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Aus der Neuen Solidarität Nr. 8/2004 |
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Von Lyndon LaRouche
Synarchismus. Im Dezember 2003 veröffentlichte LaRouches Wahlkampfstab unter dem Titel Children of Satan II ein zweites Dossier über die "Kriegspartei in der US-Regierung". Während das erste Dossier die neokonservative Imperial-Ideologie zu Leo Strauss und seinen Schülern zurückverfolgte, behandelt die Fortsetzungsstudie den pseudochristlichen Fanatismus der Kriegsfraktion und seine Wurzeln in der konterrevolutionären Staatstheorie eines Joseph de Maistre. Wir veröffentlichen hier LaRouches Aufsatz über die Geschichte des Synarchismus.
Seit den von den britischen Agenten Philippe Egalité und Jacques Necker inszenierten Ereignissen in Paris am 14. Juli 1789 bis heute besteht die größte innere Gefahr für den Fortbestand der neuzeitlichen modernen Zivilisation im wiederholten öffentlichen Auftauchen einer hybriden, quasi phrygisch-dionysischen religiösen Freimaurervereinigung, den sog. Martinisten, die in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts entstand. Diese Martinisten arbeiteten mit dem Netz der Familien-Handelsbanken zusammen, deren politisches Machtinstrument sie waren. So war beispielsweise der britische Lord Shelburne - der führende Vertreter der Barings Bank - eine Schlüsselfigur hinter der Entfesselung des Terrors von 1789-94. Das ist die innere Seite dieser wiederholten Gefahr für die Zivilisation, die in den Geschichtsbüchern oder Zeitungsschlagzeilen als Jakobinertum, Bonapartismus, Synarchie oder als die zahlreichen faschistischen Regimes der Nach-Versailles-Ära bis 1945 auftaucht. Die rechtsextremen synarchistischen Netze, die von den faschistischen Regimes der Zeit vor 1945 verblieben, waren wesentlich an der Terrorwelle in Europa in den 70er Jahren beteiligt und sind heute noch in Europa und Nord- und Südamerika aktiv.
Obwohl der von den heutigen Synarchisten initiierte Terrorismus derzeit die wichtigste subversive Sicherheitsgefahr für die Interessen der Vereinigten Staaten darstellt, bin ich bisher praktisch der einzige Kandidat für die Präsidentschaftsnominierung 2004, der den Willen und das Wissen dazu bewiesen hat, sich systematisch mit der ausdrücklich religiösen Eigenart dieser Gefahr zu beschäftigen. Zugegebenermaßen drohen jedem führenden Kandidaten, der auf diese Tatsachen hinweist, von diesen mörderischen synarchistischen Verschwörungen politische Risiken. Die meisten Kandidaten schrecken aus Furcht vor diesen persönlichen wie politischen Risiken davor zurück, die politische Gefahr aus verrückten religiösen Kreisen wie denen um Tom Delay aus Texas oder dem typischen martinistenartigen Ideologen Newt Gingrich anzusprechen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist jedoch keiner, dem der Mut dazu fehlt, dazu geeignet, der nächste Präsident der USA zu werden.
Die synarchistische Gefahr der fortdauernden martinistischen Tradition von Männern wie Franz Anton Mesmer, Cagliostro oder Joseph de Maistre zur Zeit der Französischen Revolution ist heute wieder eines der wichtigsten Themen der Zeit. Es handelte sich hierbei ursprünglich um die von Bankiers gelenkte terroristische Sekte, die dazu benutzt wurde, von 1789-1815 die große innere systemische Gefahr für Frankreich und die ganze damalige Welt zu steuern. Dieselbe Symbiose aus Banken und Sekten steckte hinter Mussolinis Diktatur, hinter Francisco Francos Diktatur und hinter Adolf Hitlers Machenschaften von 1923-45. Diese Gefahr steckte auch hinter den führenden synarchistenfreundlichen Teilen des britischen Establishments, die im Zweiten Weltkrieg im Rahmen der Lage um Dünkirchen versuchten, England und Frankreich in ein Bündnis mit Hitler, Mussolini, Franco und Japan zu führen, welches im Erfolgsfalle versucht hätte, mit seiner vereinten Seemacht die USA zu zerstören. Das war der Feind, gegen den wir Amerikaner uns mit Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg zusammenschlossen.
Dieser synarchistische Vorstoß aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs setzt sich heute nicht nur in den weiterbestehenden Verbindungen unter diesen faschistischen Bewegungen der Jahre 1921-45 fort, sondern auch in dem räuberischen internationalen Finanzierssyndikat hinter Gruppen wie der um Vizepräsident Cheney und seine Komplizen bei Enron und Halliburton, die den von Enron angeführten Schwindel in Kalifornien ausführten. Dieses Syndikat betrieb auch die abstruse Gouverneurskandidatur eines an "Elmar Gantry" erinnernden Vertrauensmanns, des aus Österreich nach Amerika importierten Arnold Schwarzenegger.
Schon lange vor der Gefahr der Martinistensekte im 18. Jahrhundert kam der bedeutendste geistige Widerstand gegen den Einfluß ähnlicher pro-terroristischer Sekten von Theologen wie Philo (Judäus) von Alexandria, Augustinus, Kardinal Nikolaus von Kues, Kardinal Mazarins Beitrag zum Westfälischen Friedensvertrag 1648 und Moses Mendelssohn. Ähnlich wie einst Kues und Moses Mendelssohn beweisen tiefreligiöse Persönlichkeiten, die sich wie Papst Johannes Paul II. heute für einen ökumenischen Religionsfrieden einsetzen, die beste Einsicht in die Problematik dieses gefährlichen Einflusses in der neuzeitlichen europäischen Zivilisation - gegen Kräfte wie die heutigen Synarchisten, die zu einem mittelalterlichen, ultramontanen Synkretismus zurückkehren wollen, der typischerweise von häßlichen Vorläufern wie dem römischen Pantheon und dem Kult des Olymp abgeleitet ist.
