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Aus der Neuen Solidarität Nr. 22-23/2006

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Terrorgefahr bei der WM: Wer steckt wirklich dahinter?

Der amerikanische Oppositionspolitiker Lyndon LaRouche trat mit der Warnung an die Öffentlichkeit, Kreise um Cheney planten für Juni einen Militärschlag gegen den Iran. Als Vorwand könnte ein Terroranschlag bei der Fußballweltmeisterschaft dienen. Die Sicherheitsbehörden sollten sich darum sorgen, wer ein Interesse daran hat, einen großen Terroranschlag bei der WM für geopolitische Zwecke zu benutzen.


"Geheimes" Planungstreffen?
Hooligans, Neonazis und Terroristen

Die Hintermänner

Seit Monaten machen sich deutsche und europäische Behörden und Sicherheitsexperten Sorgen über einen möglichen großen Terroranschlag im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft. Nun, da der Tag der WM-Eröffnung näherrückt, kam zu den üblichen Szenarien ein weiteres hinzu: Nachdem der iranische Staatspräsident Achmadinedschad erklärt hatte, er würde gerne nach Deutschland reisen, um die Spiele der iranischen Mannschaft anzusehen, kündigten rechtsradikale Hooligans an, sie wollten den Iran "unterstützen".

Spätestens hier sollte jedem ernsthaften politischen Analysten klar werden, daß diese Dinge eine weltpolitische Dimension haben. Das wurde nicht in irgendwelchen Hinterzimmern von ein paar radikalen Fußballfans ausgeheckt, sondern an höchsten Stellen in Washington und London. Und die deutschen Sicherheitsbehörden, die sicherlich auf unteren Ebenen Aufklärung und Gegenmaßnahmen betreiben, sollten sich unbedingt ebenso darum sorgen, wer ein Interesse daran hat, einen großen Terroranschlag als Vorwand für weltweite Tyrannei zu nehmen.

Der US-Oppositionspolitiker Lyndon LaRouche betont: Das zeitliche Zusammenfallen zweier Ereignisse - Fußball-WM und das Mitte Juni vorgesehene Eintreffen US-amerikanischer und französischer Trägerkampfgruppen unweit der iranischen Küste - bietet der Gruppe um US-Vizepräsident Dick Cheney eine außerordentliche Gelegenheit für einen "globalen Militärputsch". (Den Wortlaut seiner Erklärung finden Sie hier.)

Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft, die vom 9. Juni bis zum 9. Juli dauert, werden 64 Spiele in zwölf deutschen Städten stattfinden, Millionen von Fußballfans werden erwartet. Den Höhepunkt bildet das Endspiel am 9. Juli in Berlin.

Die Gefahr durch gewaltbereite radikale Fußballfans oder "Hooligans", vor allem aus England, Holland, Deutschland, Italien, Polen, gehört bei Auslandsspielen leider schon zur "Routine". Doch jetzt nimmt die Gefahr eine neue Dimension an, weil Neonazis die Ankündigung des iranischen Präsidenten als Vorwand benutzten, Kundgebungen und Demonstrationen zur Unterstützung ihres "antisemitischen Freundes" anzukündigen. So wurde für den 17. Juni anläßlich des Spieles Iran-Portugal eine Demonstration angemeldet. In Leipzig will die NPD für das Spiel Iran-Angola und in Nürnberg anläßlich des Spieles Iran-Mexiko mobilisieren.

Aber die Mobilisierung der Rechtsradikalen beschränkt sich nicht auf den Iran. Für den 10. Juni wurde in Gelsenkirchen nach einem Spiel der polnischen Mannschaft ein Marsch geplant. Polnische Hooligans gelten als sehr gewalttätig. Die Polizei hat inzwischen die Demonstration verboten.

Aus Italien hat die neue Gruppe Ultras Italia ihr Kommen angekündigt. Sie tauchte erstmals 2002 auf und wirbt Hooligans aus radikalen, von Neonazis dominierten Fanclubs im ganzen Land an. Auch die Gruppe Teste matte, die von der neapolitanischen Camorra kontrolliert wird, gehört zu Ultras Italia. Italienische Hooligans haben im Zusammenhang mit dem Spiel Italien-USA am 17. Juni in Kaiserslautern besondere Aktionen angekündigt.

