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Aus der Neuen Solidarität Nr. 35/2006

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Cheneys deutsche Kriegstrommler

Die meisten Deutschen haben Israels Irrsinnskrieg gegen den Libanon entsetzt abgelehnt. Doch pseudolinke Gruppen wie die "Antideutschen" gaben sich durch lautstarken Beifall als Propagandatruppen der Neocon-Kriegsfraktion zu erkennen.

Kennen Sie "No tears for krauts", oder "Keine Träne für die Deutschen"? So nennt sich ein vorgeblich "antifaschistisches" Grüppchen in Halle, das bisher sämtliche militärischen Abenteuer der Regierung Bush/Cheney - und zwar weit energischer als die meisten US-Militärs - lauthals unterstützt hat, von der Invasion Afghanistans über den Irakkrieg bis hin zum jüngsten, von den US-Neocons inspirierten Einmarsch Israels im Libanon. Ausdrücklich werden die von Cheney & Co. geplanten Angriffe gegen Syrien und den Iran - wenn nötig, sogar mit Atomwaffen - unterstützt, die die Welt unwiderruflich auf den Kurs in einen Dritten Weltkrieg bringen würden.

Offenbar unterstützt "No tears for krauts" auch eine andere Initiative der amerikanischen Neocons: Die Gruppe hat sich vorgenommen, die Universität Halle, so wörtlich, "LaRouche-rein" zu machen (wobei jeden echten Antifaschisten schon die Wortwahl stutzig machen sollte). Aber logisch ist es schon, denn die amerikanischen Neocons sehen erklärtermaßen in LaRouche und seinem politischen Einfluß ein unbequemes Hindernis ihrer Politik.

"No tears for Krauts" sind aber nicht die einzigen Kriegstrommler im Netzwerk der "Antideutschen". Was sind das für Leute? Sie haben sich zwar an Demonstrationen christlicher Fundamentalisten zur Unterstützung der fehlgeschlagenen Invasion des Libanons beteiligt, sind aber selbst keine Endzeit-Fundamentalisten. Ihre heutigen Aktivisten sind - abgesehen von einigen unwissenden Jugendlichen, die aus der Szene der romantischen Antifa-Straßenkämpfer rekrutiert wurden - alternde "68er", Kinder des deutschen Existentialismus der 20er und 30er Jahre, jenes philosophischen Mischmaschs, aus dem sich nach dem Krieg Horkheimers und Adornos "Frankfurter Schule" entwickelte.

So braucht man im Internet bloß nach "Antideutsche + Adorno" zu suchen, dann stößt man auf zahlreiche Grüppchen, die Cheneys Doktrin des permanenten Krieges unterstützen: www.redaktion-bahamas.org, www.conne-island.de u.a.

Es sind alternde "Babyboomer", die sich dem Propagandakreuzzug für den permanenten Krieg angeschlossen haben - manche im Solde der Neocons: Thomas van der Osten-Sacken beispielsweise, einer der führenden Antideutschen Deutschlands und häufiger Autor in Konkret und Jungle World, war ein prominenter Redner der jüngsten Demonstrationen zur Unterstützung der von Cheney und Netanjahu angestifteten Invasion des Libanon. Seine Organisation Wadi e.V. ist im Nordirak tätig - von den amerikanischen Neocons über die Internationale Entwicklungsagentur (AID) der US-Regierung finanziell unterstützt.

Die Junge Welt brachte am 2. August 2006 einen interessanten Artikel ("Alte Feinde, neue Feinde") in dem sie vor "einem drohenden Weltkrieg, runderneuertem Faschismus und den jüngsten Mutationen der sogenannten Antideutschen" warnt. Der antideutsche Publizist Matthias Küntzel wird zitiert, der die Jüdische Allgemeine als "fatalistisch" kritisierte, weil sie den Libanonkrieg (völlig korrekt) als "Falle" für Israel bezeichnet hatte.

Und der "Altmeister Hermann Gremliza" habe seinen Nachwuchs bei den Antideutschen noch in den Schatten gestellt, als er in der August-Ausgabe von Konkret schrieb: "Dieser Krieg, der lange dauern und mit sehr wechselndem Einsatz geführt werden kann, endet entweder - und im besten Fall - mit der vollständigen Entwaffnung von Hamas, Dschihad, Al-Aksa-Brigaden und Hisbollah, bis zu welcher die Räumung der Westbank aufgeschoben wird, oder mit einem ganz anderen Krieg, in dem Israel jene Staaten, die eine zweite 'Endlösung der Judenfrage' betreiben, Syrien und den Iran allen voran, mit jeder Waffe angriffe, die ihm zu Gebote steht." Gremliza weiß natürlich, daß Israel "schätzungsweise 200 Atombomben zu Gebote" stehen.

Weiter heißt es in Junge Welt: "Was bei den Neocons und ihren deutschen Ablegern erschreckt, ist die Kälte, mit der sie den Massenmord kalkulieren und beklatschen, und die konsequente Mißachtung des Völkerrechts, um ihre Vorstellung von einem 'neuen' Nahen Osten oder einer besseren Welt duchzusetzen. Es gibt heute in der westlichen Gesellschaft keine andere Strömung, die mit so viel Menschenverachtung das Töten in Afghanistan, im Irak, im Libanon begrüßt und mit ihren Mittel zu befördern sucht wie diese."

Richtig verweist die Zeitung auf die Beziehungen der Antideutschen zu den amerikanischen Neocons und den tatsächlichen Hintergrund des jüngsten Krieges: "Wegen der steigenden eigenen Verluste kommen die Neocons sogar unter Kritik von den pragmatischen Imperialisten wie George Soros oder Zbigniew Brzezinski. Deshalb brauchen Cheney, Rumsfeld, Perle und Wolfowitz jetzt dringend einen neuen Krieg. Wenn es auf der ganzen Welt brennt, wenn Atomfeuer in Teheran wüten und - in Reaktion oder als inside job - neue Terroranschläge die westlichen Zentren verwüsten, werden die Neocons diktatorische Vollmachten verlangen, um - wie pervers - die Freiheit zu verteidigen."

Einer der wichtigsten Kontaktmänner zwischen den amerikanischen Neocons und den Antideutschen ist Jeff Gedmin. Er wurde nach dem 11. September 2001, mit finanzieller Rückendeckung des amerikanischen Kosmetikkonzerns Lauder, der auch den Likud unterstützt, nach Deutschland entsandt, wo er das Berliner Büro des leider immer noch "angesehenen" Aspen-Instituts leitet.

Gedmin ist erklärter Unterstützer des Middle East Media Research Institute (MEMRI), das ebenfalls ein Büro in Berlin betreibt und zu den bevorzugten Quellen gehört, die auf den Internetseiten der Antideutschen Antifa zitiert und verlinkt sind. MEMRI wiederum wurde von Meyrav Wurmser gegründet, der Ehefrau von Cheneys Berater David Wurmser.

rmo

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Kernthema: Die Kriegsfraktion - Neue Solidarität online
Antifa wird "antideutsch" - Neue Solidarität Nr. 30/2002

 

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