* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Gehe zu ... Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum

Artikel als
=eMail=
weiterleiten

Aus der Neuen Solidarität Nr. 32/2004

Jetzt
Archiv-CD
bestellen!

  Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken

Der Reichtum des Landes hängt von den Arbeitsplätzen ab

Pressestimme. Die Zeitung Neues Deutschland berichtete am 28. Juli über ein Gespräch mit Nicolas G. Hayek, der mit seinem Swatch-Konzern zu den bekanntesten Unternehmern der Schweiz gehört. Wir bringen Auszüge:

...Wer hier aber das übliche Lamentieren über zu hohe Steuern und Lohnnebenkosten erwartet, täuscht sich: "Wenn sie einen Esel in Salzburg an die Musikhochschule schicken, machen Sie aus ihm keinen Mozart. Und wenn sie ein Kamel nach Harvard schicken und ihm einen MBA organisieren, machen Sie keinen Henry Ford aus ihm", erklärt Hayek. Diese "Masters of Business Administration" seien überall, beispielsweise in teuren Beraterfirmen. "Für Millionen haben sie ganze Industrien kaputt gemacht, und der Großteil der Presse hat tüchtig mitgeholfen!", schimpft der Swatch-Präsident. "Wo sind die Boschs, Thyssens oder Fords?", fragt er. Hayek spürt überall eine Atmosphäre, die kein Unternehmertum mehr hervorbringe. "Dafür gibt es eine Menge von Managern, die abzocken, keine Ideen haben. Alles was die machen, ist Abbau von Arbeitsplätzen."...

Zunächst arbeitet der Absolvent [eines Studiums der Mathematik, Physik und Chemie] in der Firma seines Schwiegervaters, macht sich später aber als Unternehmensberater selbständig. Einen Teil seiner Jugend verbringt Hayek beim Wiederaufbau Deutschlands in der Stahl- und Automobilbranche. "Da hatten wir noch Unternehmer, die bereit waren zu kämpfen. Jetzt haben wir Leute, die an der Börse Shareholder Value organisieren", beschreibt er die Misere...

Vielleicht ist es das, was Hayek von jenen Unternehmern unterscheidet, die ihre Beschäftigten mit der Drohung erpressen, Arbeitsplätze in Niedriglohnländer zu verlagern. Der Swatch-Präsident hat immer auf Menschen und ihre Qualifikation gesetzt - und kräftig verdient. Und zwar so viel, daß er es sich leisten kann, auf Kredite zu verzichten. "Ich werde nie Schulden bei der Bank machen. Da verkaufe ich lieber meine Anteile. Sobald ein Bankier die Firma in die Hand bekommt, haben wir hier Manager und Financiers an Stelle von Unternehmern..."

Auf die Frage, was sein Traumjob wäre, wenn er noch mal jung wäre, antwortete er lachend: "Ich würde sofort zu Mercedes-Benz gehen und die Firma wieder in Ordnung bringen. Aber die Presse will lieber junge MBAs und Kamele aus Harvard... Der Reichtum eines Landes hängt von den Arbeitsplätzen ab, und nicht von der Tatsache, daß sie Betriebe schließen. Es ist nicht sehr intelligent, in der Schweiz ein paar Tausend Leute auf die Straße zu setzen, wenn die Swatch-Group mal weniger verdient. Das ganze Land, und damit auch wir, würde verarmen."

 

Aktuelle Ausgabe Diese Ausgabe Kernthemen Suchen Abonnieren Leserforum