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Aus der Neuen Solidarität Nr. 5/2002:

Wirtschaftsmeldungen


K-Mart ist pleite
US-Arbeitslosenquote schießt nach oben

Schwund der Industriearbeitsplätze

Der "Enron-Effekt"

K-Mart ist pleite

Am 22. Januar hat der amerikanische Handelsriese K-Mart in Chicago Konkurs angemeldet. Zahlreiche Lieferanten hatten am Tag zuvor ihre Lieferungen an die Filialen gestoppt, nachdem die Zahlungen für die in der Vorwoche gelieferten Waren ausblieben. Die Pleite der Handelskette ist die größte Pleite eines Einzelhandelsgeschäfts in der amerikanischen Geschichte.

Um die Bankrott-Reorganisation zu finanzieren, kann K-Mart auf einen Zweimilliarden-Dollar-Kredit der Bank J.P. Morgan Chase & Co sowie von Fleet Securities Inc. zurückgreifen. K-Mart, das 2100 Warenhäusern in 50 Bundesstaaten betreibt, wird vermutlich 500 Zweigstellen schließen und von seinen über 250000 Angestellten Zehntausende entlassen. Die beiden größten Gläubiger, sind die Bank of New York mit 2,37 Mrd. Dollar und BankBoston NA mit mehr als 119,9 Mio. Dollar.

US-Arbeitslosenquote schießt nach oben

Obwohl die amtliche Statistik der arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer vom Amt für Arbeitslosenstatistik massiv geschönt wird (EIRNA geht von einer doppelt so hohen Quote aus), zeigen die offiziellen Zahlen doch eine erschreckende Entwicklung:

Offizielle Zahl der Arbeitslosen in den USA
(in Millionen)
Dezember 2000 5,653
Januar 2001 5,956
Februar 2001 5,936
März 2001 6,088
April 2001 6,402
Mai 2001 6,169
Juni 2001 6,422
Juli 2001 6,395
August 2001 6,957
September 2001 7,009
Oktober 2001 7,741
November 2001 8,026
Dezember 2001 8,259

Der Anstieg von Dezember 2000 mit 5,653 Mio. Arbeitslosen auf 8,259 Mio. Arbeitslose genau ein Jahr später bedeutet einen Anstieg um 2,606 Mio. oder 46% in nur einem Jahr!

Schwund der Industriearbeitsplätze

Der Abbau von Arbeitsplätzen trifft den produktiven Bereich der US-Wirtschafts besonders hart:

Abbau von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe
der USA seit Juli 2000 (in Mio.)
Dezember 2000 0,297
Juni 2001 0,797
Juli 2001 0,866
August 2001 1,021
September 2001 1,106
Oktober 2001 1,230
November 2001 1,393
Dezember 2001 1,527

Demnach sind seit Juli 2000 1,527 Mio. Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe in den USA verloren gegangen. Bemerkenswert ist der Rückgang von 1,322 Mio. dieser produktiven Arbeitsplätze seit Dezember 2000. Rund die Hälfte der von Dezember 2000 bis Dezember 2001 insgesamt abgebauten Arbeitsplätze ist, wie Tabelle 1 zeigt, dem produktiven Bereich zuzuordnen. Damit haben Industrie und Landwirtschaft die Hauptlast zu tragen. Gerade der Bereich, der die menschliche Existenz durch die Erzeugung von Investitionsgütern, Konsumwaren, Kleidung, Lebensmitteln etc. sichert, bricht damit ein. Der amerikanische Staatsmann und Ökonom Lyndon LaRouche bemerkte dazu, der Verlust dieser Arbeitsplätze betreffe nicht nur das Einkommen dieser Arbeiter und Familien und der Gemeinden, in denen sie leben, sondern bedeute einen Verlust an Arbeitsproduktivkraft der amerikanischen Wirtschaft als ganzer.

Der "Enron-Effekt"

Der brasilianische Präsident Fernando Henrique Cardoso hat persönlich die Sitzung der Kommission für die Energiekrise geleitet, in der die brasilianische Regierung ankündigte, wesentliche Teile der Deregulierung der Elektrizitätswirtschaft wieder rückgängig zu machen. Die Stromerzeuger waren in den vergangenen vier Jahren weitgehend privatisiert worden.

Der Spot-Markt für Energie (MAE), der vom Privatsektor "selbstreguliert" wurde, wird abgeschafft und durch den "brasilianischen Energiemarkt" ersetzt, der nur von der staatlichen Elektrizitätsbehörde Aneel verwaltet wird. Damit sollen Konflikte zwischen den Erzeugern, Verteilern und den Konsumenten des Stroms beigelegt werden, die bisher allein der Gnade des Marktes ausgeliefert waren.

Präsident Cardoso erklärte: "Es geht hier um eine tiefgreifende Revision des Systems. Die Wirren bei MAE waren die Achillesferse der gesamten Krise. Das System war eingerichtet worden, um den Wettbewerb zu fördern, und das hat es nicht geleistet."

Gleichzeitig entschied die Regierung die Strompreiskontrolle bei der Direktvermarktung der Stromerzeuger beizubehalten, was praktisch 90 Prozent des Marktes betrifft. Zudem sollen keine weiteren Stromerzeuger privatisiert werden. Auch die für 2003 geplante Aufhebung aller Preiskontrollen findet nicht statt. Der Chef des brasilianischen Öl- und Energiekonzerns Petrobras sagte dazu, jetzt werde der "Gebührenschock" verhindert, der sonst gedroht hätte.

 

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