Aus der Neuen Solidarität Nr. 35/2000:


Klonen embryonaler Stammzellen:
Irrweg zum "Wegwerf-Menschen"


Die Technik des Klonens
Es geht ums Geld

Schutzmauern werden leicht eingerissen

Die eigentlichen Absichten der Genetiker

Mißerfolge der somatischen Gentherapie

Die Rolle der Reproduktionsmedizin

Die Unantastbarkeit des Lebens

Von Jutta Dinkermann

Über die angeblich guten Gründe für das Klonen und die Embryonenforschung ging in den vergangenen Monaten nicht nur in England, sondern auch in Deutschland eine wahre Propagandaflut auf die Bevölkerung nieder. Und immer wieder haben in den vergangenen Jahren Berichte über das Klonen zu heftigen öffentlichen Reaktionen geführt. Die mögliche Erzeugung von Menschen-Klonen wurde dabei zumindest in der Bundesrepublik eher als Bedrohung denn als Verheißung wahrgenommen. Der Klon weckt Ängste vor einem Menschen nach Maß, ruft Phantasien über totalitäre Systeme hervor, in denen die Freiheit des Individuums der Unterwerfung des Menschens unter Nützlichkeitskriterien weichen könnte.

Der scheinbar festgefügte Damm der Ablehnung solcher Experimente ist allerdings an unauffälliger Stelle längst gebrochen. In den vergangenen Monaten wurde die interessierte Öffentlichkeit nicht nur in England, sondern auch in Deutschland mit einer scharfsinnigen Differenzierung vertraut gemacht: dem Unterschied zwischen dem angeblich "guten", dem sogenannten "therapeutischen Klonen" unter Verwertung embryonaler Stammzellen, und dem heute mehrheitlich noch geächteten "reproduktiven Klonen".

Die Verheißungen, die in der Verwertung embryonaler Stammzellen und der Legalisierung des "therapeutischen Klonens" angeblich stecken, sind außerordentlich. Alzheimer, Parkinson und Krebs sollen sehr bald aus unserem Leben verbannt sein, große Volkskrankheiten an der Wurzel ausgerottet werden, so auch die Behauptungen in England. Die großspurigste Versprechung ist, in Zukunft ganze Organe herstellen zu können.

Diese Heilsversprechen sind reine wissenschaftliche Utopie. Vor allem ist die Behauptung, man sei bei dieser Art Forschung auf embryonale Stammzellen angewiesen, eine gezielte Desinformation. Es gibt durchaus andere, ethisch viel unbedenklichere Forschungsansätze, die aber kaum unterstützt oder öffentlich bekannt gemacht werden. So lassen sich z.B. sogenannte adulte Stammzellen aus dem Körpergewebe von Erwachsenen gewinnen, die weitgehend die gleichen Eigenschaften wie embryonale Stammzellen aufweisen (siehe auch nebenstehenden Artikel).

Entscheidend ist aber die Tatsache, daß wir es bei der "Verwertung" embryonaler Stammzellen mit einer naturrechtlich verbotenen, äußerst pervertierten modernen Form des Kannibalismus zu tun haben. Denn embryonale Stammzellen sind entweder das "Abfallprodukt" einer Abtreibung oder werden auf dem Wege der künstlichen Laborbefruchtung oder eben der Klonierung erzeugt. In jedem Fall wird menschliches Leben hierbei von vornherein als eine Art Ersatzteillager für therapeutische Zwecke instrumentalisiert und die Entwicklung eines menschlichen Föten unterbrochen, kaum daß sie begonnen hat.

Die Technik des Klonens

Dazu sind einige Erklärungen unerläßlich. Embryonale Stammzellen sind "pluripotent", also noch nicht auf eine spätere Funktion festgelegt. Nach den ersten Teilungsschritten besitzt jede einzelne Zelle nach derzeitigem Wissensstand die faszinierende (und wissenschaftlich noch völlig unverstandene) Eigenschaft, sich in alle im erwachsenen Körper vorkommenden über 200 Zelltypen entwickeln zu können, sofern man diese Differenzierung in geeigneter Weise zu steuern weiß. Im Tierversuch wurde bereits eine Reihe von Zelltypen erfolgreich aus embryonalen Stammzellen gezüchtet.

Während bei der Herstellung embryonaler Stammzellen mittels künstlicher Befruchtung (wie natürlich auch bei dem normalen Befruchtungsvorgang) die unterschiedlichen Chromosomen von Mann und Frau zu einem genetisch "neuen" Leben verschmelzen, geht es bei der Klontechnik um die Herstellung genetisch identischer Kopien. Der Grund hierfür liegt in der Umgehung eines natürlichen Vorgangs. Während Ei- und Samenzelle für sich genommen nur je die Hälfte des erforderlichen Chromosomensatzes aufweist, liegt dieser in jeder einzelnen Körperzelle vollständig vor. Prinzipiell ist es nun möglich, den vollständigen Chromosomensatz einer Körperzelle in einem "Kurzschlußverfahren" in eine "entkernte" Eizelle einzubringen und diese zur Teilung zu bewegen - was im Endeffekt das gleiche bewirkt wie bei einem natürlichen Befruchtungsvorgang.

