonach ein Großteil der "Erwärmung" von El Niños verursacht würden.

  5. Es scheint, daß die Hauptursache für das Wetter (vielleicht sogar des Klimas) in den Tropen liegt. Während der zehn Jahre des internationalen Tropical Ocean-Global Atmosphere Program (TOGA) gab es starke Belege a) für den hauptsächlich äquatorialen Ursprung tropischer Stürme (Wirbelstürme, Taifune und Zyklone); b) daß die äquatorialen Ozeane und Atmosphären energiereicher sind als angenommen; c) daß die asiatischen Monsune eine bedeutende Rolle bei der Bildung von El Niños, Dürren und Veränderungen in der ITCZ (Innertropische Konvergenzzone) spielen; und d) daß El-Niño-Charakteristiken im pazifischen und indischen Ozean nicht miteinander in Raum und Zeit korrelieren.

    Es gibt eine weitere wissenschaftliche Entdeckung, die außerordentliche Konsequenzen für die globalen Zirkulationsmodelle und die Wettervorhersagemodelle hat.

  6. Es ist noch ein weiter Weg, bis wir alle diese Wechselbeziehungen, Launen und Gebilde des Wetters und Klimas verstehen. Darüber hinaus ist deutlich geworden, daß die Menschheit zahlenmäßig mindestens noch eine Größenordnung davon entfernt ist, eine "geophysikalische" Kraft auf der Erde zu werden, wenn sie das jemals werden wird.
Haben irgendwelche Umweltgruppen oder -vertreter Papiere für die IAPSO-Versammlung in Honolulu eingereicht oder wenigstens an der Konferenz teilgenommen? Muß man noch fragen?

Es wird Zeit, wieder wirkliche Wissenschaft zu betreiben

Trotz des Gejammers von Jim Hansen, Carl Sagan, Stephen Schneider, Rowland und Molina, Robert Redford, Barbara Streisand, Jimmy Carter, dem Club von Rom, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, dem Erd-Gipfel in Rio 1992, dem Montreal-Protokoll und Worldwatch, Greenpeace, World Wildlife Fund, Prinz Philip oder selbst Al Gore hat die menschliche Bevölkerung der Erde keineswegs eine untragbare Größe erreicht, ist noch keine geophysikalische Kraft und hat weder Handlungen vollzogen noch Produkte hervorgebracht, die zu einer "globalen Erwärmung" führen!

Die Belege, welche die oben erwähnten sechs Aussagen unterstützen, sind zu umfangreich geworden, um sie zu ignorieren. Der "gemeinsame Nenner" von heute lautet, daß die Fürsprecher von "globaler Erwärmung/Ozonloch/Das-Boot-ist-voll" das Spiel verloren haben. Allerdings haben sie soviel in Verträge, Verordnungen, regierungsübergreifende Behörden, Organisationen, nichtstaatliche Organisationen, prestigeträchtige Ämter, persönliche Unterstützung usw. investiert, daß ihre Bemühungen, wahrhafte und selbstlose Wissenschaft aus dem Sattel zu schießen, mit jedem Tag bösartiger und hinterhältiger werden müssen.

Die normale Bevölkerung mag von der Schlacht gar nichts mitbekommen - besonders diejenigen nicht, die nur die populären Medien lesen, die das zweifelhafte Vergnügen hatten, Schulen besucht zu haben, in denen politisch korrekte Umweltschützer das Sagen haben, oder die nur die Fernsehnachrichten und Wissenschaftssendungen sehen. Aber es gibt diese Auseinandersetzungen, und die Geophysiker in aller Welt stellen sich dem Kampf und wollen gewinnen - Recht über Willkür.

Ich glaube, daß die unerhörten Lügen, die durch UNEP, IPCC und WMO in die Welt gesetzt wurden, ein wahres Unrecht sind, ein großes Verbrechen, und viele Menschen in aller Welt in unnötige Ängste stürzen. Die Vertreter solcher internationalen Organisationen verbreiten Desinformationen - Informationen ohne jeden Wahrheitsgehalt.

Es ist längst überfällig, diese Offiziellen und ihre Claqueure zu begraben und endlich wieder echte Wissenschaft zu betreiben.


Anmerkungen:

* Diese Gesamtzahl enthält nicht die in wissenschaftlichen Journalen veröffentlichten Arbeiten, die den Betrug über die FCKWs und das Ozonloch behandeln. Diese Papiere würden die Zahl 2800 verdoppeln. Ich erstelle gegenwärtig mit anderen eine umfangreiche Dokumentation über diese unglaubliche Geschichte wissenschaftlicher Quacksalberei. In der Zwischenzeit können wir nur beklagen, daß die drei wichtigsten Klima-Autoren den Nobelpreis erhalten haben, daß in den USA das Verbot für Vertrieb, Herstellung und Einsatz von FCKWs eingesetzt hat und den Luftfahrtgesellschaften, beim Kühlen, bei medizinischen und landwirtschaftlichen Anwendungen große Nachteile entstehen, denn die entsprechenden US-Gesetze basieren auf reinem Schwindel.

Ich muß auch hinzufügen, daß die "Gruppe" des Montreal-Protokolls, die erstmals 1990 in London zusammentrat, wie man sich schon denken kann, zu einer "permanenten Gruppe" wurde. Bei ihrem Treffen im Dezember 1995 in Wien wurden zahlreiche Vorbehalte wegen des FCKW-Verbotes vorgebracht, insbesondere die wirtschaftlichen Härten, die solche Verluste allen Entwicklungsländern auferlegen; und es wurden Anfragen verschiedener Länder gehört, besonders aus der ehemaligen Sowjetunion, um die Frist für das Auslaufen des FCKW-Einsatzes von 2001 auf ein späteres Datum zu verschieben. Wie ein Delegierter aus China anmerkte, "vielleicht auf 3001".