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Aus der Neuen Solidarität Nr. 23/2002

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"Kaboom": Virtuelle Selbstmordbomber

Wie der Londoner Sunday Telegraph am 26. Mai berichtete, wird Großbritannien zur Zeit von dem Killer-Computerspiel Kaboom heimgesucht, das ein 23jähriger aus Houston entwickelt haben soll. Kaboom ist übers Internet zugänglich und wurde bereits auf Tausende von Computern heruntergeladen. In dem Spiel ist der Spieler ein Selbstmordattentäter, und das Spielziel besteht darin, so viele unschuldige Zivilisten wie möglich zu töten. Bei den Explosionen werden Menschen in Stücke zerfetzt und blutige abgerissene Körperteile sind zu sehen. Je mehr Tote und Verwundete "erreicht" werden, desto höher die Punktzahl.

Der Entwickler des Spiels, der für jegliche Kritik unzugänglich ist, erklärt auf seiner Webseite als Spielanleitung: "Du beginnst in Israel und arbeitest dich durch Europa durch bis nach Amerika. Für jedes Land hast du eine ,Mission', wie z.B. ,Verletze drei Frauen' oder ,Töte zwei Kinder, ohne einen Erwachsenen dabei zu treffen.'"

Fiona Macaulay, die Sprecherin des Abgeordnetenausschusses britischer Juden, nannte das Spiel widerlich. Sie kündigte an, Kaboom werde von entsprechenden Internet-Überprüfungsstellen untersucht, um festzustellen, ob es gegen Gesetze verstoße, die Anstiftung zur Gewalt und Gewaltverherrlichung verbieten.