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Aus der Neuen Solidarität Nr. 35/2005

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Cheneys "New Age-Krieger" und der 11. September

Kontrollieren "paranormale" Militärstrategen
die amerikanische Sicherheits und Außenpolitik?

Von Jeffrey Steinberg, Nachrichtenmagazin EIR

Durch kraftmeierisches Befürworten eines militärischen Vorgehens, auch mit Kernwaffen, gegen den Iran hat eine Gruppierung amerikanischer Militärs auf sich aufmerksam gemacht, die seit Jahren bemüht ist, allerlei "parapsychologische", der "New Age"-Ideologie entlehnte Techniken für den totalen Psychokrieg nutzbar zu machen.


"Atombomben auf Iran!"
Die "Jedi-Ritter"

Die Viererbande

Das First Earth Bataillon - wie alles begann

Wolfowitz wirbt für die "Nichttödliche Kriegführung"

Guantánamo, Abu Ghraib und al-Qa'im

Die "lebende Verkörperung" des First Earth Battalion

Irgendwann Ende des Jahres 1980 schrieb der damalige Oberst Paul Vallely, Kommandeur der 7. Psychologischen Operationsgruppe der US-Armeereserve in Presidio, Kalifornien, mit an einem Diskussionspapier, das in den amerikanischen Streitkräften und insbesondere in den Sondereinheiten breite und kontroverse Debatten auslöste. Es trug den Titel Von psychologischer Kriegführung zum Gedankenkrieg. Die Psychologie des Sieges (From PSYOP to MindWar: The Psychology of Victory), und es war ein an Nietzsche gemahnender Plan für einen ständigen Psychokrieg gegen Freund und Feind, ja selbst gegen das amerikanische Volk.

Ausgelöst hatte dieses Papier ein Artikel von Oberstleutnant John Alexander in der Ausgabe der Zeitschrift Military Review vom Dezember 1980. Alexander befürwortete darin die Einführung von außersinnlicher Wahrnehmung (ESP), "telepathischer Verhaltensmodifikation", Parapsychologie, Psychokinese, "außerkörperlicher Erfahrung", "Fernwahrnehmung" und anderen okkulten Praktiken des New Age in die Arbeit der militärischen Nachrichtendienste. Alexanders Artikel trug den Titel Das neue mentale Schlachtfeld: Beam' mich hoch, Spock.

Aber das darauffolgende, von Vallely mitverfaßte Papier ging über ESP und die anderen von Alexander befürworteten paranormalen Techniken noch weit hinaus: "Strategischer Gedankenkrieg muß in dem Moment beginnen, wenn Krieg für unvermeidlich erachtet wird", heißt es eingangs. "Er muß durch jedes verfügbare Medium die Aufmerksamkeit der Feindnation aufspüren, und er muß gegen die potentiellen Soldaten jener Nation losschlagen, bevor sie ihre Uniformen anziehen. Denn in ihren Wohnungen und in ihren Umgebungen sind sie für Gedankenkrieg an anfälligsten."

"Dazu muß der Gedankenkrieg im wesentlichen strategisch ausgerichtet sein", fahren Vallely und der andere Verfasser fort, "taktische Anwendungen spielen eine verstärkende, ergänzende Rolle. In seinem strategischen Rahmen muß sich der Gedankenkrieg weltweit gegen Freunde, Feinde und Neutrale gleichermaßen richten - weder über die primitiven Schlachtfeld-Flugblätter und Lautsprecher von PSYOP noch über die schwachen, ungenauen und beschränkte Anstrengung der Psychotronik, sondern über die Medien, über die die USA verfügen, mit denen man praktisch alle Menschen auf der Erde erreichen kann. Diese Medien sind natürlich die elektronischen Medien: Fernsehen und Rundfunk. Der neueste technische Stand der Satellitenkommunikation, Videoaufnahmetechniken sowie Laser und optische Übertragung von Sendungen ermöglichen es, weltweit den Geist der Menschen zu durchdringen, wie dies noch vor wenigen Jahren unvorstellbar schien. Wie [König Arturs Zauberschwert] Excalibur müssen wir dieses Werkzeug nur ergreifen, und es kann die Welt für uns verändern, wenn wir den Mut und die Integrität aufbringen, damit die Zivilisation zu fördern. Wenn wir Excalibur nicht annehmen, verzichten wir auf unsere Gelegenheit, ausländische Kulturen mit unseren Werten zu inspirieren. Wenn sie dann moralische Werte wollen, die für uns nicht zufriedenstellend sind, haben wir keine andere Wahl, als sie mit brutaleren Mitteln zu bekämpfen.

Der Gedankenkrieg muß alle Beteiligten erreichen, um wirksam zu sein. Er darf nicht nur den Feind schwächen, er muß die Vereinigten Staaten stärken. Er stärkt die Vereinigten Staaten, indem er verhindert, daß unsere Bevölkerung feindlicher Propaganda ausgesetzt ist, und indem wir vor unserer Bevölkerung die Gründe unseres nationalen Interesses in einem bestimmten Krieg betonen."

