|
|
|
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |
|
Aus der Neuen Solidarität Nr. 7/2004 |
|
|
|
Präsidentschaftswahlkampf. In verschiedenen Interviews legte LaRouche im Bundesstaat Missouri sein politisches Programm dar und antwortete auf Fragen von Anrufern. Wir veröffentlichen Auszüge.
"Ich denke, sehr bald werden alle anderen demokratischen Rivalen außer Kerry und mir aus dem Rennen sein. Zur Zeit sieht es nicht nach einem spektakulären Sieg eines Kandidaten aus, denn die Leute erkennen allmählich, daß es bei der Wahl nicht um die Kandidaten geht, sondern um sie selbst. Das Thema ist der Krieg. Das Thema ist die Wirtschaft. Die Diskussion um diese Themen wird von Kerry und mir, eventuell auch ein paar anderen, aufgenommen, muß aber auf dem richtigen Niveau behandelt werden. Wir werden über die Leute und ihre Sorgen reden, nicht darüber, wer der schönste von uns ist."
Auf die Frage, ob er damit rechne, daß erst nach den Wahlen wichtiges Material über die Manipulationen im Zusammenhang mit den angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins kommen werde, entgegnete LaRouche:
"Es wird schon früher herauskommen. Ich habe diesen Trubel begonnen und arbeite mit verschiedenen Leuten daran. Einige Leute haben das aufgegriffen, womit ich begonnen habe. Ich will erreichen, daß Cheney verurteilt wird, abdankt oder seines Amtes enthoben wird, weil er gegen mit seinen Lügen gegen die Verfassung verstoßen hat, um uns in den illegalen Krieg [gegen den Irak] zu ziehen. Damit ist es mir verdammt ernst."
"Der Präsidentschaftswahlkampf ist dabei, sich grundlegend zu ändern. Bisher betrachteten die Menschen die Kandidaten eher so, als ginge es um eine sportliche Massenveranstaltung. Die Wähler dachten nicht darüber nach, für wen sie sich entscheiden sollten, sondern darüber, wer ihr Lieblingsteam oder -spieler sei. Jetzt, wo es ernst wird, werden die meisten Kandidaten ausscheiden - Lieberman ist es schon, vielleicht sollte er den Republikanern beitreten, was die Lage klarer machen würde. Kerry liegt derzeit in Führung, was weitere Rivalen zum Aufgeben veranlassen wird. Ich selbst werde bis zum Schluß dabeisein.
Es gibt zwei zentrale Themen, die den Wahlausgang bestimmen werden: Erstens, die Kriegsfrage. Cheney hat die USA mit seinen Lügen in einen Krieg getrieben, der nicht hätte stattfinden dürfen. Dafür kann er seines Amtes enthoben werden. Schlimmer ist aber noch, daß er seine Kriegstreiberei auch auf weitere Nationen ausdehnen will.
Das zweite zentrale Thema ist die Wirtschaftskrise. Die Welt ist auf dem Weg in eine tiefere Depression als 1929-33. Dem müssen wir begegnen. Mit dem, was die aus dem Irak zurückgekehrten Veteranen ihren Familien und anderen hier erzählen, was sie durchgemacht haben, und angesichts der Wirtschaftskrise, geht es nicht darum, einfach einen Kandidaten zu wählen, sondern sich für einen Kandidaten zu entscheiden, der ihren eigenen Interessen nachkommt. Anders ausgedrückt: Eigentlich sind es die Wähler selbst, die im Rampenlicht stehen, und nicht die verschiedenen Kandidaten.
Deshalb ist es bedeutsam, sich in dieser Zeit um die Probleme des amerikanischen Volkes zu kümmern und zu fragen, welche Kandidaten haben Lösungen für diese Probleme vorgelegt?
Der Wahlkampf ist dabei, sich grundlegend zu verändern. Bisher haben sich die Wähler eher wie Zirkuszuschauer verhalten. Jetzt müssen sie ihre Wahlentscheidung so treffen, als stünden sie in der Manege. Denn es sind ihre Probleme, die gelöst werden müssen. Es geht nicht darum, welcher Kandidat die besten (Werbe-)Slogans hat."
Eine Frage aus Jefferson City
Aus welchem Grund streben Sie die Präsidentschaft an?
LaRouche: Ich bin der qualifizierteste Kandidat. Kerry könnte sehr gut mit der Kriegsfrage umgehen, wenn es darum geht, und aus dem Irak zurückzuziehen und zukünftige ähnliche Kriege zu verhindern. Da sind wir beide gleicher Meinung.
Problematisch wird es bei den Wirtschaftsfragen, in denen Kerry in dieser Krise zu den Ideen des ehemaligen Finanzministers Robert Rubin tendierte. Aber Rubin ließ noch nicht durchblicken, daß er eine Systemänderung in Betracht ziehe. Ich bestehe aber auf eine Änderung, d.h. die Bundesregierung muß das gegenwärtige internationale Währungssystem und das amerikanische System einem Konkursverfahren unterwerfen, damit ein Wiederaufbauprogramm in die Wege geleitet werden kann.
Sie haben schon mehrmals kandidiert, ohne daß Sie viele unterstützt hätten. Warum stellen Sie sich zur Wahl?
LaRouche: Weil ich recht habe. Sehen Sie, die Leute haben die falsche Idee im Kopf: Sie denken bei der Präsidentschaft genauso, wie sie über Hollywoodfilme und ihre Darsteller denken. Das kann es nicht sein. Eine Wahl zum Präsidenten ist eine sehr ernste Angelegenheit. Sie erfordert Durchhaltevermögen. Ich hatte bei meinen Kandidaturen all die Jahre über recht und meine Gegner lagen falsch.
Jetzt stehen wir in der Krise, vor der ich warnte: Ich hatte versucht, sie zu verhindern. Jetzt haben wir den Salat und nur noch eine Chance. Wenn wir nicht adäquat auf diese Krise reagieren, wird es demnächst vielleicht keine USA mehr geben. Die ökonomische Krise ist sehr viel schwerwiegender, sowohl hier als auch weltweit.
Manche denken, mit 81 Jahren seien Sie zu alt für diesen Job. Was antworten Sie denen?
LaRouche: Oh, vielleicht bin ich mit meinen 81 Jahren reifer als die anderen? [lacht] Ich bin in wirklich guter Verfassung - jedenfalls in besserer als der Präsident, besonders vom Nacken an aufwärts.
Was werden Sie tun, wenn Sie gewählt würden. Worin läge Ihre Priorität?
LaRouche: Bereits meine Nominierung auf dem Parteitag in Boston im Juli würde die Weltpolitik ändern; denn meine Auswirkung Dinge in Bewegung setzen, über die ich seit längerem mit ausländischen Regierungen diskutiert habe. Deshalb dürfte meine Präsidentschaft schon im Augenblick meiner Nominierung beginnen - nicht bezüglich der Macht dieses Amtes, sondern dank meines Einflusses auf die Politikgestaltung unserer Nation.
|
|
| Kernthemen | Suchen | Abonnieren | Leserforum |