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Aus der Neuen Solidarität Nr. 5/2002:

Die neue Seidenstraße


China will mehr nach Rußland und Indien exportieren
Zweitgrößtes chinesisches Staudammprojekt beginnt

Malaysia setzt auf Eisenbahn- und Hafeninvestitionen

China will mehr nach Rußland und Indien exportieren

Auf einer Konferenz in Beijing am 20. Januar kündigte der chinesische Außenhandelsminister Shi Guangsheng an, sein Land wolle die Ausfuhren von Maschinen und Elektronik deutlich steigern, insbesondere nach Rußland und Indien. Für 2002 strebe seine Regierung in diesen beiden Sektoren eine Steigerung der weltweiten Exporte um 10% an. Dazu wolle man zusätzlich zu den "traditionellen" Märkten USA, Europa und Japan neue Märkte in Afrika, Iberoamerika und dem Nahen Osten aufbauen. Die Schwächung des Welthandels habe China stärker getroffen als die asiatische Finanzkrise, sagte der Minister. Auch in den Sektoren Schiffbau, Metallurgie und Telekommunikation solle der Export gesteigert werden.

Rußlands Wirtschaft habe sich in den letzten Jahren rasch entwickelt. Dort gebe es jetzt eine starke Nachfrage nach Maschinen und Elektronik. 2001 betrugen Chinas Exporte nach Rußland in diesen Bereichen 370 Mio. Dollar. Das sei zwar schon eine Steigerung um 56,5%, es gebe aber noch großen Raum für Expansion. Auch vom Potential des indischen Marktes zeigte sich Shi beeindruckt. Er hatte vor wenigen Wochen Ministerpräsident Zhu Rongji auf einer Reise nach Indien begleitet. 2001 habe Indiens Außenhandel 90 Mrd. Dollar betragen, davon seien jedoch nur 3,2 Mrd. Dollar auf Geschäfte mit China entfallen. Shi fügte hinzu, die Qualität der chinesischen Gütern habe sich erhöht, und man werde weiter an technischen Verbesserungen arbeiten.

Zweitgrößtes chinesisches Staudammprojekt beginnt

In der südwest-chinesischen Provinz Yunnan soll das nach dem Drei-Schluchten-Damm zweitgrößte Wasserkraftprojekt des Landes mit einer Kapazität von 4,2 Mio. KW entstehen. Wie die Volkszeitung am 21. Januar meldete, haben jetzt die Bauarbeiten an dem Kraftwerk Xiaowan am Lancang/Mekong begonnen. Sie sollen 2010 beendet sein und werden 2,7 Mrd. Dollar kosten.

Das Kraftwerk bildet ein wichtiges Element in Chinas großem West-Ost-Energietransportprojekt und in der Strategie der "Entwicklung Westchinas". Xiaowan ist das zweite von insgesamt acht geplanten Kraftwerken am Lancang/Mekong und gleichzeitig das größte Wasserprojekt in Yunnan. China und Thailand haben sich bereits darauf geeinigt, daß ab 2013 Strom aus diesen Kraftwerken nach Thailand geliefert wird.

Nach Angaben von Prof. He Daming vom Zentrum für asiatische internationale Flüsse der Universität Yunnan wird mit dem neuen Staudamm und Wasserreservoir während der Regenzeit, in der es häufig zu Überschwemmungen kommt, die Wassermenge um 17% gesenkt, während der Trockenzeit jedoch um 40% erhöht, was der Bewässerung zugute kommt. Ein weiterer Vorteil ist, daß sich die Menge an mitgeführtem Schlick verringert, was von Nutzen ist für Thailand und Vietnam sowie für die Schiffahrt allgemein.

Malaysia setzt auf Eisenbahn- und Hafeninvestitionen

Der malaysische Ministerpräsident Dr. Mahathir Bin Mohamad gab am 21. Januar Pläne seiner Regierung bekannt, mehrere Milliarden Ringgit für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn nach Singapur im Süden und Thailand im Norden bereitzustellen. Die Strecke ist Teil der 5500 km langen Panasiatischen Bahnlinie von Singapur nach Kunming in China, die 2006 vollendet sein soll. Schon in der Vorwoche hatte Mahathir erklärt, daß auch alle malaysischen Häfen ausgebaut werden sollen, damit das Land zu einem wichtigen regionalen Umschlagsplatz wird.

Bei der Eröffnung einer neuen Bahnlinie von Kulai im südlichsten Bundesstaat Johor zur Hafenstadt Tanjung Pelepas sagte Mahathir, die neue Singapur-Thailand-Bahn sei eine gute Investition und werde zur Entwicklung des Landes beitragen. Mit ihr werde sich die Reisezeit von Kuala Lumpur bis Singapur von sieben auf zweieinhalb Stunden verringern. Die vorhandene Bahn stammt noch aus der Zeit der britischen Kolonialherren, und es kommt häufig zu Entgleisungen.

 

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