Praktisch geht man dabei folgendermaßen vor: der Körperzelle eines Menschen wird der Zellkern entnommen (der ja die gesamte DNA des entsprechenden Menschen enthält) und in eine unbefruchtete Eizelle verpflanzt, deren Zellkern zuvor entfernt wurde. Im Labor werden der Zellkern der Körperzelle und die "entkernte Eizelle" unter geeigneten Bedingungen miteinander verschmolzen. Die solchermaßen aktivierte Eizelle beginnt sich zu teilen und kann nun - je nach Vorhaben - entweder im Rahmen des "reproduktiven Klonens" in die Gebärmutter einer Frau implantiert oder zum "therapeutischen Klonen" unter künstlichen Bedingungen weitergezüchtet werden. Im letzteren Fall wartet man mehrere Teilungsschritte des Embryos bis zum Stadium der Blastozyste ab und entnimmt dann - unter Vernichtung des Embryos - die embryonalen Stammzellen. Aus diesen ließe sich dann - so die Versprechung - irgendwann das gewünschte Gewebe für Transplantationen, ja selbst ganze Organe heranzüchten, die - und dies ist das Besondere - aufgrund der genetischen Übereinstimmung vom Körper nicht mehr abgestoßen würden.

Es geht ums Geld

Geht man der Sache etwas näher auf den Grund, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die von Gentechnikern abgegebenen Heilsversprechungen sind ebensoweit von der Realität entfernt wie die jahrzehntelangen Versprechungen der Gentherapie. Während im Bereich "Ersatzgewebe" ansatzweise bereits Experimente durchgeführt wurden, ist der Bereich "Designer-Organe" noch blanke Utopie. Bislang ist noch nicht einmal im Tierversuch ein Weg gefunden worden, aus Stammzellen ausgewachsene Organe zu züchten. Bei der vollkommen reduktionistischen Ausrichtung dieses Forschungszweigs ist dies auch kaum verwunderlich, tritt dabei doch die Erforschung der eigentlichen Lebensvorgänge, auf deren Grundlage Krankheiten erst wirklich verstanden werden können, völlig in den Hintergrund.

Die Diagnose lautet daher nicht "Schwerhörigkeit", sondern "prinzipielle Taubheit", wann immer Leben heute im Prinzip als nichts anderes als die Summe von Genen und anderer Bausteine betrachtetet wird, die sich im Laufe der Evolution zufällig zusammengefunden haben. Embryonale Stammzellen sind in diesem Bild auch nur eine Art Bausatzsteinchen, die sich aus mysteriösen Gründen zu einem vollständigen Menschen entwickeln können. Und ebensowenig, wie es den Vätern der Gentechnik in erster Linie um Hilfe für kranke Menschen ging, steht dies auch bei den heutigen Klonierungsaposteln nicht im Vordergrund. Es geht um Macht, Geld und den "Rohstoff Mensch" - und es geht um die eugenisch motivierte Absicht, menschliches Leben mittels der Gentechnologie und verwandter Bereiche schon in frühen Entwicklungsstadien zu kontrollieren, zu verwerfen oder zu "verbessern". Und - was vielleicht am wichtigsten ist - es geht um die endgültige Überwindung des humanistischen christlich-jüdischen Menschenbildes, auf das sich jede kompetente Wissenschaft gründen muß.

Bleiben wir zunächst beim Faktor Geld, wobei die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes (Stichwort Genomprojekt) ein anschauliches Beispiel bietet.1 Um in diesem Geschäft vorne zu sein, wird buchstäblich über Leichen gegangen. In wahrer Goldgräberstimmung werden weltweit Patente auf menschliche Gene oder Zellen (oder Verfahren zur Manipulation derselben) angemeldet, in der Hoffnung, diese Patente irgendwann kommerziell ausschlachten zu können. Den Rechten an diesen Patenten wird inzwischen eine höhere Bedeutung zugemessen als Rechten an Bodenschätzen. Und nicht zu Unrecht kursiert das Wort vom "größten organisierten Raubzug der Menschheit". Denn wer dieses oder jenes Gen "besitzt", kann alle kommerziellen Anwendungen, Forschungsrichtungen etc. kontrollieren und die Preise für diese "Produkte" in beliebiger Höhe festsetzen (siehe auch nebenstehenden Kasten "Analphabeten blättern im Buch des Lebens").