Um nichts dem Zufall zu überlassen, wird am Ende des Artikels betont, im Gedankenkrieg solle man auch unterbewußt wirkende Gehirnwäschetechniken einsetzen, sowie Waffen, die sich direkt gegen das zentrale Nervensystem und die Gehirnfunktion der Zielbevölkerung richten: "Es gibt einige ganz natürliche Zustände, unter denen der menschliche Geist Ideen mehr oder weniger zugänglich wird, und der Gedankenkrieg sollte sich Phänomene wie atmosphärische elektromagnetische Aktivität, die Ionisierung der Luft oder Wellen mit extrem niedriger Wellenlänge zunutze machen."

Diese Schrift über den "Gedankenkrieg" war beunruhigend, und das nicht nur wegen seines okkulten und faschistischen Inhalts. Der zweite Verfasser neben Vallely war der Leiter einer PSYOP-Forschungs- und Analysegruppe namens Major Michael J. Aquino. Fünf Jahre vor dem Erscheinen der Schrift hatte dieser Reserveoffizier der Sondereinheiten eine satanistische Vereinigung gegründet, den Tempel von Set; es war die Nachfolgeorganisation von Anton Szandor LaVeys "Kirche Satans" (Church of Satan). Aquino sollte bald darauf als Hauptverdächtiger eines satanistischen Pädophilenrings, vor allem im Zusammenhang mit Kinderhorten in Kasernen wie Fort Bragg und Presidio, in die Schlagzeilen geraten und jahrelang bleiben.

Und es fällt auf, daß die Planspiele Vallelys und Aquinos dem Programm "Total Information Awareness" (TIA) bemerkenswert ähnlich sind, das Donald Rumsfelds Verteidigungsministerium unter der Leitung des im Zusammenhang mit "Irangate" berüchtigten Admirals John Poindexter begonnen hat. Diese weltweite Propagandaoffensive und Rundum-Informationsbeschaffung wurde nach außen hin eingestellt, nachdem einige negative Presseberichte darüber erschienen waren, aber Quellen aus dem Pentagon berichten, eigentlich sei das Programm nur der Geheimhaltung unterstellt worden.

Am 16. August 2005 enthüllte Philip Shenon in der New York Times, im Rahmen eines hochgeheimen Sonderprogramms namens "Able Danger" ("Mögliche Gefahr") seien Mohammed Atta und drei andere Flugzeugentführer des 11. September bereits ein Jahr vor den Anschlägen als Terrorverdächtige aufgespürt worden. Aber Rechtsanwälte des Pentagon vom Kommando für Sondereinsätze hätten verhindert, daß die entsprechenden Informationen an das FBI weitergegeben wurden, weil sie Angst hatten, daß die Öffentlichkeit das Informationsbeschaffungsprogramm unter die Lupe nehmen könnte. Die New York Times erhielt die Information von Oberstleutnant Anthony Schaffer, der damals Verbindungsoffizier des Militärgeheimdienstes DIA zum Programm gewesen war.

"Atombomben auf Iran!"

Die Verbindung zu Aquino schadete der Karriere von Oberst Vallely nicht. 1991 schied der Westpoint-Absolvent Vallely als stellv. Kommandierender General der US-Armee im Pazifik aus dem aktiven Dienst aus. Von 1982-86 leitete er das 351. Kommando für zivile Angelegenheiten, womit er für alle Spezialeinheiten, Einheiten für Psychologische Kriegführung und für Zivile Angelegenheiten im Westen der USA und auf Hawaii verantwortlich war.

Heute tut er genau das, was Aquino und er in der Schrift über den "Gedankenkrieg" vorschlugen: Er ist einer der wichtigsten Propagandaleute für Vizepräsident Cheneys Vorstoß für eine militärische Konfrontation mit dem Iran - bei der es zum ersten präventiven Angriff mit Kernwaffen in der Geschichte kommen könnte.

General Vallely, nun außer Dienst, ist als "Militärexperte" für Rupert Murdochs aufdringlichen Nachrichtensender Fox TV tätig; ist "Kunde" von Benador Associates, dem wichtigsten professionellen Werbeunternehmen der Neokonservativen in Washington; leitet die Militärabteilung des neokonservativen Zentrums für Sicherheitspolitik (CSP) von Frank Gaffney; und gründete zusammen mit Luftwaffen-General a.D. Thomas McInerney, einem weiteren Benador-Kunden, den Ausschuß für Iranpolitik (IPC).

