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Aus der Neuen Solidarität Nr. 25/2005

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LaRouche: "Wir haben nichts zu fürchten außer der Furcht selbst"

Auf seinem jüngsten Internetforum gab Lyndon LaRouche eine schonungslose Analyse der Weltlage. In der Diskussion zeigten die Fragen, die von mehreren Büros im US-Kongreß kamen, wie sehr man dort inzwischen LaRouches politische und wirtschaftliche Lösungsvorschläge zu schätzen weiß.


Krise bei Hedgefonds und Banken
Amerikas Verantwortung

Globalisierung ist eine Katatrophe

Worum geht es wirklich?

Auf einem Internetforum am 16. Juni (abrufbar von www.larouchepac.com) zeigte Lyndon LaRouche seinem amerikanischen Landsleuten - und Zuhörern aus vielen anderen Ländern - den Weg, wie die Welt aus der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruchskrise herausgeführt werden kann. Seine einstündige Einleitungsrede erinnerte an die berühmten "Kamingespräche" Franklin D. Roosevelts. "Was ich gleich sagen werde, würde Sie erschrecken, wenn ich Ihnen nicht auch aufzeigte, daß es eine Lösung gibt." Dann versicherte LaRouche dem Publikum in Roosevelts Worten: "Wir haben nichts zu fürchten außer der Furcht selbst."

In ihren einführenden Worten wies LaRouches Sprecherin Dr. Debra Freeman darauf hin, daß sich die Ereignisse seit dem letzten Internetforum vor nur acht Wochen geradezu überschlagen hätten - in den Vereinigten Staten, Europa und weltweit. Am bemerkenswertesten sei, daß der Senat am 23. Mai einen gegen dessen verfassungsmäßige Rechte grichteten Putschversuch des Weißen Hauses abwehrte. LaRouche sagte später in seiner Rede, das Handeln des Senats sei beispielhaft für die einzigartige Qualität der amerikanischen Verfassung. Aufgrund dieser besonderen Qualität hätten die Vereinigten Staaten die besondere Verantwortung, die Welt vom Abgrund eines neuen weltweiten Finanz- und Währungszusammenbruchs, der weit schlimmer als die große Depression des 20. Jh. sei, wegzuführen.

Krise bei Hedgefonds und Banken

LaRouche nannte die drohenden Gefahren beim Namen: "Am 1. Juli werden bestimmte, bestehende Kontrakte fällig, an denen Hedgefonds beteiligt sind, die derzeit in große Schwierigkeiten geraten sind". Diese Turbulenzen wurden durch den Beinahe-Bankrott von General Motors und die Herabstufung der GM-Anleihen auf Ramschstatus ausgelöst. Seitdem ist der Wert der Hedgefondsanlagen um schätzungswesie 40 Prozent eingebrochen, und es gebe kaum noch Möglichkeiten, das aufzufangen. LaRouche warnte: "Niemand kann genau sagen, was dann geschehen wird. Aber wir wissen, womit wir es zu tun haben, und wir wissen, was dagegen zu tun ist."

Warum hat man bisher nichts über die Probleme der Hedgefonds gehört, wenn das Schicksal des gesamten Weltfinanzsystems daran hängt? LaRouche erklärte, die großen Banken, die mit den Hedgefonds verbunden sind, versuchten derzeit zu entscheiden, welche Hedgefonds untergehen werden und welche nicht. "Denn das Ausmaß des Hedgefonds-Zusammenbruchs ist so groß, daß sie nicht alle gerettet werden können. Die Banken versuchen, sich selbst vor dem Kollaps der Hedgefonds zu schützen, indem sie einige Hedgefonds den Wölfen zum Fraß vorwerfen."

Es gebe Dinge, die dagegen unternommen werden könnten, aber die Durchschnittsamerikaner verstünden das Problem noch nicht. Deshalb seien sie unsicher, was zu tun ist und welche Politik sie unterstützen sollen. Daß die Regierung etwas unternehmen müsse, das jedoch werde immer mehr Amerikanern klar.

Amerikas Verantwortung

Tatsächlich seien es die Vereinigten Staaten selbst, die die größte Verantwortung für die Beilegung der existentiellen Krise tragen, welche die Zivilisation bedroht. Warum? Weil das Weltfinanzsystem immer noch auf dem Dollar beruht. "Nehmen wir die Dollardevisen des Auslands - China, Japan, Südkorea usw., der Europäer: Wenn der US-Dollar um 30 Prozent abstürzte, wäre dies eine Katastrophe für die ganze übrige Welt."

In einigen Teilen der Welt gebe es Leute, die die USA wegen des Irakkriegs und anderer Verbrechen der Regierung Bush hassen und über jede Katastrophe, die die Vereinigten Staaten trifft, Schadenfreude empfinden. "Das ist eine sehr dumme Einstellung", warnte LaRouche. "denn es gibt keinen Ersatz für das Amerikanische System auf diesem Planeten." Daher liege "die Verantwortung bei uns, weltweites Chaos zu verhindern, indem wir Maßnahmen ergreifen, die zu einer Stabilisierung des Dollarwertes als Weltreservewährung führen. Das bedeutet: Wir müssen zu dem zurückkehren, was sich bewährt hat: Die Methoden, mit denen Franklin Roosevelts uns aus der Depression geführt hat ... Wir haben es damals getan, wir können es heute wieder tun. Wir hatten damals mehr Eisenbahnen als heute, wir hatten mehr Farmen, wir hatten mehr Industrie, wir hatten mehr produktive Arbeitplätze. Aber wir können es tun!"