Nachdem diese Bedeutung der Theologen gewürdigt ist, muß man jedoch feststellen, daß die wirksamste Verteidigung gegen die Unterwanderung des neuzeitlichen Nationalstaats durch terroristische Sekten wie die Martinisten in einer Trennung von Kirche und Staat besteht, wie sie im Rahmen der amerikanischen Bundesverfassung eingeführt wurde.
Die Martinisten als religiöse Verschwörung waren wie ihr zeitweiliger Schützling Kaiser Napoleon Bonaparte immer entschlossen, das wahre Christentum zu zerstören, wollten zugleich aber auch die katholische und andere Kirchen von innen und außen beherrschen. Ihre Absicht war und ist, den Kirchen und anderen Einrichtungen ihre Herrschaft und ihre verquere Religion aufzuzwingen und eine am Vorbild des Pantheon orientierte, ultramontane und imperiale religiöse Herrschaft über dem Nationalstaat zu schaffen. Die Absicht, als neue heidnische Religion alle anderen Religionen zu erobern, zu unterwandern und abzulösen, ist der Schlüssel zu dem ganzen mystischen religiösen Zierrat der Martinisten und ihrer heutigen synarchistischen Nachfolger.
Hier werden vielleicht manche Leser fragen: "Was hat das damit zu tun, konkret der Terroristen habhaft zu werden fangen, die heute den USA schaden wollen?" Doch der Leser muß erst verstehen, was Terrorismus ist, wie er abläuft und wie man eine schon angelaufene Terroroperation verhindert oder zumindest eindämmt.
Nehmen wir den Fall der Entführung und Ermordung des früheren christdemokratischen italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro. Nach einem Augenzeugenbericht erfolgte die entsprechende persönliche Drohung gegen Moro durch Henry Kissinger bei einem Treffen in Washington. Einige der terroristischen Kräfte, die man für diesen Mord benutzte, kamen aus den faschistischen Kreisen, die die Anglo-Amerikaner heimlich in die Organisation Gladio eingeschleust hatten, die ansonsten aus christdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Veteranen des Widerstands gegen Mussolinis Regime im Krieg bestand. Diese "rechte" Netz, mit dem die italienische faschistische Komponente der internationalen "linken" Terroroperationen der 70er Jahre verbunden war, existiert heute noch als Teil eines synarchistischen Netzes mit italienischen, französischen und spanischen faschistischen Zweigen, die Verbindungen zu einem synarchistischen Netz haben, das heute mehr oder weniger koordiniert in Mittel- und Südamerika arbeitet.
Im allgemeinen werden Operationen, die man sinnvollerweise als "Terrorismus" bezeichnet, meist im vermeintlichen Interesse von Regierungen oder Gruppen von Regierungen ausgeführt. Man benutzt sie als Werkzeug im sog. "Kleinkrieg", wie wir dies in Gesprächen mit dem Militärfachmann und Staatsrechtler Professor Friedrich A. von der Heydte in den 80er Jahren definierten. Moro wurde Opfer eines politischen Mordes durch und unter Aufsicht geheimer Regierungsstellen innerhalb der NATO, und der Grund für die Tat war Moros Eintreten für eine offen debattierte Politik, die bestimmte Fraktionen in der NATO um jeden Preis aus der Welt schaffen wollten. Die amerikanische Stelle, die mit der entsprechenden faschistischen Gruppe in Italien verbunden war, war nicht die CIA, sondern eine andere, die sich an die nach amerikanischem Recht höhere Autorität des CIA-Direktors nicht gebunden fühlt.
Wenn Terrorismusbekämpfung versagt, liegt das gewöhnlich daran, daß höherenorts vertuscht wird, von welcher politisch höheren Stelle der eigentliche Auftrag zu der Tat kommt, so daß die Ermittlungsbehörden nur noch den falschen Spuren und austauschbaren ausführenden Handlangern hinterlaufen können. Eine weitere Komplikation machen die zahlreichen anrüchigen, von Polizeispitzeln gelenkten links-rechten Gruppen und Grüppchen aus, in denen die entsprechenden staatlichen Stellen "notwendige Mittel" zur verdeckten Steuerung der politischen und damit zusammenhängenden Sicherheitsfragen der Gesellschaft sehen.
Terrorakte werden gewöhnlich entweder auf der Ebene verdeckter Operationen von einer Stelle einer oder mehrerer Regierungen gelenkt, oder sie sind ein soziologisches Phänomen ohne feststellbare Verbindungen zu staatlichen oder vergleichbaren Stellen, das eine Ansammlung scheinbarer zufälliger Ereignisse hervorruft, um Regierungen und Bevölkerungen in Panik zu versetzen. So sorgt beispielsweise allein schon die starke Verbreitung von Computer-Killerspielen für Kinder und Jugendliche dafür, daß eine bestimmte Menge an "blindem Terrorismus" wie etwa Massaker an Schulen entsteht, die in der verschreckten, terrorisierten Bevölkerung vorhersehbare politische Reaktionen auslöst.
Im allgemeinen muß eine wirksame Terrorismusbekämpfung mit den Köpfen hinter diesen Taten an höherer Stelle anfangen. Man muß im Terrorismus eine Form von Krieg oder Aufstand sehen, den man nur besiegen kann, wenn man den Feind, der diese Einsätze befiehlt, kennt und besiegt. Wirksame Strategien zur Terrorismusbekämpfung beginnen wie jede kompetente Strategie damit, das Denken und die Ideologie hinter dieser Art von "Krieg" zu erforschen.