Zweck des IPC, einer weiteren der vielen neokonservativen Propagandaeinrichtungen, ist 1. die Unterstützung der Gruppe Mudschaheddin E Khalk (Volksmudschaheddin, MKO), die vom US-Außenministerium amtlich als Terrororganisation eingestuft ist, weil sie mehrere amerikanische Soldaten im Iran ermordet hat, und 2. das Trommeln für ein militärisches Vorgehen zum gewaltsamen "Regimewechsel" im Iran durch massive Luftangriffe gegen die angeblichen nuklearen Waffenschmieden des Iran oder eine Blockade der Straße von Hormuz. Gen. Vallely und Gen. McInerney veröffentlichten vor kurzem das Buch Endgame - Pläne für einen Sieg im Krieg gegen den Terror, das inhaltlich stark an Vallelys und Aquinos Idee vom "Gedankenkrieg" angelehnt ist.

Die "Jedi-Ritter"

Vallely, Alexander und Oberstleutnant a.D. Aquino sind nur drei Beispiele für etliche führende Leute im Bereich der Spezialeinheiten, die sich dafür ausgesprochen haben, Praktiken des New Age oder gar satanistische Praktiken in die Kriegführung einzubinden und Versuchsprogramme durchführten, die darauf abzielten, "Superkrieger" im Sinne von Nietzsches "Übermenschen" zu schaffen.

Bei den Vorbereitungen zu diesem Artikel sprachen wir mit etlichen hochrangigen früheren Offizieren und Nachrichtendienstlern, die aus ihrer eigenen Erfahrung heraus Namen weiterer hoher Offiziere nannten, die diesen Vorstoß gefördert und dazu riesige Summen aus dem Verteidigungshaushalt in entsprechende Geheimprogramme gelenkt haben. Dabei wurde ein ganzes Spektrum fragwürdiger umstrittener "nichttödlicher" Techniken und Technologien auf ihre militärische Anwendung hin untersucht. Einige dieser streng geheimen, vom amerikanischen Steuerzahler finanzierten, Programme der letzten 25 Jahre waren völlig verrücktes Zeug à la "Löffelverbiegen" und "durch die Wand gehen". Andere Programme führen geradewegs hin zu den Militärgefängnissen in Abu Ghraib und Guantánamo Bay, wo Gefangene zu menschlichen Versuchstieren für experimentelle Foltertechniken aus dem gleichen New-Age-Arsenal wurden.

Der Journalist Seymour Hersh schrieb in dem Magazin The New Yorker in der Ausgabe vom 24.-31. Januar 2005 unter der Überschrift "Die kommenden Kriege", möglicherweise gebe es bei diesen Geheimprogrammen der Spezialeinheiten inzwischen auch Kriegführung mit "Pseudogangs", wo sich die Grenzen von Aufstandsbekämpfung und Aufstand verwischen.

Hersh zitiert aus einem Artikel des Militärexperten John Arquilla von der Naval Postgraduate School, der das Pentagon in Aufstandsbekämpfung berät, im San Francisco Chronicle vom September 2003. Dabei deutet Hersh an, amerikanische Spezialeinheiten seien dabei, ihre eigenen terroristischen "Pseudogruppen" aufzubauen, um so Terrorgruppen wie Al Qaida leichter infiltrieren zu können. Arquilla schrieb: "Als es in den 50er Jahren mit herkömmlichen Militäroperationen und Luftangriffen nicht gelang, den Mau Mau-Aufstand in Kenia niederzuschlagen, bildeten die Engländer Gruppen aus Angehörigen des ihnen freundlich gesonnenen Kukuju-Stammes, die sich dann als Terroristen ausgaben. Diese ,Pseudobanden', wie sie genannt wurden, drängten dann die Mau Mau rasch in die Defensive, indem sie entweder erst die Freundschaft der Banden gewannen und sie dann aus dem Hinterhalt angriffen oder indem sie den Bombern den Weg zu den Lagern der Terroristen zeigten. Was in Kenia vor einem halben Jahrhundert wirkte, hat ausgezeichnete Chancen, Vertrauen und Rekrutierung der heutigen Terrornetzwerke zu untergraben. Der Aufbau neuer Pseudobanden sollte nicht schwer sein."

Und als Dreingabe: "Wenn ein verwirrter junger Mann aus dem Landkreis Marin sich Al Qaida anschließen kann [er meint den "amerikanischen Taliban" John Walker Lindh], bedenke man, was professionelle Einsatzkräfte erreichen könnten."

Die Viererbande

Vier Namen hört man immer wieder im Zusammenhang mit der Förderung von Programmen wie "Ziegenlabor", "Jedi-Ritter", "Grillflamme", "Task Force Delta" und "Batallion Erste Erde": Es sind allesamt Männer, die Spitzenpositionen im Militärgeheimdienst und bei den Sondereinsatzkommandos innehatten:

  • General Albert Stubblebine III leitete von 1981-84 das Nachrichtendienst- und Sicherheitskommando des Geheimdienstes der US-Armee, INSCOM. In dieser Zeit lancierte er zahlreiche Geheimprojekte in Fort Meade (Maryland), bei denen auch Fernwahrnehmung und andere okkulte Praktiken untersucht wurden. Stubblebine war der vielleicht hochrangigste und ausdrücklichste Befürworter der gesamten Brandbreite der New Age-Kriegführung.

