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Aus der Neuen Solidarität Nr. 30/2002

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Das "Produktive Dreieck Paris-Berlin-Wien"

Wenn dieses Programm ab 1990 durchgeführt worden wäre, hätten wir heute in ganz Osteuropa "blühende Landschaften". Das Programm sah vor, die gesamte Wirtschaft Ost- und Westeuropas durch große Modernisierungsprojekte anzukurbeln, wobei die modernsten Technologien zum Einsatz kommen sollten. Diese Projekte - hauptsächlich finanziert durch staatliche Kreditschöpfung und mit niedrig verzinsten Krediten - sollten die Nachfrage nach Investitionsgütern über längere Zeit stimulieren.

Lyndon LaRouche beauftragte im Dezember 1989 eine Gruppe von Wissenschaftlern und Fachleuten, ein Wirtschaftsprogramm für den gesamteuropäischen Raum auszuarbeiten. Mittelpunkt des Programms ist das "Produktive Dreieck Paris-Berlin-Wien". Das Wirtschaftsprogramm fand sofort eine weite Verbreitung, wurde in viele Sprachen übersetzt und war Thema einer ganzen Reihe von Konferenzen. Das geographische Gebiet in Form eines Dreiecks - etwa von der Größe Japans - mit den Städten Paris, Berlin und Wien als Eckpunkten, das die Industrieregionen Nordfrankreichs, West- und Ostdeutschlands sowie der nördlichen Tschechoslowakei umfaßt, sollte zum Zentrum der Weltwirtschaft werden. Es sollte als Gebiet mit der größten Konzentration produktiver Wirtschaftskraft der zerfallenden Weltwirtschaft als "Lokomotive" dienen.

Das Grand Design dieses Entwurfs sah vor, nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" sofort die gesamte Wirtschaft Ost- und Westeuropas durch große Modernisierungsprojekte im Bereich der Transport-, Energie-, Wasser- und Kommunikationsinfrastruktur anzukurbeln, wobei die modernsten Technologien zum Einsatz kommen sollten. Diese Projekte - hauptsächlich finanziert durch staatliche Kreditschöpfung und mit niedrig verzinsten Krediten - sollten die Nachfrage nach Investitionsgütern über längere Zeit stimulieren, die Beschäftigung sichern und die Schaffung neuer, moderner Industriebetriebe begünstigen. Die volkswirtschaftliche Produktivität würde so enorm gesteigert und damit die Grundlage für ein prosperierendes Europa gelegt.

Das Rückgrat des Dreiecks bildet ein integriertes System von Eisenbahnverbindungen für Hochgeschwindigkeitszüge und Magnetbahnen, die sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr eingesetzt werden. Das Verkehrsnetz ist ergänzt durch Straßen und Wasserwege, die durch automatisierte Umladestellen mit der Schiene verknüpft sind.

Die neuen Bundesländer liegen zum Teil direkt in der Kernregion des Dreiecks. Von hier aus verlaufen drei wichtige Entwicklungskorridore nach Osten: der Korridor Berlin-Warschau-Minsk-Moskau, der Korridor Dresden-Warschau-Krakau und der Korridor Dresden-Prag-Budapest. Eine Verzweigung führt über die baltischen Republiken nach St. Petersburg, eine andere durch die Ukraine nach Kiew und Charkow. Im Süden reicht ein Arm nach Italien bis hinunter nach Sizilien. Im Südwesten geht es über Lyon und Marseille nach Spanien, im Nordwesten zu den niederländischen Häfen und über den Ärmelkanal nach Großbritannien, im Norden in die skandinavischen Länder.

Das Besondere an LaRouches Vorschlag besteht darin, die geographischen und technologischen Gegebenheiten für eine integrierte europäische Infrastruktur so einzusetzen, daß eine möglichst hohe Leistungsdichte erreicht wird. Unter Bedingungen des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts bewirkt die Steigerung der Leistungsdichte zugleich die Steigerung der Wachstumsrate der Produktivkraft. Diese Produktivitätssteigerung bringt einen Gewinn, der die anfänglichen Investitionen um ein Mehrfaches übertrifft. Deshalb sind die staatlichen Kredite für ein solches Programm in keiner Weise inflationär.

 

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