Ein weiterer Grund dafür, daß der Fall Moro immer noch ungelöst ist, hat damit zu tun, daß zu viele einflußreiche europäische und andere Institutionen ein Interesse daran hatten, die an dieser Operation entscheidend beteiligten synarchistischen Stellen zu schützen. Die Untersuchung, wer das Motiv und die Mittel zu der Tat hatte, hätte ganz oben anfangen und sich vorrangig damit beschäftigen müssen, wie über die Medien und andere Stellen Ablenkungsmanöver inszeniert wurden, die das nötige Umfeld für die Tat und ihre Wirkung bilden sollten. Vielleicht werden in solchen Fällen manchmal die bekannten Schuldigen später heimlich bestraft, aber das löst nicht das Problem; die wesentliche Wirkung des Terrorakts - wie im Fall Moro - bleibt bestehen, bis die eigentlichen Auftraggeber der Öffentlichkeit bekannt sind.
Kissinger hat Moro persönlich gedroht. Gab Kissinger auch den Befehl zu dem Mord? Bisher ist das nicht bewiesen. War Kissinger in der Lage, den Mord anzuordnen oder sein Einverständnis zu der Tat zu geben? Zweifellos, das zeigt schon der Putsch gegen Pinochet in Chile. Müssen wir beweisen, daß er der entsprechenden ausführenden Stelle den eigentlichen Befehl zum Mord an Moro gab? Die Frage ist irrelevant! Die Verbindungen, egal wie sie im einzelnen aussahen, waren schon in das für solche verdeckten Operationen eingerichtete System eingebaut, als der faschistische (synarchistische) Apparat an Ende des Krieges und kurz danach in die entstehende NATO-Struktur einging.
Der Bürger erlangt am besten ein Verständnis für die verschiedenen terroristischen, faschistischen und verwandten Gefahren, die Europa und den Amerikas heute drohen, wenn man aufdeckt, daß bestimmte beispielhafte pseudochristliche Lehren und Praktiken Betrug sind. Man braucht ein tieferes Verständnis dafür, warum die Trennung von Kirche und Staat sowie die baldige Einrichtung einer weltweiten Prinzipiengemeinschaft völlig souveräner Nationen eine notwendige strategische wie moralische Verteidigung gegen die Bedrohung bilden, die sich auch heute noch im Martinistismus-Synarchismus ausdrückt. Wir dürfen weder zulassen, daß der Staat das Werkzeug einer religiösen Körperschaft wird, noch daß eine religiöse Körperschaft ein Werkzeug oder Opfer des Staates wird.
Heute gibt es beispielsweise zwei solche exemplarische rechte Sekten der synarchischen Richtung, die mir aufgefallen sind. Die erste ist eine faschistische israelische Gruppe neokonservativer Richtung um den Justizflüchtling Rafi Eytan. Die zweite ist ein Netz mit nazifreundlicher Einstellung aus Frankreich, Italien und Spanien, das aber von dort aus - genau wie damals unter Beteiligung der Partei Hitlers - in Nord- und Südamerika eingesetzt wird. Dies geschieht hauptsächlich unter dem Mäntelchen der sog. "Hispanidad", gegenwärtig vermischt mit dem Mäntelchen des altgedienten spanischen Faschisten Blas Pinar. Die erste, der faschistische israelische Ring, ist eine Mischung aus quasi-religiösen und anderen selbsterklärten Zionisten. Die zweite besteht z.T. aus typisch synarchistischen, rechtsextremen und oft offen gnostischen" Katholiken", den sogenannten "Integristen".
In den heutigen USA wurden beispielsweise in den letzten Jahrzehnten nominell katholische Anhänger dieser Sekte häufig zusammen mit Protestanten der Spielart der verrückten Tradition von Jonathan Edwards und unseren stereotypen "Elmer Gantrys" eingesetzt. Behalten Sie im weiteren Verlauf dieses Berichtes diesen beiden Typen im Auge, aber nur als tatsächliche Fallbeispiele, die hier als Schulbeispiele dienen. Diese beiden Arten von Gnostikern - und das gilt auch für jene, die sich links verkleiden - unterscheiden sich nur graduell wie verschiedene Markennamen von ihrer gemeinsamen Mutter, der Synarchistensekte.
(...)
Um irgendeinen Aspekt der neuzeitlichen europäischen Zivilisation und ihrer Religion heute zu verstehen, müssen wir berücksichtigen, welchen tiefgreifenden Wandel im Zustand der Menschheit die Renaissance des 15. Jahrhunderts und ihre wesentlichen Fortsetzungen wie der Westfälische Frieden 1648 und die Amerikanische Revolution mit sich brachten. Der Haß auf diese drei aufeinander aufbauenden entscheidenden geschichtlichen Entwicklungen war das Hauptmotiv der Martinisten und aller Erscheinungsformen dieses Übels seit dem späten 18. Jahrhundert.
Zunächst einmal war der Regelzustand der Menschheit vor dem 15. Jahrhundert - zu allen Zeiten und an allen Orten, soweit es uns heute bekannt ist - eine brutale Herrschaft einer kleinen Oligarchie und ihres Gefolges über eine Masse von Menschen, die auf den Zustand "menschlichen Viehs" degradiert wurde. Das Christentum stand vom Gedanken her für eine grundsätzliche Verbesserung der allgemeinen Lage der Menschheit, weil es den Gedanken einführte, daß die gesellschaftliche Praxis sich grundsätzlich an der Universalität der Menschheit ausrichten muß. Aber bis auch politische Regierungsinstitutionen auftraten, die dieser christlichen Vorstellung entsprachen, dauerte es bis zu dieser vor allem von Italien ausgehenden Renaissance, welche die beiden ersten neuzeitlichen Nationalstaaten hervorbrachte: Frankreich unter Ludwig XI. und England unter Heinrich VII.