  • General Peter Schoomaker, der derzeitige Stabschef der US-Armee, war von 1994-96 Kommandierender General der Gemeinsamen Kommandostelle Spezialeinheiten, 1996-97 Kommandeur der Kommandostelle Spezialeinheiten der US-Armee und von 1997-2000 Oberbefehlshaber der Spezialeinheiten. In einem gut recherchierten Buch über die Unterwanderung des amerikanischen Militärs durch "New Age" - The Men Who Stare at Goats (Die Männer, die auf Ziegen starren) von Jon Ronson - heißt es, Gen. Schoomaker habe eine Denkfabrik unter Aufsicht des Büros des Armeestabschefs eingerichtet, um die Anwendung dieser abstrusen okkulten und paranormalen Praktiken auf die gesamte US-Armee auszuweiten - das soll sein Beitrag zum weltweiten Kampf gegen Terror seines Präsidenten George W. Bush sein.

  • General Wayne Downing war ebenfalls Oberkommandierender der Kommandostelle Spezialeinheiten und leitete alle Sondereinsätze während der Invasion Panamas im Dezember 1989, als bei der Belagerung der Botschaft des Vatikan, in die sich Manuel Noriega geflüchtet hatte, Techniken des "Gedankenkriegs" zum Einsatz kamen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde Downing zum Nationalen Direktor und Stellv. Sicherheitsberater für Terrorbekämpfung im Weißen Haus ernannt. Diese Funktion hatte er bis Juni 2002 inne.

    Militärquellen zufolge verließ Gen. Downing das Weiße Haus wegen einer Auseinandersetzung mit dem Generalstab über Pläne für die Invasion des Irak. Downing hatte behauptet, um Saddam Hussein zu stürzen, würden massive "Furcht und Schrecken"-Bombardierungen und eine anschließende Invasion mit höchstens 25 000 Soldaten von Sondereinheiten ausreichen. Der Generalstab verwarf den "Downing-Plan" als "völlig verrückt", wie ein mit der Lage vertrauter hochrangiger Militär berichtet.

  • General William "Jerry" Boykin war von 1998-2000 Kommandierender General beim Kommando für Sondereinsätze der US-Armee (Luftlandetruppen) in Fort Bragg, Nord-Carolina. Vorher war er von 1992-95 Kommandeur einer Eliteeinheit zur Terrorismusbekämpfung, Delta Force, gewesen. Als solcher war er verantwortlich für die Sondereinheiten in Mogadischu in Somalia, als es 1993 zu dem bekannten "Black-Hawk-Abschuß" kam, wo örtliche Kriegsherren US-Soldaten erschlugen und die Leichen durch die Stadt schleiften. Hier hatte man einige der nichttödlichen Systeme von Oberstleutnant John Alexander, u.a. "Sticky Foam", direkt im Kampf erprobt - und sie versagten kläglich.

    Von März 2000 bis Juni 2003 leitete Boykin das John F. Kennedy-Zentrum für Sondereinsätze der US-Armee. Dann ernannte man ihn zum Vize-Staatssekretär für den Nachrichtendienst im Verteidigungsministerium, und dieses Amt bekleidet er heute noch. Seymour Hershs Artikel im New Yorker zufolge sind Boykin und sein unmittelbarer Vorgesetzter, der Staatssekretär für Nachrichtendienst im Pentagon Stephen Cambone, persönlich für die Such- und Tötungskommandos der Sondereinheiten verantwortlich, die John Arquilla in seiner Werbeschrift für "Countergangs" propagierte.

    Kurz nach seiner Ernennung zum Vize-Staatssekretär geriet Gen. Boykin ins Kreuzfeuer der Kritik, weil er in einer fundamentalistischen Kirche - in Uniform - eine Rede gehalten hatte, in der er den Islam als "satanische" Religion schmähte und den Einmarsch der USA im Irak einen religiösen "Kreuzzug" nannte. Er ist auch der Ansicht: "Gott hat George W. Bush zum Präsidenten gemacht." Daraufhin wurde vielfach an seiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt, und es kam zu einer amtlichen Untersuchung durch den Generalinspekteur des Pentagons.

    Das First Earth Bataillon - wie alles begann

    Jon Ronson zufolge schrieb Oberstleutnant Jim Channon, ein Vietnamveteran, im Jahre 1977 einen Brief an den damaligen Vizestabschef der US-Armee, Generalleutnant Walter Kerwin, worin er vorschlug, systematisch nach Möglichkeiten zu suchen, wie die US-Streitkräfte "durchtriebener" werden könnten. Man erteilte Channon einen zeitlich unbegrenzten Auftrag und gab ihm ein kleines Budget aus dem Pentagon, und er verbrachte nach eigener Aussage die nächsten beiden Jahre damit, die New Age-Bewegung gründlich nach denkbaren militärischen Einsatzmöglichkeiten zu durchforsten. Channon besuchte auf seinen Fahrten mehr als 150 New Age-Einrichtungen mit typischen Gegenkulturnamen wie: Gentle Wind, Integral Chuan Institute, Dayspring Inc., The Center of Release and Integration, Postural Integration Reichian Rebirthing, die New Age Awareness Fair, Beyond Jogging, Aikido mit Ki, das Biofeedback-Zentrum in Berkeley sowie das Esalen-Institut.

