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Aus der Neuen Solidarität Nr. 47/2001:

Französische Zeitungen enthüllen

Am 11. September begann ein
Staatsstreich in Amerika

Große französische Zeitungen und nachrichtendienstliche Kreise bringen immer mehr Einzelheiten zu der These, daß hinter den Anschlägen von Washington und New York nicht "Osama Bin Laden" und Al Qaida standen, sondern extremistische Kreise innerhalb des US-Militärapparats. Die Rede ist von einem versuchten "Staatsstreich".


Mehr Enthüllungen
Die verbotene Wahrheit

Zu diesen Medien gehören so "offizielle" Blätter wie Le Monde und Le Figaro. Entscheidend ist dabei nicht, ob der Inhalt dieser Medienberichte in allen Punkten der Wahrheit entspricht. Entscheidend ist, daß damit der Prozeß eines schleichenden Staatsstreiches in den USA, der am 11. September begonnen hat, aufgehalten werden soll. Viele politische Kreise - nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen europäischen Ländern und in Rußland - wissen, daß die Angriffe in New York und Washington kein "Terroranschlag" waren, sondern eine politische Operation von einer gewaltigen strategischen Dimension.

Da die entsprechenden Medienberichte in Deutschland nicht oder kaum aufgegriffen wurden, wollen wir ausführlich aus mehreren Artikeln zitieren. Sie entstammen dem Online-Nachrichtenbrief Reseau Voltaire, der über geheimdienstliche Verbindungen verfügt, sowie den renommierten Pariser Tageszeitungen Le Figaro und Le Monde.

Am 27. September gab die Redaktion von Reseau Voltaire bekannt, sie bereite ein besonderes Dossier zu den Ereignissen des 11. September vor, bei denen es sich ihrer Einschätzung nach um einen versuchten Staatsstreich handelte. Weiter heißt es: "Am 11.9. 2001 zögerte George W. Bush den ganzen Tag lang, ob er die Ereignisse als militärischen Putschversuch oder als Angriff ausländischer Terroristen interpretieren sollte... Es erscheint horrend, daß der Präsident der USA sich vorstellen konnte, das amerikanische Militär könne solche mörderischen Angriffe organisiert haben. Aber 1962 mußte Präsident John F. Kennedy sich einer größeren Verschwörung des Generalstabes stellen, der auf die Rechtfertigung einer Invasion Kubas abzielte. General Leyman L. Lemnitzer hatte eine Reihe mörderischer Bombenanschläge gegen die amerikanische Bevölkerung geplant. Ihm wurde vom Präsidenten Einhalt geboten. Wenig später organisierten Lemnitzer und andere rechtsextreme Offiziere die Ermordung Kennedys."

In der Einleitung zu einem weiteren Artikel heißt es:

"11. September 2001, 10.01 Uhr. Der für den Schutz des Präsidenten der Vereinigten Staaten verantwortliche Secret Service erhält einen Anruf der Hintermänner der Terrorangriffe auf New York und Washington. Um ihre Drohung zu verstärken, nennt die Stimme die Geheimcodes, mit denen Präsidentenanordnungen aus dem Weißen Haus oder der [Präsidentenmaschine] Airforce One gegeben werden.

Um George W. Bush zu schützen, wird das Flugzeug, in dem er sich auf dem Rückweg nach Washington befindet, zu einem unbekannten Ziel umgeleitet, und gleichzeitig werden das Weiße Haus und das Kapitol, Sitz der demokratischen Institutionen, evakuiert und das politische Personal in atombombensichere Bunker gebracht. Kein Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats denkt mehr an einen Terrorangriff, alle denken, es gehe ein Militärputsch vor sich. Erst gegen 20.30 Uhr wird sich die Lage wieder beruhigen."