Schutzmauern werden leicht eingerissen

Einmal davon abgesehen, daß sich auch mit Patenten auf embryonale Stammzellen und deren Nutzung aus Klonungsprozessen sicher viel Geld machen läßt, stellt sich die viel grundsätzlichere Frage, wie haltbar denn eigentlich die von den Wissenschaftlern beschworene Schutzmauer zwischen "therapeutischem" und "reproduktivem" Klonen ist. Wer glaubt denn ernsthaft, daß Versuche zur Klonierung vollständiger Menschen in Zukunft unterbleiben, wenn die Techniken und ausreichendes "Forschungsmaterial" dafür bereitstehen? Die entsprechenden Techniken wird man im Rahmen des "therapeutischen Klonens" schnell erlernen. Natürlich wird dies versucht werden, auch wenn man bei der Beurteilung der Erfolgsaussichten durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann.

Dennoch bleibt die Frage, warum man Menschen überhaupt "reproduktiv" klonen sollte. Zwar sind manche unfruchtbare Ehepaare bereit, für die Erzeugung eines Wunschkindes alles zu unternehmen und jeden Betrag zu zahlen. Und ganz sicher wird es die Fortpflanzungsmedizin sein, die als Einfallstor für die Akzeptanz des Menschen-Klonierens in der Bevölkerung herhalten wird. Unbestritten ist aber, daß diese Art der Fortpflanzung recht umständlich ist - zudem sind ihr gewisse natürliche Grenzen gesetzt. Bei den Vorarbeiten für das Klonschaf Dolly wurden Tausende von Eizellen benötigt, um die Entkernung, aber auch das Einsetzen der Zellkerne in Eizellen und später ihre Totipotenz zu testen. Wo bei Nutztieren leicht zehn, zwanzig und mehr Eizellen reifen, sind es aber bei der Frau nur eine oder höchstens zwei im Monat.

Inzwischen scheint dieser Rückgriff auf die menschliche Eizelle allerdings gar nicht unbedingt mehr erforderlich zu sein. Die US-Firma Advanced Cell Technology, die das Klonen menschlicher Zellen erprobt, arbeitet mit dem Kern einer menschlichen Körperzelle, der dann in die zuvor entkernte Eizelle einer Kuh transferiert wird.

Anschließend müßten die Klonembryonen dann ausgetragen werden - wobei äußerst magere Erfolgsquoten zu erwarten sind. (Beim Schaf betrug die Erfolgsrate wenige Prozent.) Einige Frauen werden sich vielleicht gewinnen lassen; ein Verfahren zur Massenanwendung ist dabei nicht in Sicht.

Ein "lohnenderes Einsatzgebiet" könnte dagegen der Handel mit Organen sein. Stellt man in Rechnung, daß es hier tatsächlich einen großen Bedarf gibt und bereits heute im Rahmen des illegalen Organhandels mit der Verzweiflung von Menschen aus der Dritten Welt viel Geld gemacht wird, so ist durchaus vorstellbar, daß dies auch hier versucht werden wird. Spätestens dann, wenn klar wird, daß sich die Versprechungen des "therapeutischen Klonens" nicht erfüllen werden, wird das "reproduktive Menschenklonen" zum Zwecke der Organgewinnung schnell in den Vordergrund rücken. Inwieweit dann Frauen gegen Bezahlung dazu gebracht werden können, Embryonen nur bis zu einem gewissen Stadium auszutragen, um dann deren Organe zu "ernten", sei einmal dahingestellt.

Es könnte noch eine weitere Variante ins Spiel kommen, die bereits als ethisch weniger anstößige "Alternative" diskutiert wird: Durch neurotoxische Stoffe ließe sich von vornherein die Entwicklung des Gehirns unterdrücken, so daß menschliche Lebewesen ohne Gehirn heranwachsen, um aus ihnen wiederum Organe zu gewinnen. Eine andere perverse Vision wäre, zum Zwecke der Organgewinnung Embryonen in künstlichen Gebärmüttern heranreifen zu lassen.

Die eigentlichen Absichten der Genetiker

Generell ist aber festzustellen: die gegenwärtige Debatte um den Nutzen des "therapeutischen" oder "reproduktiven" Klonens ist ein vorgeschobenes Ablenkungsmanöver. Daß es praktisch über Nacht das Anliegen der Genetiker, Molekularbiologen und ihrer mächtigen finanziellen Förderer sein sollte, der Menschheit insgesamt - und nicht nur den Zahlungskräftigen - zu einem längeren, gesünderen, glücklicheren Leben zu verhelfen, scheint wenig überzeugend. In den Industrieländern wird derzeit über die "Überalterung" der Bevölkerung gejammert, die den Renten- und Gesundheitskassen zu viel Geld kosten. Und in den armen Ländern der Erde wird nicht nur nichts gegen Hunger, Unterentwicklung und Krankheiten unternommen, sondern dieser Prozeß wird von politischer Seite sogar aktiv beschleunigt.