    Insbesondere verwandte Channon viel Zeit für eine Ausbildung unter Michael Murphy, dem Mitbegründer des Esalen-Instituts. Das Institut war das führende psychologische Testzentrum an der amerikanischen Westküste, das eine breite Palette von Methoden der Gedankenkontrolle erprobte - oft unter Einsatz bewußtseinsverändernder Drogen. Der Sektenführer und Massenmörder Charles Manson hielt sich am 5. August 1969 im Esalen-Institut auf, nur vier Tage vor seiner als "Helter Skelter" bekanntgewordenen Mordorgie, für die er heute noch im Gefängnis sitzt. Manson stand seit seiner Zeit im Staatsgefängnis unter der Beobachtung von Militärpsychologen, die Verhaltensmuster der, wie sie es nannten, "pathologisch gewalttätigen fünf Prozent der Bevölkerung" untersuchten.

    1979 stellte Oberstleutnant Channon seine Ergebnisse der Armeespitze in einer 125seitigen Schrift vor, der auch Dias beigefügt waren und die den Titel The First Earth Battalion trug. Es wimmelte darin von typischen New Age-Formulierungen. ("Das Erste Erd-Battaillon ist nicht aufgabenorientiert, sondern potentialorientiert. Das heißt, wir sollten weiterhin überall nach nichtzerstörerischen Kontrollmechanismen suchen.") Aber Channon schlug auch schon eine ganze Reihe nichttödlicher Techniken vor, die bald von den Streitkräften in ihr Arsenal aufgenommen wurden - so u.a. die Verwendung von atonalem Lärm zur psychologischen Kriegführung, östliche Kampfsportarten und spirituelle Unterweisung sowie umfassende Versuche mit Psychoelektronik und anderen Mitteln, feindliche Kräfte außer Gefecht zu setzen.

    Oberst Alexander, der Verfasser des Artikels über "Das neue geistige Schlachtfeld" in der Military Review, stellte Channons Diavortrag über das First Earth Batallion auch dem INSCOM-Leiter General Stubblebine vor. Stubblebine richtete 1981 eine geheime Einheit für "Psychospione" in Fort Meade ein, die so zweifelhafte Methoden wie "Durch die Wand Sehen" übten.

    Zwei Jahre später fuhr Stubblebine nach Fort Bragg, um das Programm von Channon und Alexander der obersten Führung der Sondereinheiten schmackhaft zu machen. Inzwischen war Stubblebine davon überzeugt, daß er selbst dank der richtigen "Geist beherrscht Materie"-Techniken durch Wände gehen könne. Allerdings hat er das offenbar nie beweisen können. Die Sitzung in Fort Bragg war, so berichtete der General später dem Journalisten Ronson, ein völliges Fiasko, und sein Programm wurde in keiner Weise aufgegriffen. Jedesfalls dachte Stubblebine das.

    In Wirklichkeit war Fort Bragg schon seit spätestens 1978 eine Brutstätte von Versuchen zum "Geister-" oder "Gedankenkrieg". Eines der Programme, die in entlegenen Ecken des weitverzweigten Stützpunkts der Sondereinheiten betrieben wurden, war das "Ziegenlabor". Dort versuchte eine Gruppe in New Age ausgebildeter Soldaten, das in einem Behälter befindliche Herz einer Ziege durch geistige Konzentration zu durchbohren. An dem Stützpunkt tätige Tierärzte waren entsetzt, daß Sondereinheiten in ihren Flugzeugen Ziegen aus Mittelamerika ohne die üblichen Zolluntersuchungen einflogen. Die Ziegen dienten der Ausbildung von Sanitätern für das Schlachtfeld. Die Tiere wurden erschossen, ihre Gliedmaßen amputiert, und gelegentlich brachte man ihr Meckern zum Schweigen, indem man ihnen die Zungen amputierte oder die Kehlen durchschnitt. Anschließend benutzte man sie für die Psychokriegtests im Ziegenlabor.