Selbst danach war der Sieg niemals vollständig, und das gilt bis heute. Die Geschichte des Ringens um diesen Sieg seit der Renaissance ist die Quelle der notwendigen Einsichten, welchen Herausforderungen man sich stellen und welche Fallstricke man meiden muß, wenn man Fortschritt hin zu diesem Ziel erreichen will.
Mit dem "neuen finsteren Zeitalter" des 14. Jahrhunderts, das der venezianische Wucher im Europa der diktatorischen venezianisch-normannischen Herrschaft heraufbeschwor, hatte das Feudalsystem - die partnerschaftliche Herrschaft der Rentiers und Oligarchen der imperialen Seemacht Venedig mit den normannischen Rittern - selbst einen Zustand relativen systemischen Zusammenbruchs über sich gebracht. Im Zuge des schrittweisen Aufstiegs des verheerten Europa aus diesem schrecklichen Holocaust kam es dann zu dem großen ökumenischen Konzil von Florenz - dem grandiosen Bezugspunkt für den schon begonnenen Aufschwung mit der Hinwendung zu Platon und zur griechischen Sprache, aus dem sich eine große Renaissance entwickelte. Dies war die Geburt der europäischen Zivilisation der Neuzeit, einer Institution, die anders und besser war als jede bekannte Organisationsform der Menschheit davor.
Damit entstand auch die moderne Wissenschaft; der Anstoß dazu zeigt sich bei Brunelleschi und ganz besonders in Kardinal Nikolaus von Kues' Gelehrter Unwissenheit (De Docta Ignorantia), sowie bei Kues' Nachfolgern wie Leonardo da Vinci, den großen unmittelbaren Vorgängern der Begründung einer umfassenden mathematischen Physik durch Johannes Kepler.
Es war ein nachträglicher Triumph des Werks des großen Dante Alighieri, als sich nach und nach ein Verständnis dafür entwickelte, daß die Regierung zur Förderung des Gemeinwohls der Lebenden und der Nachwelt verpflichtet ist. Mit dieser Renaissance endete, wenigstens implizit, jenes stillschweigende Hinnehmen der Gesellschaftsordnung, unter der ein kleine herrschende Schicht den Rest der Menschheit auf den Rang gejagten oder eingepferchten Menschenviehs mit einer praktisch ewig gleichen technischen Praxis herabwürdigten, wie es der menschenfeindliche Codex des Diokletian vorgeschrieben hatte.
Die Anführer dieser Renaissance wollten nicht mehr zulassen, daß Wohlstand und Vergnügen der wenigen auf Kosten der vielen gehen sollten. Bauern zu versorgen, als seien sie Nutzvieh, das man besitzt und am Leben erhält - wie Knechte oder wie Tagelöhner auf dem Hof des Großgrundbesitzers - , war unvereinbar mit der Vorstellung des Gemeinwohls von Menschen, die mehr als alles andere Entwicklung brauchten.
Der von Jeanne d'Arc angeführte und beseelte Aufstand in Frankreich stellte sich der ultramontanen Tyrannei der Normannen entgegen und besiegte sie, und daraus entstand Frankreich als wahrer Nationalstaat unter König Ludwig XI., einem Meister der Prinzipien strategischer Verteidigung. Die Selbstaufopferung der erhabenen Jeanne inspirierte die Konzilien der katholischen Kirche, nährte den Fortgang der Renaissance und trug zur Erneuerung eines in den Grundfesten erschütterten Papsttums bei. Die Geburt Englands mit dem Sieg Heinrichs VII. über die normannische Tyrannei, deren Vertreter Richard III. war, war eine Frucht des vorangegangenen Errungenschaften der Jeanne d'Arc, der Konzilien und der Regierung Ludwigs XI.
Der im Zuge der Renaissance eingeführte neue Staatsgedanke besagte, daß die Regierung die Verantwortung dafür trägt, das Gemeinwohl der Lebenden und, noch wichtiger, der Nachwelt zu verbessern. Dies bedeutete also eine Verantwortung für die ganze Bevölkerung und die ganze Landfläche. Mit anderen Worten, diese Verantwortung für den Zustand der ganzen Bevölkerung erforderte ein Verständnis von Volkswirtschaften, die sich nach allgemeinen physikalischen Prinzipien allgemeiner physikalischer Wirkungen selbst regieren.
Damit hatte Nikolaus von Kues' mit De Docta Ignorantia, worin er die Aufgabe der modernen physikalischen Experimentalwissenschaft definiert, seine Auffassung einer Gemeinschaft souveräner Staaten aus seiner früheren Concordantia Catholica vervollständigt. Was Dante u.a. mit seiner Erneuerung der italienischen Sprache und De Monarchia vorgeschlagen hatte, wurde mit Kues' typischem führenden Beitrag zur Renaissance des 15. Jahrhunderts im Prinzip verwirklicht. Das war die Geburt des modernen Nationalstaats als Alternative zu dem verrohenden ultramontanen Gepränge des Feudalismus, speziell dem mittelalterlichen System Venedigs und seiner normannischen Partner. Unter dem neuen Regierungsgedanken bestand die Hauptsorge der Gesellschaft darin, die wissenschaftlichen Prinzipien zu entdecken und praktisch anzuwenden, mit deren Hilfe man die universellen Bedürfnisse ganzer Gesellschaften wirksam befriedigen kann. Damit wurde ein neuer Begriff physikalischer Wissenschaft geboren: die universelle mathematische Physik, deren eigentlicher Gründer der bewußte Nachfolger von Kues und Leonardo, Johannes Kepler, war. Das war eine neue Vorstellung vom universellen Verhältnis des Menschen zur Natur, ein neuer Begriff von Wissenschaft.
