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Aus der Neuen Solidarität Nr. 7/2002

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- BüSo-Flugblatt -

Europas Interesse ist die "Eurasische Landbrücke",
nicht der "Krieg der Zivilisationen"!

Von Helga Zepp-LaRouche,
Bundesvorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität


Noch mehr Chaos?
Hintergrund: das desintegrierende Finanzsystem

Angesichts der dramatischen strategischen Lage ist es eine Überlebensfrage, daß Europa umgehend und aktiv eine Politik der Kooperation und wirtschaftlichen Entwicklung gegenüber Eurasien betreibt. Das ureigenste Interesse Europas liegt im sofortigen Ausbau der Eurasischen Landbrücke. Dies ist auch die einzige Weise, wie der Weltfrieden gerettet werden kann.

Präsident Bush hat mit seiner kriegerischen Formulierung einer angeblichen "Achse des Bösen" zwischen Irak, Iran und Nordkorea, gegen die eine Ausweitung militärischer Operationen denkbar sei, die Lunte an das hochexplosive Pulverfaß der Weltlage gelegt. Offenbar hat Präsident Bush damit gegenüber dem Lager der utopischen Militärfraktion in den USA, zu der Kriegstreiber wie Zbignew Brzezinski, Samuel Huntington oder Richard Perle gehören, kapituliert.

Ein schockierendes, aber letztlich doch nützliches Erwachen erlebten die Teilnehmer der 38. Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik am 2. und 3. Februar, der sogenannten "Wehrkundetagung", als die wilde Rambotruppe um den stellvertretenden US-Verteidigungsminister Wolfowitz, die Senatoren McCain und Lieberman und den Pentagon-Berater Richard Perle ihre Vorstellungen präsentierten, wie die militärischen Operationen auf weitere Staaten ausgedehnt werden sollen. Wolfowitz war explizit: Notfalls würden die USA diese Operationen auch allein durchführen. Dieser Unilateralismus bedeutet, daß das internationale Völkerrecht faktisch außer Kraft gesetzt wird - also eigentlich gar kein Recht mehr gilt!

Noch mehr Chaos?

Was wäre die Konsequenz eines Angriffs auf den Irak, sei es durch Israel, sei es durch eine von den USA unterstützte Operation der kurdischen Minderheit? Der Irak ist im Unterschied zu Afghanistan ein arabischer Staat, und ein Angriff auf ihn würde die ganze Region ins Chaos stürzen und mit höchster Wahrscheinlichkeit die Regierungen von Jordanien, Saudi-Arabien und Ägypten hinwegfegen.

Und ein Militärschlag gegen den Iran? Eine solche Wahnsinnstat würde zu recht von Indien, Rußland und China letztlich auch als Angriff auf die eigenen Länder betrachtet. Ein militärischer Übergriff auf Nordkorea würde außerdem auf der Stelle die Sicherheitsinteressen Südkoreas, Japans, Chinas und Rußlands betreffen. Die Welt wäre auf dem schnellen Weg einer Eskalation zum Weltkrieg!

Was qualifiziert eigentlich Irak, Iran und Nordkorea als neue "Achse des Bösen"? - Nach amerikanischer Propaganda die Anschuldigung, diese Staaten würden Massenvernichtungswaffen produzieren und verkaufen. Aber die Liste von Ländern, auf die dies genauso zutrifft, ist erheblich länger - sollen die auch alle angegriffen werden? Oder sollen nur die USA dieses Recht haben? Steht dies hinter der öffentlichen Debatte in der US-Presse über die Notwendigkeit eines neuen amerikanischen Weltimperiums?

Die USA wären andererseits die einzige Macht, die imstande wäre, der faschistischen Palästinenserpolitik der Regierung Scharon Einhalt zu gebieten, was sie bisher absolut nicht getan hat. Inzwischen haben sich die Warnungen des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Lyndon LaRouche vollends bestätigt, daß die Regierung Scharon eine faschistische Politik verfolgt: In der israelischen Tageszeitung Haaretz wurde gemeldet, daß im israelischen Militär u.a. die Vernichtungsstrategie der Nazis im Warschauer Getto studiert werde, um daraus Lehren für die Vertreibung der Palästinenser zu ziehen. Weit über 200 Reservisten der israelischen Armee haben sich bereits geweigert, weiterhin bei den Übergriffen auf die Palästinenser mitzumachen, und das Knessetmitglied Roman Bronfman warnte, Israel drohe "in den Zustand eines ordinären Faschismus" herabzusinken.

Wie katastrophal gefährlich es um den Weltfrieden bestellt ist, wird auch daran deutlich, daß der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU Karl Lamers zum ersten Mal die Notwendigkeit sah, ein "Tabu" in Deutschland zu brechen, nämlich die Politik Israels öffentlich zu kritisieren, weil man sich sonst erneut schuldig mache. Ähnliches äußerten Sprecher von SPD und FDP.