    Nach den Vorgaben von Channons Vorschlag wurde ein Versuchsteam der Sondereinheiten gegründet, das nach dem erfolgreichen Film Stars Wars die "Jedi-Ritter" hieß. Es wurde in einer Vielzahl östlicher Kampfsportarten und Meditationstechniken ausgebildet, verbunden mit äußerst anstrengendem körperlichen Training. Man zog "Fachleute" von außen wie Dr.Jim Hardt heran, die durch Zen die geistig-telepathischen Fähigkeiten der Jedi-Ritter stärken sollten. Nach Jim Channons Rezept für das First Earth Batallion holte man sich auch den New Age-Psychologen Stuart Heller, der sonst Seminare zur Streßbewältigung für Manager und NASA-Bedienstete abhielt, um die Soldaten in ähnlicher Weise auszubilden. Channon hatte Heller über Marilyn Ferguson kennengelernt, die Autorin des Buchs Die sanfte Verschwörung (The Aquarian Conspiracy, 1980), das für eine New Age-Variante von H.G. Wells' Offener Verschwörung zur sozialen Massensteuerung und zum kulturellen Wertewandel warb.

    Nicht alle Ausbilder der "Jedi-Ritter" waren Gegenkultur-Psychologen. Michael Echanis, ein Green Berets-Kommandosoldat, der in Vietnam schwer verwundet wurde, aber später ein Meister verschiedener Kampftechniken wurde, lehrte die "Jedis" Hwa Rang Do, eine Kampftechnik, bei der es besonders um "Unsichtbarkeit" geht. Echanis kam 1978 als Söldner für das Somoza-Regime in Nikaragua ums Leben. Er war Kampftechnik-Redakteur des Magazins Soldier of Fortune, einer wichtigen Stellenbörse für ehemalige Soldaten und andere, die ihr Glück als Söldner versuchen wollen.

    1983 bildeten das INSCOM-Programm und die Geheimversuche in Fort Bragg zusammen schon ein ziemlich ausgedehntes Netzwerk militärischer "Löffelverbieger", so daß man die Task Force Delta gründete, die vierteljährlich Konferenzen mit bis zu 300 militärischen Okkultisten in Fort Leavenworth (Kansas) durchführte. Oberst Frank Burns gründete das Meta-Netzwerk, einen der ersten "Chatrooms" im Computernetz des DARPA (Amt des Verteidigungsministeriums für fortgeschrittene Forschungsprojekte), aus dem sich später das Internet entwickelte.

    Für den Plan, Nietzscheartige "Übersoldaten" zu züchten, zog man auch ein paar ganz seltsame Figuren heran, wie den israelischen "Gabelverbieger" Uri Geller, einen ehemaligen Zauberkünstler. Gellers erster Förderer war der Arzt Andrija Puharich, der schon seit den 50er Jahren für die Abteilung der US-Armee für Psychologische Kriegführung an Parapsychologie und Telepathie arbeitete. Dr. Puharich leitete die Round Table-Stiftung für Elektrobiologie, die mit der Manipulation der Gehirnströme experimentierte. Er arbeitete eng mit Warren S. McCulloch, einem der Begründer der Kybernetik, und mit dem britischen Geheimdienstmann und Gegenkulturguru Aldous Huxley zusammen.

    Wolfowitz wirbt für die "Nichttödliche Kriegführung"

    Ronson berichtet, Uri Geller habe ihm im Oktober 2001 in einem Interview in London gesagt, man habe ihn unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September "zurückgerufen", um wieder für die US-Regierung zu arbeiten. Offenbar war die Regierung Bush der Meinung, die "Psychospione" könnten sinnvolle Beiträge zur Jagd auf Osama bin Laden und zur Verhinderung weiterer Terroranschläge wie der von New York und Washington leisten.

    Tatsächlich war Pentagon-Staatssekretär Paul Wolfowitz schon ein großer Anhänger der Ideen von Alexander und Channon, als er politischer Chefberater des damaligen Verteidigungsministers Dick Cheney in der Regierung George Bush sen. war. Am 10. März 1991 verfaßte Wolfowitz für Cheney das Memorandum Brauchen wir eine Nichttödliche Verteidigungsinitiative?; darin schrieb er: "Ein Vorsprung der USA bei nichttödlichen Techniken würde unsere Optionen vermehren und unsere Position in der Welt nach dem Kalten Krieg stärken." Wolfowitz erwähnte aber wohl nicht die besonders befremdlichen Praktiken, für die Oberst Alexander warb. Der Guru der Kampagne für die "nichttödliche" Kriegführung war zum Zeitpunkt von Wolfowitz' Memorandum aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und Leiter des Programms für nichttödliche Waffen am Nationalen Laboratorium in Los Alamos geworden.

    Ein Jahr vorher, 1990, hatte Oberst Alexander das Buch The Warrior's Edge (Der Vorsprung des Kriegers) veröffentlicht. Darin warb er für unkonventionelle Methoden zur Förderung "menschlicher Exzellenz und optimaler Leistungen" unter Soldaten, ausgehend von einem Kurs "Neuro-linguistische Programmierung" (NLP), den er 1983 gegeben hatte. Teilnehmer dieses Kurses waren u.a. der damalige Senator und spätere Vizepräsident Al Gore, Gen. Max Thurman und Gen. Stubblebine. Nach Alexanders eigenen Angaben wurden er und Gore 1983 enge Freunde und sind es immer noch.

