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Aus der Neuen Solidarität Nr. 11/2002

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Nachgefragt: Was ist Bretton Woods?

Auf der internationalen Währungs- und Finanzkonferenz der UNO, die 1944 in Bretton Woods (New Hampshire, USA) stattfand, wurden neben der Errichtung des IWF und der Weltbank auch feste Wechselkurse zwischen den Teilnehmerstaaten beschlossen. Die Währung jedes Mitgliedslandes erhielt eine feste Relation zum US-Dollar, der wiederum an eine bestimmte Menge Gold gekoppelt war. Das System von Bretton Woods war sehr erfolgreich, denn die Wechselkurse schwankten nur um +/-1% in ihrer Parität zum US-Dollar. Das Ende des festen Wechselkurssystems begann 1971, als Präsident Nixon die Goldbindung des Dollars löste und anschließend den Dollar wegen hoher und steigender Leistungsbilanzdefizite der USA um 10-20% gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner abwertete. Anfang 1973 brach das Bretton-Woods-System endgültig auseinander.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde auf der Grundlage des Abkommens von Bretton Woods am 27.12.1945 mit Sitz in Washington gegründet. Im IWF sind 182 Länder Mitglied (1999), die je einen Vertreter im obersten Gremium, dem Gouverneursrat (Board of Governors), haben. Jedes Mitgliedsland muß Zahlungen an den Fonds gemäß einer festgesetzten Quote leisten. In deren Berechnung fließen vor allem das Bruttoinlandsprodukt, die Leistungsbilanz und die Währungsreserven eines Landes ein. Nach der Höhe der Quote richten sich die Stimmrechte sowie die Kreditfazilitäten. Die IWF-Kredite sind aber mit wirtschaftspolitischen Auflagen (z.B. Kürzung von Staatsausgaben, Währungsabwertungen etc.) für die Empfänger verbunden, die stark in die wirtschaftspolitische Souveränität der betreffenden Nation eingreifen. Oft stellen die IWF-Kredite zudem eine Art kostenlose Versicherung für Banken und andere Investoren dar, die diese erst zu besonders riskanten Anlageentscheidungen veranlassen. Die Kredite führen in manchen Fällen dazu, daß die Gewinne den Investoren zufließen, während die Verluste den Steuerzahlern aufgebürdet werden. Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) wurde am 27.12.1945 auf der Grundlage des Abkommens von Bretton Woods gegründet. Der Präsident der Weltbank, satzungsgemäß ein US-amerikanischer Staatsbürger, wird für fünf Jahre gewählt.

Das Neue Bretton Woods

Die von Lyndon LaRouche immer wieder geforderte Reorganisation des weltweiten Währungs- und Finanzsystem könnte im Rahmen einer neuen Bretton-Woods-Konferenz begonnen werden, wobei sich die beteiligten Nationen unter Beibehaltung ihrer vollen Souveränität auf bestimmte Prinzipien einer gemeinsamen Währungspolitik einigen, die das institutionelle Rückgrat für die Verwirklichung der Eurasischen Landbrücke und anderer umfassenderer Entwicklungsvorhaben bilden muß. Dazu gehören: