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Aus der Neuen Solidarität Nr. 44-45/2004

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Das neue Ruhrgebiet - Anlagenbauer für die Welt

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte das Ruhrgebiet zu den industriellen Kernregionen Europas. Mit der grünen Nullwachstumsideologie begann sein Niedergang, den man schönfärberisch als "Strukturwandel" bezeichnete. Die BüSo will das Ruhrgebiet wieder zur Industrieregion machen.


Morgenthau läßt grüßen
Brennpunkt Montanindustrie

Bevölkerungsschwund

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts verharrte der Landstrich zwischen Ruhr und Lippe im Dornröschenschlaf einer unscheinbaren Ackerbauregion. Auf der 4 000 km2 großen Fläche, die wir heute als Ruhrgebiet kennen, konnte die Landwirtschaft mehr schlecht als recht ein paar hunderttausend Menschen ernähren. Immerhin führte eine seit dem frühesten Mittelalter genutzte west-östliche Handelsstraße, der Hellweg, mitten durch die Region und ließ mit der Zeit eine Reihe kleiner Handelsstädte entstehen: Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum, Dortmund. Auch ein wenig Eisen- und Metallverarbeitung wurde schon betrieben. Aber im Vergleich zu den industriellen Kernzonen Englands, Belgiens und Frankreichs blieb das Ruhrgewerbe vereinzelt und rückständig.

Anderthalb Jahrhunderte später findet man an gleicher Stelle eine Fünfmillionen-Metropole mit einer weltweit einzigartigen Dichte an ausgebildeter Arbeitskraft, industrieller Aktivität und Infrastruktur. Steinkohle gab es auch anderswo. Aber erst eine Welle industrieller und technologischer Pioniertätigkeit, einhergehend mit dem fortwährenden Aufbau von Eisenbahnnetzen, Straßen und Kanalverbindungen, ließen ein Gebiet entstehen, das für sich genommen schon die meisten Staaten der Welt an Wirtschaftskraft überragte. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts leitete Freiherr vom Stein den Chaussee- und Kanalbau im Ruhrgebiet ein und förderte zudem die Ausbildung der Bergarbeiter durch Verschickungen nach Schlesien.

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts war es vor allem der gesamtdeutsche Eisenbahnbau, der die Entwicklung des Ruhrgebiets vorantrieb. Der Bau der Bahnlinien und Lokomotiven ließ die Nachfrage nach Eisen und Stahl in die Höhe schnellen. Und sowohl der Betrieb der Eisenbahnen, als auch die Herstellung von Eisen und Stahl, erforderten eine beständig steigende Kohleförderung.

Eine Serie von technologischen Durchbrüchen war die Folge: 1825 das Puddelverfahren, um 1850 das Koks-Roheisenverfahren und in den anschließenden drei Jahrzehnten nacheinander die Einführung des Bessemer-, Thomas- und dann des Siemens/Martin-Verfahrens. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden im Ruhrgebiet, wie in anderen Teilen Deutschlands, mit der Chemischen Industrie und der Elektrotechnik zwei weitere Industriesektoren, die, aufbauend auf naturwissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften, Millionen von produktiven Arbeitsplätzen schufen. Jede dieser Umwälzungen führte unmittelbar zu einer Herausbildung neuer Sparten des Maschinenbaus.

Schon um 1870 reichte im Ruhrgebiet die Bevölkerungszunahme durch höhere Lebenserwartung und durch Zuzug aus dem umliegenden Rheinland und Westfalen nicht mehr aus, um mit dem Bedarf an Arbeitskräften Schritt zu halten. Erst die Masseneinwanderung aus Ostpreußen, Schlesien, den Masuren und Polen schuf Abhilfe. Dörfer wurden zu Städten, Städte zu Großstädten. Die Bevölkerung des Ruhrgebiets vervielfachte sich zwischen 1872 und 1955 von 900 000 auf 6 Millionen.

Morgenthau läßt grüßen

Doch in den späten fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt die Dekonstruktion eines der erfolgreichsten Modelle des Industrieaufbaus. Nachdem das Ruhrgebiet den Zerstörungen zweier Weltkriege trotzte und anschließend beim industriellen Wiederaufbau Deutschlands eine entscheidende Rolle spielte, werden nun plötzlich die Axiome der Wirtschaftspolitik einer radikalen Veränderung unterzogen. In allen westlichen Industrieländern werden die Weichen in Richtung der angeblich historisch notwendigen Dienstleistungsgesellschaft gestellt. Und nirgendwo sind die Auswirkungen brutaler als im Ruhrgebiet. Eine besondere Form des "Morgenthau-Plans" wird in die Tat umgesetzt. Kohle und Stahl werden zu "alten" Industriebranchen erklärt, die man getrost den sogenannten Schwellenländern überlassen kann.

Schlimmer noch: Der Prozeß der durch naturwissenschaftliche und technologische Durchbrüche angestoßenen Bildung ganz neuer Industriesektoren, die den Arbeitsplatzverlust bei Kohle und Stahl auffangen könnten, kommt in den achtziger Jahren zum Stillstand. Zuvor hatte es immense Anstrengungen in diese Richtung gegeben, etwa die Entwicklung einer Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Kernforschung unter dem Chef der Arbeitsgemeinschaft für Forschung Prof. Leo Brandt.

Zwischen 1964 und 2003 schrumpfte die Zahl der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe (Industrie und Baugewerbe) des Ruhrgebiets von 1,391 Millionen auf 628 000, also auf weniger als die Hälfte. Allein in den Jahren 1990 bis 2003 gingen hier 334 000 Arbeitsplätze verloren. Nur noch 425 000 der verbliebenen Arbeitsplätze im Produzierenden Gewerbe (Ende 2003) unterliegen der vollen Versicherungspflicht. Dabei geht der Arbeitsplatzabbau inzwischen durch sämtliche Industriebranchen, wie die folgende Tabelle zeigt.

Tabelle 1
Veränderung der Beschäftigung im Ruhrgebiet
Ende 1997 bis Ende 2003
Holzgewerbe-18,4%
Maschinenbau-15,2%
Fahrzeugbau-19,9%
Energie/Wasser-19,6%
Ernährung-21,9%
Gummi/Kunststoffe-22,3%
Chemie-23,0%
Glas/Keramik-26,1%
Metall-22,6%
Textil-33,8%
Kohlebergbau-55,6%
Baugewerbe-25,4%

Tabelle 2
Beschäftigte im Bergbau und Verarbeitenden Gewerbe
Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten
19802002
Bochum5644831037
Bottrop106499499
Dortmund7817822088
Duisburg9965339394
Essen5769523717
Gelsenkirchen4884313812
Hagen3222716373
Hamm2107512052
Herne2229713208
Mülheim2499110331
Oberhausen321058745
Ennepe-Ruhr-Kreis6298135210
Kreis Recklinghausen7187734143
Kreis Unna5109824772
Kreis Wesel5181829133
Ruhrgebiet (KVR)721935323514

Da viele Dienstleistungen das Umfeld einer leistungsfähigen Industrie voraussetzen, hat es im Ruhrgebiet auch mit dem Marsch in die Dienstleistungsgesellschaft nicht so recht geklappt. Es entstehen nicht nur weniger Arbeitsplätze bei Dienstleistungen, als zur gleichen Zeit in der Industrie und im Bausektor verschwinden, sondern jeder zweite Arbeitsplatz, der in den verschiedenen Dienstleistungsbereichen in den vergangenen sechs Jahren geschaffen wurde, ist zudem nur ein Teilzeitjob. Betrachtet man allein die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsplätze, dann wurden zwischen Ende 1997 und Ende 2003 im Ruhrgebiet 128 000 im Produzierenden Gewerbe abgebaut und lediglich 37 000 im Dienstleistungssektor hinzugefügt.

Statt dessen explodiert die Arbeitslosigkeit. Selbst nach den geschönten offiziellen Zahlen hat die Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet bei knapp 2,1 Millionen Erwerbstätigen inzwischen die Marke von 300 000 erreicht. In einigen Städten, etwa in Gelsenkirchen (20,4%), liegt die Arbeitslosenrate auf ebenso hohem Niveau wie in weiten Teilen der neuen Bundesländer.

Ohne eine grundsätzlich neue Wirtschaftspolitik droht ein weiterer dramatischer Niedergang. Schon das vergangene Jahr war eine Katastrophe. In Nordrhein-Westfalen mußten 11 400 Unternehmen Insolvenz anmelden, 22% mehr als im Jahr zuvor. In der Chemie (-4,7%) und im Maschinenbau (-7,1%) kam es zu schweren Produktionseinbrüchen. Auch im Bausektor ging es weiter bergab. So meldete beispielsweise der gewerbliche und industrielle Hochbau einen Rückgang der Auftragseingänge um 25%. Bei öffentlichen Hochbauten nahmen die Auftragseingänge um 10% ab.