Das eigentliche Dossier von RV erschien in der "Informationsmitteilung 235-236", die nur Abonnenten des Nachrichtenbriefes erhalten. Es umfaßt auch eine Chronologie der Ereignisse jenes Tages. U.a. heißt es:

"Zwischen 10.00 Uhr morgens und 20.00 Uhr abends dachten die amerikanischen Offiziellen nicht, daß die Angriffe die Frucht terroristischer Gruppierungen aus dem Nahen Osten seien, sondern daß es sich um einen versuchten Militärputsch amerikanischer Extremisten handelte, die fähig wären, einen Nuklearkrieg auszulösen. Für diese Hypothese sprachen substantielle Gründe. Heute ist sie vergessen, weil es der Moral der amerikanischen Bevölkerung schaden und das Engagement von Alliierten in einem kommenden Krieg behindern würde, wenn sie publik würde."

Hinsichtlich der Berichte über den besagten Anruf an den Secret Service kommt der Herausgeber des Nachrichtenbriefes Thierry Meyssan zu dem Schluß, die Täter hätten mit dem Anruf nicht etwa die Verantwortung für die Anschläge übernehmen wollen. Vielmehr wollten sie dem Präsidenten ein Ultimatum stellen und ihn unter Druck setzen.

Aufgrund dieses Anrufes sei Bush gezwungen gewesen, "etwa zwölf Stunden lang Washington zu meiden und sich persönlich zum Strategischen Kommando (Offut/Nebraska) zu begeben, um einerseits die direkte Kontrolle über die Streitkräfte zu übernehmen... und insbesondere, um sicherzustellen, daß kein anderer seine Identität übernehmen und einen Nuklearkonflikt auslösen könnte. Unterdessen wurden im Umkreis des Weißen Hauses Scharfschützen und Boden-Luft-Raketen stationiert, um einen potentiellen Angriff von Fallschirmjägern abzuwehren. Das Weiße Haus und das Kapitol wurden umgehend evakuiert."

Mehr Enthüllungen

Im Rahmen weiterer Recherchen versuchten Meyssan und sein Team herauszufinden, "welche Gruppen gegen den Präsidenten hätten mobilisiert werden können". RV präsentiert eine Studie über den "Special Forces Underground", ein "terroristisches Netzwerk, das sich innerhalb der stay-behinds [eine Art "Schläfer" des US-Militärs] entwickelte und u.a. Beziehungen zu Bin Laden unterhielt. Dieses Netzwerk macht nicht seinen ersten Probelauf gegen die Bundesregierung, denn es war auch in die Ermordung John F. Kennedys und den terroristischen Bombenanschlag von Oklahoma City 1995 verwickelt." Reseau Voltaire bringt dazu Material über die Miliz-Bewegung, u.a. in Verbindung zu dem verurteilten Oklahoma-Attentäter Timothy McVeigh, der Zeitschrift der General-Edwin-A.-Walker-Gesellschaft The Resister (Der Widerständler) sowie Generalmajor Walker selbst (siehe Kasten).

Zu Osama Bin Laden erklärt Meyssan, dieser habe unabhängig davon, ob er schuldig sei oder nicht, "die politische Möglichkeit geschaffen, eine bestimmte Politik durchzusetzen", und genau diese Politik müsse man genauer betrachten:

"Bereits vor einigen Monaten haben die Anglo-Amerikaner die Taliban-Sekte fallengelassen und entschieden sich, ihr Regime zu stürzen. Mitte Juli stand ein militärischer Plan, und die Operation wurde für Mitte Oktober angesetzt. Diese Aspekte, die ein offenes Geheimnis sind, wurden von dem früheren pakistanischen Außenminister Niaz Naik und verschiedenen aktiven Diplomaten bestätigt. ("USA planten Angriff auf Taliban", BBC vom 18. September, und "Geheime Denkschrift enthüllt amerikanische Pläne zum Sturz der Taliban", The Guardian vom 21. September.) Britische Seestreitkräfte waren bereits vor dem 11. September, der einen solchen Einsatz rechtfertigte, in der Region in Position gebracht. Naik zufolge erwog man im Rahmen dieses Planes, [den afghanischen Ex-König] Zahir Schah trotz seines biblischen Alters wieder einzusetzen; der pakistanische Geheimdienst wurde gebeten, das Problem Massoud zu lösen, was auch geschah. Aber Teile des amerikanischen Oberkommandos hielten die anfänglichen militärischen Vorhaben für unzureichend." Bei all dem spiele die Frage des Erdöls eine Rolle.