Das Menschen-Klonen ist in Wirklichkeit der Wegbereiter für eine ganz andere Art von "Fortschritt" - eine eugenisch motivierte Praxis, um Menschen in ihren frühesten Entwicklungsstadien zu kontrollieren, zu "verbessern" oder zu verwerfen. Bereits die ersten Genetiker verfaßten zahlreiche programmatische Texte, in denen als Ziel die "gentechnische Verbesserung" des Menschen genannt wurde. Doch ist solch eine "Verbesserung" natürlich attraktiver, wenn sie nicht immer wieder umständlich aufs neue begonnen werden muß, sondern sich praktisch von selbst vervielfältigt.

Hierfür wären sowohl die sogenannte Keimbahnintervention als auch das Klonieren (beides auch in Kombination) eine geeignete Ausgangsposition. Die Idee dabei ist, auf die "Qualität" der entweder im Klonexperiment oder bei der künstlichen Befruchtung gewonnenen embryonalen Stammzellen Einfluß zu nehmen. Dies könnte über eine gentechnische Veränderung der Erbanlagen (die sogenannte Keimbahnmanipulation) erfolgen, die zur Folge hat, daß jede weitere sich daraus entwickelnde Embryonalzelle (Körperzelle wie Keimzelle) dieselbe Veränderung in sich trägt. Sollte sich deren Träger eines Tages fortpflanzen, so werden diese Veränderungen automatisch an die nachfolgende Generation weitervererbt. Keimbahneingriffe sind daher in ihrer Wirkung potentiell unbegrenzt.

Um sich diese Techniken anzueignen, muß zuvor an embryonalen Stammzellen - geklonten oder ungeklonten - "geübt" werden.2 Und hier stößt man auf Restriktionen. In Deutschland beispielsweise ist die sogenannte "verbrauchende Embryonenforschung" (noch) verboten; jede im Rahmen der künstlichen Befruchtung befruchtete Eizelle muß auch tatsächlich in die Gebärmutter implantiert werden. Zwar wird diese Praxis in verschiedenen Ländern unterschiedlich liberal gehandhabt; in jedem Fall reicht das auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehende "Forschungsmaterial" embryonaler Stammzellen bislang für die Absichten der Forscher bei weitem nicht aus.

Dies ist einer der Hintergründe, warum von interessierter Seite mit Nachdruck daran gearbeitet wird, das auch in Deutschland (noch) bestehende Verbot der weiblichen Eispende aufzuheben.

Geschieht dies nicht, so böte sich das Klonieren als Alternative an; Körperzellen gibt es genügend, und wenn die Meldungen aus den Klonlabors tatsächlich stimmen, dann könnte sogar auf tierische Eizellen ausgewichen werden. Das "Material" stünde praktisch in unbegrenzter Menge zur Verfügung.

Schon wird spitzfindig argumentiert, daß das deutsche Embryonenschutzgesetz zwar den Transfer menschlicher Zellkerne in entkernte menschliche Eizellen verbietet, soweit dadurch der Tatbestand der Klonierung erfüllt ist, nicht aber die Fusion eines humanen somatischen Kerns mit einer entkernten tierischen Eizelle.

Mißerfolge der somatischen Gentherapie

Doch gesetzt den Fall, das "embryonale Stammzellmaterial" läge vor, wie steht es um die Möglichkeiten der gentechnischen Veränderungen der Erbanlagen?

Lange Zeit wurde die somatische Gentherapie als das Mittel gepriesen, Erbdefekte zu beseitigen. Dabei sollte - vereinfacht dargestellt - ein Erbdefekt in einem Gen dadurch ausgeglichen werden, daß in einige teilungsaktive Körperzellen mit Hilfe der Gentechnik ein funktionierendes Gen eingebaut wird. Als Transportvehikel dienen dabei meist harmlose Viren, die fähig sind, sich an die Zellmembran anzuheften und ihre Gene in die Zellen zu übertragen. Bislang ist die Rate der erfolgreichen Gentransfere jedoch sehr gering, und in einigen Fällen hat das Virus, das als "Fähre" für die Gene dient, selbst Probleme und sogar Todesfälle bei Patienten verursacht.3

Während sich ein großer Teil der Gentherapeuten inzwischen von der Behandlung monogener Erbkrankheiten abgewendet hat und sich jetzt mit Fragen der Krebsbehandlung beschäftigen, nahmen andere - vornehmlich politisch und eugenisch motivierte Wissenschaftler - den bisherigen Mißerfolg bei der somatischen Gentherapie als Anlaß, die sogenannte Keimbahntherapie zu propagieren.

