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Aus der Neuen Solidarität Nr. 4/2002:

Wichtiges kurz gefaßt

Der brasilianische Präsident Cardoso ist am 13. Januar zu einem mehrtägigen Besuch in Moskau eingetroffen, der erste Besuch eines brasilianischen Staatsoberhaupts in Rußland seit sieben Jahren. Die russische Zeitung Iswestija berichtete darüber unter der Überschrift "Brasilien will ins Weltall und ein Atom-U-Boot bauen". Cardoso ist in Begleitung einer großen Delegation brasilianischer Politiker, Geschäftsleute, Militärs und Journalisten. Bei seinen Treffen mit Präsident Putin, Ministerpräsident Kasjanow und russischen Abgeordneten wird ein neuer Kooperationsvertrag zwischen beiden Ländern unterzeichnet. Nach einem Bericht von strana.ru will Brasilien mit Rußland bei der Raketentechnik und der Weltraumerforschung zusammenarbeiten. So soll Rußland an der Entwicklung einer neuen brasilianischen Weltraumrakete beteiligt werden, und Rußland könnte möglicherweise von Abschußrampen in Brasilien Satelliten ins All bringen.

In einem Interview mit Itar-Tass vor seiner Abreise hatte Cardoso die Ähnlichkeiten zwischen Rußland und Brasilien hervorgehoben: "Wir sind Länder mit einem sehr großen Binnenmarkt. Brasilien exportiert nur etwa 10% von seinen Erzeugnissen. Wenn man von Öl und Gas absieht, ergibt sich in Rußland ein ähnliches Bild. Aber das können wir ändern... In meinem Land sage ich oft: Brasilien ist ein Rußland in den Tropen. Ich bin viele Male in Rußland gewesen. Ich habe dort Verwandte... Ich hoffe, daß im neuen Jahr die Russen brasilianischer und die Brasilianer russischer werden."

Mercosur-Außenminister üben Solidarität mit Argentinien. Auf einem Treffen am 11. Januar haben die Außenminister des südamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercosur) sowie Boliviens und Chiles in einer gemeinsamen Erklärung ihre Zufriedenheit mit der "institutionellen Lösung" für die Krise in Argentinien ausgedrückt und ihre Unterstützung für alle Anstrengungen Argentinien zugesichert, zu sozialem und wirtschaftlichem Wachstum zurückzukehren. Der argentinische Außenminister Carlos Ruckauf erklärte seinerseits, seine Regierung betrachte Mercosur als "eine Staatspolitik höchster Priorität" - eine deutliche Abkehr von der Politik der früheren Regierung unter Präsident de la Rua, die das Mercosur-Projekt am liebsten hintertrieben hätte. Erörtert wurde auch, wie sich der durch die argentinische Schuldenkrise stark gestörte Handel innerhalb der südamerikanischen Wirtschaftszone wiederbeleben ließe. In Argentinien wurde das Außenministertreffen nach Darstellung der Zeitung Clarin als dringend erforderlicher "politischer Sauerstoff" für die international sehr isolierte Regierung von Präsident Duhalde bewertet.

China wird noch in diesem Jahr eine Entscheidung über den vorgezogenen Baubeginn der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen Beijing und Shanghai treffen, erklärte der chinesische Planungsminister Zeng Peiyan am 16. Januar. Derzeit werde getestet, welches technische Modell für das Bahnprojekt am besten geeignet sei. Die Entscheidung für die Nutzung der überlasteten Strecke wird zwischen dem herkömmlichen Rad-Schiene-System des TGV oder ICE und einem Magnetbahnsystem wie dem Transrapid fallen.

Antarktis widersetzt sich Klimatheorien. Das Wissenschaftsmagazin Nature berichtete von Arbeiten unter Leitung von Professor Peter Doran von der Universität Illinois in Chikago, wonach im Zeitraum von 1986 bis 2000 die Temperaturen über der Antarktis deutlich gesunken seien. So habe die Temperatur im McMurdo-Gebiet jedes Jahrzehnt um 0,7 °C abgenommen. Die Abkühlung habe schon eine Verringerung der dort lebenden Kleinsttiere und Pflanzen bewirkt.

Die Modelle, mit denen eine "katastrophale" Erwärmung der Atmosphäre durch wirtschaftliche Aktivitäten des Menschen vorgesagt wird, gehen davon aus, daß die Erwärmung an den Polen besonders stark sein müsse. Hingegen würde die zunehmende Abkühlung der Antarktis eine Verstärkung des jährlichen antarktischen Wirbels und somit eine natürliche Vergrößerung des "arktischen Ozonlochs" erklären.

 

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