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Aus der Neuen Solidarität Nr. 5/2002

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Neues aus Forschung und Wissenschaft


China will Weltrauminfrastruktur entwickeln
USA erwägen Rückkehr in das internationale Fusionsprojekt

China will Weltrauminfrastruktur entwickeln

Eine Gruppe von vier Weltraumspezialisten der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hat in einer Studie den Aufbau von Chinas "viertem Territorium" gefordert. Die Studie hat den Titel "Errichtung von Chinas Infrastruktur im All". Die Wissenschaftler sind der Auffassung, daß die bisherigen bodengestützten Raumfahrteinrichtungen nicht mehr die Anforderungen der Zukunft erfüllen, weswegen eine entsprechende Infrastruktur im Weltraum entwickelt werden müsse. Wenn man das nahe Weltall erobern wolle, brauche man eine "Infrastruktur im All, ganz ähnlich wie bei der Erschließung von Land, Wasser und Luft, wofür man Bodeneinrichtungen wie Straßen, Häfen, Kraftwerke und Flugplätze braucht."

Prof. Wang Xiji erläuterte weiter: "Die sogenannte raumgestützte Infrastruktur bezieht sich auf technische Systeme, die im Weltall gebaut und zur Entwicklung und Nutzung von Weltraumressourcen sowie zur Ausweitung der Lebensmöglichkeiten für die Menschheit genutzt werden sollen." Dazu gehörten die zunehmende Rolle von Wettersatelliten, eine Infrastruktur von Erdsensoren, ein nationales Geographie-Informationssystem, Satelliten zur Beobachtung der Meere, eine Katastrophen- und Umwelt-Beobachtungsinfrastruktur sowie ein ziviles Informationsnetz, das auch in Kriegszeiten verwendet werden kann. Alle diese Elemente sind in den chinesischen 10- und 20-Jahresplänen für die Raumfahrt enthalten, aber dieses Konzept eines "vierten Territoriums" brauche in China eine "energische Förderung".

USA erwägen Rückkehr in das internationale Fusionsprojekt

Der amerikanische Energieminister Spencer Abraham hat am 3. Januar in einem Brief an den Forschungsausschuß des Repräsentantenhauses erklärt, er habe zugestimmt, "die jetzt vorliegende ITER-Option zu prüfen, um festzustellen, ob sie im Lichte der Nationalen Energiepolitik des Präsidenten für das Ministerium - und die Nation - geeignet ist." Die Prüfung werde wahrscheinlich in den "kommenden Monaten" abgeschlossen sein. Hintergrund dieses Schreibens ist der immer lautere Wunsch amerikanischer Fusionsforscher und des Kongresses, die USA müßten in das Projekt des Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktors (ITER) zurückkehren, das gemeinsam von Europa, Rußland, Japan und Kanada betrieben wird. Wegen drastischer Sparmaßnahmen waren die USA 1998 aus dem Projekt ausgestiegen. In seinem Brief nennt Abraham auch den wohl bedeutensten Faktor bei seiner Neuorientierung: "Vertreter anderer Regierungen haben darum ersucht, daß das Ministerium seine jetzige Politik gegenüber ITER überdenkt... Wir haben den Fortschritt der am ITER beteiligten Parteien, einen attraktiveren, kostengünstigeren Entwurf für die vorgeschlagene Anlage zu entwickeln, genau verfolgt, vor allem die jüngsten Vorschläge für einen konkreten Standort und detaillierte Vorbereitungen für den Bau."

 

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