Diese in der Renaissance und in ihrer Folge ausgebrochene Revolution erzwang im Rechtswesen wie in der Physik intensive Debatten über die Natur des Menschen. Wen durfte man rechtmäßig praktisch wie Vieh auf den untermenschlichen gesellschaftlichen Rang der Sklaverei herabwürdigen? Wen durfte man auf einen nur wenig höheren Rang als den eines Sklaven, wie beispielsweise den eines mexikanischen Tagelöhners, reduzieren?
Es begann mit dem iberischen Handel - zuerst Portugal, dann Spanien - mit gefangenen Menschen aus Afrika; die anglo-holländischen Liberalen folgten, überließen aber später dieses unangenehme und unprofitable Geschäft den Iberern, die sie für minderwertig genug hielten, sich mit dergleichen unangenehmen und schwierigen Geschäften zu beschäftigen. Isabella und Ferdinand widersetzten sich dem, aber unter den Bedingungen der herrschenden Oligarchie in ihrer neuen Nation waren ihre Dekrete wirkungslos. Seit der Erbfolge der (spanischen) Habsburger wurde Spanien der größte Schlächter der europäischen Zivilisation - das spätere Vorbild für die Entwicklung der Martinistensekte in Frankreich und heute noch ein Objekt nostalgischer Erinnerung für spanischsprachige Faschisten in aller Welt. Wie die niederländischen Freiheitskriege und der Dreißigjährige Krieg (1618-48) bezeugen, trugen die Greuel der spanischen und österreichischen Habsburger mehr als alles andere dazu bei, in Europa eine mittelalterliche Verderbtheit zu verbreiten, die dann erst von der holländischen und britischen Ostindiengesellschaft übertroffen wurde. Diese Gesellschaften entsprangen den heruntergekommenen Zuständen, die entstanden, als Venezianer und Habsburger versuchten, von 1511-1648 das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Einige britische Historiker nennen diese Zeit denn auch treffend das "kleine finstere Zeitalter".
Im frühen 19. Jahrhundert wurde Spanien, das den Sklavenhandel nie ganz aufgegeben hatte, die größte Sklavenhändlernation der Welt (wenn auch unter britischer Lizenz und Aufsicht) und blieb dies bis zu der Zeit, als die spanische Monarchie die Konföderierten Staaten von Amerika unterstützte. Dann erwies sich die Entwicklung der spanischen Binnenwirtschaft, in Verbindung mit dem Einbruch des Marktes für afrikanische Sklaven in Amerika, als produktiver - wenn auch immer noch ärmlich - als die Gepflogenheiten der dekadenten Monarchie, die längst für den Ascheimer der Geschichte reif war.
Die spanischen Sklavenhändler und ihresgleichen argumentierten gegen die wirkungslosen Verbote Isabellas I. und anderer, Afrikaner seien keine wirklichen Menschen, sie besäßen keine Seele und seien nur dazu da, daß man sie wie wilde Tiere jagt und keult, bis die gewünschte Menge an Sklaven übrigbliebe. Ähnlich argumentierte die spanische Verwaltung in Mexiko: Die armen mexikanischen Tagelöhner seien "unvernünftig", eine Art Tier in Menschengestalt, und könnten daher nicht dieselbe Menschenwürde und dieselben wirtschaftlichen Rechte genießen wie ihre Ausbeuter, die Großgrundbesitzer. Diese Argumentation fand später ihr Echo in Quesnay und den Physiokraten in Frankreich und in der seltsamen Scheinlogik der Karlisten, der Wurzel der spanischsprechenden Synarchisten in Spanien und den Amerikas heute.
Ein Mensch kann die Herrschaft der Menschheit über das Universum durch Erkenntnis erhöhen: durch das Entdecken und das Nachvollziehen von Entdeckungen wirkender allgemeiner physikalischer Prinzipien - wie dem der Gravitation, des Weges der kürzesten Zeit und allgemein dem Prinzip der kleinsten Wirkung - , die nicht unmittelbar mit den Sinnen wahrnehmbar sind. Daß er dies konnte, bewies, daß der Mensch von Natur aus eine Fähigkeit oder Macht innehat, die keine der niedrigeren Lebensformen aufweist und die sich daher nicht lebenden Vorgängen an sich zuschreiben läßt. Diese Fähigkeit definiert den Menschen als geistiges Wesen.
Was dieses geistig in naturwissenschaftlicher Hinsicht bedeutet, hat der russische Wissenschaftler W.I. Wernadskij in seinen Arbeiten zur Noosphäre genau festgehalten. Ich habe mich damit 2001 in meinem Buch (The Economics of the Noosphere (Die Wirtschaft der Noosphäre) beschäftigt. Ausgehend von der Sicht der experimentellen physikalischen Chemie, der Geobiochemie, unterteilte Wernadskij die Welt in drei Phasenräume: abiotisch, biotisch und noetisch.
Abiotisch heißen experimentell definierte allgemeine physikalische Prinzipien, die nicht den lebenden Vorgängen als solchen eigen sind. Biotisch heißen experimentell definierte allgemeine physikalische Prinzipien, die lebenden Vorgängen eigen sind. Noetisch nennt man die schöpferischen Kräfte, die nur dem menschlichen Geist eigen sind, mit deren Hilfe man experimentell definierte allgemeine physikalische Prinzipien des lebenden und nichtlebenden Bereichs entdecken kann. Mit anderen Worten, wir unterteilen das experimentelle Universum in drei in Wechselbeziehung untereinander stehende, aber eigenständige Klassen von Prinzipien: nichtlebend, lebend und geistig.
Letzteres, das nur dem Menschen eigene geistige Prinzip, definiert eine Wirklichkeit, die einer begründeten religiösen Erfahrung entspricht. Das Hervorbringen und die Weitervermitteln der Erfahrung von Entdeckungen gültiger physikalischer Prinzipien des lebenden, nichtlebenden und geistigen Bereichs bezeichnet also den funktionellen Unterschied zwischen der Menschheit als Gattung und allen anderen Gattungen.
