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Aus der Neuen Solidarität Nr. 17/2002

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Den Nerv deutscher Politik getroffen

Weltkrise. In München fand letzte Woche ein außerordentlich erfolgreiches Seminar über den EIR-Sonderbericht "Der 11. September - Die Lüge aus Staatsräson und ihre verhängnisvollen Konsequenzen" statt.


Die "amerikanische OAS"
Der Desinformationsreflex

Am 17. April stellte die EIR-Nachrichtenagentur im Münchner City Hilton-Hotel ihre umfangreiche Studie zu den Ereignissen des 11. September vor. Michael Liebig, leitender Redakteur von EIRNA, und der amerikanische EIR-Redakteur Mark Burdman präsentierten den mehr als 60 Teilnehmern die Kernthesen der im März erschienen Studie. Anwesend waren u.a. Vertreter sicherheitsrelevanter Institutionen, der Presse, konsularische Repräsentanten und andere ausländische Gäste. Über vier Stunden folgten die Teilnehmer den Ausführungen der Referenten und der anschließenden Diskussion. Die seit nun sieben Monaten von Regierungen und Medien gebetsmühlenartig wiederholte "offizielle Version" des 11. September überzeugt offenbar immer weniger. Das Seminar fand statt in einer hochangespannten Weltlage mit einer dramatischen Entwicklung im Nahen Osten und diese Spannung war auch im Konferenzraum deutlich zu spüren.

Die "amerikanische OAS"

Vor den Ausführungen von Mark Burdman über die neue imperiale Ausrichtung der amerikanischen Politik und der offenen Diskussion darüber in der anglo-amerikanischen Presse, die in Auszügen nebenstehend wiedergegeben werden, analysierte Michael Liebig die Fragestellungen, die sich aus den Ereignissen des 11. September ergeben. Er warnte vor einem "Weltkrieg neuen Typs", dessen Konturen sich - nach Afghanistan und Nahost - bereits mit dem fest geplanten Angriff auf den Irak abzeichneten. Es sei deshalb entscheidend, auf den Auslöser der Kausalkette der jetzt scheinbar unausweichlichen Eskalation im sogenannten "Krieg gegen den Terror" zurückzublicken. Lange sei es nur Lyndon LaRouche gewesen, der den Mut fand, die offizielle Version der Ereignisse des 11. September in Frage zu stellen, indem er sie von Anfang an als Putschversuch von Elementen im US-Militär und den US-Diensten bezeichnet habe.

Liebig nannte dieses verdeckte Netzwerk die "amerikanische OAS" - in Anspielung auf die "Organisation d'Armée Secrête" im Frankreich der frühen 60er Jahre. Die OAS bestand aus kriminellen Elementen im Geheimdienst, in den Streitkräften und sogar in der Regierung selbst, die versuchten, die Regierung Frankreichs zu stürzen und de Gaulle zu ermorden.

LaRouche habe "sieben Monate allein auf weiter Flur gestanden". Erst jetzt habe die Abgeordnete Cynthia McKinney - als erstes Mitglied der US-Kongresses - eine formelle Anfrage im Abgeordnetenhaus gestellt, worin sie Aufklärung über das Versagen der US-Sicherheitsdienste bezüglich des 11. September verlangt.

Liebig betonte, daß der vorliegende Bericht nicht auf pseudokriminalistische Methoden zurückgreift, sondern auf Indizien basiert, die aus öffentlich zugänglichem Material stammen. Hinzu komme eine Vielzahl von Quellen in- und außerhalb der USA, die von den Autoren des EIRNA-Berichts konsultiert worden seien. Es sei untersucht worden: Wer kann über einen langen Zeitraum hinweg eine solche hochkomplizierte Operation unentdeckt planen und verdeckt durchführen? Wer hat die Motivation zu einem solchen Anschlag und ist objektiv dazu befähigt? Was war der finanziell-wirtschaftliche Kontext der Anschläge? Was war die vorauskalkulierte Wirkung der Anschläge?