    Oberst Alexander schrieb zur Absicht seines Buches Der Vorsprung des Kriegers, es solle "die Tür zum außergewöhnlichen menschlichen Potential in jedem von uns aufschließen. Dazu brauchen wir, wie andere Regierungen in aller Welt, eine neue Sicht der nichttraditionellen Methoden zur Beeinflussung der Realität. Wir müssen das Bewußtsein für die potentielle Macht des individuellen Körper-Geist-Systems - die Macht, die Realität zu steuern - erweitern. Wir müssen bereit sein, die Kontrolle über unsere Vergangenheit, Gegenwart und letztendlich unsere Zukunft zurückzugewinnen."

    Uri Geller war nicht der einzige "Geistkrieger", der nach dem 11. September in Regierungsdienste zurückgerufen wurde. Jim Channon, der erste New Age-Übersoldat vom First Earth Batallion, veranstaltete Ronson zufolge ab Anfang 2004 eine Reihe von Konferenzen mit dem neuen Stabschef der Armee, Gen. Peter Schoomaker. Schoomaker war Kommandeur der Sondereinsatzkräfte in Fort Bragg gewesen, als dort das "Ziegenlabor" und das "Jedi-Ritter"-Programm liefen. Ronson schrieb: "Es ging das Gerücht, Gen. Schoomaker erwäge, Jim zu reaktivieren, um eine neue geheime Denkfabrik zu gründen bzw. dazu beizutragen, die dazu dienen sollte, die Armee zu ermutigen, ihren Geist weiter und immer weiter von den üblichen Pfaden zu entfernen." Ronson bezeichnete dies als Wiederbelebung der Task Force Delta.

    Bald darauf erhielt Ronson eine E-Mail von Jim Channon, der das Gerücht bestätigte und erklärte, die Idee mit der Denkfabrik gehe um, "weil Rumsfeld jetzt ausdrücklich zu kreativen Beiträgen zum Krieg gegen den Terrorismus aufgefordert hat". Channon führte aus: "Die Armee bat mich, sorgfältig ausgewählte Majore zu unterrichten. Das First Earth Batallion dient dabei als Lehrbeispiel. Ich habe dies in Anwesenheit von Gen. Schoomaker getan ... Ich stehe in Verbindung mit Spielern, die kürzlich in Afghanistan und Irak waren. Ich habe eine Rückzugsstrategie eingesandt, die auf Ideen des First Earth Batallion beruht. Ich spreche wöchentlich mit einem Mitglied des Bataillons zur Streßbewältigung im Irak, der das Handbuch hat und es verwendet, um seine Mannschaftskameraden über ihre potentiellen Beiträge zum Dienst zu informieren."

    Guantánamo, Abu Ghraib und al-Qa'im

    Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) hat mehrere Studien veröffentlicht und internationale Treffen abgehalten, um einzuschätzen, wie "nichttödlich" die nichttödlichen Waffen, die Alexander, Channon und ihresgleichen verfechten, eigentlich sind. Nach einer Darstellung des IKRK vor dem Europäischen Parlament im Jahre 1998 werden "nichttödliche Waffen" einfach als Waffen definiert, die in weniger als 25 Prozent der Fälle tödlich wirken. Die inzwischen weitverbreiteten nichttödlichen Waffen - wie Laser, Strahlenwaffen äußerst niedriger Frequenz (ELF) sowie verschiedene chemische, biologische und akustische Kampfmittel, die betäuben sollen - können bleibende Schäden wie Erblinden, Taubheit und Zerstörung des Magendarmtrakts verursachen. Das Internationale Rote Kreuz betont, man brauche in diesem Bereich dringend ernsthafte Untersuchungen und neue internationale Verträge und Abkommen.

    Tatsächlich gründen, wie Ronson und auch Jane Mayer vom New Yorker schreiben, viele der Foltermethoden, die in Guantánamo Bay, Abu Ghraib und weniger bekannten Lagern wie Al Qa'im im Irak nahe der syrischen Grenze angewandt wurden, auf den von Channon und Alexander vertretenen nichttödlichen Methoden, führten aber in einigen Fällen zum Tod.

    Ronson bestätigte, in einer Stelle in Al Qa'im gebe es "Verhöre" gefangener irakischer Rebellen, denen vorher tagelang unaufhörlich der Titelsong der Kinderserie Barney & Friends (Ich liebe Dich) vorgespielt worden war. Ronson ist überzeugt, daß zusammen mit der Musik unterschwellige, sehr hohe oder sehr niedrige Frequenzen ausgestrahlt werden, die auf das Gehirn einwirken, um den Widerstand der Häftlinge zu brechen. Die Häftlinge wurden in der glühenden Sonne in Schiffscontainer aus Metall gesteckt, mußten sich dort mit verbundenen Augen hinhocken, umgeben von Stacheldraht, und wurden dann mit der lauten Musik (und unterschwelliger Strahlung) zugedröhnt.