Auf den Erfolg der somatischen Gentherapie könne man warten, bis die "Sonne erlischt", schimpfte bereits 1998 der Amerikaner James Watson (ehemaliger Direktor des National Center for Humane Genome Research des amerikanischen NIH, wo er das Humane Genomprojekt einrichtete). Die somatische Gentherapie sei vor allem daran gescheitert, daß sich Gene weder leicht an einem bestimmten Chromosom plazieren noch in der gewünschten Weise "in Betrieb nehmen" ließen. Mit dieser Schwierigkeit sei zwar auch die Keimbahntherapie konfrontiert, doch die Aussicht auf Fortschritte seien dort deswegen besser, weil die Veränderungen direkt an den im Reagenzglas gezeugten Embryonen vorgenommen würden. Der Vorteil: anders als beim ausgewachsenen Patienten könne man sehr schnell überprüfen, ob die Intervention erfolgreich gewesen sei. Und nur dann würde der Embryo überhaupt in die Gebärmutter implantiert, die "mißlungenen Embryos" dagegen verworfen.

Tatsächlich geht es hier nicht wirklich um die Verhinderung von Erbkrankheiten,4 und die meisten Wissenschaftler geben sich auch längst nicht mehr die Mühe, den Eindruck zu erwecken, es ginge ihnen bei der (übrigens in Deutschland noch verbotenen) Keimbahnintervention um die Verhinderung dieser auch zahlenmäßig sehr seltenen Erkrankungen. Die "Praktiker" verweisen darauf, daß man sich angesichts der Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik längst nicht mehr mit Korrekturen von Erbfehlern abgeben müßte. Gerade durch die - nun auch von der Bundesärztekammer befürwortete - Präimplantationsdiagnostik, einer vorgeburtlichen eugenischen Selektion,5 könne man von vornherein die erblich belasteten Embryonen erkennen und aussondern und damit die Abtreibung vom Mutterleib in das Reagenzglas verlagern.

(Bei der Präimplantationsdiagnostik wird nach der künstlichen Befruchtung im Acht-Zellen-Stadium eine Zelle entnommen und genetisch untersucht. Danach wird entschieden, ob der Embryo "genehm" ist und in die Gebärmutter implantiert oder vernichtet wird.)

Die Rolle der Reproduktionsmedizin

Die sogenannte Reproduktionsmedizin spielte von Anfang an eine bedeutende Rolle in diesen eugenischen Selektionsbemühungen. Der prominente Princetoner Molekularbiologe Lee Silver beschrieb auf einem Kongreß in Los Angeles im Sommer 1998 die Rolle der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas folgendermaßen:

"Mit der In-vitro-Fertilisation gelangt der Embryo aus dem Dunkel des Mutterleibes an das Tageslicht. Und damit bietet die IVF Zugang zu dem darin befindlichen Erbmaterial. Erst durch die Fähigkeit, das Erbmaterial des Embryos zu lesen, zu ändern und zu ergänzen, wird das ganze Gewicht der IVF spürbar werden." (Hervorh. J.D.)

Robert G. Edwards, einer der Pioniere der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas, verkündete immer und überall ungeniert, daß es vorrangig gar nicht darum ginge, Eltern zu Nachwuchs zu verhelfen, wenngleich die Betonung dieses "therapeutischen Aspektes" (man beachte die immer wieder übereinstimmende Vorgehensweise) der Reproduktionsmedizin überhaupt erst zu öffentlicher Anerkennung verhalf. Nach Edwards eigenen Worten ging es dabei vielmehr um die Embryonenforschung und um das Aussortieren kranker Embryonen. Auf einem Kongreß des Zentrums für Biomedizinische Ethik der Universität Tübingen bekräftigte Edwards noch 1997, daß er dieses "Potential" zukünftig mit Hilfe von Gentechnik und Präimplantationsdiagnostik ausgeschöpft sehen möchte. Er scheute sich gleichfalls nicht, von der "Pflicht" zur Verhinderung "nicht normgerechten Nachwuchses" zu sprechen.

Edwards und Silvers Bemerkungen sind keine "Ausrutscher" innerhalb der Reproduktionsmedizin, sondern Symptom der ihr von Anfang an innewohnenden Absicht, eugenische Auslese zu betreiben - und, falls möglich, irgendwann steuernd und verändernd in die menschliche Reproduktion einzugreifen. Und während eine Gruppe von Wissenschaftlern auf dem Weg zu diesem "verbesserten Menschen" inzwischen auf Klonierungstechniken setzt, bauen andere (wie z.B. Edwards) vorläufig noch auf die gentechnische Veränderung der menschlichen Keimbahn.

Alles, was in der internationalen Fachwelt Rang und Namen hatte, war im Sommer des Jahres 1998 in Los Angeles versammelt, um über "Möglichkeiten und Herausforderungen menschlicher Keimbahneingriffe" während der kommenden zwei Jahrzehnte zu diskutieren. Auffällig war, daß sich kein einziger Redebeitrag direkt mit der Bekämpfung von Krankheiten beschäftigte. Vielmehr lautete das Schlagwort der Veranstaltung "Genverstärkungstherapie".