Bekannte Akteure vervollständigen das Bild: Anläßlich des Spieles England-Paraguay am 10. Juni in Frankfurt haben 20 000 britische Hooligans ihr Kommen angekündigt. Nur 10 000 von ihnen haben eine Eintrittskarte. Die restlichen Fans sollen das Spiel auf Großleinwänden an verschiedenen Plätzen der Stadt verfolgen. Auch die berüchtigten holländischen Hooligans werden in Massen erwartet.

Die Fußball-WM bietet allen diesen gewaltbereiten Hooligan-Gruppen zahllose Möglichkeiten, sich in Straßenkämpfe gegeneinander oder mit der Polizei zu verstricken.

"Geheimes" Planungstreffen?

Der italienische Journalist Paolo Berizzi hatte in La Repubblica vom 20. März einen Bericht über ein angebliches Planungstreffen in Braunau, der Geburtsstadt Hitlers, veröffentlicht. 70 Mitglieder rechtsradikaler Hooligan-Gruppen hätten teilgenommen, um gewalttätige Aktionen während der Weltmeisterschaft zu planen. "So werden wir die WM in Flammen setzen" lautete die Überschrift des Berichtes, zitiert aus einem Dokument, das alle Teilnehmer des Treffens unterzeichnet haben sollen und das zum Ziel setze, durch Aktionen gegen islamische und andere Vertreter des "Südens der Welt" die öffentliche Ordnung zu stören.

Fragen drängen sich auf: Wieso berichtet La Repubblica über ein Treffen, das bisher noch nicht bestätigt werden konnte? Und wieso wurde zu diesem geheimen Treffen, auf dem terroristische bzw. gewalttätige Aktionen geplant wurden, ein Journalist eingeladen? Berizzi behauptet, er habe als italienischer Hooligan getarnt teilgenommen. Wie auch immer, die Medienöffentlichkeit muß den Drahtziehern nicht unbedingt schaden, wenn es ihr Ziel ist, dem Iran die Schuld an möglichen spektakulären Vorfällen zuzuschieben.

Hooligans, Neonazis und Terroristen

Aber gehen wir eine Stufe höher: In den Hooligan-Gruppen haben Neonazi-Vereinigungen das Sagen. Solche neonazistischen Gruppierungen haben sich in einer Dachorganisation zusammengeschlossen, der Europäischen Nationalen Front (ENF). Der Einigungsprozeß begann im November 2002 in Spanien unter der Führung des früheren Franco-Ministers Blas Pinar und des italienischen Neofaschisten Roberto Fiore. 2004 wurde dann die ENF gegründet. Zu ihr gehören u.a. folgende Gruppen: Frente Espanol (Pinar), Forza Nuova (Fiore), Renouveau Français aus Frankreich, die deutsche NPD und die polnische Narodowe Odrodzenie Polski (NOP, Nationale Wiedergeburt Polens).

Die Steuerung der radikalen Hooligan-Szene durch diese Gruppen ist gut dokumentiert. Über die Situation in Italien haben wir an anderer Stelle schon ausführlich berichtet. In Rom sind die tifoserie (Fanclubs) der beiden großen örtlichen Fußballvereine Roma und Lazio in einem Netz organisiert, hinter dem das neofaschistische Kartell steht, das von Roberto Fiore, Alessandra Mussolini, Adriano Tilger und Luca Romagnoli gegründet wurde und sich "Vereint für eine soziale Bewegung" nennt.

Fiore war der Anführer der Organisation Terza Posizione, des politischen Arms der Terrorgruppe Nuclei Armati Rivoluzionari, die für mehrere Terroranschläge, u.a. auch für den Anschlag auf den Bahnhof in Bologna 1980, verantwortlich ist. Heute leitet Fiore die Bewegung Forza Nuova, die über ihre Unterorganisation Base Autonoma - mit Fiores Schwager Giuliano Castellino an der Spitze - die radikalen Fanclubs Lazio und Roma steuert. Base Autonoma hat Fanclubs wie Tradizione e Distinzione und Banda de Noantri unterwandert.