Liebig ging auf diese Fragen detailliert ein und betonte dabei besonders die "Choreographie" - die präzise Operationsplanung - der Anschläge des 11. September, die das Ziel gehabt hätten, nicht nur "Symbole amerikanischer Macht" zu zerstören, sondern die Regierung der Vereinigten Staaten so einzuschüchtern und zu paralysieren, daß sie auf die Forderungen der "amerikanischen OAS" eingehen würde. Der Öffentlichkeit sei noch nicht klargeworden, daß am 11. September die Welt an Rande einer neuen nuklearen "Kubakrise" gestanden habe, weshalb sich Präsident Bush am 11. September die meiste Zeit in dem nuklearen Kommandozentrum Offut in Nebraska aufgehalten habe. Die Absicht der "amerikanischen OAS" sei gewesen, den Systemkollaps der US-Wirtschaft durch ein großangelegtes "keynesianisches" Rüstungsprogramm im Rahmen eines neuartigen Krieges zu verhindern. Dafür brauchte man ein Feindbild: den "islamischen Terrorismus", Bin Laden und Al Qaida. Samuel P. Huntington, der "Chefdenker der amerikanischen OAS", habe dafür die ideologischen Grundlagen gelegt.

Liebig betonte, die gegenwärtige Lage in den USA sei keineswegs monolithisch. Vor allem aufgrund der Wirtschaftskrise gebe es die Möglichkeit jäher politischer Veränderungen in den USA. LaRouche habe sich zu der Führungspersönlichkeit des "anderen Amerika" entwickelt, der die Alternative zu neoimperialem Krieg und Wirtschaftskrise repräsentiere. Die Europäer seien gut beraten, sich dies vor Augen zu halten und ihrerseits ein "konstruktives weltpolitisches Gegengewicht" gegen die zunehmend imperiale Ausrichtung der USA zu schaffen. Dies könne nicht durch "uneingeschränkte Solidarität" geschehen, sondern dadurch, daß man die Diskussion über den Ausgangspunkt - den 11. September - zurückbringt, um damit die fatale Eigendynamik der weltpolitischen Ereignisse seit dem 11. September zu stoppen.

Der Desinformationsreflex

Daß dabei bisher die bundesdeutschen Medien keine rühmliche Rolle gespielt haben, ist jedermann bekannt. Das war auch diesmal nicht anders. Der Bayerische Rundfunk, ein öffentlich-rechtlicher Sender, kam jedenfalls seiner Verpflichtung zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung nicht nach. In einem absurden Beitrag der Jugendsendung "Zündfunk", die der Sender am nächsten Tag ausstrahlte, wurde das EIRNA-Seminar in die Ecke der "Verschwörungstheorien" gestellt. Selbst für antisemitische Insinuierungen gegen EIRNA war man sich nicht zu schade, was angesichts der Tatsache, daß einer der beiden EIRNA-Referenten amerikanischer Jude ist, eine ganz besondere Infamie darstellt.

Die Desinformation des Bayrischen Rundfunks hat wohl ihre Ursache darin, daß die "politischen Eliten" in Deutschland von einer tiefsitzenden Angst vor dem amerikanischen Welthegemon erfaßt sind. Zwar wird vielfach hinter vorgehaltener Hand die "offizielle Version" des 11. September angezweifelt, zwar wird das neoimperiale Gehabe Washingtons kritisiert und der geplante Angriff auf den Irak abgelehnt, aber die Dinge bei ihrem richtigen Namen zu nennen, das hat gefälligst zu unterbleiben. Deshalb treffen die Aussagen des EIRNA-Seminars offenbar einen ganz besonders empfindlichen Nerv der politischen Klasse Deutschlands.

Das rege Interesse, das sich bei der Vorbereitung des Seminars quer durch alle möglichen Institutionen abzeichnete, sowie die gute Beteiligung am Seminar selbst machten jedoch eines sehr deutlich: Auch in Deutschland driften die "offizielle" und die veröffentlichte Meinung und die Ansichten großer Teile der Bevölkerung immer weiter auseinander.

efi

 

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