James Watson brachte die Absicht der Veranstaltung auf den Punkt: "Niemand bringt wirklich den Mut auf, es zu sagen... Wenn wir bessere Menschen machen können, indem man Gene hinzufügt, so frage ich, warum sollte man es nicht tun?"6 Unter "Bessere Menschen machen" verstanden die Teilnehmer nach eigenem Bekunden u.a. "emotionale Stärke", "Intelligenz", "Lernfähigkeit", "physische Attraktivität", "Langlebigkeit". Wer wolle schon ein "durchschnittliches Kind", wenn es möglich sei, dieses Kind in seinem Embryonalstadium durch Veränderungen im Erbgut "besser" auszustatten? Sei es nicht die Pflicht der Eltern sicherzustellen, daß ihr Kind "den optimalen Start ins Leben" erhalte, die "bestmöglichen Gene" besitze, möglichst lange lebe? - So oder ähnlich lauteten die Standardaussagen. Dabei spielte es für die Anwesenden keine Rolle, ob dieses Ergebnis durch Veränderungen in der Keimbahn oder durch Klonieren erreicht würde.

Es würde diesen Rahmen sprengen, hier weiter auf die Geschichte und das Weltbild der Genetik einzugehen. Dieses Thema ist bereits an anderer Stelle behandelt worden.7 Hier genügt die Feststellung, daß das langfristige Ziel die "gentechnische Verbesserung" und Selektion des Menschen war und ist, zum Teil mit äußerst brutalen Mitteln und oftmals sogar mit staatlicher Unterstützung vorangetrieben.

Wichtiger aber noch ist die Tatsache, daß der Genetik ein eugenisch geprägtes, feudales Welt- und Menschenbild zugrundeliegt, das die Bevölkerung als eine Art menschliches Vieh und Rohstofflager definiert, das nach Belieben von demjenigen benutzt und "ausgeschlachtet" werden darf, der die Macht dazu hat. Das Ziel, das Leben der Menschen "schöner", "gesünder" und "langlebiger" zu gestalten, ist immer eine reine Schutzbehauptung gewesen, um der Öffentlichkeit die Angelegenheit überhaupt erst schmackhaft zu machen.

Die Wissenschaftskorrespondentin der FAZ, Barbara Hobom, bezeichnete am 29. Juli 1998 das Symposium in Los Angeles als "eine Werbeveranstaltung, wie sie es in der biomedizinischen Wissenschaft vermutlich bislang noch nicht gegeben hat." Es ginge allein darum, "der Öffentlichkeit die genetische Verbesserung des Menschen schmackhaft zu machen. Die von den Wissenschaftlern teilweise arrogant und polemisch geführte Diskussion erinnerte an primitive Werbeveranstaltungen, etwa Kaffeefahrten..."

Natürlich drängt sich die Frage auf, wer denn bestimmen soll, wer und wie "verbessert", "optimiert" und dann evtl. gar geklont wird und wer als Ersatzteillager endet. Sicher nicht der naive, an sich wohlmeinende Wissenschaftler, der von den negativen Einflüssen der Molekularbiologie und des Zeitgeistes geprägt wurde. Dieser ist oftmals nur ein unwissender Handlanger ganz anderer Interessen, selbst nur ein Spielball in einem viel größeren Spiel, von dessen Existenz er nichts ahnt.

Es ist kein Zufall, daß bereits in den ersten Schriften der Genetiker Genetik und oligarchisches Denken eng miteinander verknüpft waren. Hier wie dort huldigt man nicht nur rein mechanistischen Vorstellungen vom Leben. Hier wie dort wird vor allem dem Menschen das Potential der schöpferischen Vernunft abgesprochen.

Und wie auch nicht? Wann immer die Vorstellung von Leben und vor allem des Menschenlebens reduziert ist auf das eines unfreien Wesens, jämmerlich und hilflos den eigenen Genen ausgeliefert, ist natürlich nichts mehr von der besonderen Rolle des Menschen in der Schöpfung erkennbar. Reduziert man den Menschen auf die Länge seiner DNA oder die Summe seiner Gene, spricht tatsächlich kaum mehr etwas dagegen, ihn - wie bei der Viehzucht - zu "verbessern", gegebenenfalls auch zu klonen oder einfach in den Müll zu werfen.

Die Unantastbarkeit des Lebens

So wichtig und zentral auch die Frage ist, wie die Gesellschaft auf die spezielle Herausforderung des Menschen-Klonens reagiert, hier ist nicht die Stelle, wo der grundsätzliche Dammbruch stattfindet. Diesen hat es an anderswo längst gegeben. Die Klondebatte ist nur ein Symptom, eine Singularität inmitten der Vernichtungswut der über uns hereinstürzenden Flutwelle, die jedes moralische Empfinden, jedes Wissen um die Besonderheit und Heiligkeit menschlichen Lebens und die Reste einer humanistischen Wissenschaft mit sich fortzureißen droht.