Für den gewalttätigen Flügel dieser Fanclubs existiert eine Art Rechtshilfeorganisation unter Prof. Paolo Signorelli. Der heute über 70jährige Signorelli wurde als Chefideologe der Terrorgruppe Ordine Nuovo angeklagt, aber freigesprochen.

Nach Unruhen am 21. März 2004 verhaftete die Polizei drei Anführer der Hooligans: den Neofaschisten Stefano Carriere von Tradizione e Distinzione, den Neofaschisten Stefano Sordini von der Gruppierung Giovinezza (deren Name einem berühmten faschistischen Lied entlehnt ist) sowie Roberto Morelli vom Fanclub AS Roma Ultras. Alessandra Mussolini, die Enkelin des "Duce", besuchte die drei im Gefängnis.

Ähnlich wie im Falle Italiens werden auch die polnischen Hooligans weitgehend von der NOP gesteuert. Und wenn Berizzi in seinem Bericht über das Treffen in Braunau den spanischen Vertreter von der SUR beschreibt ("Die francistischen Fans von Real Madrid"), erinnert man sich daran, daß einer der "islamistischen Terroristen", die für den Bombenanschlag von Madrid im März 2004 verantwortlich gemacht werden, Mohammed Bekkali, ebenfalls ein fanatischer Anhänger von Real Madrid war.

Die Hintermänner

Inzwischen haben wir erfahren, daß die Staatsanwaltschaft in Rom für ihre Ermittlungen Material benutzt, das LaRouches Publikationen vor und nach den Bombenanschlägen in Madrid am 11. März 2004 veröffentlichten. 2003 warnte LaRouche vor der Möglichkeit neuer Anschläge derselben Dimension wie der 11. September 2001. Diese könnten nur auf zwei Quellen zurückgehen, und den Deckmantel für eine davon bildeten die internationalen Gruppen, die der führende spanische Faschist Blas Pinar sammele. Man müsse abwägen, wie groß das Potential eines neuen großen Angriffs auf die USA wäre, der auf Blas Pinar zurückgeführt werden könnte, so wie die Anschläge vom 11. September 2001 Arabern zugeschrieben wurden.

LaRouche fuhr fort: "Das wichtigste an der neuen internationalen Umgruppierung unter dem früheren Franco-Minister Blas Pinar ist, daß sie schlagkräftig ist, aber als politisch-operationelles Potential einer Eintagsfliege entspricht. Sie setzt sich auch in beträchtlichem Maße aus kleinen, aber schlagkräftigen Gruppen zusammen, die eine Kontinuität zu den Gruppen darstellen, die in den 70er Jahren als Deckmantel für internationale Terroroperationen in Europa benutzt wurden... Schlagkräftige Vereinigungen mit einem internationalen synarchistischen Profil sind allein schon durch ihre Existenz wahrscheinliche Urheber internationaler terroristischer Anschläge; sonst werden sie, wie Eintagsfliegen, rasch eingehen."

Wie könne man gegen diese terroristische Bedrohung vorgehen? LaRouche schreibt: "Wir müssen intelligente politische Methoden einsetzen und die Synarchistische Internationale bloßstellen. Die Menschen müssen aus den Kriegen von 1920-45 in Europa und aus der nazistischen Unterwanderung Süd- und Mittelamerikas lernen, wie US-Präsident Franklin D. Roosevelt und seine Regierung politisch mit diesen Gefahren umgegangen sind. Man muß enthüllen, was Synarchismus wirklich ist. Regierungen und Kirchen dürfen ihn nicht länger dulden. Und man muß in aller Stille Hinterhalte der Gegenaufklärung schaffen, um sie zu erwischen, wenn sie sich in entsprechende Richtungen bewegen wollen."

Ein Rat, der heute umso wertvoller ist.

Claudio Celani

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Die Gefahr des Synarchismus in Deutschland - Neue Solidarität Nr. 44-45/2004
LaRouche warnt vor Cheneys Plänen, im Juni einen Angriff auf den Iran zu führen - Neue Solidarität Nr. 22-23/2006

 

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