Diese noetische oder geistige Fähigkeit des Menschen bezeichnet das Vermögen des einzelnen Menschen, Wissen über allgemeine physikalische Prinzipien zu erwerben, deren Wirksamkeit nachweisbar ist, die aber als Prinzipien jenseits der Sinneswahrnehmung liegen.
Man nennt diese Auffassung der menschlichen Natur, die den Kern der biblischen Schöpfungsgeschichte und des Christentums ausmacht, manchmal auch das prometheische Menschenbild.
Solange der wissenschaftlich-technische und damit verwandte kulturelle Fortschritt anhielt, wirkte dies dem Einfluß der immer noch mächtigen Überreste des venezianisch-normannischen Erbes entgegen. Das aber machte diese Überreste der alten feudalen Tradition nur um so wütender - und gewillt, die Renaissance und ihre Folgen mit allen Mitteln auszurotten.
Eine wiedererstarkende venezianische Macht schlug zurück: Mit dem Ausbruch der erwähnten langen Periode der von Venedig entfesselten Religionskriege von 1511-1648 geriet diese neugeschaffene europäische Zivilisation in existentielle Gefahr. Doch die Macht des Fortschritts war stur und überlebte. Der Westfälische Frieden war praktisch die Wiedergeburt der neuzeitlichen europäischen Zivilisation, und die Gründung der US-amerikanischen Republik ist die beste Annäherung an die Ziele der Staatskunst, welche die Renaissance und der Westfälische Frieden angestrebt hatten. Hätte die französische Monarchie eine Verfassung nach amerikanischem Vorbild, wie sie Bailly und Lafayette entwarfen, auch angenommen, dann hätte das Vorbild der jungen amerikanischen Republik die ganze, über die ganze Erde ausgedehnte europäische Zivilisation grundlegend verwandelt. Dank der Führung Präsident Abraham Lincolns überlebten die Vereinigten Staaten die Machenschaften der vereinten Kräfte der britischen Monarchie, des Frankreichs Napoleons III., Spaniens und der Habsburger, und die USA wurden die produktivste und mächtigste Nation der Welt.
Als der Einfluß der jungen amerikanischen Republik von 1789 kurz davor stand, die ganze europäische Gesellschaft zu verändern, schlug der Feind unter der Führung von Lord Shelburnes Britischer Ostindiengesellschaft zurück und mobilisierte die Martinisten: Diese übernahmen ab dem 14. Juli 1789 die Führung des linken Terrors, waren aber auch die Hintermänner der darauffolgenden rechten Reaktion gegen diesen Terror, der ersten faschistischen Diktatur der Neuzeit unter Napoleon Bonaparte. Im Kern waren die Entwicklungen von 1789-1815 eine "Kulturrevolution" gegen das Menschenbild der Renaissance, das in der Amerikanischen Revolution seinen frischen Ausdruck fand.
Sogar in den USA unter einem schlecht orientierten Präsidenten John Adams wurden mit der New Yorker Veröffentlichung des Buches Proofs of a Conspiracy (Beweise einer Verschwörung) eines Spions des britischen Foreign Office, Sir John Robison, die Scharen der landesverräterischen Essex-Junto in Neuengland angestachelt: Sie versuchten, die Regierung Adams davon überzeugen, die USA müßten sich mehr oder weniger mit der britischen Monarchie gegen das revolutionäre Frankreich verbünden, das Lord Shelburnes Ostindiengesellschaft nur dazu geschaffen hatte, um die amerikanische Sache auf beiden Seiten des Atlantiks zu vernichten! Diese Täuschung, die in die Regierung Adams hineingetragen wurde, führte zu der Krise um die Ausländer- und Volksverhetzungsgesetze (Alien & Sedition Acts, 1798) und - mit ähnlichen Mitteln - zur Schande und zum Ende der Föderalistischen Partei, besonders nachdem der britische Spion Aaron Burr Alexander Hamilton, den damals in diesen Dingen klügsten Kopf Amerikas, in einem Duell erschossen hatte.
Die Martinisten und ihr synarchistischer Auswuchs sind seit dem Unabhängigkeitskrieg der Hauptfeind der USA von innen und außen. Sie stehen für das Römische Reich, für die lange venezianisch-normannische Tyrannenherrschaft im europäischen Mittelalter. Sie verkörpern den Feind der Renaissance des 15. Jahrhunderts, den Feind der souveränen nationalstaatlichen Republik; und sie bilden die Fortsetzung der Kräfte hinter den religiösen und ähnlichen Kriegen, die die Zivilisation der Neuzeit oft beinahe endgültig zerstören. Das sind die Monster, die heute das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen, zurück zu dem, was sie heute "das Ende der Geschichte" nennen.
Die Erben des Feudalismus konnten in wirtschaftlicher und anderer Hinsicht nicht mit dem Fortschritt der wachsenden neuzeitlichen europäischen Zivilisation mithalten. Sie konnten ihn bremsen oder ganz anhalten, aber im sprichwörtlichen "fairen Kampf" hatten sie gegen ihn keine Chance. Sie hatten nur die Möglichkeit, diese Zivilisation der Neuzeit mit Gewalt zu vernichten, wie es die Habsburger u.a. mit den Religionskriegen 1511-1648 versuchten. Gelang dies nicht, könnten sie ihren Gegner nur über die Kultur angreifen, indem sie versuchten, das neue Menschenbild der Renaissance, das der Geburt der neuzeitlichen europäischen Zivilisation die Kraft gegeben hatte, zu ersticken und auszurotten.