Brennpunkt Montanindustrie

Natürlich kann das Ruhrgebiet des 21. Jahrhunderts nicht allein von der Förderung, Herstellung und Verarbeitung von Kohle und Stahl leben. In allen westlichen "Industrieländern" besteht die dringende Notwendigkeit, den in den siebziger Jahren verpaßten Sprung zur nächsthöheren Stufe industrieller Technologien einzuleiten. Und es liegt im ureigensten Interesse des Ruhrgebiets, hierbei eine Avantgarde-Position einzunehmen. Andererseits ist es unsinnig - und die jüngsten Entwicklungen auf den weltweiten Koks- und Stahlmärkten haben dies eindrucksvoll unterstrichen - , die Montanindustrien für ein Relikt aus grauer Vorzeit zu erklären. Ein weiterer Substanzverlust in diesem Bereich darf daher nicht zugelassen werden.

Bei der Kohle war der Höhepunkt der Beschäftigtenzahlen schon in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erreicht (1922: 545 000 Bergleute). Im Zuge des Wiederaufbaus stieg die Zahl der Bergleute im Ruhrgebiet noch einmal auf knapp eine halbe Million. Aber seit der Ausrufung der "Kohlekrise" im Jahre 1957 erfolgte ein ununterbrochenes Abschmelzen der Beschäftigung auf heute 39 000, das heißt auf weniger als ein Zehntel des Standes von 1957. Die Fördermenge schrumpfte zugleich von 150 auf 20 Millionen Tonnen.

Mit einer Erschöpfung der Kohlereserven hat dies nichts zu tun. Die Kohleflöze erstrecken sich vom Ruhrgebiet bis hin zur Nordsee. Hierfür muß man allerdings in immer tiefere Schichten vorstoßen. Einerseits erhöht dies die Kosten der Kohleförderung, so daß die deutsche Kohle gegenüber der Importkohle aus Polen, China oder Kolumbien als zu teuer erscheint. Andererseits ist genau diese Kapitalintensität des deutschen Kohlebergbaus ein Segen für den Maschinenbau und zahlreiche andere Industriesektoren.

Durch jeden Arbeitsplatz, der im Bergbau verloren geht, sind daher ein bis zwei weitere Arbeitsplätze im Maschinenbau, bei übrigen Zulieferern, im Verkehr, im Handel, bei Wartungsdienstleistungen und anderen Branchen unmittelbar bedroht. Hinzu kommt, daß im weltweiten Maßstab der Bergbau, insbesondere in Asien, ganz und gar nicht zum alten Eisen zählt und die deutschen Hersteller von Bergwerksmaschinen bei ihren Exporten enorm von ihrer Verbindung zum hiesigen Bergbau profitieren.

Der Kohlekrise der späten fünfziger Jahre folgte Mitte der siebziger Jahre die sogenannte "Stahlkrise". Plötzlich hieß es, aufgrund der Subventionen im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) seien europaweit riesige "Überkapazitäten" in der Stahlproduktion entstanden. Und die Aufgabe der Europäischen Gemeinschaft müsse nun darin bestehen, die Mitgliedsländer zum Abbau dieser angeblich überzähligen Kapazitäten zu zwingen. Im Zuge dieser Entwicklung schrumpfte die Zahl der Beschäftigten in der nordrhein-westfälischen Stahlindustrie von 200 000 im Jahre 1980 auf weniger als 60 000 heute. Im Jahre 1957 waren im Ruhrgebiet noch 330 000 Personen in der Eisen- und Stahlindustrie beschäftigt. Bis zum Jahre 1980 fiel die Zahl auf 184 000. Davon sind heute noch rund 50 000 übrig. Und anders als beim "Zechensterben" der sechziger Jahre, als gleichzeitig der Maschinenbau und der Automobilsektor boomten, gab es für die abgebauten Arbeitsplätze im Stahlsektor keinen Ersatz mehr durch Ausweitungen in anderen Industriesektoren.

Dennoch rief es hierzulande wenig Aufregung hervor, als man das hochmoderne Stahlwerk in Rheinhausen in seine Einzelteile zerlegte und in Containern zwecks Wiedererrichtung nach China verfrachtete. Das gleiche Schicksal ereilte die Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund, die produktivste der Welt. Um Kosten einzusparen, wollte die deutsche Stahlindustrie ihren Koks künftig aus dem Ausland beziehen. Kokereien in Deutschland wären damit überflüssig.