Hintergrund: das desintegrierende Finanzsystem

Aber was ist der wirkliche Hintergrund für die "neue Bush-Doktrin", zu der es auch zu gehören scheint, Israel grünes Licht für die Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat zu geben? Das globale Finanzsystem befindet sich in der Endphase des systemischen Zusammenbruchs! Argentinien treibt in die Unregierbarkeit und Desintegration, der Kollaps des japanischen Bankensystems droht einen Kollaps des Weltfinanzsystems auszulösen, der Absturz des amerikanischen Energiegiganten Enron mit der nun bekannt werdenden möglichen kriminellen Verstrickung seiner Topmanager repräsentiert nur die Spitze des Eisbergs eines total korrupten und bankrotten Systems.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Republikanische Partei der USA entschlossen, im Kongreßwahlkampf 2002 alles zu tun, um von der desolaten Wirtschaftslage abzulenken und auf die Popularität Präsident Bushs beim "Krieg gegen den Terrorismus" zu setzen. Genau das paßt der utopischen Militärfraktion um Brzezinski und Huntington exakt in ihre Planung. Ist den teilweise doch sehr provinziellen Parteipolitikern in den USA wirklich klar, daß sie dabei sind, aus innenpolitischem Kalkül einen Weltenbrand zu entfachen?

Wir müssen in Europa die Konsequenz aus dieser ungeheuerlichen Lage ziehen und als gleichberechtigte Partner mit den USA handeln. D.h. wir dürfen die Verantwortung für den Weltfrieden nicht abgeben, sondern müssen die Dinge selbst in die Hände nehmen.

Der französische Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade und ich haben eine gemeinsame Initiative für die Verteidigung unserer beider Länder unter den Bedingungen von Finanzkollaps und Depression gestartet. Schließen Sie sich uns an! Nur wenn wir das total bankrotte Finanzsystem durch ein Neues Bretton Woods ersetzen, kann die Dynamik zum Krieg durchbrochen werden. Der Ausbau der Eurasischen Landbrücke als Kernstück einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung ist der einzige Weg, wie wir in Europa zu produktiver Vollbeschäftigung kommen können.

Im Gegensatz zu den Wahnvorstellungen der utopischen Militärfraktion liegt das wahre Interesse Amerikas nicht in der Errichtung eines Weltimperiums, sondern in der Tradition der Väter der Amerikanischen Revolution in der Schaffung einer Allianz souveräner Nationen, die durch eine Prinzipiengemeinschaft miteinander verbunden sind. Für diese Tradition steht heute der Präsidentschaftskandidat Lyndon LaRouche.

Wir sollten uns daran erinnern, daß die besten republikanischen und humanistischen Tendenzen Europas in die Amerikanische Revolution, die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der USA eingeflossen sind. Mit der Unterstützung der europäischen Freunde Benjamin Franklins konnte in Amerika zum ersten Mal eine wahre Republik verwirklicht werden, deren Regierung durch die Verfassung verpflichtet ist, ausschließlich dem Gemeinwohl der Bevölkerung zu dienen.

Das britische Empire hat den Verlust seiner wichtigsten Kolonie nie verwunden und arbeitet seitdem daran, die Amerikanische Revolution rückgängig zu machen: zuerst durch den Krieg von 1812 und den Bürgerkrieg gegen Lincoln, und im 20. Jahrhundert vor allem durch die Indoktrination der geistigen Elite mit der Idee, daß sich die Welt am besten kontrollieren ließe, wenn die USA das politische Modell des britischen Empire zu seinem eigenen machte. Nach dem Kollaps der Sowjetunion hat dieses Denken einen bedeutenden Teils des amerikanischen Establishments erfaßt. Das haben Wolfowitz, McCain, Lieberman und Perle auf der Wehrkunde-Tagung in München eindrucksvoll demonstriert.

Europa muß unmißverständlich klarmachen, daß wir uns nicht in einen Krieg der Zivilisationen hineinziehen lassen. Wir brauchen den sofortigen Ausbau der Eurasischen Landbrücke zur Sicherung des Weltfriedens!

Coupon bitte abtrennen und senden an:
Bürgerrechtsbewegung Solidarität
Bundesgeschäftsstelle
Postfach 3366
D-55023 Mainz

Fax: 06131-237387
E-Mail info@bueso.de

Ich schließe mich dem Aufruf von Helga Zepp-LaRouche und Jacques Cheminade an. Ich bin damit einverstanden, daß mein Name genannt wird, wenn der Aufruf veröffentlicht wird, z.B. in Tageszeitungen, im Radio, Fernsehen oder im Internet.



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