Zu diesem Zweck erneuerte die Venezianische Partei den Aristotelismus und später das Erbe William von Ockhams in Form des Empirismus von Paolo Sarpi und dessen Handlanger Galileo Galilei. Das verkommene Menschenbild, für das diese beiden Angriffe auf das christliche Menschenbild standen, bildet den Mittelpunkt der Versuche zur Vernichtung der Zivilisation der Neuzeit, unter denen heute die synarchistischen Umtriebe mehr oder weniger die erste Stelle einnehmen. Das Hauptangriffsziel ist der "prometheische Mensch".
Das neuzeitliche prometheische Menschenbild geht im wesentlichen auf das Schauspiel Der gefesselte Prometheus zurück, den ersten und einzig erhaltenen Teil der Prometheus-Trilogie des klassischen griechischen Tragödiendichters Aischylos: Unter Zeus' Führung unterwerfen die tyrannischen Götter des Olymp die Menschheit unmenschlichen Lebensbedingungen, indem sie ihr den Zugang zum Feuer und damit zur Entdeckung und Entwicklung der Technik überhaupt vorenthalten. Diese so unterdrückte Menschheit ist eigentlich die Menschheit der biblischen Schöpfungsgeschichte: Mann und Frau als lebendes Abbild des Schöpfers des Universums, von diesem mit der Macht und Verpflichtung versehen, die Welt zu entwickeln - mit anderen Worten, sie nach den nur dem individuellen menschlichen Geist erkennbaren Gesetzen zu verändern. Das ist es, was der teuflische Unterdrücker der Menschheit vorenthält, indem er uns unterdrückt oder moralisch verdirbt oder beides - das ist es, wozu Prometheus die Menschen befreien will. Und am Ende gewinnt er diesen Kampf. Die tragische Figur in Äschylos' Trilogie ist nicht Prometheus, sondern der verkommene Potentat Zeus.
In der wahren Geschichte der Neuzeit spielt die venezianisch-normannische Partei die Rolle des bösen, dem Untergang geweihten Tyrannen Zeus, und die Erlösung der Menschennatur und des wahren Menschenschicksals durch den gekreuzigten Jesus Christus bildet einen Widerhall der Figur des Prometheus. Das ist das Prinzip der Erlösung der Menschheit, das sich in dem Bild der Renaissance des 15. Jahrhunderts ausdrückt.
(...)
Der Synarchismus war keine politische Lehre. Er entstand als freimaurerische proheidnische Religion, die satanische Religion des Martinismus. Ihr Einfluß zeigt sich heute u.a. bei Vizepräsident Dick Cheney und seinen erklärten neokonservativen "Drückebergerfalken". Sie sind typisch für die Art feiger Tyrannen, die andere zum Töten aussenden, während sie selbst darüber äugen wie Bussarde und wie räuberischere Kriegsgewinnler den Zug der vom Krieg Gezeichneten verfolgen. Der Unterschied zwischen dem prometheischen Menschen und den Sophisten, Empiristen oder Martinisten ist eigentlich kein Unterschied der politischen Überzeugung, man muß vielmehr praktisch von zwei verschiedenen Gattungen sprechen.
Es gibt im wesentlichen vier axiomatische Punkte, die erwachsene, normale Menschen von Sophisten und Empiristen im allgemeinen und den Martinisten im besonderen unterscheiden.
Dies läßt sich in vier untereinander in Wechselwirkung stehenden, doch eigenständigen Thesen wie folgt zusammenfassen.
Erstens unterscheidet sich ein normaler Vertreter der menschlichen Gattung von den Tieren durch seine Fähigkeit zur Wahrnehmung und Unterscheidung von "Gedankendingen", die der Existenz allgemeiner physikalischer Prinzipien entsprechen, welche nicht mit den Sinnen wahrnehmbar, aber experimentell nachweisbar sind. Entdeckung und Beweis dieser Prinzipien - erst als Hypothesen, dann als experimenteller Beweis des Prinzips - geschieht über die nur dem menschlichen Geist eigene Fähigkeit, die Spuren von Anomalien in der Ordnung der wahrgenommenen Ereignisse zu erkennen. Die Verwendung des Wortes "Erkenntnis" sollte auf den Vorgang des Entdeckens und Beweisens der Prinzipien, die solche anomalen Paradoxe lösen, beschränkt werden.
In der mathematischen Physik von Gauß, Abel, Dirichlet, Wilhelm Weber und Riemann definiert dies die physikalische Wirklichkeit, die sich als "komplexer Bereich" widerspiegelt. Diese Sicht der dem komplexen Bereich entsprechenden physikalischen Wirklichkeit beherrschen zu lernen, bildet den Grundstein der erzieherischen Selbstentwicklung der von mir geförderten Jugendbewegung.
Zweitens kann der Mensch in vielen Fällen diese wirkenden, wenn auch nicht sinnlich wahrnehmbaren allgemeinen Prinzipien auf die Welt um uns herum anwenden - so, daß die relative potentielle Bevölkerungsdichte der menschlichen Gattung bzw. der jeweiligen dieser Praxis profitierenden Kultur ansteigt. Das unterscheidet den Menschen kategorisch, ökologisch, von allen anderen Lebewesen.
Dies bildet die Grundlage meiner eigenen Definition entsprechender Prinzipien einer physikalischen Wirtschaftswissenschaft; ich habe diese physikalische Wirtschaft als im wesentlichen "der Denkweise Riemanns verpflichtet" definiert.
Drittens beruht der dauerhafte Fortschritt der Gesellschaft auf der Weitergabe dieser entdeckten Prinzipien - sowohl "in der Breite" als auch "in der Weiterentwicklung " - durch den in anderen Menschen angeregten Nachvollzug der entsprechenden Prozesse der Erkenntnis des Prinzips. Dieser Vorgang des Weitergebens und gleichzeitigen Hervorbringens immer neuer Entdeckungen in der Naturwissenschaft und in der Komposition klassischer Kunstwerke ist der angemessene Bezug für den Begriff der "Kultur".