Globalisierung ist eine Katatrophe

Das größte Problem heute sei, so LaRouche, daß die Menschen sich das Wundermittel der "Globalisierung" haben andrehen lassen. "Wir haben unsere Industrien in Länder ausgelagert, wo die Arbeitskräfte am billigsten sind, was unsere heimische produktive Wirtschaft zerstörte, den Menschen die Arbeit nahm und ihnen Billiglohnjobs gab, wie etwa bei Wal Mart. Wir haben unsere Infrastruktur zusammenbrechen lassen und daß unsere Eisenbahnen, unsere Stromversorgung, Verkehrssysteme, unser Gesundheitssystem desintegrierten... Die Menschen ... führen kein normales Familienleben mehr, gehen in schlechte Schulen, mit einer Krankenversorgung, die ständig schlechter wird. Das sind unsere Lebensbedingungen. Und das alles vor dem systemischen Zusammenbruch... Wir konnten nicht genug billige Arbeitskräfte in den Vereinigten Staaten finden, und so hat man die Mexikaner - durch Hunger! - als illegale Immigranten über die Grenze in die Vereinigten Staaten geholt", sagte LaRouche.

Aber in der übrigen Welt sei die Lage noch schlimmer: In Indien und China leben trotz deutlicher Fortschritte immer noch 70% der Bevölkerung in Armut. Arbeitskräfte aus Osteuropa würden in West- und Mitteleuropa verschlissen. In Iberoamerika seien die Produktivität und der Lebensstandard reduziert worden. Aber am allerschlimmsten seien die Verhältnisse in Afrika, insbesondere im Afrika südlich der Sahara. Man verhindere, daß sich Afrika entwickelt, weil man seine Rohstoffe wolle. "Die Menschheit außerhalb Afrikas hat mit dem, was sie tat und was sie weiterhin toleriert, ein großes Verbrechen begangen. Wir werden künftig nicht mit uns selbst leben können, wenn wir nichts tun, um das wiedergutzumachen."

"Was wir mit der Globalisierung angestellt haben, ist eine der übelsten Ideologien, die man je ausgedacht hat: Wir haben die Produktivkraft der Welt pro Kopf gesenkt! Wir haben die Infrastruktur und die Beschäftigung in Ländern, die die Zentren der Güterproduktion waren, die Vereinigten Staaten und Europa, zerstört."

Worum geht es wirklich?

Was ist der wahre Zweck der Wirtschaft? Die Realisierung dessen, was den Mensch wirklich ausmacht: "Das größte Motiv in der Wirtschaft ist es, den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt zu nutzen, um nicht nur den Standard des Konsums zu verbessern, sondern die Lebensqualität der jetzigen und künftiger Generationen." Früher habe man so gedacht, erinnerte LaRouche seine Zuhörer:

"Früher haben wir, auf unsere eigene, grobe Art, versucht, die Dinge besser zu machen. Die Kommunen waren besser, der Staat war besser, unsere Kinder wuchsen auf, um einen höheren Lebensstandard und höhere Positionen zu erreichen, und die Enkel waren die Hoffnung auf die Zukunft. Und man konnte darüber hinausschauen und sagen: Wir werden diese Nation aufbauen. Wir werden gemeinsam andere Nationen aufbauen und die Welt verbessern. Und sagen: ,Ich kann mit einem Lächeln auf den Lippen sterben, weil wir das tun.' Und das ist der große Zweck der Wirtschaft."

LaRouche forderte, die Vereinigten Staaten müsse die Führung bei der Schaffung eines neuen Bretton-Woods-Währungssystems übernehmen, um die Welt in eine neue Ära der Prosperität zu führen: "Wir können jederzeit wieder eine große Nation werden, sobald wir uns dazu entscheiden. Die Mitglieder des Senats, die am 23. des vergangenen Monats den Putsch blockierten, haben diese Tugend unseres Volkes demonstriert ... Ich schlage vor, daß die gleichen Personen im Senat und andere im Kongreß und in anderen Institutionen, die mit ihnen übereinstimmen, sich jetzt in dem Bewußtsein der großen Gefahr, die uns bedroht, aber auch der großen Chance, die vor uns steht, zusammenschließen müssen...

Und diese große Chance bedeutet: Wir haben in den letzten rund 30 Jahren die dümmsten Fehler gemacht, die man sich denken kann. Wir sollten jetzt, in der Erkenntnis dieser Dummheit, die uns alle in diese Misere gestürzt hat, beschließen, daß wir das beenden und aufhören, dumm zu sein, und wieder das werden, was wir sein sollen... Und wieder die Vereinigte Staaten zu sein, zu denen die übrige Welt aufsieht, als diejenigen, an die sie sich wenden, wenn sie jemanden brauchen, der vortritt und die Führung übernimmt, und die Maßnahmen anbietet, die notwendig sind..."

Nach seiner Rede stellte sich LaRouche den Fragen des Publikums, von denen mehrere aus der Führung der Demokraten im US-Senat kamen, und die praktische Umsetzung seiner Vorschläge betrafen. Wie solle man mit dem Weißen Haus umgehen, das deutlich gemacht habe, daß es keinerlei Interesse an einer einvernehmlichen Lösung für die Probleme habe, mit denen man konfrontiert sei? Wie könne man die Bankensystem funktionsfähig halten, ohne das Interesse der Bevölkerung hintanzustellen? Was müßten die Prioritäten sein, um Chaos zu verhindern und die Bevölkerung auf die Krise vorzubereiten? Aus den Fragen wurde deutlich, wie intensiv sich führende Demokraten inzwischen mit LaRouches Ideen auseinandersetzen, und wie sehr sein Rat in diesen Krisenzeiten geschätzt wird.

Bonnie James


LaRouches Rede und die gesamte Diskussion können Sie im englischen Original lesen und anhören auf www.larouchepac.com

 

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