    In einem Artikel in der Ausgabe vom 11.-18. Juli 2005 des New Yorker enthüllte Mayer, daß Psychologen der Sondereinheiten vom Programm für "Überleben, Ausweichen, Widerstand und Flucht" (SERE) der JFK-Schule für Sondereinsätze im Fort Bragg nach Guantánamo Bay gebracht wurden, um die Verhörstrategie zu beaufsichtigen. Die SERE-Psychologen bilden den Kern der Wissenschaftlichen Beratungsteams für Verhaltensforschung (BSCT oder "Biskuits"), die "Umkehrverfahren" entwickelt hatten, nach denen Soldaten bei der Ausbildung für fortgeschrittene Sondereinsätze in Fort Bragg übten, Folterungen und Verhöre durch einen Feind durchzustehen.

    Jim Channon bestätigte in weiteren E-Mails mit Ronson, daß viele Methoden der Verhörspezialisten des Armee-Nachrichtendienstes in Guantánamo, Abu Ghraib und Al Qa'im unmittelbar seinem Plan für das First Earth Battalion entlehnt waren.

    Die "lebende Verkörperung" des First Earth Battalion

    Bei seinen Nachforschungen über die "Löffelverbieger" im Militär fragte Jon Ronson einmal Stuart Heller, den Bekannten von Marilyn Ferguson und Jim Channon, ob er ihm einen Soldaten nennen könne, der die "lebende Verkörperung" des First Earth Battalion sei. Ohne Nachzudenken antwortete Heller: "Bert Rodriguez". "Bert ist einer der spirituellsten Menschen, die ich jemals getroffen habe", erzählte Heller Ronson. "Nein. Spirituell ist das falsche Wort. Er ist okkult. Er ist die wandelnde Erscheinung des Todes. Er kann Sie aus der Entfernung zum Stehen bringen. Er kann physikalische Vorgänge nur durch seinen Geist beeinflussen. Wenn er Ihre Aufmerksamkeit kriegt, kann er Sie anhalten, ohne Sie zu berühren."

    Jon Ronson berichtete weiter: "Im April 2001 nahm Bert Rodriguez einen neuen Schüler an. Er hieß Ziad Jarrah. Ziad tauchte eines Tages plötzlich im Fitnesscenter US 1 auf und sagte, er habe gehört, daß Bert gut sei. Warum sich Ziad unter all den vielen Kampfsportlehrern an der Küste Floridas ausgerechnet Bert aussuchte, darüber wird noch spekuliert. Vielleicht eilte Bert sein einzigartiger okkulter Ruf voraus, vielleicht waren es auch Berts Verbindungen zum Militär. Hinzu kommt, daß Bert einmal den Chef der Sicherheitstruppe eines saudischen Prinzen ausgebildet hatte. Vielleicht war es das gewesen."

    Ziad Jarrah stellte sich als ein libanesischer Kaufmann vor, der viel reiste und sich schützen wollte. "Ich mochte Ziad sehr", sagte Rodriguez später zu Ronson. "Er war sehr bescheiden, sehr ruhig. Er war gut beieinander. Sehr emsig." Rodriguez lehrte Jarrah "die Würgegriffe und den Kamikazegeist. Man braucht einen Ehrenkodex, für den man sterben würde - das Verlangen etwas zu tun oder zu sterben." Und Rodriguez fügte hinzu: "Ziad war wie Luke Skywalker [eine Hauptfigur aus Krieg der Sterne]. Erinnern Sie sich daran, wie Luke einen unsichtbaren Weg beschreitet? Man muß fest daran glauben, daß der Weg da ist. Und wenn man es glaubt, dann ist er auch da. O ja, Ziad glaubte fest daran. Er war wie Luke Skywalker."

    Rodriguez bildete Ziad Jarrah sechs Monate lang aus und gab ihm mehrere Bücher über den Messerkampf, die er geschrieben hatte. Jarrah las sie mit einem Freund, Marwan Al Shehhi, der mit ihm im Motel Panther und in Wohnungen in Deerfield Beach in Florida wohnte.

    Am 11. September 2001 brachte Ziad Flug 93 der United Airlines in seine Gewalt und ließ die Maschine in einem Feld in Pennsylvania zerschellen. Marwan Al Shehhi tat dasgleiche mit Flug 175 der United Airlines und raste mit dem Flugzeug in den Südturm des World Trade Center.

    Lesen Sie dazu bitte auch:

    Cheney und seine "Löffelverbieger"-Militärs in Neue Solidarität Nr. 34/2005

    Dick Cheney, Imperialist und Kriegsgewinnler in Neue Solidarität Nr. 5/2004

    LaRouche: "Diese Leute sind zu allem fähig" in Neue Solidarität Nr. 34/2005

    Offene Worte eines Kriegstreibers. Gen. Vallely im Wortlaut in Neue Solidarität Nr. 34/2005

     

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