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Aus der Neuen Solidarität Nr. 49 vom 5. Dezember 2001

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Gewinnt "Commander Wu" die Deutschen für den Transrapid?

Der schnelle Fortschritt des Baus der Transrapid-Strecke in Shanghai lenkt die Aufmerksamkeit der Politiker wieder auf die Magnetbahn - sogar in Deutschland. Hatte Kanzler Schröder das von seinem Vorgänger nur halbherzig betriebene Projekt einer Magnetbahn-Verbindung von Hamburg nach Berlin noch zu Beginn seiner Regierungszeit fallen lassen, um seinen grünen Koalitionspartnern einen Gefallen zu tun, so hört man nun aus dem Bundesverkehrsministerium ganz andere Töne.

Staatssekretär Henner Wittling erklärte anläßlich einer Besichtigung der Baustelle in Shanghai, er gehe davon aus, "daß bei uns wenigstens eine Strecke realisiert wird". Mitte Januar will Wittling die Ergebnisse zweier Machbarkeitsstudien für Transrapid-Linien, eine zwischen Flughafen und Innenstadt in München, die andere zwischen Dortmund und Düsseldorf, vorlegen. Die Industrie hofft, daß eine solche erste deutsche Strecke den Weg für den Bau weiterer Linien auch in Deutschland freimachen wird.

Für den Gesinnungswandel dürfte weniger der inzwischen marode Zustand der rot-grünen Koalition verantwortlich sein als vielmehr das massive Engagement der Chinesen, die erst vor etwa einem Jahr die Verträge über den Bau der Strecke in Shanghai unterschrieben hatten, inzwischen aber schon die Hälfte der Strecke fertiggestellt haben. Für den 1. Januar 2003 hat sich Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji bei den Transrapid-Bauern in Shanghai angemeldet, um auf der fertiggestellten Strecke eine Probefahrt mit Höchstgeschwindigkeit (430 km/h) zu absolvieren. Ein Jahr später soll dann der kommerzielle Betrieb der Bahn aufgenommen werden. Der inzwischen zum internationalen Medienstar avancierte chinesische Bauleiter, "Commander Wu" Xiangming, tut jedenfalls alles, um den Termin zu halten.

Vermutlich werden bis dahin eine ganze Reihe weiterer Transrapid-Projekte in Gang gekommen sein. Im Gespräch sind eine "Olympia"-Strecke in Beijing (Peking) und weitere Transrapid-Strecken im Großraum Shanghai-Nanjin-Hangzhou, aber auch die 1300 km lange Verbindung Shanghai-Peking. Die Tageszeitung Die Welt zitierte den für den Transrapid zuständigen chinesischen Wissenschaftsrat He Zuoxiu, man sei von den erst 1998 beschlossenen Plänen für ein 8800 km langes Schnellstreckennetz bereits abgekommen und gehe nun statt dessen von einem Fernverkehrsnetz von 10000 km Länge und weiteren 10000 km in den Nahverkehrsnetzen der hundert größten Städte des Landes aus. Für alle diese Strecken habe der Transrapid gute Karten.

Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise ist China neben Rußland der einzige Wachstumsmarkt für die deutsche Exportwirtschaft und als solcher einer der wenigen Strohhalme, an die sich die deutsche Wirtschaftspolitik klammern kann. Wie die Süddeutsche Zeitung richtig feststellte, geht es beim Erfolg der Strecke in Shanghai nicht nur um die dann möglichen Folgeaufträge, sondern um den deutschen Ruf auf diesem wichtigen chinesischen Markt überhaupt.

Inzwischen interessiert man sich sogar in Österreich für den Transrapid. Der Europaabgeordnete Paul Rübig (ÖVP) machte gegenüber den Salzburger Nachrichten den Vorschlag, die internationalen Flughäfen Wien (Österreich) und Bratislava (Slowakei) durch eine Transrapid-Linie zu verbinden. Man könne dann z.B. innerhalb einer Viertelstunde von Wien-Schwechat auf den 30 km entfernten Flughafen Bratislava umsteigen. Die beiden Flughäfen könnten als operative Einheit einen Luftverkehrsknoten für Mittel- und Osteuropa bilden. Man könnte in Bratislava brachliegende Kapazitäten nutzen, um Wien-Schwechat zu entlasten. Anschließend könne man, so Rübig, den Ausbau der Infrastruktur auch nach Györ (Ungarn) vorantreiben. Ein solcher Ausbau der Flughäfen als Logistikzentren wäre Grundlage für Betriebsansiedlungen und damit neue Arbeitsplätze.

alh

 

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