Nummer 237 des Nachrichtenbriefes vom 16. Oktober stellt weitere Fragen zu dem Angriff auf das Pentagon. Die Bilder und Nachrichten hierzu seien im Gegensatz zu denen über das World Trade Center von der Regierung zensiert worden. Eine Arbeitsgruppe von Luftfahrt-, Ballistik- und Statikexperten sei aufgrund der bekannten Informationen wie etwa Satellitenfotos, zu dem Schluß gekommen, möglicherweise rühre der Schaden am Pentagon nicht von einem Flugzeug her, sondern habe eine andere Ursache. Abschließend heißt es: "Die amerikanische Regierung tut alles, um die internen Täter der Angriffe zu decken, und stigmatisiert weiterhin einen ausschließlich ausländischen Feind."

RV 237 untersucht auch "die geheimen Finanzverbindungen zwischen den Bushs und Bin Laden". Die berüchtigte BCCI-Bank, die schon in die Iran-Contra-Affäre verwickelt war, soll Geschäfte mit der Harkin Energy Group (der Bush jun. vorstand) getätigt haben. Als pikante Einzelheit wird erwähnt, daß Saleh Idris, der angeblich Verbindungen zu Bin Laden unterhält, größere Anteile des Unternehmens IES Digital Systems hält, das in Großbritannien für die Sicherheit von Parlament, Militäreinrichtungen und zivilen Nukleareinrichtungen zuständig ist.

Am 5. November bezieht sich Reseau Voltaire dann in dem Editorial "Makabre Manipulationen" auf die wachsende Zahl internationaler Enthüllungen über Brüche und Unklarheiten in der offiziellen Version - u.a. in Proseco, Canal plus, Figaro, Times of India und Observer.

Eine davon war der Bericht des Figaro vom 31. Oktober über angebliche Kontakte zwischen Bin Laden und einem amerikanischen Vertreter im Juli 2001 in Dubai (Neue Solidarität berichtete).

Die verbotene Wahrheit

Am 12. November griff die führende Tageszeitung Frankreichs Le Monde diese Geschichte auf, und damit kommt keine offizielle Stelle mehr darum herum. Le Monde veröffentlichte prominent eine ausführliche Besprechung des neuen Buches Die verbotene Wahrheit, dessen Autoren französischen Geheimdienst- und Regierungskreisen nahestehen. Die Rezension von Sylvain Cypel trägt die Überschrift "Als Washington mit den Taliban verhandelte". Es folgen Auszüge:

"Vor dem 11. September hatte die Regierung Bush die Aktivitäten des FBI zur Terrorismusbekämpfung blockiert, weil sie in intensiven Verhandlungen mit den Taliban stand, diese zu unterstützen, wenn sie Osama Bin Laden ausliefern. Das ist die These von Verbotene Wahrheit, einem Buch, das am 14. November erschienen ist.

Der Titel des Buches soll Aufsehen erregen. Sein Titel Bin Laden - die verbotene Wahrheit riecht nach Marketing-Strategie. Schreibfehler legen nahe, daß es sehr eilig in Druck ging... Aber all dies soll uns nicht von der Theorie ablenken, welche die Autoren Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquie aufstellen. Was sagen sie? Erstens, daß das amerikanische FBI bis zum 11. September daran gehindert wurde, in Saudi-Arabien oder im Jemen gegen die geheimen Partner bei den anti-amerikanischen Angriffen ermitteln, weil die Washingtoner Diplomatie ihre Beziehungen zu den Golf-Monarchien bewahren wollte. Hierzu bieten sie [die Autoren] als ,Knüller' die Aussage von John O'Neill, der Nummer Zwei im FBI, der im Juli 2001 an ihre Tür klopfte, eben weil er sich in seiner Arbeit behinert sah.

Dann erklären sie, die amerikanische Diplomatie führe seit vielen Jahren zahlreiche Verhandlungen mit den Taliban und deren Nachbarn (Pakistan, Rußland, die ehemaligen Sowjetrepubliken der Region, China, Indien) mit dem wesentlichen Ziel, daß sie auf die Angebote der amerikanischen Ölkonzerne reagieren... Sie zeigen auf, daß diese Verhandlungen von der Regierung Bush, wo die amerikanischen Ölgesellschaften großen Einfluß genießen, mit Enthusiasmus wieder aufgenommen wurden...