Doch während die deutschen Stahlunternehmen noch kräftig fusionierten und Beschäftigung abbauten, geschah in anderen Teilen der Welt Unerhörtes. Die weltweite Rohstahlproduktion erhöhte sich von 789 Millionen Tonnen im Jahre 1999 auf 965 Millionen Tonnen im Jahre 2003 und wird in diesem Jahr erstmals die Marke von einer Milliarde Tonnen überspringen. Hinter dieser Entwicklung steht eine rasante Produktionsausweitung in Asien. China ist heute nicht nur der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt, sondern produzierte im letzten Jahr mit 220 Millionen Tonnen sogar schon doppelt so viel Stahl wie die Nummer Zwei in der Welt, Japan, und fünfmal so viel wie Deutschland. Dafür sind aber dann auch enorme Mengen an Erzen, Koks und Stahlschrott erforderlich. Nachdem die deutsche Koksproduktion fast vollständig eingestellt wurde und sich die Stahlunternehmen von Koks aus China abhängig gemacht hatten, stellte China zwecks Eigenverbrauchs seine Koksexporte weitgehend ein. Die Kokspreise explodierten, ebenso die für Erze, Schrott und Stahl. Jetzt müssen im Eiltempo neue Kokereikapazitäten aus dem Boden gestampft werden.

Aber der durch kurzfristige Kostenfixierung entstandene Schaden ist längst da und greift nun auf den gesamten deutschen Industriesektor über. Von der Automobilbranche bis zum Maschinenbau werden Unternehmen von rasant steigenden Stahlpreisen, mitunter gar Lieferengpässen, erfaßt. Und dies verstärkt wiederum die Bemühungen, andere Kosten, etwa beim Personal, einzustreichen oder bestehende Kapazitäten drastisch herunterzufahren.

Bevölkerungsschwund

Die Deindustrialisierung bedeutet nicht den Übergang zu "zeitgemäßeren" Formen wirtschaftlicher Aktivität. Sie bedeutet vielmehr das Absterben einer ganzen Region. Es entstehen deutlich weniger Arbeitsplätze bei Dienstleistungen als zur gleichen Zeit in der Industrie abgebaut werden. Und Dienstleistungsjobs sind oftmals Teilzeitjobs und werden in der Regel schlechter bezahlt. Ähnlich wie in den neuen Bundesländern ist die Abwanderung gerade des jungen Teils der Bevölkerung die Folge. Dem nach London und Paris drittgrößten Ballungsraum in Europa droht dadurch ein massiver Bevölkerungsschwund. In den Kernstädten des Ruhrgebiets ist die Zahl der Einwohner zwischen 1960 und 2003 bereits um 640 000 zurückgegangen. Bis zum Jahre 2020 erwartet man einen Verlust von weiteren 270 000. Städte wie Essen, Gelsenkirchen, Dortmund, Duisburg und Hagen werden bis dahin mindestens ein weiteres Zehntel ihrer Bevölkerung verlieren. Weil gerade die Jüngeren abwandern, schrumpft die Zahl der Erwerbstätigen sogar noch schneller: von heute bis zum Jahre 2015 um voraussichtlich 16% in Essen und um 13% in Dortmund.

Der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) diskutiert daher schon recht offen den Abbau der Infrastruktur aufgrund des Rückgangs der Einwohner. Man spricht hier von der "Anpassung an die veränderte Nachfrage nach kommunalen Infrastrukturleistungen". In der Schrift "Kommunale Daseinsvorsorge bei rückläufiger Bevölkerung" vom Juli 2004 beschäftigte man sich daher intensiv mit der Frage, "wie das urbane Leben in schrumpfenden Städten aussehen kann". Die demographische Schrumpfung bedeutet sinkende Steuereinnahmen und zugleich weniger Nutzer kommunaler Infrastruktur: "Vor diesem Hintergrund erscheint es unrealistisch, das gegenwärtige kommunale Aufgabenspektrum der Ruhrgebietsstädte aufrechterhalten zu können". Im Klartext, es geht um "die Schließung von Einrichtungen und Angeboten". Es wird zu einer "Einschränkung der kommunalen Daseinsvorsorge kommen müssen - es sei denn, die Region überwindet ihre wirtschaftliche Strukturkrise und erzielt wieder deutliche Wachstumsraten." Gelingt dies nicht, müssen "Aufgabenfelder möglicherweise drastisch zurückgefahren und teilweise eingestellt werden".

Damit sollte klar sein: Für das Ruhrgebiet ist die Fortführung der aktuell vorherrschenden Axiome der Wirtschaftspolitik keine Option. Entweder droht wirtschaftliche und demographische Verwüstung, oder das Ruhrgebiet selbst wird zum Ausgangspunkt einer Neuindustrialisierung Deutschlands, Europas und der Welt.

Lothar Komp

 

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