Letztendlich sind wir daher mit der Frage konfrontiert, welchem Menschenbild unsere Gesellschaft eigentlich anhängt und anhängen will. Auch wenn die Realität der Abtreibungspraxis längst gegen Geist und Wortlaut des Grundgesetzes verstößt, noch fußt das im Grundgesetz verankerte Recht auf Leben aus gutem Grund auf dem naturrechtlichen Prinzip, daß dem menschlichen Leben in der Schöpfung eine besondere, herausragende Rolle zukommt, die gleichzeitig die besondere Würde und Unantastbarkeit jedes menschlichen Lebens begründet - was selbstverständlich auch das vorgeburtliche Stadium einschließt. Dementsprechend soll das Instrumentalisierungsverbot des Grundgesetzes auch verhindern, daß ein Mensch als Mittel für fremde Zwecke benutzt wird.

Der Menschenwürdebegriff des Grundgesetzes geht davon aus, daß jedes menschliche Wesen seine Würde unabhängig von irgendeinem Zweck in sich selbst trägt. Mit Blick auf menschliche Klonexperimente bedeutet dies ein eindeutiges Verbot des "therapeutischen Klonens", werden doch die geklonten Embryonen ausschließlich zu fremdnütziger Zielsetzung erzeugt.

Doch unabhängig davon, ob man persönlich die Ansicht vertritt, menschliches Leben sei tatsächlich "heilig", etwas Besonderes und schutzbedürftig, und selbst unabhängig davon, ob man die wissenschaftliche Tatsache anerkennt, daß menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle beginnt (beim Klonen wäre dieser Zeitpunkt entsprechend die erfolgreiche Stimulierung der präparierten Zellen) und daß sich ein Embryo "nicht zum Menschen, sondern als Mensch entwickelt" (Prof. Erich Blechschmidt, Vater der Humanembryologie), ergeben sich gravierende Konsequenzen für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben weit jenseits des eigentlichen Themas "Klonen".

Entschließen wir uns, am Konzept der "Menschenwürde" festhalten - und damit direkt, ursächlich und wirkungsvoll der oligarchischen Dominanz in Politik und Wissenschaft entgegenzutreten - , dann hat dies nur dann einen Sinn, wenn Menschenwürde unteilbar ist, sie also ohne Ansehung zusätzlicher Eigenschaften wie Alter, Rasse, Geschlecht, Gesundheitszustand oder weiterer äußerer Attribute jedem Menschen zukommt, in welcher Daseinsform auch immer. Auf die vorliegende Thematik bezogen bedeutet dies: Eine vorzeitige Beendigung des Reifungsprozesses eines Embryos und/oder ein absichtliches Vorenthalten der Bedingungen für diesen Reifungsprozeß ist immer ebenso ein Tötungsakt wie eine Abtreibung auch.

Da man wohl kaum argumentieren kann, die Existenz eines Embryos begründe eine fundamentale Notlage, die nur unter Inkaufnahme seiner Tötung abgewendet werden kann, ist das Konzept des "therapeutischen Klonens" mit dem Konzept unteilbarer Menschenwürde ebenso absolut unvereinbar. Menschenwürde läßt sich auch nicht durch den oft vorbrachten Hinweis auf die angebliche Hochrangigkeit ("therapeutischer Nutzen") relativieren.

Eine teilbare Menschenwürde, die irgendwelchen fremdnützigen höheren Zwecken untergeordnet würde, hätte unabsehbare, verheerende Folgen. Im Newsletter der "Aktion Lebensrecht für Alle" vom 20.6.2000 heißt es hierzu in einem Kommentar sehr anschaulich:

"Warum sollte man dann noch vor der Tötung eines schwer geistig behinderten Säuglings zurückscheuen, wenn durch seine Organe viele andere gerettet werden könnten? Dürfte man den natürlichen Tod eines Wachkomapatienten abwarten und knappe Mittel für seine Pflege aufwenden, wenn durch rechtzeitige Entnahme seiner Organe andere am Leben erhalten werden könnten?8 Schulden wir alten, kranken und sterbenden Menschen Solidarität und Zuwendung, wenn doch ihr sozialverträgliches Frühableben durch Euthanasie unsere Ressourcen schonen würde?"

Und weiter heißt es dort:

"Auch ein Konzept, das dem Embryo Menschenwürde erst ab einem bestimmten Entwicklungsstadium zugesteht, wenn er bestimmte, noch zu definierende Eigenschaften hat, wäre ein Sprengsatz, weil in der Definition immer eine Willkürlichkeit liegt. Denn in der Folge käme schnell die Frage danach, was man mit Menschen tun soll, die über diese für die Zuschreibung von Menschenwürde nötigen Eigenschaften nicht mehr verfügen oder sie aufgrund einer Behinderung nie erlangen werden. Menschen, aber ohne Menschenwürde?"