Seit 1998 waren die amerikanischen Ölproduzenten und Diplomaten überzeugt, daß der vollständige Sieg der Taliban - von denen sie sich eine ,Stabilisierung' Afghanistans erhofft hatten - nicht mehr erreichbar sei. Das bedeutete den Rückzug aus dem ,neuen Großen Spiel', wo entgegengesetzte Interessen, amerikanisch-pakistanische auf der einen Seite und russische-iranisch-indische auf der anderen, dem Sieg des einen Lagers über das andere in Afghanistan im Weg standen... Wenn dies Spiel kein ,Nullsummenspiel' sein soll, heißt für Washington, daß Amerikaner, Russen, Pakistanis und selbst die Iraner einer Einigung der afghanischen Fraktionen zustimmen, um das Land zu befrieden und Zentralasien den Ölkonzernen zu öffnen.

Nach den Angriffen auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania (August 1998), die Bin Laden zugerechnet werden, konzentrierten sich die amerikanisch-talibanischen Verhandlungen auf die Auslieferung Bin Ladens. Im Gegenzug winkte die Regierung Clinton den Taliban mit einer gewissen Anerkennung ihrer Herrschaft. Daraus erwuchs die Notwendigkeit, ihre Partner zu kontrollieren: die Golfmonarchien und Pakistan. Auf internationaler Ebene wurden Druckmechanismen in Stellung gebracht: Die UNO richtete ein Verhandlungsforum ein, genannt ,6+2' (die sechs Nachbarländer Afghanistans plus USA und Rußland), um eine Strategie für einen Ausweg aus der Krise zu finden und die Resolution 1267 anzunehmen, die Sanktionen gegen Kabul fordert. Prinz Turki Al Faisal, der Chef des saudischen Geheimdienstes, versagte zwei Mal dabei, bei Mullah Omar die Auslieferung Bin Ladens zu erwirken.

Die Regierung Bush versuchte vom Februar bis August 2001, Fortschritte zu erzielen. Im März wurden Taliban nach Washington eingeladen. Der letzte bekannte Kontakt erfolgte zwischen Christina Rocca, einer hohen Beamtin des State Department, mit dem Taliban-Botschafter in Islamabad am 2. August. Daraus entstand die Idee einer Loya Dschirga - der Einberufung eines Stammesrates um den im Exil lebenden König Zaher Schah, um der Talibanregierung ein Ende zu bereiten - , die aber bis zum Tag nach dem 11. September nicht aus dem Hut westlicher Diplomatie gezogen wurde. Monatelang unterbreitete Washington die Idee den Taliban direkt über die ,6+2' und in diskreten Verhandlungen in Rom, Zypern und Berlin unter der Ägide des Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs Kofi Annan, dem Spanier Francesc Vendrell. Der stärkste Beweis ist der am wenigsten geheime, nämlich Kofi Annans Bericht vom 14. August, vier Wochen vor den Angriffen. Es gab von April bis Juli intensive diplomatische Bemühungen, auch auf höchster Ebene, eine alternative Regierung anstelle der Taliban-Alleinherrschaft einzurichten."

Die biographischen Anmerkungen von Le Monde über die beiden Buchautoren lassen keinen Zweifel daran, daß sie eng mit dem französischen Geheimdienst verbunden sind: "Die Autoren von Verbotene Wahrheit stehen dem Spionagemilieu nahe. Jean-Charles Brisard war bei Viventi verantwortlich für den wirtschaftlichen Nachrichtendienst und hat dann auf Anfrage des französischen Nachrichtendienstes die Finanzen von Al Qaida untersucht. Sein Bericht über das wirtschaftliche Umfeld Osama Bin Ladens (Le Monde vom 25. September) wurde George Bush von Jacques Chirac während seines ersten Besuchs in Washington nach dem 11. September überreicht. Guillaume Dasquie ist der Chefredakteur von Intelligence Online, einem auf Geheimdienstfragen spezialisierten Nachrichtenbrief.

Muriel Mirak-Weißbach

 

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