Viertens schließen diese drei genannten Prinzipien ein, daß das Dasein des einzelnen Menschen implizit auch unsterblich ist, und zwar als Erkenntniswesen, dessen Dasein zum Fortbestand der Kultur und der Menschheit allgemein beiträgt. Das Bild der größten bekannten Forscher, Künstler, Helden und Staatsmänner der Geschichte ist beispielhaft dafür, daß jeder von uns geistige Unsterblichkeit erreichen kann. Wer das in seiner Weltsicht und in seinem Handeln erkennt und verwirklicht, der lebt in der "Gleichzeitigkeit der Ewigkeit", so wie diese Menschen heute mit ihrer unsterblichen Gegenwart unter uns sind. Es ist das wahre Verlangen jedes Menschen und die einzige Quelle wirklicher Moral, für immer - auch nach unserem Tod - unter diesen Gefährten zu leben, um vor allen anderen Dingen das Prinzip der agape (Nächstenliebe) hochzuhalten, wie es der Sokrates Platons und der Apostel Paulus (1. Korinther 13) verstanden. Die wahre Natur des Menschen und das so verstandene "Agape-Prinzip" sind untrennbar miteinander verbundene Begriffe.
Wir sagen also, diese vier Thesen zusammenfassend: Die weitervermittelbaren Eigenschaften entdeckter Prinzipien, für die diese vier Eigenschaften unserer Gattung und ihrer gesellschaftlichen Ausformungen stehen, bilden eine höhere Geometrie, die diese einschließt. Sie hat die Form einer Riemannschen Geometrie, zusammengesetzt aus einer Ansammlung bekannter, wirkender und allgemeiner Prinzipien; diese Prinzipien entsprechen entweder der unsterblichen Beziehung des einzelnen menschlichen Geistes zur Natur oder den prinzipiellen Gesichtspunkten der gesellschaftlichen Abläufe, die es der Gesellschaft ermöglichen, bei ihrer Bestimmung zur Verbesserung der Menschheit zusammenzuarbeiten.
Diese letzteren prinzipiellen Gesichtspunkte sind in ihrem Bereich genauso definitiv und wirksam wie die sogenannten physikalischen Prinzipien in deren eigenem unmittelbaren Bezugsbereich - das bezeugen die besten Methoden der klassischen Komposition. Prinzipien des Naturrechts, wie die der Präambel der Bundesverfassung der USA, gehören in die Kategorie allgemeiner physikalischer Prinzipien klassischer künstlerischer Komposition.
Wie Riemann in seiner berühmten Habilitationsschrift aus dem Jahr 1854 schreibt, kennt die "Geometrie", die ich hier definiert habe, in diesem Universum keine Prinzipien außer ihren eigenen. Definitionen, Axiome und Postulate a priori, wie jene der formalen euklidischen Geometrie, sind unzulässig. Die Geometrie als ganze ist ein komplexer Bereich - zusammengesetzt einerseits aus der konstruktiven Geometrie der Sinneswahrnehmung pythagoräischer Art und andererseits aus der Geometrie der gegenwärtig bekannten allgemeinen physikalischen Prinzipien. Die wirksame Überschneidung der beiden Geometrien definiert einen höheren, Riemannschen Begriff eines Gaußschen "komplexen Bereichs".
In diesem Augenblick unserer Geschichte haben die Vereinigten Staaten die schicksalhafte Möglichkeit, eine der beabsichtigten Folgen unserer Schöpfung zu verwirklichen: die Gründung einer Gemeinschaft auf Grundlage naturrechtlicher Prinzipien unter völlig souveränen Nationalstaaten auf der ganzen Erde. Dieses Werk muß im wesentlichen dadurch zustande kommen, daß wir das Edelste unserer Geschichte wiederentdecken und heraufbeschwören - mit unserem Beispiel, unserem guten Willen und durch unseren Einfluß, mit dem wir die Errungenschaften anderer Republiken ermutigen sollten. Sobald dieser eine Todfeind, diese verderbliche fremde Gattung der synarchistischen Kräfte aus unserem politisch-wirtschaftlichen System beseitigt ist, hat die heute krisengeschüttelte wirtschaftliche Welt einen Platz in der Geschichte erreicht, an dem wir bereit sind, in ein neues Zeitalter dieser Welt einzutreten: das Zeitalter einer Prinzipiengemeinschaft souveräner Nationen.
Dann würden die Martinisten und das Böse, für das sie stehen, in den Archiven der Geschichte verschwinden. Dieses Schicksal ihrer Gattung wollen sie nicht hinnehmen. Sie sind Träger einer Religion des Schreckens, eines Nietzsche-artigen dionysischen, satanischen Terrors. Das ist unser Feind, den wir besiegen müssen. Das ist das unvollendete Werk, das hinterlassen wurde, als einer der von den Synarchisten am meisten gehaßte und gefürchtete Mann der neueren Geschichte starb, Präsident Franklin Delano Roosevelt.
Dafür müssen wir uns mit allen Kräften einsetzen. Diese Aufgabe liefert heute den einzig wahren Sinn für den Fortbestand unserer Nation vor. Dazu müssen wir die Synarchisten besiegen, und das, wofür sie stehen. Es reicht nicht, sie noch einmal zu schlagen - wir müssen diesen Sieg unumkehrbar machen. Wenn wir versagen, wird ihr Terrorismus uns mit teuflischem Vergnügen umbringen und die ganze Menschheit mit einem langandauernden Absturz in das von den Synarchisten angestrebte erdumspannende finstere Zeitalter bestrafen.
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