Wir sollten das Verbot des fremdnützigen Umgangs mit menschlichen Embryonen aufrechterhalten und wir dürfen das "therapeutische Klonen" nicht zulassen.


Anmerkungen

1. Vergleiche Dr. Wolfgang Lillge, "Genomprojekt: Jetzt gehen die Probleme richtig los", in Neue Solidarität Nr. 27/2000.

2. Dies um so mehr, als sich selbst im Tierversuch Keimbahninterventionen als ineffizient erweisen. Diese werden jeden Tag in Hunderten von Labors gemacht, um sogenannte transgene Mäuse und andere Versuchstiere herzustellen. Doch nur wenige Tiere kommen lebend und mit den gewünschten Eigenschaften zur Welt. Die meisten erleiden Entwicklungsstörungen oder Mißbildungen. Dies veranlaßte Theodore Friedman von der Arbeitsgruppe der US-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften auf deren Jahrestagung in Washington im Februar dieses Jahres zu der Feststellung: "In ihrer jetzigen Form ist sie nicht auf menschliche Systeme übertragbar."

3. 691 Berichte über schwerwiegende Probleme bei therapeutischen Experimenten haben US-Genforscher laut Berichten der Washington Post bis Mai diesen Jahres gemeldet - bei einer angegebenen Gesamtzahl von etwa 3000 Patienten, bei denen bislang weltweit genetische Therapieversuche unternommen wurden, ein ernüchterndes, aber vorhersagbares Resultat. Inzwischen sind einige Wissenschaftler etwas einsichtiger geworden. "Das Konzept, daß man nur ein Gen verändern muß, um eine Zell-Funktion voraussagbar zu modifizieren, ist falsch", so der Direktor des Max Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin. Es beruhe auf einer überholten Denkweise, ein Gen sei für eine Funktion verantwortlich. Die Angelegenheit sei viel komplizierter (nach Süddeutsche Zeitung, 16. Mai 2000).

4. Bei Erbkrankheiten gibt es praktisch immer eine Wahrscheinlichkeit von 50%, daß ein Embryo auch ohne den in Frage stehenden Schaden zur Welt kommt. Nur in extrem seltenen Einzelfällen herrscht ein 100prozentiges Risiko, was selbst die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik zu dem Schluß veranlaßte, daß eine genetische Manipulation embryonaler Zellen mit dem Ziel der Vermeidung einer genetisch bedingten Erkrankung als überflüssig angesehen werden könne.

5. Vergleiche die Stellungnahme des Club of Life "Anschlag auf das Leben: Präimplantationsdiagnostik und Embryopatent" vom März 2000.

6. Aus: Tagungsprotokoll des oben genannten Symposiums, organisiert vom UCLA Program on Technology and Science, Center for the Study of Evolution and the Origin of Life.

7. Siehe Jutta Dinkermann, "Gentechnik und Menschenwürde", in Neue Solidarität vom 24.2.1999 sowie "Die Menschenfeindlichkeit der Bioethik-Konvention" in Neue Solidarität vom 29.1.1997.

8. Wie schnell sich diese (auch vom Club of Life) frühzeitig ausgesprochenen Warnungen bestätigen sollten, zeigt sich u.a. an dem "Draft additional Protocol to the Convention on Human Rights and Biomedicine, on Transplantation of Organs and Tissues of Human Origin", das im Juni vom Bioethik-Ausschuß des Europarates in Straßburg verabschiedet wurde. Das Protokoll soll die Bioethik-Konvention des Europarats aus dem Jahr 1997 ergänzen und muß nur noch vom Ministerkomitee gebilligt werden, bevor es den Mitgliedsländern zur Unterschrift vorgelegt wird. Mehrere Experten äußerten schwerwiegende Bedenken an einer Klausel über sogenannte "nicht-einwilligungsfähige Personen" - etwa geistig behinderte Menschen, Babys oder Koma-Patienten. Dem Protokoll zufolge soll bei ihnen unter bestimmten Umständen "regenerierbares Gewebe" entnommen werden dürfen. Nicht zuletzt wegen dieser heiklen Klausel habe sich die deutsche Delegation bei der Abstimmung der Stimme enthalten, so eine Sprecherin.

Bereits im November 1997 erschien in der Medizinfachzeitschrift The Lancet ein Artikel, in dem Wissenschaftler des Royal Liverpool Universitätskrankenhauses die provokante Frage stellten: "Sollen Organe von Wachkoma-Patienten für die Organtransplantation genutzt werden?" Dies sei von "offenkundigem Nutzen", da sie die nutzlose Verwendung von Ressourcen beendeten.