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Erasmus über den Krieg

Fürstenerziehung

Kapitel 11: Notwendige Kriegshandlungen

"Darf schon der Fürst in keinem Falle übereilt handeln, dann muß er gerade da mit größter Bedächtigkeit und Umsicht vorgehen, wo es sich um ein kriegerisches Unternehmen handelt: denn aus kleinen Mißhelligkeiten entstehen schon gewisse Unbequemlichkeiten, der Krieg dagegen ist eine einzige Katastrophe aller geordneten Verhältnisse und bringt eine Sintflut von Schlechtigkeiten mit sich. Schließlich gibt es kein Übel, das sich so hartnäckig behauptet. Krieg erzeugt Krieg, ein winzig kleiner einen riesengroßen, aus einem entstehen gleich zwei, und ein leichtfertiger Streit wird unter der Hand ernst und blutig. Kommt es irgendwo zum Krieg, sind gleich die unmittelbaren Nachbarn mit hereingezogen, ja, er läßt auch entfernt wohnende Völker nicht ungeschoren.

Ein guter Fürst wird überhaupt von sich aus keinen Krieg beginnen, wenn er nicht zuvor alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hat und jener sich als unvermeidbar erweist. Ist dies unsere Gesinnung, wird es kaum jemals irgendwo zum Krieg kommen. Kann diese Pestilenz aber schließlich gar nicht vermieden werden, dann muß es die erste Sorge des Fürsten sein, ihn so zu führen, daß die eigenen Bürger davon möglichst wenig betroffen werden... und der Krieg bald ein Ende findet.

Ein wahrhaft christlicher Fürst sollte vor allem erwägen, wie groß der Unterschied ist zwischen einem Menschen, der von Natur zu Friedfertigkeit und Wohlwollen angelegt ist, und wilden Bestien, die von Natur auf Räuberei und Krieg aus sind. Und wie groß ist außerdem noch der Unterschied zwischen dem Menschen schlechthin und dem Christen!

(...) Schließlich, ohne Rücksicht auf alle Gefühle, sollte er bisweilen ganz nüchtern eine Rechnung aufstellen, was der Krieg kostet und ob der Kriegsgewinn soviel wert ist, selbst im Falle eines Sieges, der nicht immer die bessere Sache zu begünstigen pflegt."

(Zitiert nach: Erasmus von Rotterdam, Fürstenerziehung, Schöningh 1968, übersetzt von Anton J. Gail)

 

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